Typische Arthrose-Medikamente: Nichts als Nebenwirkungen
Zu den gängigen schulmedizinischen Behandlungsmethoden bei Arthrose gehören neben den üblichen Medikamenten zur Schmerzminderung u. a. Cortisonspritzen oder Injektionen mit Hyaluronsäure.
Auch minimalinvasive Eingriffe im Rahmen einer Arthroskopie werden häufig durchgeführt.
Nur bleiben diese Methoden häufig wirkungslos – von den ungünstigen Nebenwirkungen einmal abgesehen.
Wesentlich sinnvoller sind alternative Therapien und ganzheitliche Maßnahmen. Das ergab eine Analyse der vorliegenden Fachliteratur durch Wissenschaftler des Harding Zentrums für Risikokompetenz am Berliner Max-Planck-Institut.
Prof. Gerd Gigerenzer und seine Mitarbeiter warnen, dass die herkömmlichen medizinischen Behandlungsmethoden nicht nur wirkungslos seien, sondern ihre Risiken überdies nicht einmal ausreichend erforscht seien.
Schmerzmittel: Riskant und keine Heilung in Sicht
Bereits jeder dritte Mann und jede zweite Frau über sechzig leidet in den Industrienationen an der Erkrankung.
Schulmediziner verschreiben Patienten häufig einen Cocktail aus verschiedenen entzündungshemmenden Medikamenten zur Schmerzlinderung (Antirheumatika).
Vorübergehend nehmen sie den Schmerz – der Preis aber sind starke Nebenwirkungen. Oft helfen die Medikamente zu allem Überfluss nicht einmal oder wenigstens nicht im ausreichenden Maß.
Schmerzmittel heilen natürlich auch nicht. Sie betäuben den Schmerz und – je nach Medikament – hemmen die Entzündung. Aber nur während der Einnahme. Da jedoch die Ursache nicht angegangen wird, kehren Schmerz und Entzündung nach dem Absetzen der Medikamente wieder zurück.
Lassen sich die Symptome nun auch mit Medikamenten nicht mehr merklich eindämmen, greift der Arzt zur Spritze und verabreicht seinem Patienten eine Injektion mit Corticosteroiden (Cortison) oder Hyaluronsäure.
Spritzen helfen nicht gegen die Krankheit
Hyaluronsäure kommt natürlicherweise in der Gelenkflüssigkeit vor. Arthrosepatienten haben jedoch meist weniger Hyaluronsäure im Gelenk als Gesunde. Corticosteroide sind entzündungshemmende Substanzen.
Beide Behandlungen lindern die Beschwerden zwar kurzfristig. Aber nach wenigen Wochen ist alles wieder wie zuvor.
Hyaluron-Injektionen müssen daher selbst bezahlt werden, denn die gesetzlichen Kassen übernehmen die Kosten nicht.
Eine Studie des US-amerikanischen Massachusetts General Hospital ergab: Ob Arthrose-Patienten ein Medikament oder ein Placebo gespritzt bekommen, macht einen bis drei Monate nach der Behandlung keinen Unterschied mehr.
Gerötete Haut, Schwellungen und Gelenkentzündungen sind überdies mögliche Nebenwirkungen der gespritzten Medikamente.
*Hier erhalten Sie unseren 7-tägigen Ernährungsplan bei Arthrose zum Herunterladen.
Arthroskopie verspricht keinen Erfolg
Auch eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) verspricht keine langfristigen Behandlungserfolge.
Bei der Gelenkspiegelung wird durch einen kleinen Schnitt in der Haut eine Kamera ins betroffene Gelenk eingeführt. Wenn der Arzt dabei auf etwas stößt, das er behandlungswürdig findet, kann er zur Kamera gleich auch Skalpell, Fräse oder andere Werkzeuge ins Gelenk befördern und damit endoskopisch operieren.
Der Analyse von Prof. Gigerenzer und seinen Kollegen zufolge sind diese Eingriffe ebenso sinnlos wie Spritzen und Medikamente. Operierte Patienten können keine Verbesserung der Beschwerden erwarten – dafür aber wieder Nebenwirkungen.
Zu den Narkose-Risiken kommen unter anderem mögliche Infektionen des behandelten Gelenks, starke Blutungen, dauerhafte Gelenkergüsse sowie eine erhöhte Thrombosegefahr.
