Autoimmunerkrankungen

Multiple Sklerose – Ist ein kranker Darm die Ursache?

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 30.10.2018
  • 3 Kommentare
Multiple Sklerose – Ist ein kranker Darm die Ursache?
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Entzündliche Prozesse im Darm könnten – laut einer Studie – zu den Ursachen der Multiplen Sklerose (MS) gehören. Es zeigte sich, dass einer Multiplen Sklerose Entzündungen im Darm vorangehen. Bei den Betroffenen konnte unter anderem das sog. Leaky-Gut-Syndrom festgestellt werden, das der Entstehung von Autoimmunerkrankungen Tür und Tor öffnet. Mit dieser Studie wurde ein erneuter Beweis für die Wichtigkeit und vorbeugende Funktion eines gesunden Darmes gefunden.

Inhaltsverzeichnis

Simple Clean - die Darmreinigung

Entsteht Multiple Sklerose im Darm?

Die Entstehung von Multipler Sklerose ist noch genauso wenig geklärt wie ihre konkreten Ursachen. Möglicherweise spielt jedoch der Darm hier eine entscheidende Rolle.

Multiple Sklerose zählt zu den Autoimmunerkrankungen – wie auch beispielsweise Diabetes Typ 1 oder Hashimoto Thyreoiditis. Bei einer Autoimmunerkrankung greift das Immunsystem körpereigene Zellen an, weil es diese fälschlicherweise für Fremdkörper bzw. Eindringlinge hält.

Das Immunsystem von MS-Patienten zerstört Zellen des Zentralnervensystems. Die Krankheitssymptome können daher sehr vielseitig sein und von Sehstörungen über Lähmungen bis hin zu starker Erschöpfung reichen.

Im September 2014 veröffentlichten Forscher der schwedischen Lund Universität in Malmö eine Untersuchung, die sich einer neuen möglichen Ursache der Multiplen Sklerose widmete, nämlich dem Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und der MS-Entstehung.

Zunächst stellten die Forscher rund um Dr. Shahram Lavasani fest, dass bestimmte Probiotika das Risiko für die Entstehung einer Multiplen Sklerose senken können. Es handelte sich um Lactobacillus paracasei und Lactobacillus plantarum.

Daraus schlossen sie, dass der Darm, in dem Probiotika bekanntlich wirken, bei der Entstehung von MS eine entscheidende Rolle spielen muss und ein nicht ordnungsgemäss funktionierender Darm zu den Ursachen der Multiplen Sklerose gehören könnte.

Leaky-Gut-Syndrom bei Multipler Sklerose

In einer zweiten Studie untersuchten Dr. Lavasani und Kollegen, inwieweit die Darmgesundheit bei einer Multiplen Sklerose eine Rolle spielt.

Die Forscher beobachteten Mäuse mit einer der Multiplen Sklerose ähnlichen Krankheit und stellten fest, dass sich bei ihnen das sog. Leaky-Gut-Syndrom entwickelte, noch bevor sie die klassischen MS-Symptome zeigten.

"Leaky Gut" bedeutet "undichter Darm". Diese Bezeichnung ist jedoch ein wenig irreführend. Keineswegs ist der gesamte Darm undicht. Vielmehr ist dessen Barrierefunktion massiv gestört.

Krankheitserreger und Schadstoffe, die mit der Nahrung aufgenommen werden oder auch unvollständig verdaute Nahrungsbestandteile gelangen über die gesunde Darmschleimhaut nicht in den Körper, sondern werden mit dem Stuhl ausgeschieden.

Anders verhält es sich beim Leaky-Gut-Syndrom. Die Darmschleimhaut erfüllt hier nicht mehr ihre natürliche Schutzaufgabe und lässt auch schädliche Stoffe in den Blutkreislauf übertreten. Jetzt wächst die Gefahr für die Entstehung von Autoimmunerkrankungen und Allergien.

Ein Leaky-Gut-Syndrom tritt regelmässig bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn auf. Vorliegende Studie zeigt, dass es offenbar auch mit Multipler Sklerose zusammenhängen oder sogar deren Ursache sein kann.

