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Butyrat - Das bewirkt die Buttersäure im Darm

Butyrat ist eine kurzkettige Fettsäure, die im Darm entsteht. Sie macht die Darmwand weniger durchlässig, kann Entzündungen lindern und wird inzwischen auch bei Reizdarm, Colitis ulcerosa und Diabetes Typ 2 untersucht.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 29 April 2026
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So entsteht Butyrat im Darm

Butyrat ist das Salz der Buttersäure. Die beiden Begriffe werden im Alltag häufig synonym verwendet, auch wenn sie nicht genau dasselbe bezeichnen.

Es handelt sich bei Butyrat um eine kurzkettige Fettsäure – genauso wie Acetat und Propionat. Alle drei entstehen im Dickdarm, wenn Darmbakterien bestimmte Ballaststoffe abbauen.

Butyrat ist für den Darm wichtig, weil es den Zellen der Darmschleimhaut als Energiequelle dient. Diese Zellen bilden die innere Schutzschicht des Darms und entscheiden mit darüber, welche Stoffe aus dem Darm ins Blut gelangen und welche nicht.

Ist diese Schutzschicht gestört, spricht man von einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmwand oder von einem Leaky-Gut-Syndrom. Unerwünschte Stoffe kommen dann leichter mit dem Immunsystem in Kontakt und können Entzündungen fördern. Butyrat kann dabei helfen, diese Barriere zu stabilisieren.

Wo ist Butyrat enthalten?

Butyrat kommt in kleinen Mengen auch in Lebensmitteln vor – etwa in Butter und Ghee. Für die Darmgesundheit ist jedoch weniger relevant, wie viel davon man über Lebensmittel aufnimmt. Wichtiger ist, dass der Stoff dort gebildet wird, wo er gebraucht wird – nämlich in unmittelbarer Nähe zur Darmschleimhaut.

Wer seine Versorgung verbessern möchte, sollte deshalb nicht mehr Butter essen, sondern seine Darmbakterien mit bestimmten Ballaststoffen füttern.

So erhöhen Sie die körpereigene Produktion

In einer Auswertung von 2024 wurden die Daten aus 14 Ernährungsstudien verglichen. Es zeigte sich, dass Inulin, Fructooligosaccharide sowie resistente Stärke die Bildung des Stoffes erhöhen können (1). Sie werden im Dünndarm nicht vollständig verdaut und dienen den Darmbakterien im Dickdarm somit als Nahrung.

Inulin und Fructooligosaccharide sind zum Beispiel in Chicorée, Topinambur, Schwarzwurzeln, Artischocken, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch und Spargel enthalten. Abgekühlte Kartoffeln, Reis oder Nudeln liefern resistente Stärke.

Die Reaktion fiel jedoch nicht bei allen Menschen gleich aus. Das ist typisch für die Darmflora, da sie sich von Person zu Person stark unterscheiden kann.

Da unterschiedliche Ballaststoffe unterschiedlichen Darmbakterien als Nahrung dienen, ist eine abwechslungsreiche Ernährung grundsätzlich wichtig. Eine sehr fett- und proteinreiche Ernährung kann für die Darmflora hingegen ungünstig sein – insbesondere wenn dadurch ballaststoffreiche Lebensmittel verdrängt werden.

Die Wirkungen im Körper

Butyrat kann dabei helfen, die Darmbarriere zu stabilisieren. Der Stoff unterstützt die Verbindungen zwischen den Darmzellen (die Tight Junctions), fördert die Schleimschicht und bremst Entzündungen.

Die Fettsäure wird unter anderem auch bei Stoffwechselproblemen, Reizdarm und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen untersucht.

Studie: Wirkung bei Reizdarm und Diabetes Typ 2

Eine Studie von 2026 befasste sich mit Diabetes Typ 2 und Reizdarm-Beschwerden (2). Personen mit Diabetes haben häufig auch eine veränderte Darmflora.

52 Erwachsene mit Diabetes Typ 2 und Reizdarm erhielten 12 Wochen lang entweder täglich 1,5 g mikroverkapseltes Natriumbutyrat oder ein Placebo. Die Mikroverkapselung soll dafür sorgen, dass der Wirkstoff erst im Darm freigesetzt wird.

Nach 12 Wochen berichteten rund 54 Prozent in der Buttersäure-Gruppe über weniger Bauchschmerzen – unter Placebo nur rund 5 Prozent. Blähungen verbesserten sich bei rund 65 Prozent gegenüber 5 Prozent. Durchfall ging bei 39 Prozent zurück, unter Placebo bei niemandem.

Zudem sank das Körpergewicht um durchschnittlich 2,1 kg und der Langzeitblutzucker HbA1c verbesserte sich. In der Placebogruppe gab es keine vergleichbaren Veränderungen.

Studie: Wirkung bei Colitis ulcerosa

Aus dem Jahr 2025 stammt eine Studie mit 98 Personen, die an Colitis ulcerosa litten (3). Sie nahmen 8 Wochen lang zweimal täglich je 300 mg mikroverkapseltes Natriumbutyrat oder ein Placebo ein. Die bestehende medizinische Behandlung wurde parallel dazu fortgeführt.

In der Buttersäure-Gruppe zeigten etwa 51 % der Teilnehmenden eine klinisch relevante Verbesserung, verglichen mit 21 % in der Placebo-Gruppe. Das bedeutet, dass sich ihre Beschwerden (z. B. Symptome) und medizinisch messbaren Befunde (z. B. Laborwerte oder ärztliche Einschätzungen) so deutlich verbesserten, dass dies im Alltag der Patientinnen und Patienten spürbar und für den Krankheitsverlauf bedeutsam war.

