Mikroplastik in Tumoren bei Prostatakrebs
Mikroplastik ist inzwischen praktisch überall in unserer Umwelt zu finden. Die winzigen Kunststoffteilchen gelangen über unsere Nahrung, das Trinkwasser, die Luft und über Alltagsprodukte in den Körper.
Seit längerem wird vermutet, dass diese Teilchen Entzündungen fördern und Zellen schädigen können. Nun gibt es auch erste Hinweise auf einen Zusammenhang mit Tumorgewebe in der Prostata (1).
Tumorgewebe enthielt mehr Kunststoffteilchen
Die Studie von 2026 ist noch nicht im Detail veröffentlicht – die Daten wurden nun erstmals auf einem Kongress vorgestellt (2).
Die Forscher untersuchten das Prostatagewebe von 10 Männern mit Prostatakrebs. Um Verunreinigungen zu vermeiden, arbeiteten sie bei der Analyse möglichst plastikfrei. Die Prostata war den Männern wegen ihrer Krebserkrankung bei einer Operation entfernt worden.
Bei 9 von 10 der Patienten fanden die Forscher Mikro- oder Nanoplastik. Betroffen waren 90 Prozent der Tumorproben und 70 Prozent der benachbarten gutartigen Proben.
Im Tumorgewebe lag die durchschnittliche Konzentration bei 39,8 Mikrogramm Mikro- und Nanoplastik pro Gramm Gewebe – im benachbarten Gewebe bei 15,5 Mikrogramm pro Gramm.
Möglicher Risikofaktor für Prostatakrebs
Auch unter dem Mikroskop zeigte sich ein ähnliches Bild. Dort wurden in 60 Prozent der Proben Kunststoffpartikel mit einer Größe von 1,2 bis 40,3 Mikrometern gefunden.
Häufig nachgewiesen wurden vor allem Nylon-6 und Polystyrol. Nylon-6 kommt zum Beispiel in synthetischer Kleidung, Teppichen und Bürsten vor – Polystyrol in Verpackungen, Joghurtbechern und Styropor. Mit beiden Kunststoffen kommt man im Alltag also häufig in Kontakt.
Die Forscher sprechen von einem möglichen Risikofaktor für Prostatakrebs – ob die Teilchen tatsächlich zur Entstehung beitragen, ist noch nicht bewiesen.
Fazit: Mikroplastik bei Prostatakrebs beteiligt?
Mikroplastik ist nicht nur ein Umweltproblem, sondern kann womöglich auch der Prostata und der Gesundheit insgesamt schaden. Ausführliche Informationen darüber finden Sie in unserem Artikel Mikroplastik – Eine Gefahr für die Gesundheit.
Wer seine Belastung mit Mikroplastik im Alltag senken möchte, sollte den Kontakt mit Kunststoff bestmöglich reduzieren. Bewahren Sie erhitzte Speisen z. B. lieber in Glas- oder Edelstahlbehältern als in Kunststoffbehältern auf und kaufen Sie unverpackte Lebensmittel ein. Im obigen Artikel finden Sie viele weitere Tipps.