Pilzinfektionen

Nagelpilz: Was kann man tun?

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 23.08.2019
Nagelpilz: Was kann man tun?
© gettyimages.ch/AlexRaths

Nagelpilz ist eine äusserst hartnäckige Pilzerkrankung, die meist die Fussnägel befällt und nur selten die Fingernägel. Meist dauert die Therapie sehr lange und umfasst nebenwirkungsreiche Medikamente. Gibt es auch natürliche Mittel gegen Nagelpilz?

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nagelpilz?

Nagelpilz (auch Onychomykose oder Nagelmykose genannt) ist eine weit verbreitete und hoch ansteckende Pilz-Erkrankung der Fuss- und Fingernägel, wobei Fussnägel weit häufiger betroffen sind als Fingernägel. In 80 Prozent der Fälle sind die Fussnägel befallen, in nur 20 Prozent die Fingernägel.

Was ist der Unterschied zwischen Fusspilz und Nagelpilz?

Beim Fusspilz ist die Haut am Fuss betroffen, besonders die Zehenzwischenräume und auch die Fusssohle. Bleibt der Fusspilz unbehandelt, kann er auf die Nägel übergehen und so zu Nagelpilz führen. Genauso kann umgekehrt ein Nagelpilz einen Fusspilz verursachen.

Warum tritt Nagelpilz bevorzugt an den Fussnägeln auf?

Pilze fühlen sich besonders in einer feuchtwarmen Umgebung wohl, die durch Schuhe und Socken häufiger an den Füssen als an den Händen gegeben ist. Ausserdem können Mikroverletzungen durch die starke Belastung beim Gehen oder beim Sport oder durch zu enges Schuhwerk entstehen und dem Pilz Einlass gewähren.

Ist Nagelpilz heilbar?

Nagelpilz gilt in Fachkreisen als hartnäckig und schwer heilbar. Viele Mittel und Medikamente müssen wochen- wenn nicht gar monatelang angewandt werden, bevor eine nachhaltige Wirkung eintritt – natürlich insbesondere dann, wenn sich der Pilz schon weit ausgebreitet hat oder schon jahrelang bestand.

Welche Pilze verursachen Nagelpilz?

Meist sind es Fadenpilze (Dermatophyten), wie z. B. Trichophyton rubrum und Trichophyton mentagrophytes var. interdigitale, die für einen Nagelpilz verantwortlich sind. Fadenpilze ernähren sich vom Hornmaterial in Nägeln, Haut und Haaren. Schleimhäute werden von diesen Pilzen daher nicht befallen.

Seltener sind es Schimmelpilze (Aspergillus spp.) und in sehr seltenen Fällen sind es Hefepilze (Candida albicans und Candida parapsilosis), die zu einem Nagelpilz führen.

Wer ist vom Nagelpilz betroffen? Und wie viele Menschen sind betroffen?

Fünf Prozent der Bevölkerung sollen vom Nagelpilz betroffen sein, wobei der Anteil der Erkrankten umso weiter steigt, je älter die Bevölkerungsgruppe ist. Ab 65 Jahren ist gar jeder Zweite betroffen. Als Grund wird hier eine geringere Durchblutung der Füsse durch z. B. weniger Bewegung, aber auch durch bestimmte chronische Erkrankungen genannt, z. B. Diabetes oder Arteriosklerose.

Zu den Risikogruppen für den Nagelpilz zählen daher:

  • Ältere Menschen
  • Diabetiker
  • Menschen mit Durchblutungsstörungen
  • Menschen mit einem schwachen Immunsystem
  • Sportler (zum einen wegen der Verletzungsgefahr, zum anderen, weil sie sich oft in Umkleidekabinen, Gemeinschaftsduschen etc. aufhalten, wo die Ansteckungsgefahr höher ist)

Bei Kindern und Jugendlichen tritt der Nagelpilz seltener auf, kann aber dennoch vorkommen. Männer sollen häufiger betroffen sein als Frauen.

Was sind die Symptome des Nagelpilzes?

Anfangs werden die Nägel blass und trübe. Später zeigen sich häufig unschöne, gelb-bräunliche Flecken oder Streifen, was ein deutliches Zeichen für einen Pilzbefall sein kann. In einigen Fällen verdicken sich die Nägel, oder die Oberfläche wird uneben. Die Nägel werden brüchig und können sich vom Nagelbett ablösen.

