Selbstheilung

Erfahrungsbericht: Rückenschmerzen selbst geheilt

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 21.01.2019
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Erfahrungsbericht: Rückenschmerzen selbst geheilt
© gettyimages.de/swissmediavision

Zahllose Menschen leiden an Rückenschmerzen. Fachärzte sind dabei nicht immer eine Hilfe. Der Erfahrungsbericht einer Leserin zeigt, wie wichtig es ist, sich selbst um mögliche Massnahmen zu kümmern.

Inhaltsverzeichnis

Chronische Rückenschmerzen nach Antibiotika-Einnahme

Unsere Leserin Corinna D. (52) litt an chronischen Rückenschmerzen. Nachfolgend berichtet Sie, wie wenig Hilfe sie von ihrem Arzt erhielt und wie sie letztendlich selbst für ihre Heilung sorgte:

Mai 2018: Ich ging zum Orthopäden wegen subtiler Rückenschmerzen, die mich bereits seit zwei Monaten plagten – und zwar genau dann aufgetreten waren, als ich wegen einer Blasenentzündung ein Antibiotikum nehmen musste.

Da die Schmerzen jedoch nicht wirklich akut waren, gewöhnte ich mich an das permanente Ziehen. In den letzten zwei Wochen waren sie dann aber ein wenig nachdrücklicher geworden und liessen sich nicht mehr so einfach ignorieren.

Mein Plan lautete: Mehr Bewegung

Ich fühlte mich steif und in meinen Bewegungen eingeschränkt, wünschte mir einen gründlichen orthopädischen Check und je nach Diagnose Tipps, was ich selbst tun könnte, um mich wieder jung, fit und beweglich zu fühlen. Da ich sportlich bislang eher inaktiv war, wollte ich diesbezüglich unbedingt etwas ändern.

Ich wollte ein Sportprogramm, eine Überweisung zum Physiotherapeuten, gerne auch zum Osteopathen und ausserdem Rat, wie ich meinen Arbeitsplatz ergonomisch optimieren könnte, z. B. mit einem Ballkissen, einem bestimmten Stuhl o. ä. Ein Orthopäde schien mir für alle diese Wünsche die allerbeste Anlaufstelle.

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Alte Diagnose: Beinlängendifferenz und Beckenschiefstand

Dummerweise suchte ich denselben Orthopäden auf, den ich ebenfalls wegen Rückenschmerzen schon vor sieben Jahren besucht hatte. Damals hatte er eine Beinlängendifferenz und somit einen Beckenschiefstand diagnostiziert (von dem ich in meinem ganzen damals 48-jährigen Leben nie etwas erfahren hatte) und mir Schuherhöhungen plus Schuheinlagen verordnet.

Ich war nie wieder hingegangen und hatte auch keine Lust auf eine Schuherhöhung, zumal diese nur bei besonderen Schuhen möglich war und samt Schuhen so viel kostete, dass er mir geraten hatte, erst einmal ein Paar Schuhe anfertigen zu lassen, diese ein paar Wochen zu tragen und abzuwarten, ob sich eine Wirkung zeige. Dann könne ich ja immer noch ein weiteres Paar Schuhe entsprechend bearbeiten lassen.

Das alles erschien mir nicht nur wenig verlockend, sondern auch wenig sinnvoll, zumal ich täglich mindestens drei verschiedene Paar Schuhe brauchte: Wanderschuhe für die Hundespaziergänge, Schuhe fürs Berufsleben und Hausschuhe. Welches Paar hätte ich da anfertigen lassen sollen?

Interessanterweise hatten sich damals die Schmerzen schliesslich von allein erledigt und zwar eigentlich auf sehr traurige Weise. Meine Hündin war plötzlich verschwunden und ich suchte sie eine geschlagene Woche lang, war täglich in der Bergwelt unterwegs und kletterte dabei von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang über Stock und Stein. Zwar fand ich meine vierbeinige Freundin nicht, doch waren die Rückenschmerzen daraufhin weg, so dass ich versuchte, weiterhin täglich möglichst viel in Bewegung zu bleiben.

Was ich von meinem Arzt erwarte

Zurück in die Gegenwart: Kaum hatte ich den Arzt begrüsst und er einen Blick in seine Unterlagen geworfen, ging es auch schon los. Was ich eigentlich bei ihm wolle, denn seine Anweisungen (Schuherhöhung plus Einlagen) würde ich ja sowieso nicht befolgen. Da müsse ich mich über erneute Beschwerden nicht wundern.

