Bei Menstruationsschmerzen: Thymian statt Schmerztabletten

Bei Menstruationsschmerzen müssen es nicht gleich Schmerzmittel sein. Auch Thymian wirkt hier – oft sogar besser und ausserdem nebenwirkungsfrei.

Die sog. primäre Dysmenorrhoe beschreibt Menstruationsbeschwerden, für die es keine organischen Ursachen (wie z. B. Endometriose, Myome oder Zysten) und auch keine anderen möglichen Erklärungen (z. B. Verhütungsmittel) gibt!

An dieser Art von Menstruationsbeschwerden (insbesondere Schmerzen im Unterleib), die meist wenige Stunden vor dem Einsetzen der Blutung beginnen und nach zwei Tagen wieder verschwunden sind, leiden sehr viele Frauen. Es handelt sich dabei um einen der häufigsten Gründe für Fehlzeiten in der Schule oder bei der Arbeit.

Schmerzmittel wirken, haben aber Nebenwirkungen

Wie so oft, kennt die Schulmedizin die Ursachen der primären Dysmenorrhoe nicht. Man weiss lediglich, dass es zu einer Überproduktion der Prostaglandine (entzündungsfördernde Botenstoffe) in der Gebärmutterschleimhaut kommt. Daher zielen therapeutische Massnahmen auf die Reduzierung des Prostaglandinspiegels, was beispielsweise mit Hilfe der üblichen nicht-steroidalen Schmerzmittel erreicht wird.

Zu den nicht-steroidalen Schmerzmitteln (NSAID) zählen z. B. ASS, Ibuprofen, Diclofenac und Indometacin.

Allerdings geht eine solche Behandlung dann auch mit entsprechenden Nebenwirkungen einher, wie etwa Kopfschmerzen, Schwindel, Dysuria, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Akne, Appetitlosigkeit, Erbrechen bis hin zu Blutungen im Magen-Darm-Trakt.

Thymian wirkt krampflösend und schmerzstillend – ohne Nebenwirkungen

Thymian (Thymus vulgaris) – ein mediterranes Gewächs mit hohem Gehalt an ätherischen Ölen – ist eigentlich DIE Heilpflanze bei Husten und Heiserkeit. Doch kann der Thymian ebenfalls den Prostaglandinspiegel senken und gilt daher – was leider viel zu wenig bekannt ist – auch als natürliches Hilfsmittel bei der primären Dysmenorrhoe.

Die Hauptwirkstoffe des Thymians sind seine ätherischen Öle namens Thymol und Carvacrol. Sie lindern nicht nur Atemwegsbeschwerden, sondern auch Verdauungsprobleme, insbesondere aufgrund ihrer krampflösenden und antibakteriellen Wirkung.

Im Gegensatz zu den oben genannten Schmerzmitteln verursacht der Thymian keine Magen-Darm-Beschwerden, sondern behebt diese sogar falls vorhanden. Ja, er wird in der Naturheilkunde sogar konkret bei Magen-Darm-Geschwüren, Verstopfung und Blähungen eingesetzt.

Wie wirkt Thymian bei Menstruationsschmerzen?

Iravani et al. zeigten schon im Jahr 2009, dass eine zweiprozentige ätherische Öllösung aus Thymian Menstruationsschmerzen besser lindern konnte als eine Placebolösung.

Drei Jahre zuvor hatten Rouzbahani et al. entdeckt, dass Thymian bei Menstruationsschmerzen genauso gut wirkt wie Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Mefenaminsäure. (Mefenaminsäurehaltige Schmerzmittel sind in Deutschland nicht zugelassen, in der Schweiz und Österreich hingegen schon, z. B. Mefenacid).

In der nachfolgend beschriebenen Studie sollte nun überprüft werden, ob Thymian statt Ibuprofen eingesetzt werden könnte.

Klinische Studie: Kann Thymian bei Menstruationsschmerzen statt Ibuprofen genommen werden?

Mit einer randomisierten klinischen und mehrfach verblindeten Studie untersuchten Wissenschaftler der Babol University of Medical Sciences (Iran) an 84 Studentinnen die Wirkung des Thmyians im Vergleich zu Ibuprofen bei der primären Dysmenorrhoe.

