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Scheinfasten bei Parodontitis - Studie zeigt Erfolg

Parodontitis braucht mehr als eine gründliche Zahnreinigung. Bei der chronischen Entzündung des Zahnhalteapparates kann die Behandlung nicht nur mit der Ernährung an sich, sondern auch mit einem bestimmten Essrhythmus unterstützt werden – mit dem Scheinfasten.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
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Scheinfasten kann bei Parodontitis helfen

Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparats. Dabei entzündet sich nicht nur das Zahnfleisch, sondern das Gewebe rund um die Zähne, also auch die Haltestrukturen, die den Zahn mit dem Kieferknochen verbinden.

Unbehandelt können sich Zahnfleischtaschen bilden, in denen sich Bakterien vermehren, der Kieferknochen kann zurückgehen und die Zähne können sich lockern.

Die Behandlung besteht meist aus einer gründlichen Reinigung dieser Zahnfleischtaschen. Dabei werden Bakterienbeläge entfernt, damit die Entzündung zurückgeht. Doch es handelt sich nicht nur um ein lokales Problem. Die Erkrankung hängt mit Entzündungsprozessen im ganzen Körper zusammen.

Deshalb untersuchen Forscher immer wieder, ob die Ernährung und der Lebensstil die Behandlung unterstützen können. Eine Studie von 2026 prüfte nun, ob Scheinfasten die Entzündungsreaktion beeinflussen kann (1).

Scheinfasten: Das Protokoll zur Umsetzung

An der Pilotstudie nahmen 28 Personen mit Parodontitis teil. Bei allen wurden die Zahnfleischtaschen professionell gereinigt. Dann wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt:

Eine Gruppe aß normal weiter, blieb also bei ihrem bisherigen Ernährungsmuster.

Die andere Gruppe praktizierte das Scheinfasten. Dabei wird nicht vollständig gefastet. Die Ernährung wird jeweils nur für wenige Tage pro Woche oder Monat stark kalorienreduziert. Dadurch reagiert der Körper ähnlich wie beim echten Fasten (wenn man also gar nichts isst).

Für die Studie sah das Scheinfasten-Protokoll folgendermaßen aus:

Eine Scheinfastenphase dauerte jeweils 5 Tage. Die erste dieser Phasen begann am Tag der Behandlung. Die Teilnehmer nahmen an diesem und am zweiten Tag jeweils etwa 1.100 kcal zu sich. An den folgenden drei Tagen waren es jeweils etwa 750 kcal. Danach wurde langsam wieder zur normalen Ernährung übergegangen.

Nach etwa 45 Tagen kam die nächste 5-tägige Phase und nach weiteren 40 Tagen die dritte Phase. Insgesamt wurden die Teilnehmer 6 Monate lang begleitet.

Entzündungswerte entwickelten sich besser

Die Forscher untersuchten die Entzündungswerte im Blut sowie in der Flüssigkeit zwischen Zahn und Zahnfleisch. Auch verschiedene Entzündungsbotenstoffe am Zahnfleisch wurden gemessen.

Direkt nach der Behandlung stiegen die Entzündungswerte zunächst in beiden Gruppen an. Das ist nicht ungewöhnlich, da eine Zahnfleischbehandlung den Körper kurzfristig reizen kann.

Im weiteren Verlauf zeigten sich in der Scheinfasten-Gruppe jedoch günstigere Entwicklungen bei mehreren Entzündungswerten (u.a. hs-CRP im Blut sowie MMP-8 und IL-6 in der Zahnfleischflüssigkeit). Die Zahnfleischtaschen verbesserten sich aber nicht eindeutig stärker als in der Kontrollgruppe.

Damit liefert die Studie erste Hinweise darauf, dass Scheinfasten bei Parodontitis von Vorteil sein könnte.

Warum könnte Scheinfasten hilfreich sein?

Die Forscher vermuten mehrere Gründe für diese Wirkung. Scheinfasten kann oxidativen Stress verringern. Dieser würde im Körper aggressive Sauerstoffverbindungen entstehen lassen, die die Zellen belasten und Entzündungen fördern.

Auch der vorübergehende Verzicht auf kalorienreiche, zuckerhaltige oder stark verarbeitete Lebensmittel könnte eine Rolle gespielt haben (auch wenn dies nicht vorgegeben war).

Möglich ist zudem, dass die kurzen Fastenphasen das Mikrobiom beeinflussen – also die Bakteriengemeinschaft im Mund und Darm. Diese Zusammenhänge müssen jedoch noch genauer untersucht werden.

Fazit: Scheinfasten in die Parodontitis-Therapie integrieren

Wenn Sie Parodontitis haben, sollten Sie die zahnärztliche Behandlung im Alltag aktiv unterstützen. Das Scheinfasten kann offenbar eine solch unterstützende Maßnahme sein.

Wichtig sind jedoch in erster Linie eine gründliche Mundhygiene, die Reinigung der Zahnzwischenräume, eine entzündungshemmende und zuckerarme Ernährung sowie der Verzicht auf das Rauchen.

* Wenn Sie Unterstützung bei der richtigen Ernährung benötigen, erhalten Sie hier unseren entzündungshemmenden Ernährungsplan.

Auch eine gute Versorgung mit Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren kann sinnvoll sein. Ausführliche Informationen dazu finden Sie in unserem Hauptartikel Parodontitis – Ursachen und Lösungen.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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