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Probiotika – Die Stresskiller

Probiotika – Die Stresskiller

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(Zentrum der Gesundheit) – Stress kann zu vielen Symptomen führen. Oft ist das Verdauungssystem betroffen. Es reagiert mit Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen oder reizdarmähnlichen Erscheinungen. Auch Ängste und Nervosität treten auf. Probiotika können hier eine wirksame Hilfe bieten – so eine japanische Studie, die im Mai 2016 veröffentlicht wurde. Medizinstudenten, die extremem Prüfungsstress ausgesetzt waren, erhielten in den Wochen vor dem Examen ein Probiotikum und erlebten innerhalb kurzer Zeit eine Besserung ihrer Stresssymptomatik.

Probiotika lindern Stresssymptome

Als Probiotika bezeichnet man eine Kombination unterschiedlicher Darmbakterienstämme, die man meist in Form von Kapseln oder Pulver einnimmt und die eine vorteilhafte Wirkung auf die Gesundheit haben.

So weiss man beispielsweise, dass Probiotika den Cholesterinspiegel und den Blutdruck senken, bei Zahnfleisch- und Hautproblemen helfen, vor Grippe schützen, das Immunsystem stärken und natürlich Verdauungsbeschwerden lindern. Ausserdem hat sich gezeigt, dass sich Probiotika bzw. der Zustand der Darmflora auf die Psyche des jeweiligen Menschen auswirken können.

Sie beeinflussen die mentale Gesundheit inklusive unseres Essverhaltens (sagen uns also über unseren Appetit, was wir essen sollen) und sind höchstwahrscheinlich sogar an der Entstehung von Autismus, ADHS, Alzheimer und Depressionen beteiligt.

Wie die Darmflora Stressreaktionen kontrolliert

Wie Probiotika bzw. die Zusammensetzung der Darmflora auch Stressreaktionen steuern können, zeigte eine japanische Studie mit Medizinstudenten, die kurz vor der Abschlussprüfung ihres Medizinstudiums standen.

Die Studenten nahmen in der Vorbereitungsphase der Prüfungen ein probiotisches Präparat – und stellten fest, dass sich ihr Prüfungsstress und die damit in Verbindung stehenden Stresssymptome dadurch deutlich reduzieren liessen.

Der Bakterienstamm Lactobacillus casei kann viele Stresssymptome abmildern, insbesondere jene, die das Verdauungssystem betreffen"

erklärt Studienautor Dr. Kouji Miyazaki, Direktor vom Food Research Department of Yakult Central Institute, Tokio, Japan.

Die Studie wurde im Fachjournal Applied and Environmental Microbiology veröffentlicht – einem Magazin der American Society for Microbiology.

Probiotika bessern stressbedingte Verdauungsbeschwerden

Acht Wochen vor der Prüfung erhielten 23 Medizinstudenten täglich Milch mit einem Probiotikum (das L. casei enthielt). Die zweite Gruppe (24 Studenten) trank ein Placebo, also Milch ohne Probiotikum. Natürlich wusste keiner der Studenten, wer welche Milch erhielt, denn die beiden Milchsorten waren in Sachen Geschmack, Farbe und Nährwert absolut identisch.

In wöchentlichen Abständen schaute man, wie sich die Stresssymptome der Studenten veränderten. Besserten sich Bauchschmerzen und Unwohlsein? Änderten sich Angstzustände und Nervosität?

Zusätzlich untersuchte man die Stresshormonspiegel der Probanden (Cortisol im Speichel) sowie die Aktivität von 179 Genen, die mit Stressreaktionen in Verbindung stehen.

Es zeigte sich, dass die tägliche Einnahme des Probiotikums zunächst einmal Verdauungsbeschwerden und Bauchschmerzen reduzieren konnte.

Probiotika reduzieren Stresshormone

Ferner legte sich bei den Studenten, die das Probiotikum bekamen, das Gefühl des Gestresstseins und ihr Cortisolspiegel sank. Auch änderte sich der Aktivitätslevel der Stressgene. In der Placebo-Gruppe schnellte dieser nach oben, je näher die Prüfung rückte. In der Probiotika-Gruppe hingegen stieg er nur verhalten.

Im Hinblick auf die Zusammensetzung der Darmflora konnten die Forscher feststellen, dass sich der Anteil der sog. Bacteroidetes-Bakterien vor den Prüfungen nur in der Placebo-Gruppe stark erhöhte. Diese Darmbakterienfamilie steht direkt mit Stress in Verbindung. Je mehr Stress ein Mensch hat, umso mehr Bacteroidetes-Bakterien beherbergt seine Darmflora.

In der Probiotika-Gruppe wies die Darmflora der Studenten dagegen eine grössere Vielfalt und eine ausgeglichenere Darmbakterienpopulation auf.

Probiotika machen weniger stressanfällig

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine gesunde Darmflora deutlich dazu beiträgt, Stresssymptome zu lindern.

"Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass Stressreaktionen auf einem höheren Level (über die Darm-Hirn-Achse) von den probiotischen Bakterien der Darmflora kontrolliert werden", sagte Miyazaki.

"Probiotika stärken somit unsere Widerstandskraft gegen Stress, machen also weniger stressanfällig.

Probiotika gegen Stress einnehmen

Wenn Sie ebenfalls vor einer stressigen Situation stehen und ein Probiotikum einnehmen möchten, finden Sie hier alle Informationen zur richtigen Einnahme: Die Darmflora aufbauen

Wie die Darmflora von Kindern aufgebaut werden kann, haben wir hier beschrieben: Darmflora von Kindern aufbauen

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Quellen:



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