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Süßstoffe fördern Diabetes Typ 2

Forscher fanden heraus, dass verschiedene Süßstoffe die Darmflora massiv verändern. Diese Veränderungen können zu Übergewicht und einem gestörten Glucosestoffwechsel führen. Damit steigt auch das Risiko für Diabetes Typ 2.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 02 Mai 2026
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Süßstoffe als Zuckerersatz?

Wer abnehmen möchte, sollte besser nicht zu viel Zucker konsumieren. Weil viele dennoch nicht auf Süßes verzichten wollen, greifen sie zu Süßstoffen oder Produkten, die diese enthalten. Zahlreiche Diätprodukte enthalten gleich mehrere davon auf einmal.

Diabetikern raten Ärzte und Ernährungsexperten ebenfalls oft dazu, Zucker durch die künstlichen Süßungsmittel zu ersetzen.

Da diese die Darmschleimhaut nicht passieren, gelangen sie nicht in den Körper. Daraus schlossen zahlreiche Experten bisher, dass sie auch keinen Schaden im Organismus anrichten könnten.

Süßstoffe erhöhen Blutzuckerspiegel

Dass das nicht stimmt, stellte ein israelisches Forscherteam in einer mehrteiligen Studie fest.

Dr. Eran Elinav und Prof. Eran Segal vom Weizmann Institut in Rehovot fanden heraus, dass die süßen Ersatzstoffe das Körpergewicht erhöhen und den Glucosestoffwechsel stören. Das wiederum sind Risikofaktoren für Diabetes.

Für das erste Experiment setzten sie dem Trinkwasser von Mäusen über elf Wochen hinweg Saccharin (E 954), Sucralose (E 955) oder Aspartam (E 951) zu. Eine vierte Gruppe bekam Zuckerwasser zu trinken, die Kontrollgruppe reines Wasser.

Die Mäuse, die Süßstoffe erhielten, hatten am Ende den höchsten Glucosespiegel – höher auch als der Blutzuckerspiegel der Mäuse, die Zuckerwasser getrunken hatte.

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Saccharin, Aspartam und Co. verändern Darmflora

Das führte die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die Darmflora bei diesem Prozess eine Rolle spielen musste.

Beweisen konnten sie das, indem sie die Mäuse mit Antibiotika behandelten, die die Darmflora vollständig vernichteten. Danach konnten die künstlichen Zuckerersatzstoffe keine Störungen im Glucosestoffwechsel mehr hervorrufen.

Als nächstes transplantierten sie den Kot von Mäusen, die Süßstoff bekommen hatten, in Mäuse, die noch nicht mit dem Zuckerersatz in Kontakt gekommen waren. Es zeigte sich, dass sich dadurch auch der gestörte Glucosestoffwechsel auf die anderen Mäuse übertrug.

Süßstoffe erschweren die Gewichtsabnahme

Eine Analyse der Darmflora ergab, dass die künstlichen Süßungsmittel zu einer veränderten Bakterienzusammensetzung führten.

Bei den Mäusen, die damit gefüttert wurden, fanden sich besonders viele Bakterien im Darm, die langkettige Kohlenhydrate in Zucker zerlegten oder kurzkettige Fettsäuren bildeten.

Sowohl Zucker als auch kurzkettige Fettsäuren führen in zu hohen Mengen allerdings zu Übergewicht.

Dr. Elinav und sein Team analysierten auch die Daten von 381 gesunden Teilnehmern einer Langzeitstudie zum Thema Ernährung. Die Studienteilnehmer, die angaben, regelmäßig Süßstoffe zu konsumieren, wogen nicht nur mehr. Ihr Glucosestoffwechsel und die Darmflora waren ebenfalls gestört.

Sieben freiwillige Testpersonen erklärten sich bereit, die von der US-amerikanischen Lebensmittelbehörde empfohlene Höchstmenge des Süßstoffs Saccharin aufzunehmen. Schon nach einer Woche entwickelten vier von ihnen einen gestörten Glucosestoffwechsel.

Diese Ergebnisse spiegelten sich auch in den Stuhlproben der Testpersonen wider: Die vier Probanden, deren Glucosestoffwechsel gestört war, wiesen auch Veränderungen in der Darmflora auf (1).

*Hier finden Sie unseren 7-Tage-Ernährungsplan bei Diabetes zum Herunterladen.

Süßstoffe erhöhen Diabetesrisiko

In einer Untersuchung von 2023 an einer Kohorte von über 105.000 Personen wurde der negative Einfluss auf das Diabetesrisiko bestätigt. Darin heißt es:

Der hohe Konsum von Aspartam, Acesulfam-K, Sucralose und von künstlichen Süßstoffen insgesamt erhöht das Risiko für Diabetes Typ 2 im Vergleich zum Nichtkonsum dieser Stoffe (2).

Fazit: Süßstoffe besser nicht

Die meisten süßen Ersatzstoffe sind künstliche Erzeugnisse. Sie sind als Zuckerersatz im Handel, werden aber auch zahlreichen Lebensmitteln zugesetzt. Besonders häufig sind sie in Fertig- und Diätprodukten zu finden.

In der Liste der Inhaltsstoffe erkennen Sie sie an den Kürzeln E 950 bis E 962.

Wer Gewicht verlieren oder sein Diabetes-Risiko senken möchte, sollte besser auf Süßstoffe verzichten und eine insgesamt gesunde Ernährung wählen, in der generell Gerichte, die gesüßt werden müssen, selten auf den Tisch kommen.

Und wenn es doch einmal etwas Süßes gibt, dann kann man sich eines der Süßungsmittel aussuchen, die wir in unserem Artikel Zuckerersatz: Die gesündesten Süßungsmittel vorstellen.

Lesen Sie auch unseren Artikel Diabetes Typ 2 ist heilbar.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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