Risiko für Asthma steigt bei Vitamin-D-Mangel
Vitamin-D-Mangel betrifft weltweit sehr viele Menschen und ist an der Entwicklung zahlreicher Krankheiten beteiligt. Umgekehrt bedeutet dies, dass die Korrektur eines Mangels eine wichtige Präventionsmaßnahme darstellt und außerdem zur Therapie einer jeden Erkrankung gehören sollte.
Auch Asthma scheint sich eher zu entwickeln oder zu verstärken, wenn ein Vitamin-D-Mangel vorliegt (1). So weiß man beispielsweise, dass Anfälle umso wahrscheinlicher sind, je niedriger der Vitamin-D-Spiegel der Betroffenen ist.
Vitamin D: Schutz vor Asthma?
Das Vitamin ist zwar als Knochenvitamin bekannt, hat aber darüber hinaus noch viele andere Funktionen. So ist es auch an der Entwicklung und Reifung der Lungen beim Embryo beteiligt - und es spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem.
Je besser daher die werdende Mutter damit versorgt ist, umso besser scheint ihr Kind gegen Asthma geschützt zu sein – ein wichtiger Aspekt, wenn man bedenkt, dass die Atemwegserkrankung weltweit die häufigste chronische Kinder-Erkrankung darstellt.
Schon im Jahr 2007 stellte man fest, dass 50 Prozent aller Mütter und 65 Prozent ihrer Säuglinge an einem Vitamin-D-Mangel leiden – und zwar trotz der üblichen Vitamin-D-Supplementierung der Schwangeren, bei der selten der tatsächliche Bedarf berücksichtigt wird. Stattdessen erhält jede Frau dasselbe Präparat in derselben oft viel zu niedrigen Dosierung.
Nach Infektionen der Atemwege
Als Ursache für Asthma werden u. a. Virusinfektionen der Atemwege genannt. Doch führt ein solcher Infekt nicht bei jedem Kind zu der Erkrankung. Sie bricht nur dort aus, wo weitere Voraussetzungen erfüllt sind, z. B. eine genetische Prädisposition und evtl. auch ein Vitamin-D-Mangel.
Das Vitamin induziert die körpereigene Herstellung antimikrobieller Stoffe (Cathelicidin), die Viren und Bakterien bekämpfen würden. Daher zeigte die Einnahme von Vitamin D in Untersuchungen auch, dass die Betroffenen durch die Supplementierung seltener Erkältungen oder grippale Infekte bekamen.
Umgekehrt erkranken Menschen mit Vitamin-D-Mangel häufiger an Infektionen der oberen Atemwege.
Das bedeutet, dass eine gute Versorgung davor schützen könnte, nach einer Virusinfektion Asthma zu entwickeln.
Durch schwaches Immunsystem
Ein schwaches Immunsystem ist ebenfalls an der Entstehung der Krankheit beteiligt. Da das Vitamin das Immunsystem stärkt, könnte ein Vitamin-D-Mangel auch über diesen Umweg die Entstehung begünstigen.
An den Zellen des Immunsystems befinden sich Vitamin-D-Rezeptoren. Vitamin D kann dort andocken und auf die Immunzellen einwirken. Es unterdrückt auf diese Weise entzündliche allergische Reaktionen.
Vielleicht ist dies der Grund, warum die Schleimhäute eines gut mit Vitamin D versorgten Menschen weniger stark auf Allergene reagieren und er somit auch weniger anfällig für allergisches Asthma ist.
Wenn Cortison nicht mehr wirkt, Vitamin D testen
Das Vitamin eignet sich überdies für die begleitende Therapie cortisonresistenter Asthma-Patienten.
Denn in manchen Fällen reagieren sie nicht mehr auf Cortisonpräparate. Vitamin D kann hier die Empfindlichkeit für Glucocorticoide wieder steigern und so dafür sorgen, dass die Medikamente wieder Wirkung zeigen, wenn ein Anfall naht.
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Asthma in der Kindheit
Kinder sind für Asthma besonders dann anfällig, wenn sich ihre Lungen während der Schwangerschaft und auch in den ersten Lebensjahren nicht optimal entwickeln konnten.
Inzwischen weiß man, dass Vitamin D maßgeblich an der embryonalen Lungenentwicklung beteiligt ist und auch die Ausreifung der Lungen nach der Geburt unterstützt.
Besteht während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren des Kindes ein Mangel, können sich die Lungen nicht wie vorgesehen entwickeln und werden folglich anfällig für Atemwegserkrankungen.
In mindestens drei Studien zeigte sich dann auch, dass Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft Vitamin D eingenommen hatten, ein um über 60 Prozent reduziertes Risiko für die Krankheit hatten. In einer dieser Studien ergab sich außerdem, dass durch die Einnahme der Mutter auch das Heuschnupfenrisiko des Kindes sank.
Wie gut das Vitamin die Lungenfunktion auch beim Erwachsenen – insbesondere bei Sportlern – verbessern kann, erklären wir im Artikel Vitamin D im Sport.
Es fördert demnach nicht nur den Muskelaufbau, sondern erhöht auch die Sauerstoffaufnahme, was u. a. auf eine optimierte Lungenfunktion hinweist.
Asthma vorbeugen und therapieren - Vitamin-D-Mangel beheben
Die Korrektur eines Vitamin-D-Mangels gehört daher sowohl zu den ersten Präventionsmaßnahmen, um die Krankheit vorzubeugen (z. B. wenn in der Familie bereits Betroffene sind), als auch zu jeder Therapie, wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist.
Zwar kann das Vitamin in der Haut unter dem Einfluss von UV-Strahlung (Sonnenlicht) gebildet werden. Doch ist dies nur im Sommer möglich, so dass allein die Sonne nicht für eine zuverlässige ganzjährige Versorgung garantieren kann.
Da außerdem nur wenige Lebensmittel das Vitamin in nennenswerten Mengen enthalten, ist der sicherste Weg zu einer guten Versorgung die Einnahme entsprechender Präparate.
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Wie viel davon Sie persönlich benötigen, hängt von Ihrem jetzigen Spiegel ab. Alle Informationen dazu finden Sie in unserem Artikel Vitamin D - Die richtige Einnahme.