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Pfirsich - Saftig, süß und nährstoffreich

Sie glauben, der Pfirsich sei einfach nur eine Frucht für Kuchen, Eis und Obstsalat? Falsch! Er passt auch in viele herzhafte Gerichte - und sein Öl ist äußerst wertvoll. Aufgrund seiner vielen verschiedenen Inhaltsstoffe ist der Pfirsich auch eine besonders heilsame Frucht.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 23 April 2026
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Pfirsich – Ein altes Heilmittel neu entdeckt

Der Pfirsichbaum (Prunus persica) gehört wie die Pflaume und die Aprikose (Marille) zur Familie der Rosengewächse. Seine Früchte – die Pfirsiche – zählen zu den verführerischsten auf der Welt.

Sie sind nicht nur eine kulinarische Delikatesse, sondern auch ein Arzneimittel, das bei der Prävention und Heilung von Krankheiten hilfreich sein kann. In der traditionellen Volksheilkunde kommen dabei nicht nur die Früchte, sondern auch die Blätter, Blüten und die Rinde des Pfirsichbaumes zum Einsatz – und zwar schon seit vielen Jahrtausenden. Denn der Pfirsich ist uralt, älter als der Mensch…

Als im Jahr 2015 bei Straßenbauarbeiten im Südwesten von China zufällig acht versteinerte Pfirsichkerne gefunden wurden, war das Staunen groß (1). Ein Forscherteam um Dr. Tao Su vom Menglun Tropical Botanical Garden hat die Kerne untersucht und dabei herausgefunden, dass sie sagenhafte 2,6 Millionen Jahre alt sind und sich von den heutigen Kernen kaum unterscheiden (2).

Die samtigen Früchte sind also nicht das Ergebnis jahrzehntelanger Zuchtbemühungen, wie man einst dachte.

Die Nährwerte, Vitamine und Mineralstoffe

Ein Pfirsich wiegt – je nach Sorte – zwischen 100 und 150 Gramm und besteht fast zu 90 Prozent aus Wasser. Gerade an heißen Sommertagen ist die saftige Frucht mit ihren 40 Kilokalorien eine gesunde Alternative zu Süßigkeiten und Snacks.

Die Nährwerte, Vitamin und Mineralstoffe im Pfirsich

Unsere Tabelle mit den Nährwerten, Vitaminen und Mineralstoffen senden wir Ihnen gerne als kostenloses PDF zu. Schreiben Sie uns einfach eine kurze E-Mail.

Pfirsiche enthalten in relevanten Mengen Vitamin C, Vitamin E und Vitamin K (4) und können infolgedessen dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken und vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen.

Auch Carotinoide sind reichlich enthalten, z. B. so viel Betacarotin pro 100 g, dass damit schon ein Viertel des empfohlenen Tagesbedarfs gedeckt ist. Wichtig dabei ist: Vor allem die gelbfleischigen Sorten enthalten Betacarotin (Provitamin A), weniger die weißfleischigen.

Zusätzlich liefern Pfirsiche die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin, die gemeinsam eine essenzielle Rolle für die Augengesundheit spielen - am besten kombiniert mit Vitamin C, das ja ebenfalls in den Früchten steckt.

Für die Augen: Vitamin C gemeinsam mit Lutein

Eine Studie an der University of Wisconsin–Madison mit 1.800 Teilnehmerinnen hat beispielsweise gezeigt, dass Lutein im Zusammenspiel mit Vitamin C das Risiko für den Grauen Star bei Frauen senken kann (5).

Auch in der orthomolekularmedizinischen Therapie der Makuladegeneration werden Lutein und Zeaxanthin eingesetzt, wie wir in unserem Artikel Makuladegeneration: Symptome und Ursachen erklären.

Außerdem ist in der Haut und im Fruchtfleisch eine ganze Reihe von sekundären Pflanzenstoffen enthalten, deren antioxidatives Potential noch höher ist als das von Vitaminen und Carotinoiden (6) - siehe nächster Abschnitt.

So wirkt der Pfirsich auf die Gesundheit

Der Pfirsich ist reich an Polyphenolen (z. B. Flavonoiden), die für die Farbe, das Aroma und den Geschmack der leckeren Frucht verantwortlich sind und zahlreiche heilende Eigenschaften haben.

Der Polyphenolgehalt variiert dabei abhängig von der Sorte (7), wie Forscher an der University of California herausgefunden haben:

Weißfleischige Sorten: 28 bis 111 mg pro 100 g

Gelbfleischige Sorten: 21 bis 61 mg pro 100 g

Gegen Krebs und Depressionen

Zu den wichtigsten Polyphenolen zählen dabei z. B. die Chlorogensäure, welche die DNA vor Schäden bewahrt (8), und Quercetin, das gegen Krebs (9) und Depressionen wirken soll (10).

