Zentrum der Gesundheit
  • Illustration von Nerven zur Darstellung einer Polyneuropathie
13 min
5 Kommentare

Polyneuropathie - Ursachen, Symptome und Behandlung

Polyneuropathie ist häufig eine Folge von Diabetes mellitus. Doch gibt es noch weitere Ursachen für die chronische Nervenerkrankung - und es gibt natürliche Maßnahmen, die eine Polyneuropathie bessern oder ihr vorbeugen können. Wir erklären alles rund um mögliche Ursachen und Symptome der Nervenerkrankung und was Sie dagegen tun können.

Fachärztliche Prüfung: Dr. med. Jochen Handel
Stand: 03 Mai 2026
🔍
Sie finden alle im Laufe des Artikels genannten weiterführenden Artikel, wenn Sie die jeweiligen Titel oder auch einzelne Suchbegriffe daraus in unser Suchfeld eingeben.

Polyneuropathie - Erkrankung der Nerven

Polyneuropathie ist eine Nervenkrankheit. Der Name bedeutet "Schädigung vieler Nerven gleichzeitig". Poly heißt viele, neuro heißt Nerven und pathie steht für Krankheit.

Die Polyneuropathie betrifft vor allem die Nerven in den Füßen und Beinen, manchmal auch in den Händen.

Schätzungen zufolge leiden weltweit 40 von 100.000 Menschen an der Polyneuropathie (PNP).

Die Symptome

Es gibt Hunderte verschiedener Arten der Polyneuropathie. Die Symptome reichen von Brennen, Kribbeln, Schwäche, Taubheit, Muskelschwäche, Lähmungen bis hin zu quälenden Schmerzen, vor allem in den Armen und Beinen (1).

Mögliche Ursachen

Die Ursachen einer Polyneuropathie (PNP) können vielfältig sein und oft genug lässt sich der auslösende Faktor im Nachhinein nicht mehr feststellen. Dann spricht man von einer idiopathischen PNP.

Nachfolgend stellen wir mögliche Ursachen der PNP vor. Alle diese Faktoren können die Nerven so schädigen, dass die Verbindung zwischen dem Gehirn und den entsprechenden Körperteilen unterbrochen wird.

Handelt es sich bei den geschädigten Nerven um motorische Nerven, so beeinträchtigt dies die Beweglichkeit der betroffenen Muskelpartien.

Handelt es sich um sensible Nerven, dann kommt es zu Missempfindungen wie z. B. Kälte- oder Taubheitsgefühlen oder eben auch zu Schmerzen.

Diabetes mellitus

Wenn Diabetes die Ursache ist, spricht man von einer diabetischen Polyneuropathie. 60 Prozent der Diabetiker sind davon betroffen.

Der hohe Blutzuckerspiegel führt einerseits zu einer mangelhaften Durchblutung und damit zu einer Unterversorgung der Nerven, andererseits kann eine hohe Zuckerkonzentration im Blut direkt die Nerven schädigen.

Vitamin-D-Mangel

Bei Diabetikern, die unter einer PNP leiden, ist meist ein niedriger Vitamin-D-Spiegel festzustellen.

Forscher haben in diversen Studien herausgefunden, dass es Zusammenhänge zwischen einer Polyneuropathie und Vitamin-D-Mangel gibt. Lesen Sie mehr dazu in unserem Artikel Vitamin D - Schutz vor Polyneuropathie (PNP).

Vitamin-B12-Mangel

Vitamin B12 ist wichtig für die Regeneration und Bildung der Myelinscheiden der Nervenfasern, so dass ein Vitamin-B12-Mangel zu neurologischen Schäden führen kann. Vitamin-B12-Mangel ist besonders bei Menschen mit chronischen Magen-Darm-Beschwerden verbreitet.

Gleichzeitig mit der Behebung des Vitamin-B12-Mangels müssen jedoch natürlich auch die ursächlichen Magen-Darm-Erkrankungen behandelt werden.

