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Farbstoffe fördern Unruhe bei Kindern

In vielen verarbeiteten Lebensmitteln befinden synthetische Farbstoffe. Manche dieser Farbstoffe wirken sich jedoch negativ auf das Verhalten vieler Kinder aus. Sie werden unruhiger und weniger konzentriert – und zwar auch dann, wenn es sich um Farbstoffmengen handelt, die noch im Rahmen der offiziellen Grenzwerte liegen.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 16 Mai 2026
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Farbstoffe können Verhalten bei Kindern verändern

Synthetische Farbstoffe werden vielen stark verarbeiteten Lebensmitteln zugesetzt, damit sie besonders bunt und einladend aussehen – zum Beispiel Süßigkeiten, Backwaren oder Softdrinks.

Seit Jahrzehnten besteht die Sorge, dass solche Zusätze bei Kindern – insbesondere, wenn diese ADHS haben (Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung) – zu vermehrter Unruhe führen oder die Konzentration verschlechtern.

Studie: Auffälliges Verhalten durch Farbstoffe?

Eine Übersichtsarbeit hat 2022 gezeigt, wie sich synthetische Lebensmittelfarbstoffe wie Tartrazin, Sunset Yellow, Allura Red und andere auf die Aufmerksamkeit und Aktivität von Kindern auswirken (1).

Die Forscher der kalifornischen Umweltschutzbehörde und der University of California werteten hierfür 27 Humanstudien sowie Daten aus Tierstudien aus.

Im Großteil der Studien wurde getestet, was passiert, wenn Kinder gezielt Farbstoffe bekommen (versteckt in einem Getränk oder im Essen) – und zu einem späteren Zeitpunkt ein Placebo zum Vergleich.

Meist wurde eine Mischung verschiedener Farbstoffe verabreicht – in 6 Studien Tartrazin allein. Die Dosen reichten von 1,2 bis 250 mg pro Tag. Das sind Tagesdosen, die Kinder über Lebensmittel auch wirklich aufnehmen können.

Anschließend wurde das Verhalten der Kinder beobachtet: Ist das Kind unruhiger als sonst? Lässt es sich leichter ablenken? Ist es weniger konzentriert?

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Kinder sind unruhiger und weniger konzentriert

Die Studien fanden mehrheitlich einen Zusammenhang zwischen den Farbstoffen und dem Verhalten der Kinder – in etwa der Hälfte der Studien war dieser signifikant. Viele Kinder (aber nicht alle) waren unruhiger oder weniger konzentriert.

Die Forscher kamen darum zum Schluss, dass manche Kinder empfindlicher auf Farbstoffe in Lebensmitteln reagieren als andere.

Entscheidend ist jedoch, dass sich selbst Farbstoffmengen, die sich im Rahmen der Grenzwerte befinden, auf viele Kinder negativ auswirken können.

Welche Farbstoffe sind problematisch?

Getestet wurden in den Studien die folgenden Farbstoffe: Tartrazin (E102), Sunset Yellow (E110), Allura Red (E129), Erythrosin (E127), Brilliant Blue (E133), Indigokarmin/Indigotin (E132) und Fast Green FCF (E143). Letzterer ist in der EU nicht erlaubt.

Einige Grenzwerte sind in der EU deutlich strenger als in den USA (z. B. Erythrosin, Brilliant Blue), andere hingegen lascher (z. B. Tartrazin, Indigokarmin).

In der EU müssen Produkte mit bestimmten Farbstoffen seit 2010 zusätzlich den Hinweis tragen, dass sie die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen können. Das gilt z. B. für Tartrazin, Sunset Yellow und Allura Red.

Fazit: Synthetische Farbstoffe besser meiden

Synthetische Lebensmittelfarbstoffe können bei manchen Kindern Unruhe und Konzentrationsprobleme auslösen oder verstärken. Kaufen Sie daher – weder für Ihre Kinder noch für sich – Produkte, die diese Farbstoffe enthalten.

Wenn es gefärbte Produkte sein müssen, wählen Sie solche mit relativ natürlichen Farbstoffen, wie Chlorophyll, Kurkuma oder Rote Bete.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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