Wissenschaftler von der Texas A&M University haben aus der Pfirsichsorte "Rich Lady" einen Extrakt hergestellt und konnten zeigen, dass sich dieser auf aggressive Brustkrebszellen tödlich auswirkte (13), während die gesunden Zellen – anders als bei einer Chemotherapie – verschont blieben. Unter den im Fruchtextrakt wirkungsvollen Polyphenolen zeigte sich die Chlorogensäure (15) bei der Tumorbekämpfung am effektivsten.

Extrakte können natürlich nur in hohen Dosen wirken und entsprechende Studien werden durchgeführt, um mögliche neue Arzneimittel zu entwickeln, so dass vom alleinigen Obstverzehr keine entsprechend durchschlagenden Wirkungen erwartet werden können.

Gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Das enthaltene Polyphenol Epicatechin könnte laut Harvard-Professor Dr. Norman Hollenberg das Auftreten der häufigsten Krankheiten in den Industriestaaten – also Gehirnschlag, Herzinfarkt, Krebs und Diabetes – auf weniger als 10 Prozent reduzieren (12).

Vor allem in der Schale – insbesondere im sogenannten Roten Weinbergpfirsich – sind Anthocyane enthalten. Dies sind Farbstoffe, die Laborstudien zufolge ebenfalls vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs schützen können. Nähere Informationen dazu lesen Sie in unserem Artikel Anthocyane schützen vor Krankheiten.

Gegen das metabolische Syndrom

Bei einer weiteren Studie an der Texas A&M University wurde untersucht, ob der Genuss von Pfirsichen, Nektarinen und Pflaumen das metabolische Syndrom positiv beeinflussen kann.

Unter dem metabolischen Syndrom wird die Kombination der heute am weitesten verbreiteten Zivilisationserkrankungen verstanden, nämlich Übergewicht, Insulinresistenz (Diabetes Typ 2 oder dessen Vorstufe), Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck. Das metabolische Syndrom gilt heutzutage als die häufigste Ursache von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Professor Dr. Luis Cisneros-Zevallos erklärte, dass sich die in den Steinfrüchten enthaltenen Polyphenole sowohl auf Übergewicht als auch auf Entzündungen (16) und Diabetes positiv auswirken. Dieser Effekt beruhe z. B. darauf, dass die Oxidation des schlechten LDL-Cholesterins reduziert wird.

Das Besondere an den Steinfrüchten sei, dass in ihnen eine besondere Mixtur aus bioaktiven Substanzen – in erster Linie Chlorogensäure, Quercetin und Catechine – enthalten ist, die allen Symptomen des metabolischen Syndroms gleichzeitig entgegenwirken (17).

Forscher von der Washington State University haben Ähnliches herausgefunden, nämlich dass Pflaumen- und Pfirsichsäfte cholesterinsenkend wirken und zum Gewichtverlust beitragen können (18). Studien wie diese offenbaren, dass nicht nur einzelne aus den Früchten isolierte Wirkstoffe medizinisch wertvoll sind, sondern auch der Genuss der ganzen Frucht ein probates Mittel ist, um Krankheiten vorzubeugen.

Anwendungen aus der Volksheilkunde

Zwar liegen erst jetzt wissenschaftliche Belege zu den heilsamen Eigenschaften des Pfirsichs vor. Doch ändert dies nichts an der Tatsache, dass unsere Vorfahren die Frucht schon sehr lange als Heilmittel einsetzten und – ganz ohne moderne Forschungsmethoden – wussten, welche Wirkungen er hat und wogegen er hilft.

Die alten Römer beispielsweise nutzten die Frucht, um den Blutdruck zu senken, die Verdauung zu fördern, den Augen etwas Gutes zu tun und die Nierenfunktion zu steigern (19).

Des Weiteren wurden Tees aus der Rinde und den Blättern zur Behandlung von Depressionen und Husten gekocht. Der Tee aus den Blüten hingegen wurde bei Gelbsucht und als leichtes Abführmittel getrunken. Die Frucht und das Öl wiederum können zur Hautpflege eingesetzt werden.

Gut für die Haut

Die Pfirsichhaut steht sprichwörtlich für eine besonders samtige und gesunde Haut. Während die Chinesen aus dem Fruchtfleisch von Pfirsichen Massagecremes herstellen, ist es in Japan üblich, dem Badewasser frische Blätter hinzuzufügen. Das in den Blättern enthaltene Tannin wirkt lindernd auf Hautentzündungen und Ekzeme.

In den Kernen wiederum sind 30 bis 45 Prozent Öl enthalten, das dem begehrten Mandelöl sehr ähnlich ist und sich hervorragend als Hautpflegeöl eignet (20).