Ganzheitliche Maßnahmen bei Magenproblemen stellen wir in unseren Artikeln Die 20 besten Tipps bei Magenbeschwerden und Magenschmerzen natürlich behandeln vor.

Fehlernährung

Auch eine langjährige Fehlernährung kann zu einer PNP führen. Eine ungesunde Ernährungsweise erhöht die Zahl der freien Radikale (welche die Nerven schädigen können) und liefert gleichzeitig nur wenige Antioxidantien (welche die freien Radikale eliminieren könnten).

Zusätzlich steigt die Gefahr einer Insulinresistenz (beginnender Diabetes). Oft werden die Nerven auch nur unzureichend mit den notwendigen Nährstoffen und Mikronährstoffen versorgt.

Schadstoffbelastung

Eine PNP kann beispielsweise die Folge einer Vergiftung sein. Hier kommen Chemikalien wie etwa Pflanzenschutzmittel (Glyphosat) oder Quecksilber (z. B. aus amalgamhaltigen Zahnfüllungen) in Frage.

(Verwenden Sie in Haus, Hof und Garten keine Unkraut- oder Insektenvernichter! Diese können auch Ihre Gesundheit beeinträchtigen.)

Auch der langjährige Einfluss von Chemikalien am Arbeitsplatz (z. B. Lösungsmittel) kann zu einer Beeinträchtigung der Nervengesundheit und damit zu einer Polyneuropathie führen.

Schadstoffbelastung messen

Mit einer Haaranalyse oder Nagelanalyse können Sie leicht die Belastung mit Schwermetallen und Aluminium überprüfen. Es muss kein Blut genommen werden und man braucht zunächst auch keinen Arzt dazu.

Sie schneiden sich einfach etwas Haar oder einige Fingernägel ab und senden diese ein. Nach wenigen Tagen erhalten Sie das Ergebnis zu Ihrer persönlichen Schwermetallbelastung per E-Mail zugeschickt.

Sollte sich eine Belastung zeigen, können Sie mit geeigneten Maßnahmen und/oder in Begleitung eines Umweltmediziners die Schadstoffe ausleiten.

Hier können Sie Ihre persönliche * Haar- oder Nagelanalyse bestellen.

Alkohol und Drogen

Drogen sind ebenfalls ein möglicher auslösender Faktor der Polyneuropathie. Besonders häufig kann die Erkrankung daher bei alkoholabhängigen Patienten beobachtet werden.

Medikamente

Manche Medikamente können eine Polyneuropathie verursachen. Besonders bekannt ist dies bei Chemotherapeutika (z. B. Cisplatin, Paclitaxel, Vincristin, Bortezomib).

Auch einige Antibiotika (Metronidazol, Nitrofurantoin, Linezolid) und bestimmte HIV-Medikamenten gelten als mögliche PNP-Ursachen. In seltenen Fällen können auch Cholesterinsenker (Statine) Nervenschäden fördern.

Krankheiten

Darüber hinaus kann die Polyneuropathie eine Begleit- oder Folgeerscheinung nicht nur von Diabetes sein, sondern auch von vielen anderen Krankheiten, wie z. B. von Borreliose, HIV (durch Virus und auch durch die Medikamente) sowie von manchen Autoimmunerkrankungen (z. B. Sarkoidose, Lupus erythematodes).

Häufig wird in diesem Zusammenhang auch das Guillain-Barré-Syndrom genannt: Es ist jedoch keine Ursache, sondern eine eigene Form der PNP. Es handelt sich um eine akute, entzündlich-demyelinisierende Polyneuropathie und zählt zu den Autoimmunerkrankungen.

Im Verlauf der Erkrankung greift das körpereigene Immunsystem die Myelinscheiden der peripheren Nerven an - also genau wie bei Multipler Sklerose, nur dass das Immunsystem bei MS die Nerven des zentralen Nervensystems angreift (Gehirn und Rückenmark).