Eine klinische Remission erreichten 31 Prozent gegenüber 6 Prozent. Remission bedeutet, dass die Erkrankung zur Ruhe kommt oder sich deutlich bessert.

41 Prozent erreichten eine biochemische Remission gegenüber 17 Prozent in der Placebo-Gruppe. Damit ist gemeint, dass bestimmte Blutwerte besser wurden, hier der Entzündungsmarker Calprotectin im Stuhl.

Studie: Wirkung nach den Wechseljahren

In einer weiteren Studie von 2025 untersuchten Forscher, wie sich die kurzkettige Fettsäure nach den Wechseljahren auswirkt (4). Die Wechseljahre gehen häufig mit einem Verlust an Muskelkraft und körperlicher Leistungsfähigkeit einher. Der Darm kann dabei eine Rolle spielen.

146 Frauen nahmen nach den Wechseljahren entweder 12 Wochen lang täglich 570 mg Natriumbutyrat als Kapsel oder ein Placebo ein. Zusätzlich gab es eine Vergleichsgruppe mit 75 Frauen vor den Wechseljahren.

Die Frauen nach den Wechseljahren hatten verglichen mit den Frauen vor den Wechseljahren höhere Zonulin- und LBP-Werte, weniger Kraft in den Händen, eine langsamere Gehgeschwindigkeit und eine schlechtere körperliche Leistungsfähigkeit.

Zonulin wird häufig als Hinweis auf eine veränderte Darmdurchlässigkeit verwendet. LBP steht für Lipopolysaccharid-bindendes Protein. Der Wert kann steigen, wenn Bestandteile bestimmter Bakterien stärker mit dem Immunsystem in Kontakt kommen.

Nach 12 Wochen sanken in der Butyrat-Gruppe die Zonulin- und LBP-Werte. Gleichzeitig verbesserten sich die Kraft in den Händen und die körperliche Leistungsfähigkeit.

Wie nimmt man Butyrat ein?

Die Einnahme der kurzkettigen Fettsäure erfolgt meist in Form von Natriumbutyrat, seltener auch als Calcium- oder Magnesiumbutyrat oder Tributyrin. Tributyrin ist eine fettähnliche Vorstufe, die erst im Darm aufgespalten wird. Sie ist in Studien noch weniger gut untersucht.

Wenn Sie Butyrat probieren möchten, wählen Sie am besten ein mikroverkapseltes Natriumbutyrat. Die Mikroverkapselung soll dafür sorgen, dass der Wirkstoff besser in tiefere Darmabschnitte gelangt. Sollten Sie auf Natrium achten müssen, etwa bei Bluthochdruck, Nierenerkrankungen oder salzarmer Ernährung, können Sie auch eine Form mit Magnesium oder Calcium wählen.

In Studien wurden häufig 300 bis 600 mg getestet – teilweise auch deutlich mehr wie in der Diabetes-Studie mit 1,5 g. Die Einnahme kann man auf zwei Dosen aufteilen, die man zu den Mahlzeiten einnimmt. Dies fördert die Verträglichkeit.

Was noch fehlt, sind Langzeitdaten über Monate bis Jahre sowie Daten zur optimalen Dosierung.

*Hier finden Sie mikroverkapseltes Natriumbutyrat mit 500 mg pro Kapsel.

Die Einnahme ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Darmflora gestört ist und der Körper daher zu wenige kurzkettige Fettsäuren bildet. Hier könnte eine Mikrobiomanalyse oder eine Stuhluntersuchung aufschlussreich sein.

Im Artikel Wie kurzkettige Fettsäuren die Gesundheit stärken finden Sie die Referenzbereiche für alle kurzkettigen Fettsäuren und viele weitere Informationen zum Thema.

Wie lange dauert es, bis es wirkt?

In Studien wurden erste Veränderungen durch eine Nahrungsergänzung erst nach einigen Wochen erfasst – vielleicht bemerken Sie bereits früher welche. Bei Reizdarm zeigten sich erste Verbesserungen nach 4 Wochen, bei Colitis ulcerosa, Diabetes und der Muskelkraft nach 8 bis 12 Wochen.

Wer die körpereigene Produktion über Ballaststoffe fördern möchte, sollte ebenfalls geduldig sein. Es dauert einige Zeit, bis sich die Darmflora anpasst. Anfangs kann es zu Blähungen kommen. Es ist also besser, die Menge langsam zu steigern.

Hat der Stoff Nebenwirkungen?

In den genannten Studien wurde der Stoff insgesamt gut vertragen. Dennoch kann es zu leichten und vorübergehenden Nebenwirkungen wie Blähungen, weichem Stuhl, Durchfall oder Übelkeit kommen.

Dies ist besonders dann der Fall, wenn die Dosis sehr hoch ist oder die Darmflora stark aus dem Gleichgewicht ist.

Bei Menschen mit Bluthochdruck wurden auch Blutdruckanstiege berichtet, was aber von der Natriumdosis abhängt. Insgesamt ist eher mit einer Regulierung des Blutdrucks zu rechnen, wenn die Darmflora positiv beeinflusst wird.

Fazit: Butyrat gezielt für den Darm nutzen

Butyrat ist ein natürlicher Darmstoff mit wichtigen Aufgaben. Am besten ist es, wenn die Darmflora ihn selbst bilden kann – das sollte das langfristige Ziel sein. Dafür braucht sie die richtigen Ballaststoffe.

Ist die Darmflora gestört und bildet zu wenig kurzkettige Fettsäuren, kann eine Nahrungsergänzung sinnvoll sein. Die Einnahme könnten Sie einige Wochen lang ausprobieren. Idealerweise machen Sie zuvor eine Mikrobiom- oder Stuhluntersuchung.

Weitere Informationen rund um die Darmflora finden Sie im Artikel Darmflora aufbauen – Anleitung und Tipps.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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