Unter den Nägeln kann es ebenfalls zu einer dunklen Verfärbung kommen und es riecht oftmals unangenehm leicht faulig.

Wie wird der Nagelpilz diagnostiziert?

Die Symptome sind zwar meist klar sichtbar, doch zur eindeutigen Diagnose erfolgt ein mikroskopischer und kultureller Erregernachweis, auch um die Art des Pilzes zu bestimmen.

Weiterhin kann ein Nagelpilz auch mit einer Nagel-Psoriasis verwechselt werden – einer Autoimmunerkrankung ohne Pilzbeteiligung – da die Symptome sehr ähnlich sind. Allerdings tritt diese ausschliesslich bei Psoriasis-Patienten auf (Psoriasis = Schuppenflechte), so dass die Diagnose naheliegend ist. Zur Sicherheit aber der Erregernachweis, der in diesem Falle negativ ausfallen wird, weiterhelfen kann.

Wie behandelt die Schulmedizin den Nagelpilz?

Die klassische Behandlung besteht aus einer topischen Therapie (Mittel zum Auftragen) und ggf. einer gleichzeitigen systemischen Therapie (Mittel zum Einnehmen), wobei die topische Behandlung unabdingbar ist, um den Erreger zu beseitigen.

Die systemische Therapie kommt hingegen nur bei mehreren erkrankten Nägeln oder schwerem Befall einzelner Nägel zusätzlich hinzu.

Die Problematik bei der Therapie des Nagelpilzes ist vor allem, dass sich dieser tief im Nagelgewebe befindet und daher nicht leicht zu bekämpfen ist. Es dauert also meist sehr lange, bis der Nagelpilz ausgemerzt ist. Erfolgreich gilt eine Therapie, wenn der Nagel vollkommen gesund und vollständig nachgewachsen ist, was bei den Fussnägeln bis zu einem Jahr dauern kann, bei den Fingernägeln ein halbes Jahr.

Auch ist die Rückfallquote recht hoch, so dass die Therapie keinesfalls zu früh beendet werden sollte.

Als neue schulmedizinische Therapie gilt die Lasertherapie, doch fehlen dazu noch ausreichend Wirkungsnachweise, so dass sie noch kritisch angesehen wird. Die Kosten für die Lasertherapie werden zudem (noch) nicht von den Krankenkassen übernommen.

Welche Nebenwirkungen können schulmedizinische Medikamente gegen Nagelpilz haben?

Nagelpilz-Medikamente (Antimykotika), die auf den Nagel aufgetragen werden, sind zwar rezeptfrei erhältlich, aber apothekenpflichtig. Dazu gehören z. B. Bifonazol, Ciclopirox oder Sertaconazol. Bei 80 Prozent aller Nagelpilz-Patienten genügt diese Therapie.

Als Nebenwirkungen können Hautreizungen wie Brennen, Juckreiz und Rötungen auftreten.

Müssen systemische Antimykotika eingenommen werden (bei 20 Prozent der Patienten), dann handelt es sich um Mittel wie z. B. Terbinafin, Itraconazol und Fluconazol, die alle rezeptpflichtig sind.

Ihre Nebenwirkungen sind deutlich bedenklicher: Dazu gehören bei Terbinafin:

  • Magen-Darm-Beschwerden, wie Völlegefühl und Durchfälle
  • Leberschäden
  • Hautausschläge
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Geschmacksstörungen inkl. Verlust des Geschmackssinnes
  • Veränderungen des Blutbildes (die Zahl mancher weisser Blutkörperchen nimmt ab). Erste Anzeichen einer solchen Blutbildveränderung können grippeähnliche Symptome sein, wie Fieber und Halsschmerzen sowie Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen.
  • Auch die Zahl der Blutplättchen kann sich vermindern (Thrombozytopenie).
  • Im schlimmsten Fall vermindert sich die Zahl aller Blutkörperchen (Panzytopenie).

Bei Fluconazol ist die Liste noch länger, lesen Sie dazu am besten den Beipackzettel, den es meist auch im Netz online abrufbar gibt. Einfach eingeben „Fluconazol Beipackzettel“.

Was passiert, wenn der Nagelpilz nicht behandelt wird?