Es wurden drei Gruppen gebildet:

  • Gruppe 1 erhielt mit Eintreten der Menstruationsschmerzen alle 6 Stunden 200 mg Ibuprofen als Kapsel und 25 Tropfen eines ätherischen Placebo-Öls.
  • Gruppe 2 erhielt mit Eintreten der Menstruationsschmerzen alle 6 Stunden eine Placebo-Kapsel und 25 Tropfen eines zweiprozentigen ätherischen Thymianöls.
  • Gruppe 3 erhielt mit Eintreten der Menstruationsschmerzen alle 6 Stunden sowohl eine Placebo-Kapsel als auch 25 Tropfen eines ätherischen Placebo-Öls.

Die Studie wurde insgesamt drei Zyklen lang durchgeführt. Die Schmerzintensität sollte (jeweils 1 Stunde nach der Einnahme des jeweiligen Mittels) auf einem 10-cm-Band eingetragen werden, wobei bei 10 cm der stärkste Schmerz angesiedelt ist und bei 0 cm kein Schmerz vorhanden ist.

Thymian wirkt besser als Ibuprofen

In Gruppe 2 (Thymiangruppe) nahm der Schmerz von 6,5 auf 1,2 ab. In der Ibuprofen-Gruppe von 5,3 auf 1,5. In der Placebogruppe nahm der Schmerz ebenfalls ab, nämlich von 6,2 auf 3,45.

Der Schmerz und die Krämpfe nahmen also in der Thymiangruppe stärker ab als in der Gruppe, die Ibuprofen schluckte. Die Blutung (Dauer, Intensität) unterschied sich nicht zwischen den drei Gruppen.

Befragte man die Teilnehmerinnen, wie zufrieden sie mit ihrer jeweiligen Therapie waren, ergaben sich folgende Antworten: In der Thymian-Gruppe waren die Frauen höchst zufrieden mit der Wirksamkeit, in der Ibuprofengruppe nur mittelmässig zufrieden und in der Placebogruppe hatten sie (gerechtfertigterweise) den Eindruck, die Therapie wirke nicht.

Bei Menstruationsschmerzen: Vor der Einnahme von Schmerzmitteln Thymian testen!

Bevor Sie bei Menstruationsschmerzen nebenwirkungsreiche Schmerzmittel einnehmen, testen Sie besser den Thymian! In obiger Studie wurde ein zweiprozentiges ätherisches Thymianöl verwendet. Erkundigen Sie sich in Ihrer Apotheke nach einem passenden Präparat.

Falls Sie kein zweiprozentiges Mittel erhalten, können Sie sich dieses aus einem reinen, also 100-prozentigen ätherischen Thymianöl (in Bio-Qualität und zur inneren Einnahme geeignet) selbst herstellen:

Um 25 Tropfen einer 2-prozentigen ätherischen Öl-Lösung zu erhalten, müsste man einen halben Tropfen des ätherischen Öls (eines 100-prozentigen) mit 24,5 Tropfen Wasser mischen (entspricht insgesamt 1,25 ml). Verwenden Sie dazu eine Pipette (Apotheke).

Da sich ein halber Tropfen schlecht dosieren lässt, kann man die Menge für zwei Einnahmen vorbereiten, also 1 Tropfen Öl auf 49 Tropfen Wasser. Bewahren Sie die Mischung jedoch sehr gut verschlossen auf, da sich das ätherische Öl ansonsten verflüchtigt.

Der natürliche ätherische Ölgehalt von Thymian ist mit 1 bis 2,5 Prozent sehr hoch. Man könnte also sogar mit einem starken und frisch gebrühten Thymiantee eine gewisse Erleichterung erfahren. Allerdings gelten ätherische Öle als nicht gut wasserlöslich, lösen sich im Tee also nur in geringen Mengen.

Hier finden Sie weitere Eigenschaften und Wirkungen des Thymians

Quellen

  • Hajar Salmalian et al., Comparative effect of thymus vulgaris and ibuprofen on primary dysmenorrhea: A triple-blind clinical study, 2014, Caspian J Intern Med