Warum Elektroakupunktur bei Gicht?
Gicht ist eine rheumatische Erkrankung, bei der sich zu viel Harnsäure im Körper ansammelt. Daraus können sich Kristalle bilden, die sich in den Gelenken ablagern und dort Entzündungen auslösen.
Ein akuter Anfall äußert sich typischerweise durch starke Schmerzen sowie geschwollene und gerötete Gelenke. Grundsätzlich können alle Gelenke betroffen sein – sehr häufig ist es das Großzehengrundgelenk.
Eine besondere Form der Akupunktur könnte helfen. Forscher prüften in einer Übersichtsarbeit von 2024, wie sich die Elektroakupunktur bei Gicht auswirkt (1).
Wie bei der klassischen Akupunktur werden dabei feine Nadeln an bestimmten Punkten des Körpers gesetzt. Zusätzlich gibt ein Gerät über die Nadeln schwache elektrische Impulse ab. Die Therapie soll Schmerzen lindern und die Durchblutung fördern.
Was zeigte der Vergleich mit Medikamenten?
In die Auswertung flossen 15 Studien mit insgesamt rund 1.000 Personen ein. Alle Teilnehmer litten an akuter Gicht. Untersucht wurde meist, ob die Akupunktur-Methode allein oder in Kombination mit Medikamenten besser hilft als Medikamente allein (v. a. entzündungshemmende Schmerzmittel und Gichtmedikamente).
In einigen Studien wurde sie auch mit anderen Verfahren wie Aderlass, Feuerakupunktur oder Injektionen an Akupunkturpunkten (u. a. Schmerzmittel) kombiniert.
Die ersten beiden sind Verfahren aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Aderlass meint in diesem Zusammenhang, dass man an bestimmten Punkten wenige Tropfen Blut austreten lässt. Bei der Feuerakupunktur wird die Nadel zuvor stark erhitzt.
Die Behandlungsdauer bei der Elektroakupunktur unterschied sich je nach Studie und reichte von einer einzelnen Anwendung bis zu rund zwei Wochen. Meist wurde täglich behandelt – die Sitzungen dauerten häufig 30 Minuten.
Schmerzen und Harnsäure gingen zurück
Insgesamt konnte die Elektroakupunktur die Beschwerden besser lindern als die Medikamente allein. Auch die Schmerzen nahmen stärker ab. Zudem sank der Harnsäurespiegel in den Elektroakupunktur-Gruppen deutlicher.
Der Vorteil zeigte sich vor allem dann, wenn die Methode ergänzend zu Medikamenten eingesetzt wurde.
Das Verfahren wird meist in Akupunktur- oder TCM-Praxen angeboten – entweder von entsprechend ausgebildeten Ärzten oder von Heilpraktikern.
Fazit: Elektroakupunktur als sinnvolle Ergänzung bei Gicht
Die Methode könnte als begleitende Maßnahme bei akuten Beschwerden eine sinnvolle Ergänzung sein. Wer unter wiederkehrenden Anfällen leidet, erfährt dadurch vielleicht Linderung.
Behalten Sie auch die Ursache der Erkrankung im Blick. Langfristig geht es nicht nur darum, die Beschwerden zu lindern, sondern die Harnsäurewerte zu senken und neue Anfälle zu vermeiden. Dazu gehören weitere Maßnahmen, die wir Ihnen im Artikel Gicht – Ursachen, Symptome und Lösungen vorstellen.