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Kurkuma bei Diabetes – Stand der Wissenschaft

Kurkuma bei Diabetes – Stand der Wissenschaft

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(Zentrum der Gesundheit) – Kurkuma wird seit Jahrhunderten als Gewürz und Heilmittel verwendet. Zu seinen positiven Eigenschaften auf die Gesundheit des Menschen liegen längst zahlreiche wissenschaftlichen Belege vor. So weiss man beispielsweise, dass die gelbe Wurzel entzündungshemmend, krebsfeindlich und entgiftend wirkt. Auch auf den Blutzuckerspiegel soll Kurkuma eine positive, nämlich regulierende Wirkung ausüben. Mittlerweile gibt es zu diesem Thema ebenfalls vielfältige Untersuchungen, die zeigen, wie konkret Kurkuma Diabetes beeinflussen und einem solchen vorbeugen kann.

Kurkuma bei Diabetes und vielen weiteren Gesundheitsproblemen

Kurkuma (Curcuma longa) ist eine leuchtend gelbe Wurzel, die – frisch oder getrocknet und fein gerieben – aus vielen asiatischen Gerichten nicht mehr wegzudenken ist. Darüber hinaus nimmt Kurkuma in der ayurvedischen Medizin sowie der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) einen wichtigen Platz ein.

Auch die westliche Forscherwelt interessiert sich seit vielen Jahren für die asiatische Wurzel und konnte bereits zahlreiche ihrer positiven Eigenschaften auch wissenschaftlich erklären. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Curcuminoide – eine Stoffgruppe, die für die heilsamen Wirkungen von Kurkuma verantwortlich sein soll. Meist wird nur ein Vertreter aus der Gruppe der Curcuminoide genannt: das Curcumin. Wirksam sind jedoch stets alle Curcuminoide gemeinsam.

Studien zu Kurkuma liegen u. a. zu den folgenden Themen vor:
 

Kurkuma gegen Entzündungen und bei oxidativem Stress

Gerade aufgrund ihrer entzündungshemmenden und antioxidativen Wirkung wird Kurkuma oft regelmässig in den Speiseplan integriert, um chronische Entzündungen zu lindern oder oxidativen Stress zu reduzieren, der bei annähernd jeder chronischen Erkrankungen vorliegt. Verschiedene Untersuchungen lassen ferner annehmen, dass Kurkuma auch für Menschen mit Diabetes sehr hilfreich sein könnte.

Die meisten Studien wurden jedoch allein mit dem Wirkstoff Curcumin durchgeführt, weniger mit der gesamten Kurkumawurzel.

In einer Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2013 – veröffentlich im Journal Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine – schrieben die chinesischen und kanadischen Forscher, dass Curcumin ein sehr gutes Mittel sei, dass bei Diabetes in die Therapie mit einbezogen werden könnte. Sie hatten Daten aus 13 Forschungsjahren analysiert und kamen zum Schluss, dass Curcumin u. a. bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels hilft. Wir hatten bereits hier auf diesen Zusammenhang hingewiesen: Curcumin wirkt besser als Medikamente

Curcumin unterstützt Diabetiker bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels

Erste Studien zeigten, dass sich Curcumin sehr positiv auf einen erhöhten Blutzuckerspiegel auswirkt – zumindest bei Tieren. Denn der Stoff aus Kurkuma verbessert offenbar die Insulinempfindlichkeit der Zellen, so dass mehr Blutzucker aus dem Blut in die Zellen aufgenommen werden kann. Man vermutet daher, dass der regelmässige Verzehr von Kurkuma bzw. die Einnahme von Curcumin bei Diabetes die Kontrolle des Blutzuckerspiegels erleichtern könnte.

Curcumin zur Prävention von Diabetes

Auch vorbeugend – so die Forscher – kann Kurkuma eingesetzt werden. Denn viele Studien, die über all die Jahre durchgeführt wurden, zeigen, dass Curcumin vor Diabetes schützen kann. In einer Studie beispielsweise, die im Jahr 2012 in Diabetes Care veröffentlicht wurde, nahmen Menschen mit einer Diabetesvorstufe neun Monate lang täglich 6 Kapseln mit je 250 mg Curcuminoiden ein (oder ein Placebo).

Am Ende der Studie konnte man feststellen, dass diejenigen Probanden, die das Curcumin genommen hatten, seltener einen vollständigen Diabetes entwickelten als die Placebo-Gruppe. In der Curcumingruppe waren die Entzündungswerte genauso zurückgegangen wie die Werte der Insulinresistenz, während diese Marker in der Placebo-Gruppe kontinuierlich gestiegen waren. Darüber hinaus konnte in der Curcumingruppe die Funktion der insulinproduzierenden Betazellen verbessert werden.