Der Fadenpilz Trichophyton rubrum kann sich gut vor dem Immunsystem seines Wirts verstecken (wie eine Studie von 2015 erklärte: The Immunologic Response to Trichophyton Rubrum in Lower Extremity Fungal Infections), so dass ihn dieses oft nicht erfolgreich bekämpfen kann. Daher heilt ein Nagelpilz meist nicht von alleine ab, sondern muss immer behandelt werden – ob nun schulmedizinisch oder naturheilkundlich bzw. mit Hausmitteln.

Wird ein Nagelpilz nicht behandelt, verschlimmert sich die Erkrankung und/oder breitet sich auf andere Nägel aus. In schweren Fällen kann der Nagel entfernt werden. Dennoch muss der Fuss medikamentös behandelt werden, da die Pilze nach wie vor im Gewebe sitzen und auf den neu nachwachsenden Nagel übergehen können.

Wie ansteckend ist ein Nagelpilz?

Beim Nagelpilz handelt es sich um eine Kontakt- und Schmierinfektion. Es gilt daher als sehr ansteckend. Betroffene Personen sollten keinesfalls mit anderen Personen Kleidungsstücke (schon gar nicht Schuhe), Bettwäsche oder Handtücher teilen. Auch sollten sie weder Schwimmbäder noch Saunen noch Gemeinschaftsduschen nutzen.

Auch kann sich der Patient selbst noch mit weiteren Körperteilen bei seinen eigenen Füssen anstecken, z. B. wenn er beim Anziehen die Füsse berührt und später andere Körperteile. Man spricht in diesem Fall vom sogenannten Fahrstuhleffekt. Daher sollte man stets erst die Socken anziehen und erst dann die Unterhose.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren für eine Nagelpilz?

Als Ursachen für den Nagelpilz gelten:

  • Genetische Veranlagung
  • Fehlstellung der Zehen
  • Gefässerkrankungen mit Durchblutungsstörungen (Angiopathien)
  • Krankheiten der peripheren Nerven (in den Füssen, z. B. Polyneuropathie)
  • Diabetes
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Enge Schuhe
  • Immerwiederkehrende Überlastung der Füsse/Zehen beim Sport

Wie kann man einem Nagelpilz vorbeugen?

Zunächst einmal sollte man versuchen, obige Ursachen und Risikofaktoren zu vermeiden (z. B. zu enge Schuhe, Überlastung beim Sport).

Zusätzlich zahlt es sich immer aus, wenn man eine insgesamt gesunde Lebens- und Ernährungsweise praktiziert, die nachweislich auch das Risiko für Diabetes und damit für Angiopathien reduziert und ausserdem das Immunsystem stärkt, so dass auf diese Weise weitere Risikofaktoren für die Nagelpilzentstehung vermieden werden.

Wichtig ist ausserdem:

  • Die Füsse immer trocken und sauber halten.
  • Keine Schuhe tragen, in denen die Füsse schwitzen.
  • An Orten, wo sich Nagelpilz gut verbreiten kann, möglichst nicht barfuss laufen (Schwimmbäder, Saunen usw.) bzw. die Füsse anschliessend gut reinigen oder mit natürlichen Mitteln desinfizieren (z. B. verdünntem Teebaumöl, Essig o. ä.).
  • Ansonsten aber die Füsse nicht regelmässig desinfizieren, also nur, wenn man sich in möglichen Gefahrenzonen aufhielt und anfällig ist.
  • An anderen Orten (zu Hause, im Garten, in der Natur) so oft wie möglich barfuss laufen und die Füsse oft Licht und Luft aussetzen.

Kann ein Vitaminmangel oder Mineralstoffmangel die Ursache von Nagelpilz sein?

Eine schlechte Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen gehört immer auch mit zu den Ursachen von Krankheiten aller Art. Schliesslich sorgt ein Vitalstoffmangel dafür, dass die körpereigene Abwehr nicht mehr richtig funktioniert und der Körper insgesamt geschwächt ist, so dass auch Pilzinfektionen ein leichtes Spiel haben.

Konkrete Studien im Zusammenhang mit dem Nagelpilz gibt es keine. Lediglich Hinweise darauf, dass ein Mangel die Haut- und Nagelgesundheit beeinträchtigen kann. So kann z. B. ein Mangel an Vitamin B7 (Biotin) laut einer Studie vom Dezember 2014 (When Vitamin And Nutritional Deficiencies Cause Skin And Nail Changes) der Grund für einen Pilzbefall sein. Allerdings zeigt sich ein Biotinmangel noch in anderen Symptomen (dünnem Haar, Hautrötungen um den Mund und Ekzemen) und kann allein sicher nicht zu einem Nagelpilz führen, ihn allenfalls zusätzlich begünstigen.

