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Krebs - Vitamin D senkt Risiko für schweren Verlauf

Wer Vitamin D einnimmt, hat vielleicht nicht unbedingt ein geringeres Krebsrisiko, so Forscher aus Boston. Doch sinkt dank Vitamin D eindeutig das Risiko, dass ein Krebs bösartig wird und metastasiert. Wer also Vitamin D nimmt und Krebs bekommt, erlebt seltener einen schweren Verlauf.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 19 Mai 2026
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Seltener Krebs bei guter Versorgung mit Vitamin D

Schon seit vielen Jahren wird der Zusammenhang zwischen dem Vitamin und Tumoren erforscht. In epidemiologischen Studien beispielsweise hatte sich gezeigt, dass Menschen, die nah am Äquator leben, seltener an bestimmten Krebsarten erkranken und auch seltener daran sterben.

Die Ursache vermutete man in der höheren Sonneneinstrahlung am Äquator und daher auch in einer besseren Vitamin-D-Versorgung (es wird unter Einwirkung der UV-Strahlung in der Haut gebildet).

Das Vitamin senkt Risiko, an Krebs zu sterben

Auch in Laborstudien mit Krebszellen oder auch mit Mäusen hatte sich gezeigt, dass das Vitamin das Krebswachstum verlangsamen konnte. Randomisierte klinische Studien mit Menschen hingegen brachten keine klaren Ergebnisse. Man konnte zwar feststellen, dass bei Menschen mit einem höheren Vitamin-D-Spiegel das Risiko niedriger war (z. B. im Zusammenhang mit Brustkrebs), auch zeigte eine Studie von 2019, dass Patienten länger lebten, wenn sie langfristig Vitamin D erhielten, ob aber die Einnahme das Risiko beeinflussen konnte, war unklar.

Die placebo-kontrollierte Vitamin-D- und Omega-3-Studie (VITAL), die 2018 abgeschlossen wurde, zeigte sogar, dass die Einnahme des Vitamins das Tumorrisiko nicht senken konnte.

Immerhin gab es in dieser Untersuchung Hinweise darauf, dass das Vitamin das Risiko, daran zu versterben reduzierte. Die in dieser und vielen anderen Vitamin-D-Studien eingesetzten Dosen sind jedoch stets niedrig und werden auch nicht in Abhängigkeit zum individuellen Istwert festgesetzt, was natürlich automatisch weniger gute Ergebnisse bringt.

Risiko für schweren Verlauf um bis zu 38 Prozent reduziert

Forscher vom Bostoner Brigham and Women's Hospital führten nun eine weitere Analyse der VITAL-Studie durch. Sie konzentrierten sich dabei auf den Zusammenhang zwischen der Einnahme einer Vitamin-D-Nahrungsergänzung und dem Risiko, an einem metastasierenden oder tödlichen Tumor zu erkranken.

Die VITAL-Studie wurde über mehr als 5 Jahre hinweg durchgeführt, um die Wirkung von Nahrungsergänzungen mit Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren zu überprüfen. TeilnehmerInnen waren Männer (über 50 Jahre) und Frauen (über 55 Jahre), die bei Studienbeginn keine Tumordiagnose hatten und u. a. täglich 2000 IE des Vitamins einnahmen.

In JAMA Network Open fasste die Studienautorin, Ärztin und Epidemiologin Dr. Paulette Chandler, die Ergebnisse zusammen, u. a. dass das Vitamin das Risiko, an einem fortgeschrittenen Tumor zu leiden, um immerhin 17 Prozent reduzierte (1). Überprüfte man diese Zahl nur bei normalgewichtigen Menschen (da schon allein Übergewicht das Risiko drastisch erhöht), stieg sie auf 38 Prozent.

Übergewicht hemmt positive Wirkung

Bei Übergewichtigen scheint das Vitamin das Risiko also nicht so gut reduzieren zu können als bei Normalgewichtigen. Man vermutet, dass es die chronischen Entzündungsprozesse bei Übergewichtigen sind, die zu einer eingeschränkten Wirkung beitragen.

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Krebspatienten leiden häufig an Vitamin-D-Mangel

Da bei Patienten ausserdem sehr häufig ein Vitamin-D-Mangel vorliegt (bei einer Studie zeigte sich ein entsprechender Mangel bei 72 Prozent der untersuchten Patienten), scheint die Optimierung der Vitamin-D-Versorgung gerade bei Tumoren ein wichtiger Faktor in der Therapie darzustellen, um einen schweren Verlauf der Erkrankung (Metastasierung) zu verhindern.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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