Die Wissenschaftler schlussfolgerten, dass Menschen, die ihr Diabetes-Risiko reduzieren möchten, Kurkuma in ihren Speiseplan einbauen oder Curcumin als Nahrungsergänzung einnehmen sollten.

Curcumin mindert diabetesbedingte Komplikationen

Diabetes geht leider nicht nur mit schwankendem Blutzuckerspiegel einher. Es können sich zusätzlich verschiedene Folgeerkrankungen entwickeln. Dazu gehören eine Polyneuropathie (Nervenschäden mit Nervenschmerzen), Augenprobleme (Grauer Star), Niereninsuffizienz, kognitive Beschwerden und Leberbeschwerden, wie z. B. eine Fettleber.

Wenn Diabetiker jedoch regelmässig und über einen langen Zeitraum Curcumin einnahmen, dann litten diese Personen unter deutlich weniger stark ausgeprägten Diabetes-Folgeerkrankungen. Denn Curcumin scheint
 

  • diabetesbedingten Nervenschäden vorzubeugen,
  • diabetesbedingtem grauen Star vorzubeugen (so Untersuchungen an Tieren),
  • kognitive Beschwerden zu bekämpfen – aufgrund der antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften und
  • Nierenbeschwerden einzudämmen.
     

Curcumin ist ausserdem wirksam bei diabetesbedingten Gefässkrankheiten und kann zusätzlich die Wundheilung beschleunigen, was bei Diabetikern besonders wichtig ist, da sie häufig an offenen Wunden leiden. Selbst Verdauungsbeschwerden – so die Studienlage – lassen sich durch eine langfristige Curcumineinnahme verbessern.

Curcumin reguliert Immunsystem bei Typ-1-Diabetes

In einem Artikel, den argentinische Forscher im Fachmagazin Clinical and Experimental Immunology verfasst hatten, las man im Juli 2014, dass Curcumin sogar das überaktive Immunsystem von Typ-1-Diabetikern positiv beeinflussen kann. Der Stoff aus Kurkuma reduzierte die Aktivität der T-Zellen (einer Gruppe von Immunzellen). Die übermässige Aktivität dieser Zellen führt bei Typ-1-Diabetikern zur Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen des Pankreas.

Das bedeutet, dass Curcumin das Immunsystem so regulieren kann, dass die für Diabetes Typ 1 typische Autoimmunreaktion gemildert werden könnte. Ja, Curcumin könnte sogar gemeinsam mit den bei Diabetes Typ 1 verordneten immunmodulierenden Medikamenten eingenommen werden, da es deren Wirkung sogar noch verstärken kann. Eine solche kombinierte Einnahme sollten Sie jedoch in jedem Fall mit Ihrem Arzt besprechen.

Risiken und Nebenwirkungen von Kurkuma und Curcumin

Kurkuma gilt als sicher und kann regelmässig in die Ernährung integriert werden. Lediglich bei sehr grossen Dosen könnte es mögliche Nebenwirkungen geben. In diesem Fall oder wenn Menschen besonders empfindlich reagieren, kann es zu Verdauungsproblemen, wie Übelkeit oder Durchfall oder Leberbeschwerden kommen.

Menschen mit bestimmten Gesundheitsproblemen sollten Kurkuma u. U. vermeiden, z. B. bei Gallenblasenbeschwerden, Nierensteinen und einer Anämie oder – was noch besser wäre – die Einnahme mit dem Arzt oder Heilpraktiker besprechen.

Denn gerade bei Gallensteinen wirkt Kurkuma im Grunde sehr gut vorbeugend, da es den Gallenfluss anregt (siehe hier: Kurkuma bei Gallensteinen). Diese Anregung könnte jedoch bei bestehenden Gallensteinen dazu führen, dass ein Stein gelöst wird, in die Gallengänge gelangt und dort eine Gallenkolik auslöst. Sind die Steine noch klein, dann könnte Kurkuma hingegen bei der Ausscheidung der Steine helfen. Hier ist daher der Rat Ihres Internisten wichtig, der die Grösse Ihrer Steine kennen wird.

Da Kurkuma die Wirkungen mancher Diabetesmedikamente verstärken kann, könnte es bei Curcumin-Einnahme zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) kommen. Auch hier sollte daher mit dem Diabetologen besprochen werden, wie man am besten vorgeht, um beide Mittel kombinieren zu können.