Für eine gesunde Haut und starke Nägel spielen ausserdem die Vitamine A, C und E sowie Magnesium, Zink, Eisen, Folsäure und andere B-Vitamine eine Rolle (also nahezu alle Vitalstoffe). Ist man mit diesen Vitalstoffen unterversorgt, kann es leichter zu Hautrissen an den Füssen und auch zu brüchigen Nägeln kommen, so dass Fadenpilze leichter ins Gewebe eindringen können.

Da genauso Omega-3-Fettsäuren für gesunde Haut und Nägel wichtig sind, sollte man auch auf eine gute Versorgung mit diesen Fettsäuren achten (Algenölkapseln, Hanfsamen, Leinöl).

Welche Ernährung sollte man bei Nagelpilz praktizieren?

Wichtig ist eine gesunde ausgewogene und basenüberschüssige Ernährung mit vielen Vitaminen, Mineralstoffen und Ballasstoffen. Dabei sollte man vor allem auf Alkohol, Zucker und Weissmehlprodukte verzichten, da sich ein Pilzbefall oft umso stärker zeigt, je mehr Zucker und andere isolierte Kohlenhydrate verzehrt werden.

Was kann man bei Nagelpilz tun?

Aus ganzheitlicher Sicht geht es beim Nagelpilz begleitend zu jeder anderen Therapie immer auch darum, die körpereigene Abwehrkraft zu stärken. Denn auch nach erfolgter Pilzbekämpfung soll der Körper stark genug sein, um einen Rückfall zu verhindern.

Immunsystem stärken/Darmgesundheit fördern

Menschen mit einem schwachen Immunsystem haben ein höheres Risiko, eine Nagelpilzinfektion zu erleiden. Daher sollten Massnahmen zur Stärkung des Immunsystems umgesetzt werden.

Dazu gehören neben einer gesunden Ernährung (siehe voriger Abschnitt), regelmässige Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Schlaf, eine Optimierung der Vitalstoffversorgung und auch eine Sanierung der Darmgesundheit.

Denn ein Grossteil der körpereigenen Abwehr ist im Darm lokalisiert. Gibt es hier Probleme, z. B. eine Darmflorastörung, nimmt auch die Leistungsfähigkeit des Immunsystems ab.

Durchblutung fördern

Eine schlechte Durchblutung der Extremitäten (Füsse und Hände) ist ebenfalls eine wichtige Mitursache für Nagelpilz, weswegen vor allem ältere Menschen darunter leiden.

Nicht nur Diabetes und Gefässkrankheiten verschlechtern die Durchblutung, sondern auch Medikamente wie z. B. Betablocker zur Blutdrucksenkung. Denken Sie hier immer daran, dass man den Blutdruck oft ganz wunderbar mit einer gesunden Ernährung in den Griff bekommt.

Sorgen Sie bestmöglich für eine gute Durchblutung der Füsse und Hände, insbesondere durch regelmässige Bewegung, Wechselduschen/-bäder, Fussmassagen z. B. mit Rosmarinöl oder auf einem Fussmassagenroller. Wichtig ist auch hier eine gesunde Ernährung, da nur diese nachhaltig – gemeinsam mit Bewegung – die Gefässgesundheit und auch die Blutfliesseigenschaften verbessern kann.

Luft und Licht an die Füsse lassen

Lassen Sie so viel Luft und Licht an Ihre Füsse wie möglich. Laufen Sie barfuss und gönnen Sie Ihren Füssen – wann immer möglich – Sonnenbäder (mindestens 5 bis 10 Minuten am Tag). Denn Pilze mögen UV-Licht gar nicht gerne.

Auf Hygiene achten

Kümmern Sie sich um regelmässige Nagelpflege. Verwenden Sie dabei Einweg-Nagelfeilen und desinfizieren Sie Nagelscheren nach jedem Gebrauch gründlich.

Unter der Dusche können Sie die betroffenen Stellen mit einer Zahnbürste abschrubben und die Bürste anschliessend entsorgen. Fönen Sie nach dem Duschen die Füsse mit dem Fön trocken und ziehen Sie erst dann Strümpfe oder Socken an, wenn die Füsse und Zehenzwischenräume vollkommen trocken sind.