Das Guillain-Barré-Syndrom heilt meist nach etlichen Wochen wieder folgenlos aus. Eine Therapie mit Immunglobulinen und Plasmapherese (Blutwäsche) kann den Verlauf verkürzen und vereinfachen, also Komplikationen verhindern.

Die Therapie

Wenn die Ursache der Polyneuropathie bekannt ist, sollte diese natürlich bestmöglich behoben oder behandelt werden.

Sind Medikamente oder Drogen die Auslöser, können sie künftig gemieden oder im Falle der Arzneimittel gegen verträglichere ausgetauscht werden. Ein Vitamin-B12-Mangel kann leicht mit Injektionen und später mit Nahrungsergänzungsmitteln behoben werden.

Auch die diabetische Polyneuropathie lässt sich verhältnismäßig gut therapieren – indem "ganz einfach" der Diabetes mellitus therapiert wird. Gerade Diabetes Typ 2 kann hervorragend mit der entsprechenden Lebens- und Ernährungsweise "behandelt" werden, so dass sich – sobald der Blutzuckerspiegel wieder sinkt – auch die Polyneuropathie im Laufe einiger Monate wieder zurückbilden kann.

Informationen zu ganzheitlichen Maßnahmen bei Diabetes Typ 2 finden Sie in unserem Artikel Diabetes mellitus Typ 2 - Symptome und Ursachen.

Was macht die Medizin?

Komplizierter ist es, wenn sich die Ursache nicht finden lässt. In diesen Fällen werden von der Schulmedizin Arzneimittel verordnet, die auch bei Epilepsie und Angststörungen verschrieben werden. Eigentlich sollen sie die Überaktivität der Nerven und damit den bei Polyneuropathie oft unerträglichen Schmerz drosseln.

Doch drosseln sie gleichzeitig noch viel mehr, wie beispielsweise das Sehvermögen, die Potenz und den Gleichgewichtssinn.

Es kann zu Sehstörungen, Erektionsstörungen und Gleichgewichtsstörungen kommen. Auch Schwindel, Trunkenheitsgefühle und Ödeme sowie eine erhebliche Gewichtszunahme unter Pregabalin (Name des Wirkstoffs) sind möglich.

Wenn man sich als PNP-Patient mit den Medikamenten nun fühlt, als sei man von einem 30-Tonner überrollt worden, und hofft, man könnte vom Neurologen eventuell eine Alternativmedikation erhalten, dann wird man nicht selten enttäuscht - und noch zusätzlich mit einem Päckchen Antidepressiva nach Hause geschickt.

Ganzheitliche Maßnahmen bei Polyneuropathie

Viele ganzheitlichen Maßnahmen kann man problemlos selbst zu Hause umsetzen - besonders die ganzheitlichen Basismaßnahmen:

Gesunde Ernährung, ein gutes Stressmanagement, Bewegung sowie Entgiftung! Und wichtig: Keinen Alkohol!

Pflanzenbasierte Ernährung bessert PNP

In unserem Artikel Vegane Ernährung hilft bei Polyneuropathie stellen wir eine Studie vor, in deren 20-wöchigem Verlauf sich die Nervenschmerzen durch PNP deutlich besserten.

Testen Sie die rein pflanzliche Ernährung doch einmal! Und wenn Sie nicht recht wissen, wie Sie Ihre Ernährung entsprechend umstellen können, dann besuchen Sie am besten einen unserer zahlreichen Kochkurse an unserer * veganen online Kochschule.

Bewegen Sie sich

Machen Sie so viel Sport, wie es ihnen möglich ist! Das Minimum besteht aus krankengymnastischen Bewegungsübungen und Ergotherapie, die beide ein sehr wichtiger Teil in der Behandlung der Polyneuropathie darstellen.

Bewegung erleichtert die Kontrolle des Blutzuckerspiegels, kurbelt die Durchblutung an und kann auf diese Weise die Schädigung der Nerven zumindest verlangsamen (3).