Dies ergab sich jedoch nicht nur aus Prof. Gigerenzers Untersuchung. Schon in den 2013 neu aktualisierten Leitlinien der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS) zum Thema Kniegelenksarthrose war ganz Ähnliches zu lesen.
Man riet hier aufgrund eindeutiger Studienlage nicht nur von der Arthroskopie ab (Arthroskopie gemeinsam mit Physiotherapie hatte keinerlei Vorteile für die Patienten im Vergleich zur alleinigen Physiotherapie), von den Cortisonspritzen und den Hyaluronsäureinjektionen, sondern musste zugeben, dass auch keine Hinweise auf eine besondere Wirkung von Einlagen oder einer reinen Manualtherapie ersichtlich seien.
Professor Josef Zacher vom Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie am Helios Klinikum Berlin-Buch meinte in der Ärztezeitung vom 16. Mai 2014, es gäbe auch nach fünf Jahren keinen Unterschied zwischen operierten und nicht operierten Patienten (wie eine Studie zeigte, die im Frühjahr 2013 veröffentlich worden war).
Erst wenn die konservative Therapie keinen Erfolg bringe, könne man ja immer noch operieren, so Zacher. Weshalb aber, wo doch Operationen sowieso sinnlos sind, verrät der Professor leider nicht.
Bestimmte Mittel wirksam, aber mit Nebenwirkungen
Lediglich den sog. nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) – den anfangs erwähnten entzündungshemmenden Schmerzmitteln – wird eine exzellente Wirksamkeit bescheinigt.
Doch muss mit Nebenwirkungen gerechnet werden, wie chronischen Magen-Darm-Schäden, Leberschäden, Übelkeit, Dauerkopfschmerz und Schwindel.
In letzter Zeit werden bei der Erkrankung überdies immer häufiger Opioide – Schmerzmittel aus dem Schlafmohn – verordnet. Ursprünglich kamen sie zum Einsatz, um Tumorschmerzen bei Krebspatienten zu betäuben. Jetzt hat man einen neuen Absatzmarkt entdeckt: Die Arthrosepatienten.
Opioide betäuben nicht nur den Schmerz, sondern gleich auch noch den Kreislauf samt Verdauungsapparat, was sich in Verstopfung, Schwindel, niedrigem Blutdruck, Dauermüdigkeit und Übelkeit bemerkbar macht.
Zu allem Überfluss hat sich in Studien gezeigt, dass Arthrosepatienten unter der Einwirkung von Opioiden an erhöhter Sturzgefahr inklusive nachfolgender Knochenbrüche leiden – aufgrund des Schwindels und der medikamentös verminderten Koordinationsfähigkeit.
Behandlung ohne Medikamente und ohne Nebenwirkungen
Eckhard Volbracht von der Bertelsmann Stiftung – Auftraggeberin der Studie – erklärt, dass es zahlreiche alternative Behandlungsmöglichkeiten gibt. Sie alle bieten vielversprechende Erfolgsaussichten – ohne die Einnahme fragwürdiger Medikamente.
Frei von schädlichen Nebenwirkungen und Risiken ist der ganzheitliche Weg natürlich ebenfalls.
"Dazu zählen Gewichtsreduktion, gelenkschonende Aktivitäten, Physio-, Ergo- und physikalische Therapie",
so Volbracht.
"Richtig eingesetzt, helfen sie oft nachhaltig."
Ernährungsumstellung bei Arthrose
Worauf Sie bei einer Ernährungsumstellung hin zu einem gelenkfreundlichen Speiseplan achten müssen, lesen Sie im Artikel: Ernährung bei Arthrose.
Parallel zur Ernährungsumstellung können gezielt spezielle Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden, die bei der Regeneration des Knorpels und der Knochen helfen.
Sie wirken insbesondere Entzündungen entgegen und verbessern auf diese Weise die Beweglichkeit. Wir haben Nahrungsergänzungsmittel, die bei Arthrose wirksam und empfehlenswert sind, in diesem Artikel vorgestellt: Nahrungsergänzung bei Arthrose
Außerdem haben wir für Sie natürliche Alternativen zu schmerzstillenden Medikamenten zusammengestellt, die sich – ohne Nebenwirkungen mit sich zu bringen – besonders vorteilhaft auf Gelenkschmerzen auswirken.
Lesen Sie gerne auch unseren Hauptartikel zur Arthrose mit dem Titel: Arthrose mit natürlichen Maßnahmen verbessern.