Handtücher und Socken sollten bei 60 Grad gewaschen werden.

Welche natürlichen Mittel gegen Nagelpilz gibt es?

Neben den oben genannten ganzheitlichen Massnahmen gibt es ausserdem natürliche Mittel, die u. U. statt schulmedizinischer Cremes und Lacke auf die befallenen Stellen bzw. auf die Füsse aufgetragen werden können.

Teebaumöl

Teebaumöl kann sehr gut bei Nagelpilz eingesetzt werden, wie zwei schon ältere Studien zeigen:

Im Vergleich zu einem Placebopräparat war in einer Untersuchung von 1999 eine Salbe mit 5 Prozent Teebaumöl bei 80 Prozent der Nagelpilz-Patienten so gut wirksam, dass sie nach 4 Monaten als geheilt galten und auch in der Folgezeit keinen Rückfall erlitten. Allerdings enthielt die Creme auch ein pharmazeutisches Antimykotikum, nämlich 2 Prozent Butenafin.

In einer noch früheren Studie (1994) trugen 117 Patienten 6 Monate lang entweder zweimal täglich Clotrimazol (1-prozentig) auf (ein schulmedizinisches Antimykotikum) oder 100-prozentiges Teebaumöl. Nach Ablauf der Studie waren die Ergebnisse beider Mittel vergleichbar. In der Clotrimazol-Gruppe waren 61 Prozent der Probanden fast oder ganz geheilt, in der Teebaumöl-Gruppe 60 Prozent.

Oreganoöl

Oreganoöl ist ein bekanntes natürliches Antibiotikum. Allerdings zeigt es nicht nur eine gute antibakterielle Wirkung, sondern aufgrund seines Thymol-Gehalts auch eine nachweislich gute Antipilz-Wirkung. Eine konkrete Studie zu den Eigenschaften von Oreganoöl bei Nagelpilzerkrankungen liegt jedoch noch nicht vor.

Lediglich in einem indischen Review zu natürlichen Therapien von Nagelpilzerkrankungen (2012, Natural Therapy of Fungal Nail Disease: Review, The Pharma Innovation) heisst es, dass Nagelinfektionen mit natürlichen Produkten behandelt werden könnten, wie z. B. mit Oreganoöl oder auch mit Lemongrassprodukten. Die Art oder Dosis der Anwendung wird nicht näher erläutert.

Kokosöl

Kokosöl besitzt ebenfalls antifungale Eigenschaften, die jedoch für die Anwendung beim Nagelpilz nicht ausreichen werden.

Kolloidales Silber

Wer kolloidales Silber im Haus hat oder es regelmässig selbst herstellt, kann auch dieses in die Therapie des Nagelpilzes integrieren. Bislang zeigte es sich jedoch nur in vitro (also im Labor im Reaganzglas) als wirksam bei isolierten Fadenpilzarten und auch bei Candida und dabei sogar dem pharmazeutischen Antimykotikum Fluconazol überlegen (Antifungal effect of silver nanoparticles on dermatophytes, August 2008).

Natron

Ebenfalls in vitro zeigt auch Natron eine antifungale Wirkung bei Hautpilzen, die für Nagelpilzerkrankungen verantwortlich sind. In der entsprechenden Untersuchung (Antifungal activity of sodium bicarbonate against fungal agents causing superficial infections, Februar 2013) überprüfte man die Wirkung von Natron auf 40 Fadenpilze, 18 Hefepilze und 12 Schimmelpilze. Gab man 10 g Natron in 1 Liter Wasser konnte das Wachstum von 80 Prozent der Pilze gestoppt werden, so dass bei Nagelpilzinfektionen eventuell Fussbäder mit Natron hilfreich sein könnten.

Essig

Die Essigsäure im Essig wirkt antimykotisch, antibakteriell und entzündungshemmend, also im Grunde ideal für die Behandlung von Nagelpilz. Die Essigsäure könnte jedoch empfindliches Gewebe auch reizen, so dass man auch hier – genau wie bei schulmedizinischen Mitteln – Vorsicht walten lassen muss, besonders wenn man mit Essigessenz experimentiert.

Meist wird geraten, Essig oder Essigessenz mit einem Wattestäbchen oder Wattepad mehrmals täglich auf die vom Nagelpilz befallenen Stellen aufzutragen und einige Minuten einwirken zu lassen. Danach sollten die Füsse gut abgetrocknet werden.