Nach der sportlichen Betätigung sollten Sie ihre Füße immer untersuchen, ob irgendwelche Reizungen, Blasen oder Wunden zu sehen sind. Wenn Sie etwas in dieser Art entdecken, muss dies sofort behandelt werden, damit man Infektionen vorbeugen kann.

Entgiften Sie Ihren Körper

Da eine Polyneuropathie auch die Folge einer Schadstoffbelastung sein kann, setzen Sie Maßnahmen um, die Ihre Entgiftungsorgane unterstützen. Wir erklären dies in unserem Artikel Die Anleitung zum Entgiften.

Zusätzlich sollten insbesondere jene Organe gestärkt und unterstützt werden, die für die Giftausleitung zuständig sind. Das sind der Darm, die Leber und die Nieren.

Für jedes Organ gibt es umfassende Kuren. Wenn Sie sich jedoch bereits gesund ernähren und sich bewegen, dann genügt die genannte Entgiftungskur völlig - zumal sie auch darm-, nieren- und leberunterstützende Komponenten enthält.

Rotlicht-Therapie bei PNP

Die Rotlicht-Therapie kann bei vielen Beschwerden hilfreich sein. In Studien ist hier meist die Rede von low-level light therapy (LLLT) oder Photobiomodulation. Eingesetzt werden Wellenlängen zwischen 600 und 850 nm, also im Rot- und Nahinfrarotbereich.

Die Therapie erhöht die Energieproduktion in den Zellen (ATP) und verbessert die Durchblutung, was zur Nervenregeneration beitragen kann.

In einem Review von 2023 zeigte sich außerdem, dass die neuropathischen Schmerzen und die Nervenleitgeschwindigkeit durch die Lichttherapie verbessert wurden (13).

Gleichzeitig lässt sich das Risiko für Fußgeschwüre durch die Therapie reduzieren.

Dies ist bei Polyneuropathie ein wichtiges Thema. Denn hier verlieren Betroffene das Schmerz- und Druckempfinden in den Füßen (vor allem an den Zehenballen und Fersen).

Dadurch nehmen sie Überlastungen nicht wahr, die normalerweise zu einer Entlastungsbewegung führen würden. Geschwüre und Verletzungen können auf diese Weise entstehen.

* Gut an den Beinen einsetzen lässt sich z. B. das FlexiPad (auch gut bei Rückenbeschwerden).

* Für die Füße kann auch die Lampe Gen70 verwendet werden, die natürlich auch für die Rotlicht-Therapie an anderen Körperteilen optimal ist.

Lesen Sie mehr über die Rotlicht-Therapie in unserem Artikel Rotlicht-Therapie - Wirkung und Anwendungen.

Nahrungsergänzungsmittel bei Polyneuropathie

Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel können bei der PNP zusätzliche Unterstützung bieten:

Uridinmonophosphat gegen Nervenschmerzen

Uridinmonophosphat (UMP) ist ein wichtiger Baustein für Nervenzellen und kann die Regeneration geschädigter Nerven unterstützen. Denn es wird vom Körper direkt in die Myelinschicht eingebaut, also für die Herstellung der Nervenschutzschicht verwendet.

In Studien verbesserte der Stoff die Nervenleitgeschwindigkeit, führte zu dickeren Nervenfasern und einer Regeneration der Myelinschicht.

In Kombination mit Folsäure und Vitamin B12 konnte UMP in einer Studie mit über 200 PNP-Patienten die Nervenschmerzen signifikant reduzieren (11). Auch konnten die Patienten die Dosierung ihrer üblichen Medikamente senken.

UMP ist ein natürlicher Stoff, der auch in Tomaten, Brokkoli, Getreide, Pilzen etc. vorkommt. Dort allerdings nur in Mengen von wenigen Milligramm. In Studien hingegen wird UMP meist in Dosen von 50 bis 75 mg pro Tag verabreicht - oft kombiniert mit B-Vitaminen (z. B. Doloctan forte oder Orthomol Neuro).

