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Wer Pilze mag, ist seltener depressiv

Bei Menschen, die keine Pilze mögen, werden häufiger Depressionen diagnostiziert, so eine Studie vom Oktober 2021. Denn Pilze enthalten bestimmte Stoffe, die sich schützend auf die mentale Gesundheit auswirken.

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28 Oktober 2021

Weniger Depressionen bei Menschen, die gerne Pilze essen

Pilze geraten immer wieder in die Schlagzeilen. Denn man entdeckt stets neue gesundheitliche Vorteile, in deren Genuss man kommt, wenn man regelmässig Pilze isst. So soll bei Männern beispielsweise das Prostatakrebsrisiko sinken, wenn sie dreimal wöchentlich Pilze essen (im Vergleich zu Männern, die nur einmal pro Woche Pilze essen).

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Und wenn Senioren 300 g gedünstete Pilze pro Woche essen, sinkt ihr Risiko für eine Demenz um die Hälfte. Im Oktober 2021 erschien nun eine Studie, die zeigte, dass ein regelmässiger Pilzeverzehr sogar mit einem geringeren Risiko für Depressionen in Verbindung steht ( 1 ).

Forscher der Penn State University in Pennsylvania/USA untersuchten für ihre Studie die Daten von mehr als 24.600 Erwachsenen und stellten fest: Wer gerne Pilze isst, leidet seltener an Depressionen. Selbst als andere bekannten Risikofaktoren für Depressionen in der Auswertung berücksichtigt wurden (bestimmte Vorerkrankungen, Medikamente, ungesunde Ernährung etc.), war der Zusammenhang zwischen einer pilzhaltigen Ernährung und dem sinkenden Depressionsrisiko offensichtlich.

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Antioxidantien in Pilzen beugen psychischen Krankheiten vor

Pilze enthalten den Stoff Ergothionein, eine stark antioxidative Substanz, die im Körper Zellen und Gewebe vor Schäden bewahren kann. Ebenfalls in Pilzen enthalten ist ein weiteres starkes Antioxidans, das Glutathion. Aus früheren Studien weiss man bereits, dass Antioxidantien bei der Prävention psychischer Erkrankungen (Schizophrenie, Bipolare Störung und Depressionen) mitwirken können.

Entzündungshemmende Pilzstoffe lindern Depressionen

„Pilze sind die beste Quelle für Ergothionein, einer Aminosäure mit entzündungshemmender Wirkung, die vom menschlichen Körper selbst nicht hergestellt werden kann“, erklärt Wissenschaftler Djibril Ba. „Wenn der Ergothionein-Spiegel im Blut steigt, sinkt der oxidative Stress, ein Wirkmechanismus, der nun wiederum die typische Symptomatik von Depressionen lindern könnte.“ ( 2 ) Denn Depressionen zählen zu jenen Erkrankungen, die u. a. mit chronisch entzündlichen Prozessen einhergehen.

Naturheilkundliche Massnahmen bei Depressionen finden Sie in unserem Hauptartikel über Depressionen.

Pilze enthalten Stoffe, die Nervenzellen schützen

Weisse Champignons sind die am meisten verzehrten Pilze. Neben den genannten Stoffen enthalten sie auch viel Kalium, ein Mineralstoff, der ebenfalls das Depressionsrisiko mildern könnte, da bekannt ist, dass er bei Angstzuständen hilfreich ist.

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Der Pilz Hericium erinaceus (Igelstachelbart) stimuliert überdies neurotrophische Faktoren. Dabei handelt es sich um Faktoren, die eine wichtige Rolle bei der Entstehung und beim Schutz von Nervenzellen spielen. So fördern sie z. B. die Bildung des sog. Nervenwachstumsfaktors, was ebenfalls zur Prävention von Depressionen beitragen könnte ( 4 ).

Aus 2019 stammt z. B. eine klinische Studie, in der man die Wirkung des Igelstachelbarts bei 77 Teilnehmern mit Depressionen, Angstzuständen, Schlaf- und Essstörungen untersuchte. Nach einer 8-wöchigen Einnahme von Kapseln mit 80 Prozent Mycel-Extrakt und 20 Prozent Fruchtkörper-Extrakt konnten Depressionen, Angstzustände und Schlafstörungen deutlich reduziert werden ( 3 ).

Hier z. B. finden Sie Kapseln mit Hericium-Extrakt.

Depressionen: Welche Pilze und wie viele Pilze soll man essen?

Leider wurde in der Auswertung von 2021 nicht näher genannt, welche Pilzarten man essen sollte, um Depressionen vorzubeugen oder zu lindern. Da aber Pilze generell reich an Ergothionein sind und auch in der weiter oben genannten Demenz-Studie schon betont wurde, dass neben den häufig verzehrten Speisepilzen (Austernpilz, Shiitake, Champignon) vermutlich andere Pilze ebenfalls die heilsamen Wirkungen auf das Gehirn haben, ist davon auszugehen, dass es insbesondere darauf ankommt, regelmässig Pilze zu essen – ganz gleich welche Sorte.

Allerdings zeigten sich in der Untersuchung die positiven Zusammenhänge zwischen Pilzverzehr und Depressionen nur in der Gruppe mit mittelhohem Pilzverzehr (ca. 5 g Pilze pro Tag). In der Gruppe mit hohem Pilzverzehr (ca. 20 g Pilze pro Tag) war kein positiver Effekt mehr erkennbar.

Wie immer gilt auch hier, dass allein ein einzelnes Mittel/Lebensmittel sicher keine umfassende Heilung bringen kann. Orientieren Sie sich daher besser an einem ganzheitlichen Konzept aus verschiedenen Massnahmen, wie wir es in unserem oben verlinkten Hauptartikel erklären.

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Ramona, Absolventin

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Quellen
  1. (1) Djibril M. Ba, John P. Richie et al. Mushroom intake and depression: A population-based study using data from the US National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES), 2005–2016. Journal of Affective Disorders, 2021; 294: 686
  2. (2) Penn State, Mushroom consumption may lower risk of depression, ScienceDaily, 12 October 2021
  3. (3) Vigna L, Morelli F, Agnelli GM, et al. Hericium erinaceus Improves Mood and Sleep Disorders in Patients Affected by Overweight or Obesity: Could Circulating Pro-BDNF and BDNF Be Potential Biomarkers?. Evid Based Complement Alternat Med. 2019;2019:7861297. Published 2019 Apr 18. doi:10.1155/2019/7861297
  4. (4) Chong PS, Fung ML, Wong KH, Lim LW. Therapeutic Potential of Hericium erinaceus for Depressive Disorder. Int J Mol Sci. 2019;21(1):163. Published 2019 Dec 25. doi:10.3390/ijms21010163