Mit kleiner Dosis beginnen

Starten Sie in jedem Fall mit einer kleinen Dosis, z. B. nur mit einem Viertel der empfohlenen Tagesdosis und beobachten Sie, wie Sie persönlich Curcumin vertragen. Steigern Sie die Dosis dann bei guter Verträglichkeit langsam immer weiter, bis Sie die vom Arzt/Heilpraktiker empfohlene Dosis erreichen. Auf diese Weise können Sie das Risiko von Unverträglichkeitsreaktionen sehr gut minimieren.

Bioverfügbarkeit von Kurkuma/Curcumin erhöhen

An manchen Stellen wird die Bioverfügbarkeit des Curcumins bemängelt, also die Menge, die davon vom Körper überhaupt aufgenommen und verwertet werden kann. Diese würde stark variieren. Um die Bioverfügbarkeit zu erhöhen, sollte Kurkuma immer mit fetthaltigen (nicht fettreichen!) Speisen kombiniert werden.

Auch Curcuminkapseln sollten immer mit dem Essen eingenommen werden und nicht etwa nur mit einem Glas Wasser oder Saft. Es genügt jedoch auch schon etwas Mandelmus, das Sie in Ihren Smoothie geben. Dann können Sie das Curcumin auch mit diesem Smoothie nehmen. Genauso soll die Mischung mit schwarzem Pfeffer bzw. Piperin (dem Wirkstoff aus Pfeffer) die Bioverfügbarkeit des Curcumins erhöhen. Daher enthalten die meisten Curcumin-Präparate inzwischen immer auch etwas Piperin.

Kurkuma und die Diabetes-Therapie

Wenn Sie als Diabetiker entschliessen, Kurkuma in Ihr Therapieprogramm mit aufzunehmen, dann sollten Sie nicht nur auf Kurkuma bzw. Curcumin bauen. Es sind in jedem Falle noch weitere Massnahmen erforderlich, um eine umfassende Wirkung zu erzielen:

Dazu gehören
 

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt und/oder Gesundheits- und Ernährungsberater ein auf Sie individuell zugeschnittenes Therapieprogramm erarbeiten, das alle Aspekte einer ganzheitlichen Vorgehensweise beinhaltet.

Sie sollten einen Ernährungsplan erhalten, ein Sportprogramm sowie einen genauen Plan, der zeigt, wann Sie welche Nahrungsergänzung und Arzneimittel einnehmen müssen. In jedem Fall sollten Sie stark verarbeitete Lebensmittel wie Süssigkeiten, Wurst, Fertigprodukte sowie Back- und Teigwaren aus Auszugsmehlen (Weissmehl) meiden. Bereiten Sie Ihre Mahlzeiten möglichst immer frisch zu und konzentrieren Sie sich auf Gemüse, Früchte, Hülsenfrüchte und Vollkorngetreide.

Auf diese Weise nehmen Sie reichlich Ballaststoffe zu sich, die nicht nur den Anstieg des Blutzuckerspiegels bremsen, sondern auch Ihre Darmgesundheit verbessern. Letzteres ist besonders wichtig, da mein weiss, dass ein kranker Darm auch das Diabetesrisiko steigen lässt: Diabetes durch kranke Darmflora

Neben Kurkuma können Sie bei Diabetes noch weitere Gewürze in Ihre Ernährung einbauen, die ebenfalls eine positive Wirkung auf die Regulierung des Blutzuckerspiegels haben. Dazu gehören: Zimt, Ingwer und Cumin (Kreuzkümmel)

Wir haben hier 10 Lebensmittel aufgeführt, die dafür bekannt sind, einen überhöhten Blutzuckerspiegel auf natürliche Weise zu senken: Blutzucker natürlich senken. Sie finden dort auch einen Ernährungsplan, der Ihnen zeigt, wie Sie an einem Tag alle 10 Lebensmittel verspeisen können.

Denken Sie immer daran, dass Kurkuma bzw. Curcumin kein Arzneimittel ist. Sie können daher Ihre bisherigen Medikamente nicht einfach absetzen und stattdessen Curcumin einnehmen. Es könnte jedoch sein, dass Sie mit all den oben beschriebenen Massnahmen so weit kommen werden, dass Ihr Arzt eines Tages sagen wird: Wir können nun langsam Ihre Medikamente ausschleichen/absetzen, da es scheint, dass Sie sie nicht mehr brauchen.
 

  • In unserer Rezepte-Rubrik finden Sie zahlreiche Kurkuma-Rezepte, die es Ihnen sehr erleichtern werden, künftig köstlich und kurkumareich zu speisen: Kurkuma-Rezepte
  • Denken Sie bei Diabetes immer auch an eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D: Vitamin D schützt vor Diabetes
  • Weitere ganzheitliche Massnahmen, die bei Diabetes wichtig sein können, finden Sie hier: Neun Tipps gegen Diabetes
     

Unser Rezept im Film: Goldene Milch

Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde

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