* Hier finden Sie Uridin Monophosphat

* Hier finden Sie Doloctan-Forte.

UMP-Präparate könnten auch mit Alpha-Liponsäure kombiniert werden. Negative Wechselwirkungen sind nicht bekannt. Im Gegenteil: Beide könnten sich in ihrer positiven Wirkung auf die Nerven verstärken.

Alpha-Liponsäure bessert Kribbeln und Taubheit

Die Alpha-Liponsäure ist ein starkes Antioxidans, das bevorzugt zur Behandlung der diabetischen Polyneuropathie verwendet wird. Die schwefelhaltige Fettsäure kann insbesondere die sensorischen Symptome der PNP bessern (12), also die Taubheitsgefühle, das Kribbeln etc.

In Studien werden Dosierungen von 600 über 1200 bis 1800 mg pro Tag verwendet. Die Dosis wird auf zwei bzw. drei Dosen pro Tag aufgeteilt. In den ersten 3 Wochen der Therapie könnte man sich die Alpha-Liponsäure per Infusion geben lassen.

N-Acetylcystein lindert Nervenschmerzen

N-Acetylcystein (NAC) ist ein Baustoff, der für die Bildung von Glutathion benötigt wird - einem der wichtigsten körpereigenen Antioxidantien.

In unserem Artikel N-Acetylcystein (NAC): Wirkung und Anwendung stellen wir eine Studie vor, in der PNP-Patienten nach 8 Wochen NAC deutlich weniger Schmerzen hatten als die Placebo-Gruppe.

Auch NAC kann gut mit der Alpha-Liponsäure kombiniert werden.

Magnesium beruhigt die Nerven

Magnesium beruhigt das Nervensystem. Die empfohlene Dosierung bei Polyneuropathie beträgt 800 mg, die in 2 Dosen pro Tag eingenommen werden.

Wählen Sie gut verträgliche Magnesiumpräparate, da in diesen sehr hohen Dosen z. B. Magnesiumcitrat zu Durchfall führen würde. Gerade wegen der sehr hohen Dosis sollten Sie diese Maßnahme mit Ihrem Arzt besprechen und in jedem Fall mit einer niedrigen Dosis starten, um zu sehen, ob bei Ihnen nicht vielleicht schon z. B. 300 oder 400 mg Magnesium ausreichen.

Vitamin B6

Während ein Vitamin-B12-Mangel sehr oft bei Polyneuropathie-Patienten entdeckt wird, ist dies bei den Vitaminen B1 und B6 nicht so häufig und einheitlich der Fall (7). Dennoch sollten auch diese B-Vitamine bei der Therapie einer Polyneuropathie zum Einsatz kommen, wenn die entsprechenden Blutspiegel niedrig sind.

Denn manche Studien zeigten, dass ein Mangel an Vitamin B6 den neuropathischen Schmerz verstärken oder sogar verursachen kann. Gleichzeitig aber können zu hohe Vitamin-B6-Dosen ebenfalls zu neuropathischen Symptomen führen. Bisher galten 50 mg und mehr als entsprechend riskante Dosen. Doch zeigte sich, dass auch Dosen unter 50 mg neuropathische Symptome (bei langfristiger Einnahme) verursachen können.

Daher ist es hier wichtig, eine ausreichende Versorgung sicherzustellen und dabei zu hohe Dosen zu vermeiden. Die EFSA gab im Frühjahr 2023 als derzeit sichere höchste Vitamin-B6-Tagesdosis 12 mg an (10).

Der normale Tagesbedarf an Vitamin B6 wird mit 1,4 mg (Frauen) und 1,6 mg (Männer) angegeben. Wird bei einer Polyneuropathie daher ein Mangel entdeckt, könnte man mit einem Vitamin-B-Komplex gegenwirken, der zwischen 1,5 und 5 mg Vitamin B6 versorgt, z. B. * B-Vitamin Mix von effective nature mit 4,2 mg Vitamin B6.

