Atemaussetzer sind das Hauptmerkmal einer Schlafapnoe

Wer an Schlafapnoe leidet, kennt die Symptome: Sie schnarchen, sind tagsüber oft müde und haben vielleicht häufig Kopfschmerzen. Was die Betroffenen aber selbst oft gar nicht merken sind die Atemaussetzer im Schlaf. Meistens sind es die Partner, denen diese auffallen: Der Atem wird für mehrere Sekunden unterbrochen, bis dann plötzlich hörbar Luft eingesogen wird und der Atem wieder regelmässig fliesst (1).

Von einer Schlafapnoe spricht man jedoch erst, wenn mehr als fünf Atempausen pro Stunde auftreten. Diese dauern jeweils mindestens zehn Sekunden an. Wenn Sie schnarchen, leiden Sie also nicht zwangsläufig an einer Schlafapnoe (1).

Übergewicht ist ein Risikofaktor für Schlafapnoe

Für die Schlafapnoe gibt es mehrere Ursachen. Eine davon kann im Gehirn liegen. Dieses gibt den Atemmuskeln den Befehl, aktiv zu werden. Tut es dies kurzzeitig nicht, kommt es zu einem Sauerstoffmangel im Körper. Er schlägt Alarm, was sich darin äussert, dass der Betroffene plötzlich nach Luft schnappt (1).

Eine weitere Ursache können verengte Atemwege sein, etwa durch anatomische Besonderheiten, Schlafen in Rückenlage, verstärkter Muskelentspannung (zum Beispiel durch Alkohol) oder Übergewicht. In diesem Fall kann das Atmen im Schlaf immer wieder unterbrochen werden, was dann wiederum zu einem kurzfristigen Sauerstoffmangel führt (1).

Übergewicht ist zudem einer der grössten Risikofaktoren für Schlafapnoe. Je höher der Body-Mass-Index ist, desto grösser ist auch das Risiko an einer Schlafapnoe zu erkranken (2). Dass eine Gewichtsabnahme die Schlafapnoe verbessern kann, ist bereits bekannt (3). Bisher war allerdings noch unklar, wie sich spezifische Nahrungsmittel und Nährstoffe auf die Schlafapnoe auswirken.

Forscher der George Washington University haben die Auswirkungen der Ernährung auf die Krankheit genauer unter die Lupe genommen und ihre Ergebnisse im Jahr 2018 im American Journal of Lifestyle Medicine veröffentlicht.

Fettreiche Ernährung verschlimmert Schlafapnoe

Für ihre Studie haben die Wissenschaftler rund 100 Personen befragt, bei denen kurz zuvor eine Schlafapnoe festgestellt wurde. Während einer Nacht wurden die Teilnehmer an einen Polysomnographen angeschlossen, ein Gerät, das bei der Beurteilung des Schweregrads der Schlafapnoe helfen kann.

Die Forscher fanden heraus, dass übergewichtige Betroffene, die mehr als 35 % ihrer täglichen Energiezufuhr in Form von Fett aufnehmen, schwerer von der Schlafapnoe betroffen sind. Bei ihnen treten über 30 Atemaussetzer pro Stunde ein. Personen, die dagegen weniger Fett zu sich nehmen, haben auch weniger häufig Atemaussetzer (4).

Eine fettarme Ernährung scheint bei der Schlafapnoe daher eine gute Massnahme zu sein, so die Wissenschaftler. Der Fettanteil pro Tag sollte maximal 10 % der Gesamtkalorienzufuhr betragen (4). Wenn Sie also beispielsweise 2000 kcal pro Tag zu sich nehmen, dann können Sie ungefähr 200 kcal in Form von Fett zu sich nehmen. Dies entspricht bei 9.3 kcal pro 1 g Fett rund 21 g pro Tag.

Behandlung mit einer Nasenmaske reicht nicht aus

Eine unbehandelte Schlafapnoe kann schwerwiegende Folgen haben. Häufige Begleiterkrankungen sind Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen. Das Risiko, einen Schlaganfall zu bekommen, ist zudem bedeutend höher als bei gesunden Menschen (5).

Die bekannteste Behandlungsform ist die CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure). Dabei wird über Nacht eine Nasenmaske getragen, die einen leichten Luftstrom in die Atemwege leitet. Dadurch bleiben die Atemwege offen und die Betroffenen können frei atmen (6).

Die CPAP-Therapie kann allerdings zu einer Gewichtszunahme führen. Weshalb das so ist, weiss man noch nicht, rät aber in jedem Fall dazu, während einer CPAP-Therapie auch auf eine Gewichtsreduktion hinzuarbeiten (7).

Allerdings ist das Schlafen mit einer Nasenmaske nicht besonders angenehm: Der Schlauch schränkt die Bewegungsfreiheit ein, die Geräte machen häufig störende Geräusche und der Mund kann austrocknen.

Schlafapnoe mit der richtigen Ernährung bessern

Da eine Atemmaske nur die Symptome der Schlafapnoe bekämpft, aber nicht an den Ursachen ansetzt, sollte im Mittelpunkt der Therapie eher eine Optimierung der Ernährung stehen, die meist automatisch auch zu einem Normalgewicht führen wird.

Die Regeln einer gesunden Ernährung finden Sie hier zusammengefasst: Gesunde Ernährung: Die 25 Regeln

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Quellen

  1. Dr. med. Ilonka Eisensehr, Schlafapnoe: Symptome und Behandlung, Apotheken Umschau, Stand: 22.10.2018.
  2. Resta O, Foschino-Barbaro MP, Legari G, et al. Sleep-related breathing disorders, loud snoring and excessive daytime sleepiness in obese subjects. Int J Obes Relat Metab Disord. 2001;25(5):669-675. doi:10.1038/sj.ijo.0801603
  3. Mitchell IJ, Davidson ZE, Bonham M, O’driscoll DM, Hamilton GS, Truby H. Weight loss from lifestyle interventions and severity of sleep apnoea: a systematic review and meta-analysis. Sleep Med. 2014;15(10):1173-1183.
  4. Bove, C., Jain, V., Younes, N., & Hynes, M. (2018). What You Eat Could Affect Your Sleep: Dietary Findings in Patients With Newly Diagnosed Obstructive Sleep Apnea. American Journal of Lifestyle Medicine. doi:10.1177/1559827618765097.
  5. Lungenärzte im Netz, Auswirkungen Schlafapnoe, Deutsche Lungenstiftung e.V. Stand: 18.06.2020.
  6. Lungenliga, CPAP-Therapie, Lungenliga Schweiz, Stand: 18.06.2020.
  7. Drager IF, Brunoni AR, Jenner R, LorenziFilho G, Benseor IM, Lotufo PA. Effects of cpap on body weight in patients with obstructive sleep apnoea: a metaanalysis of randomised trials. Thorax. 2015;70(3):258-264.