Rotlicht bei Hashimoto – sinnvoll?
Die Rotlicht-Therapie (auch Photobiomodulation oder kurz PBM genannt) ist eine Behandlung mit rotem und nahinfrarotem Licht. Dieses dringt tief in das Gewebe ein und regt dort Zellprozesse an.
Die Therapie ist in den letzten Jahren stark in den Fokus der Forschung gerückt. Studien zeigen, dass die Behandlung zur Prävention von Demenz beitragen, Falten reduzieren und den Schlaf verbessern könnte.
Zur Wirkung der Rotlicht-Therapie auf die Haut können Sie Details in unserem Artikel Rotlicht für die Haut – weniger Falten, mehr Ausstrahlung nachlesen.
Die positiven Wirkungen von Rotlicht veranlassten Forscher dazu, auch ihren Effekt bei Hashimoto-Thyreoiditis zu untersuchen, denn viele der Wirkmechanismen könnten auch für die Schilddrüse relevant sein.
Hashimoto: Immunsystem gegen Schilddrüse
Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Schilddrüsenentzündung, die häufig zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) führt. Dabei greift das Immunsystem irrtümlich Schilddrüsengewebe an. Langfristig sinkt die Hormonproduktion.
Bei der konventionellen Behandlung der Autoimmunerkrankung kommt meist dauerhaft L-Thyroxin zum Einsatz. Das Schilddrüsenhormon wird also medikamentös eingenommen – die autoimmune Entzündung dadurch aber nicht behoben.
Viele Betroffene wünschen sich ergänzende Maßnahmen, die das Wohlbefinden verbessern und Entzündungsprozesse günstig beeinflussen – die Behandlung mit Rotlicht könnte für Betroffene sehr hilfreich sein.
Schilddrüsenwerte verbessern sich durch Rotlicht
Kosovarische Forscher untersuchten 2023, wie sich Rotlicht bei Frauen mit Hashimoto auswirkt (1).
74 Hashimoto-Patientinnen nahmen an der Studie teil. Die Hälfte wurde mit Rotlicht behandelt, die andere Hälfte nicht. Es gab keine Placebo-Behandlung.
Beide Gruppen erhielten jedoch täglich 100 µg Selen und zusätzlich Vitamin D, wenn der Spiegel zu niedrig war.
Die Therapie-Gruppe wurde zweimal wöchentlich für 3 Wochen mit nahinfrarotem Licht (820 nm) behandelt (6 Sitzungen).
Nach 6 Monaten verbesserte sich die Schilddrüsenfunktion der Therapie-Gruppe signifikant. Das TSH (Steuerhormon aus der Hirnanhangsdrüse) sank. Hohe TSH-Werte sprechen für eine Unterfunktion.
Die freien Schilddrüsenhormone FT4 und FT3 stiegen. Zugleich sanken die Autoantikörper (Anti-TPO und Anti-TG). Sie zeigen die Stärke der Autoimmunreaktion an. Einige Frauen brauchten weniger L-Thyroxin. Zudem gingen Gewicht und BMI runter.
Die meisten Wirkungen waren bereits nach 3 Monaten sichtbar. Unerwünschte Wirkungen gab es keine.
Nachfolgestudie: Schilddrüse wird kleiner
2025 führten die Forscher die Studie noch einmal durch: Dieses Mal mit 98 Patientinnen und 12 Monaten Nachbeobachtung. Es zeigte sich erneut, dass die Rotlicht-Therapie bei Hashimoto helfen kann (2).
Es traten dieselben Verbesserungen auf wie in der Studie zuvor. Zusätzlich normalisierte sich das Volumen der Schilddrüse deutlich häufiger als in der Kontrollgruppe. Die L-Thyroxin-Dosis nahm im Laufe der anschließenden 12 Monate ab.
Die beiden Studien deuten darauf hin, dass die Rotlicht-Therapie trotz kurzem Anwendungszeitraum eine langanhaltende Wirkung hat.
Rotlicht bei Hashimoto vielversprechend
Viele weitere Studien deuten auf positive Wirkungen von Rotlicht bei Hashimoto hin:
Brasilianische Forscher führten schon von 2010 bis 2018 mehrere Studien zur Wirkung von Rotlicht bei Hashimoto durch (3). Auch hier verbesserte das Rotlicht die Schilddrüsenfunktion, senkte den Bedarf an L-Thyroxin und reduzierte Entzündungsmarker.
Türkische Forscher stellten in einer Studie von 2020 mit 350 Hashimoto-Patienten fest, dass Rotlicht die Schilddrüsenwerte verbessert (4). Auch hier sank der Bedarf an L-Thyroxin.
Details zur Studie finden Sie in unserem Rotlicht-Hauptartikel Rotlicht-Therapie – Wirkung und Anwendungen.
Dort haben wir auch eine Übersichtsarbeit von 2022 vorgestellt. Die Forscher kamen zum Schluss, dass Rotlicht autoimmune Schilddrüsenentzündungen verbessern kann (5).
Eine andere türkische Forschergruppe zeigte in einer Studie von 2024 mit 46 Patienten, dass Rotlicht bei Hashimoto oxidativen Stress reduziert und die Lebensqualität erhöht (6).
So wenden Sie Rotlicht zuhause an
In den oben genannten Studien wurde die Rotlicht-Therapie zwar nicht zu Hause eingesetzt. Doch ist die Therapieform unter anderem deshalb so beliebt geworden, weil man sie eigenständig daheim anwenden kann, dazu also keinen Therapeuten aufsuchen muss.
Bei der Anwendung mit LED-Heimgeräten richten Sie Ihr Rotlicht-Gerät aus etwa 10 bis 20 cm Abstand direkt auf die Schilddrüsenregion. Eine Sitzung sollte rund 10 bis 15 Minuten dauern und mehrmals pro Woche erfolgen.
Am häufigsten kam in den Hashimoto-Studien nahinfrarotes Licht zum Einsatz – meist 820-830 nm, teilweise auch 850 nm.
*Eine Lampe für die Rotlicht-Therapie erhalten Sie hier: Lampe für Rotlicht-Therapie.
Mit dieser Lampe kann man 8–10 Minuten lang, 5- bis 7-mal pro Woche den Halsbereich bestrahlen. Sie verfügt über die passenden Wellenlängen von 810 bis 850 nm (Nahinfrarot). Zusätzlich liefert sie die Wellenlängen 630, 660 und 670 nm und kann daher auch für die Augen eingesetzt werden, wie wir in unserem Artikel Drei Minuten Rotlicht – und Ihre Augen werden besser erklären.
Tragen Sie eine Schutzbrille für die Augen und verwenden Sie nur geprüfte Geräte.
Bei Hautirritationen sollten Sie die Behandlung abbrechen. In den Studien war die Therapie meist gut verträglich.
Am besten erfolgt die Therapie in Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Therapeuten.
Fazit: Sinnvolle Ergänzung bei Hashimoto
Der aktuelle Forschungsstand deutet darauf hin, dass die Rotlicht-Therapie für Personen mit Hashimoto-Thyreoiditis eine sinnvolle Ergänzung zur herkömmlichen Behandlung sein könnte.
Trotz oftmals kurzer Behandlungsdauer hielten die Effekte langfristig an und die Verträglichkeit war gut.
Optimal ist es, insgesamt ein ganzheitliches Therapiekonzept umzusetzen. Weitere Informationen dazu finden Sie im Artikel Hashimoto – Die chronische Schilddrüsenentzündung.