Es ist reich an einfach ungesättigten Fettsäuren sowie an Linolsäure, wodurch der Haut mehr Elastizität verliehen wird. Zudem sind viele Polyphenole, Vitamine (insbesondere Vitamin E) und Mineralstoffe enthalten, die aufgrund der antioxidativen Wirkung zur Hautgesundheit beitragen.

Das Kernöl (Oleum Persicarum) dient somit als hochwertige Basis für Hautcremes oder auch Körperöle und eignet sich prima zur Pflege rissiger, schuppiger, reifer und trockener Haut.

Gewonnen wird es durch Pressung. Da die Kerne aber bis zu 6 Prozent Amygdalin enthalten, das bei der Verarbeitung mitunter in Blausäure aufgespalten wird, muss die freigesetzte Blausäure entfernt werden. Dies geschieht, indem die Kerne "entbittert" vorab werden (durch Schälen, Wässern und Erhitzen).

Die Verwendung in der Küche

Ob frisch und pur, gegart, gebacken oder getrocknet: Pfirsiche bestechen mit einer außergewöhnlichen kulinarischen Vielfalt. In der Küche können die Früchte immer dann glänzen, wenn in einem Gericht eine aromatisch süße und leicht säuerliche Komponente erwünscht ist. Dies kann auch in herzhaften Rezepten der Fall sein, z. B. in scharfen Soßen und in Salaten.

Natürlich passen die leckeren Früchte auch in Desserts aller Art, z. B. in Kuchen, Torten, Eis, Marmeladen, erfrischenden Obstsalaten, Kompotten sowie Getränken.

Rezept: Sommerlicher Salat

Gerade wenn die Sonne heiß vom Himmel scheint, sollten Sie unbedingt Magen und Darm entlasten und Ihren Körper ausreichend mit Vitalstoffen und Flüssigkeit versorgen. Leichte Gerichte wie unser sommerlicher Salat sind dann ideal, um die schönste Jahreszeit fit und gesund genießen zu können.

Bedenken Sie, dass mit der Schale auch all jene heilsamen Inhaltsstoffe entfernt werden (21), die sich darin befinden (z. B. die Anthocyane) (22).

Kaufen Sie unbedingt Bio-Qualität

Wenn Sie die Schale gern mitessen, sollten Sie beim Kauf unbedingt auf Bio-Qualität achten. Die Früchte gehören nämlich leider zu jenen Obstsorten, die häufig mit Schadstoffen belastet sind.

Mitarbeiter von Greenpeace haben in Supermärkten deutschlandweit Pfirsiche und Nektarinen aus Frankreich, Italien, Griechenland und Spanien gekauft und in einem Speziallabor untersuchen lassen.

Das Ergebnis war niederschmetternd: Nur eine einzige von 32 Proben war frei von Spritzmittelresten. 22 Prozent der getesteten Fruchtproben wurden aufgrund des zu hohen Pestizidgehalts oder der enthaltenen Giftcocktails als mangelhaft und nicht empfehlenswert eingestuft. Insgesamt wurden 23 unterschiedliche Pestizide ermittelt, darunter besonders gefährliche Krebserreger und Nervengifte (z. B. Carbaryl). (23)

Was Sie bei der Lagerung beachten sollten

Pfirsiche sind wegen ihres hohen Wassergehalts sehr druckempfindlich. Aus diesem Grund sollten Sie die Früchte nie aufeinander, sondern stets nebeneinander lagern, sodass sie sich nicht gegenseitig berühren.

Unreife Exemplare können mit viel Glück bei Zimmertemperatur nachreifen. Lagern Sie sie dazu an einem dunklen, zimmerwarmen Ort, z. B. in einer Schachtel. Kontrollieren Sie die Früchte jedoch zweimal täglich, da sie sehr empfindlich für Schimmel oder Fäulnis sind.

Oft beginnen Pfirsiche zu schimmeln, noch bevor sie ausgereift sind. Wenn Sie daher die Früchte am liebsten reif essen, dann sollten Sie besser gleich reife Früchte kaufen. Diese können bis zu fünf Tage im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt werden. Aber auch hier sollten Sie sie häufig kontrollieren.

Ist die Frucht hart wie ein Stein, ist sie unreif, wenn hingegen die Schale aufplatzt, ist sie überreif und kann noch gut z. B. für ein Chutney verwendet werden.

In puncto Gesundheit ist es am besten, die Früchte nach der Ernte so bald wie möglich zu genießen, da durch eine zu lange Lagerung und die Verarbeitung wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen.

In unserer Rezepte-Rubrik und auf unserem Youtube-Kanal finden Sie viele leckere Rezepte - auch mit dem Pfirsich. Guten Appetit!

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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