Erst hoffte ich, seine besondere Art von Humor nicht richtig einordnen zu können, merkte dann aber dann schnell, dass da nicht der leiseste Anflug von Humor vorhanden war, der Doc stattdessen schwer gekränkt schien und wie ein bockiges Kleinkind vor mir bzw. hinter seinem gläsernen Schreibtisch sass.

Meiner Meinung nach gehe ich zu einem Arzt, um mich mit diesem auf Augenhöhe auszutauschen und um schliesslich mit ihm zusammen die für mich und meine Gesundheit beste Lösung zu finden. Ich stelle dabei zahlreiche Fragen und möchte fachmännische Erklärungen und Antworten. Ich bezahle ihn dafür und erwarte eine entsprechende Gegenleistung.

Ich gehe nicht zum Arzt, um mich wie einen unmündigen Trottel behandeln zu lassen. Und ich werde seine Verordnungen ganz sicher nicht blind umsetzen, wenn mir diese nicht sinnvoll erscheinen. Kurz: Ich bin genau die Art Patientin, die fast jeder Arzt fürchterlich findet.

Neue Diagnose: Chronisch entzündete Faszien im unteren Rücken – und Spreizfüsse

Nach längerer Debatte schlug ich vor, doch einfach seine Praxis (eine Privatpraxis) wieder zu verlassen, wenn er keine Lust hätte, mich zu untersuchen. Da lenkte er mit einem Male ein und veranlasste die üblichen Untersuchungen.

Schliesslich hiess es, die Faszien im unteren Rücken seien chronisch entzündet, selbstverständlich als Folge der jahrelangen Fehlbelastung aufgrund des unbehandelten Beckenschiefstandes. Mit „unbehandelt“ meinte er meine Weigerung die Spezialschuhe zu tragen.

Da ich gehört hatte, dass eine Beinlängendifferenz nicht selten auch aufgrund von Verspannungen entstehen könnte, fragte ich entsprechend nach. Ich erntete den mitleidigen Blick einer Koryphäe, die sich umgeben von armen Unwissenden fühlte. „Nein, das sei angeboren“, so die Antwort – natürlich ohne überhaupt zu überprüfen, ob nicht auch eine funktionelle Beinlängendifferenz vorliegen könnte. Auch hätte ich bereits einen durchgetretenen Spreizfuss, ebenfalls wegen des Beckenschiefstandes.

„Ein Spreizfuss?“, ich war schockiert. „Was kann man denn da tun?“

„Hätten Sie die Einlagen getragen, die ich Ihnen vor Jahren verordnet hatte, wäre das Problem jetzt gar nicht da.“

Da Sprüche á la „Hätte, hätte, Fahrradkette“ nicht wirklich weiterhelfen, verliess mich langsam meine Geduld.

„Und was kann ich HEUTE bei einem Spreizfuss tun?“

„Jetzt ist es zu spät. Tragen Sie die Einlagen und hoffen, dass es nicht schlimmer wird.“

Ich war von seinem Motivationsgeschick restlos begeistert! (Ironie!) Wie sollte man bei so viel Negativität gesund werden können? Wie sollte man da Kraft und Mut schöpfen können, um etwas für sich und seine Gesundheit zu tun?

Ob das Antibiotikum gegen die Blasenentzündung die Schmerzen ausgelöst haben könnte, fragte ich erst gar nicht mehr.

Keine Physiotherapie! Nehmen Sie Schmerzmittel!

Ich bekäme nun ein Rezept für ein Schmerzmittel, dazu erneut eines für die speziellen Einlagen und mal wieder für die Schuherhöhung. Bis die Schuhe angefertigt wären, dauere es ein paar Wochen. Anschliessend müsse ich ein paar weitere Wochen darin gehen, damit die Entzündung abklingen könne. Erst dann könne man über – die von mir geforderte – Physiotherapie sprechen, früher keinesfalls.

Nun war mir natürlich klar, dass Aerobic, Jogging oder Bodenturnen bei chronischen Entzündungen im unteren Rückenbereich nicht gerade ideal wären. Das alles wollte ich jedoch auch nicht tun. Ich wollte eine Physiotherapie, denn so viel mir bekannt war, können Physiotherapeuten auch Übungen empfehlen, die entspannen und damit der Entzündung entgegenwirken.

„Nein“, wiederholte der Arzt, „keine Physiotherapie“. „Was aber kann ich denn dann jetzt sofort tun?“, fragte ich. „Jetzt gleich können Sie die Schmerztabletten nehmen!“ Wütend verliess ich die Praxis und schwor mir, diese nur noch einmal zu betreten, nämlich um in ein paar Wochen das Rezept für die Physiotherapie abzuholen.