Multiple Sklerose – Ist der Darm die Ursache?

Das Leaky-Gut-Syndrom war nicht die einzige Veränderung im Darm, die die Wissenschaftler in dieser Studie bei den Betroffenen beobachten konnten. Zusätzlich entstanden Entzündungen in der Darmschleimhaut und dem umliegenden Lymphgewebe.

Die Beobachtungen der Forscher waren sogar nahezu identisch mit den Krankheitsbildern chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen.

Auch wenn bislang unklar ist, welche Auslöser genau zu einer Autoimmunerkrankung führen, sind die Wissenschaftler der Lund Universität nun einen entscheidenden Schritt weitergekommen.

Dr. Lavasani interpretiert die Ergebnisse der Studie so, dass ein erkrankter Darm eine wichtige Ursache für Autoimmunprozesse darstellt und den Körper in jedem Fall anfälliger für die Entstehung entsprechender Krankheiten machen kann.

Daher sollte die Behandlung von MS nicht nur auf das Zentralnervensystem zielen, sondern auch den Darm mit einschliessen.

Möglicherweise könnten die vorliegenden Forschungsergebnisse ferner darauf hinweisen, dass der Entstehung einer Multiplen Sklerose vorgebeugt werden kann, indem Probiotika und andere Darm pflegenden Massnahmen zum Einsatz kommen.

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Zuletzt kommentiert

Anna schrieb am 13.08.2018

Sehr geehrte Damen und Herren,
Ihr Artikel über den Zusammenhang zwischen MS und Mikrobiom ist sehr informativ.
Ich habe seit einigen Jahren die Diagnose MS und bin zeitweise auf den Rollstuhl angewiesen, da meine Beine manchmal nicht so wollen wie ich. Vor ca 1 Jahr
habe ich meine Ernährung umgestellt, nehme probiotische Nahrungsergänzungsmittel und Vitamin D. Da ich eine Fettleber diagnostiziert bekommen habe, nehme ich zusätzlich noch seit ca 3 Wochen ein pflanzliches Mittel zur Leberregeneration ein.
Natürlich setzt keine spontane Wunderheilung ein, aber mir geht es gesundheitlich damit relativ gut. Viele Menschen in meinem Umfeld schlagen die Hände über dem Kopf zusammen, weil ich ganz bewußt auf MS Medikamente verzichte, da mir ihr Nutzen im Vergleich zu den Nebenwirkungen nicht einleuchtet. Die Kommentare meines Neurologen erspare ich hier allen. Leider habe ich persönlich noch keinen Arzt gefunden, der mich in meinem Umgang mit der Krankheit unterstützt, aber ich hoffe hier auf ein baldiges Umdenken der Mediziner. Schließlich dachte man ja vor nicht allzu langer Zeit auch noch, die Erde wäre eine Scheibe und jeder, der anderer Meinung war, wurde verbrannt. Bleibt den Kritikern noch die Hoffnung, vielleich irgendwann mal sagen zu können: " Das hat se jetzt davon."

Viele Grüße
Anna

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Liebe Anna

Immer häufiger erleben wir, dass sich auch Schulmediziner der ganzheitlichen Vorgehensweise annehmen und auch andere Massnahmen für gut befinden, allerdings eher Hausärzte als Fachärzte. Bei Krankheiten, die noch so in der Hand der traditionellen Schulmedizin sind wie die MS, wagen Ärzte es oft einfach nicht, an Alternativen zu denken oder - was auch bei Ihrem Neurologen der Fall sein wird - haben einfach keine entsprechende naturheilkundliche oder orthomolekularmedizinische Fachkenntnis. Vielleicht könnten Sie auch einen Heilpraktiker, der sich mit der MS auskennt, um Begleitung bitten.

Wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute und hoffen, dass sich Ihre Symptome stetig bessern, damit Sie künftig immer seltener Ihren Rollstuhl benötigen.

Liebe Grüsse

Ihr Team vom

Zentrum der Gesundheit

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