Krebserregende Substanzen im Fleisch

Wenn Fleisch (alle Sorten, einschl. Rind, Schwein, Geflügel, Fisch etc.) bei hohen Temperaturen zubereitet wird, dann bilden sich aus den tierischen Eiweissen sog. heterozyklische Amine (HA). Heterozyklische Amine sind krebserregende Substanzen, die zur Entstehung bösartiger Tumore beitragen können.

Bereits frühere Untersuchungen hatten ergeben, dass 17 verschiedene HA-Typen zur Entstehung von Krebs beitragen können.

Je mehr Fleisch, umso mehr Krebs

Es ist längst bekannt, dass Fleisch, welches bei hohen Temperaturen zubereitet wird, heterozyklische Amine erzeugt, die wiederum Krebs verursachen können, sagte die Studiensprecherin und stellvertretende Professorin der Universität Texas, Dr. Jie Lin, in einer Presseerklärung. "Wir wollten herausfinden, ob Fleischkonsum das Risiko, Blasenkrebs zu bekommen, erhöht, und inwiefern genetische Faktoren dabei möglicherweise eine Rolle spielen."

Ärzte wurden informiert

Details dieser Studie wurden kürzlich beim 101. Jahrestreffen der Amerikanischen Gesellschaft für Krebsforschung in Washington bekannt gegeben. Die Wissenschaftler hatten 884 Patienten mit Blasenkrebs und 878 Personen ohne Krebs über 12 Jahre hinweg beobachtet.

Die Patienten wurden dem Alter, dem Geschlecht und der Nationalität entsprechend eingeteilt und erhielten einen vom Nationalen Krebs Institut (NKI) erstellten Fragebogen. Anhand der Antworten konnten die Wissenschaftler die Ernährungsgewohnheiten jedes einzelnen Patienten in Erfahrung bringen und auswerten.

Dabei zeigte sich, dass Patienten, die gerne und viel Fleisch assen, in etwa das anderthalbfache Risiko hatten, Blasenkrebs zu entwickeln, als diejenigen Probanden, die wenig oder gar kein Fleisch zu sich nahmen.

Gebratenes Fleisch führt eher zu Krebs

Die Auswertungen ergaben ferner, dass von allen Fleischarten besonders Rindersteaks, Schweinekoteletts und Speck das Blasenkrebsrisiko am deutlichsten erhöhten.

Patienten, die Fleisch am liebsten durchgebraten mochten, hatten ausserdem ein doppelt so hohes Krebsrisiko als jene, die ihr Fleisch lediglich leicht anbrieten. Selbst der Verzehr von Geflügel und Fisch erhöhte die Wahrscheinlichkeit, Krebs zu bekommen – sobald beides gebraten verspeist wurde.

Der Grund für die hohe Krebsanfälligkeit nach Fleischverzehr ist vermutlich die Entstehung der erwähnten heterozyklischen Amine. Patienten, die am meisten HA zu sich nahmen, waren nämlich zweieinhalb Mal so gefährdet, Blasenkrebs zu bekommen wie diejenigen Patienten, die nur sehr wenig HA konsumierten.

Allerdings sind HA nicht nur an der Entstehung von Blasenkrebs beteiligt. Sie gelten als Risikofaktor für eine ganze Reihe von Tumorarten und werden mit der Bildung von Dickdarmkrebs, Magenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Prostatakrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Nierenkrebs und Brustkrebs in Verbindung gebracht.

Genetische Veranlagung erhöhte das Risiko zusätzlich

Die Forscher analysierten darüber hinaus die DNA(1) der Studienteilnehmer.

Sie wollten sehen, ob eine spezielle genetische Veranlagung in Kombination mit Fleischverzehr zu einer höheren Anfälligkeit für Krebs führen könnte.

Und siehe da: Personen, die genetisch mit einer grösseren Empfindlichkeit gegenüber HA ausgestattet waren und gleichzeitig einer fleischreichen Ernährung frönten, besassen ein fünfmal höheres Krebsrisiko.

"Diese Untersuchung bestätigt den Zusammenhang zwischen Ernährung und der Entstehung von Krebs", so Professor Dr. Xifeng Wu (University of Texas, Department of Epidemiology) in einer Pressemitteilung.

Die Wahrscheinlichkeit, an Blasenkrebs zu erkranken, ist bei Menschen, die viel Fleisch essen (speziell gut durchgebratenes, gegrilltes oder gegartes Fleisch) sehr viel höher.

Das Krebsrisiko wird ausserdem noch erhöht, wenn solche Menschen gleichzeitig ungünstige Erbanlagen haben und ihr Organismus dadurch Schwierigkeiten hat, HA abzubauen bzw. unschädlich zu machen.

Beim Grillen und Braten von Fleisch und Fisch entstehen jedoch nicht nur HA. Wenn Fleisch, Wurst oder Fisch starker Hitze ausgesetzt werden, dann löst das viele verschiedene chemische Reaktionen aus.

Das Ergebnis ist ein regelrechter Giftcocktail, der aus einer Vielzahl krebserregender Chemikalien besteht, so dass sich die Verringerung des Fleischkonsums oder wenigstens die Zubereitung der Speisen mit künftig weniger Hitze - vom gesundheitlichen Standpunkt aus betrachtet - durchaus lohnen würde.

(1)DNA: Desoxyribonucleicacid zu deutsch DNS: Desoxyribonukleinsäure. Dabei handelt es sich um die Trägersubstanz unserer Gene, das heisst unserer Erbinformation. Die DNA ist ein gewundenes strickleiterförmiges Riesenmolekül, das sich in den meisten Fällen im Zellkern einer jeden Körperzelle befindet.

Auf der DNA ist der komplette Bauplan des entsprechenden Menschen in Form von speziellen Codes gespeichert.

Quellen

  • Sciencedaily

Verwandte Artikel

Fernausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

Sie interessiert, was in unserem Essen steckt und wollen wissen, wie sich Nähr- und Vitalstoffe auf den Körper auswirken? Sie wünschen sich ein gesundes Leben für sich, Ihre Familie und Mitmenschen? Ernährungsberater sind beliebt – doch oft geht bei der Beratung der ganzheitliche Aspekt vergessen, den es für eine nachhaltige Gesundheit braucht. Lernen Sie bei der Akademie der Naturheilkunde die Zusammenhänge zwischen Lebens- und Ernährungsweise sowie physischem und psychischem Wohlbefinden kennen.

Die Akademie der Naturheilkunde bildet interessierte Menschen wie Sie in rund 16 Monaten zum ganzheitlichen Ernährungsberater aus. Bestellen Sie hier die kostenlose Infobroschüre.