Wie ich mir selbst half

Ich organisierte dann tatsächlich die Spezialschuhe samt Einlagen. Ich könne beides in zwei oder drei Wochen abholen, so die Angestellte im Sanitätshaus.

Natürlich dachte ich nicht leise daran, die Schmerztabletten zu nehmen. Und zwei oder drei Wochen untätig auf die Schuhe warten, wollte ich genausowenig.

Stattdessen besorgte ich mir einen Termin beim Osteopathen und einen beim Physiotherapeuten (das Rezept könnte ich ja nachreichen, dachte ich mir) – und ich googelte, bis mir die Finger ab- und die Augen vor Übermüdung ausfielen.

Als erstes fand ich zahlreiche Übungen, die man bei Spreizfüssen machen konnte. So viel zum Thema „Da-kann-man-gar-nichts-machen“. Gleichzeitig rieten verschiedene Experten im Netz von Einlagen ab, da sie die Spreizfüsse ja nicht heilen könnten, den Fuss stattdessen sogar noch weiter schwächen würden.

Als nächstes fand ich Schuhe, die eine Beinlängendifferenz bis zu 1 cm ausgleichen konnten, ohne dass sie eine Erhöhung brauchen würden und dabei nicht einmal übel aussahen (kyBoots). Ich bestellte ein Paar zum Wandern und ein Paar Sandalen.

Und auch wenn die Antibiotikaeinnahme schon zwei Monate her war, nahm ich vier Wochen lang ein Präparat (Combi Flora Fluid) zum Aufbau meiner Darmflora.

Osteopathie und Pilates

Der Osteopath wollte meine ganze Geschichte hören – und zwar mit allen Details. Bei der Erwähnung des Antibiotikums gegen die Blasenentzündung, meinte er, dann sei das alles kein Wunder, da Antibiotika nicht nur das Immunsystem, sondern auch die Faszien und Bänder schwächen könnten.

Er gab mir viele Tipps – angefangen von der passenden Nahrungsergänzung (B-Vitamine, Omega-3, Vitamin C etc.) über die Empfehlung, öfter barfuss zu gehen bis hin zur richtigen Schlafposition. Er machte mich auf die Wichtigkeit der Darmgesundheit aufmerksam, riet mir dringend, mindestens viermal die Woche Sport zu machen und stellte dann fest, dass nach seiner Behandlung die Beinlängendifferenz zwar noch da war, aber nicht mehr so gravierend.

Und das Beste: Ich lernte seine Frau kennen – eine begnadete Pilates-Trainerin – die in seiner Praxis zwei Räume hatte, in denen sie Pilates unterrichtete – sowohl am Boden wie auch an Geräten. Ich meldete mich sofort an.

Physiotherapie

Der Physiotherapeut war von meinen inzwischen eingetroffenen Schuhen (den kyBoots) hellauf begeistert, da sie seiner Meinung nach die Beinlängendifferenz sehr gut ausgleichen konnten. Auch er riet von Einlagen ab, von der Schuherhöhung ebenfalls, da ich mit den kyBoots ja gut versorgt sei, die übrigens auch bei Spreizfüssen für eine Stärkung des Fusses sorgen sollen.

Wir vereinbarten zweimal die Woche eine kombinierte Therapie aus Massagen und aktiven Übungen – genau das, was ich brauchte und wollte. Im Laufe der Therapie erlernte ich immer mehr Übungen, die ich zu Hause regelmässig machen konnte.

Ein halbes Jahr später: Keine Rückenschmerzen mehr

Seit Oktober 2018, also ein knappes halbes Jahr später, bin ich frei von Schmerzen, fühle mich beweglich, deutlich verjüngt und topfit. Natürlich bleibe ich am Ball. Pilates gehört zu meinem Leben, genauso wie das regelmässige Barfusslaufen, die Übungen des Physiotherapeuten und jene für die Spreizfüsse, meine Nahrungsergänzungsmittel und meine Lieblingsschuhe (die kyBoots, während die Schuhe mit Erhöhung und Einlagen noch nagelneu und ungetragen im Schrank stehen).

Fazit: Lassen Sie sich nie einreden, man könne hier oder da nichts mehr machen und könne nur noch Medikamente nehmen. Kümmern Sie sich selbst um Ihre Gesundheit! Sie werden daraufhin viele Menschen und Möglichkeiten finden, die Ihnen tatkräftig weiterhelfen werden!

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