Auch Fussbäder mit Essig sind ein mögliches Hausmittel bei Nagelpilz. Dazu mischt man warmes Wasser mit einem fünfprozentigen Essig (Apfelessig oder herkömmlicher Weinbranntessig). Will man Essigessenz verwenden, dann mischt man diese mit der zehnfachen Wassermenge.

Die Füsse werden darin nun zwei- bis dreimal täglich bis zu 20 Minuten lang gebadet und auch hier anschliessend sorgfältig getrocknet.

Basische Fussbäder

Laut Erfahrungsberichten können offenbar auch basische Fussbäder den Nagelpilz dauerhaft ausmerzen. Ein Leser schrieb uns: "Damit bin ich den Nagelpilz losgeworden. 3 Jahre schulmedizinische Behandlung war erfolglos."

Ageratina pichinchensis (Wasserdost)

Ein Extrakt aus Ageratina pichinchensis – eine Wildpflanze, die zur Familie der Wasserdostgewächse gehört und in Mexiko heimisch ist – zeigte in einer Studie vom Oktober 2008 mit 96 Patienten gleiche Wirksamkeit bei leichtem bis mittelmässigem Nagelpilzbefall wie das schulmedizinische Mittel Ciclopirox.

Der Extrakt wurde im ersten Monat alle drei Tage aufgetragen, im zweiten Monat nur noch zweimal die Woche und im dritten Monat nur noch einmal wöchentlich.

Auch bei Fusspilz war A. pichinchensis in einer Studie im Vergleich zu einem schulmedizischen Mittel gleich effizient.

Ozonisiertes Öl

Ozonisiertes Öl gilt generell als heilend für Hautkrankheiten. Offenbar kann es auch beim Nagelpilz helfen, wie eine Studie von 2011 zeigte, in der man das Produkt OLEOZON, ein ozonisiertes Sonnenblumenöl, gegen Nagelpilz einsetzte, was sich als weitaus wirksamer zeigte als ein pharmazeutisches Antimykotikum.

Die Studie wurde an 400 Patienten durchgeführt. Ein Teil hat zwei Mal täglich OLEOZON aufgetragen, der andere Teil eine antifungale Salbe mit 2% Ketoconazol. Nach drei Monaten erlebten alle Patienten eine Verbesserung, 90,5 Prozent der OLEOZON-Gruppe galten sogar als geheilt. In der anderen Gruppe waren nur 13,5 Prozent geheilt.

Das wir für das Produkt OLEOZON keine Bezugsquelle finden konnten, ist dieser Hinweis evtl. für Menschen interessant, die bereits über einen Ozonisator verfügen und sich in der Vergangenheit ihr ozonisiertes Öl selbst herstellten.

Möglicherweise könnte auch ozonisiertes Olivenöl verwendet werden, das es problemlos im Handel gibt, für das aber keine entsprechende Studie vorliegt.

Nagelpilz natürlich behandeln

Wichtig ist bei Nagelpilz, dass man der Infektion schon so früh wie möglich mit passenden Massnahmen begegnet, damit sich der Pilz nicht ausbreiten kann. Wichtig ist ferner, dass man die gewählte Therapie – ob man den Pilz nun schulmedizinisch oder natürlich behandeln möchte – tatsächlich äusserst konsequent anwendet, auch dann, wenn es Monate dauern solllte, bis man den Nagelpilz eliminieren konnte.

Natürliche Mittel sind in ihrer Wirkung auf Nagelpilzinfektionen leider noch viel zu wenig erforscht, so dass sich hier keine Garantie für eine Wirksamkeit geben lässt. Allerdings gilt dasselbe für viele schulmedizinische Präparate. Wie oben erklärt, scheint Teebaumöl ein vielversprechendes Mittel zu sein, sowie laut Erfahrungsberichten die konsequente Anwendung von Essigbädern oder basischen Fussbädern.

Gleichzeitig wird aus Richtung der Schulmedizin immer wieder prophezeit, dass die genannten natürlichen Mittel vielleicht vorübergehend den Nagelpilz eindämmen, ihn aber nicht ausheilen könnten. Daher sollte man sich am besten mit seinem Hautarzt absprechen, ob man natürliche Mittel begleitend zur schulmedizinischen Therapie einsetzen könnte, um dem Nagelpilz auf diese Weise mehrgleisig zu Leibe zu rücken.

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Quellen

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