Vitamin B1

Auch Vitamin B1 konnte in Studien zu einer Besserung der polyneuropathischen Schmerzen führen (8) - und zwar bei der alkoholischen Polyneuropathie in Dosen von 320 mg pro Tag und nach vier Wochen in Dosen von 120 mg pro Tag bis einschließlich der achten Woche.

In einer Studie von 2005 erhielten die Teilnehmer, die alle an einer diabetischen Polyneuropathie litten, über drei Wochen hinweg viermal täglich je 100 mg Vitamin B1 und erlebten eine deutliche Besserung ihrer Beschwerden (9) (im Vergleich auch zur Placebogruppe).

Vitamin B12

Schon oben bei den möglichen Ursachen haben wir einen Vitamin-B12-Mangel aufgeführt. Details zum B12-Mangel lesen Sie im vorigen Link. Lassen Sie am besten mit Ihren aktuellen B12-Wert überprüfen.

Dazu eignet sich nicht die Messung von Vitamin B12 im Serum, die von vielen Ärzten noch durchgeführt wird. Stattdessen wird der Holo-TC-Test gemacht, der nur das aktive B12 misst und daher auch schon die Anfänge eines Mangels anzeigen kann.

Bei zu niedrigen Werten, nehmen Sie täglich 1000 µg Vitamin B12 ein oder lassen sich von Ihrem Arzt eine B12-Spritzenkur (von Medivitan) verschreiben (ein- bis zweimal wöchentlich eine Spritze über mind. 4 Wochen hinweg). Medivitan enthält auch Vitamin B6 (5 mg) und Folsäure (1,05 mg).

Vitamin D

Vitamin D gilt ebenso als eine wirksame Substanz für die Behandlung neuropathischer Symptome. Professor Shehab von der Kuwait University empfiehlt, bei bestehendem Diabetes entsprechende Vitamin-D-Supplemente einzunehmen, um die Entstehung einer Polyneuropathie zu verhindern (4).

Zur Prävention einer Polyneuropathie gehen Mediziner von täglichen Dosen zwischen 1.800 und 4.000 IE Vitamin D aus. (5)

Lassen Sie am besten Ihren aktuellen Vitamin-D-Status messen (beim Arzt oder HP) und nehmen dann - je nach Ist-Wert - die für Sie erforderliche Dosis ein.

Wie Sie dabei vorgehen und die für Sie passende Dosis herausfinden, lesen Sie in unserem Artikel Optimieren Sie Ihre Vitamin-D-Versorgung - 15 Tipps.

* Hier finden Sie einen Vitamin-D-Test für zu Hause.

Chilipräparate für die äußerliche Anwendung

Laut einer im Jahr 2018 an der Mashhad University of Medical Sciences durchgeführten Studie können diverse Heilpflanzen wie der Kalmus, Estragon, Salbei oder auch Kurkuma bei Polyneuropathie hilfreich sein. (2)

Auch Capsaicin, der in Chilis enthalten ist, kann US-Forschern zufolge bei der Schmerzbekämpfung gute Dienste erweisen. Äußerlich angewandte Capsaicin-Zubereitungen wie z. B. Salben oder Pflaster können Nervenschmerzen betäuben und dadurch lindern.

Wichtig sei jedoch eine auf den Patienten individuell angepasste Dosierung bzw. Anwendungsdauer. Zur äußerlichen Anwendung gedachtes Capsaicin mit einer Dosis von 8 Prozent war am wirkungsvollsten. (6)

Helmkraut

Auch Helmkraut (Scutellaria) beruhigt das gesamte Nervensystem. Die empfohlene Dosierung beträgt 15 Tropfen einer Helmkraut-Tinktur. In einem Glas Wasser aufgelöst sollte diese Menge 3- bis 6-mal am Tag eingenommen werden oder dem Schmerz entsprechend je nach Bedarf.

Nachtkerzenöl

Die Einnahme von Nachtkerzenöl kann wirkungsvoll bei der Vorbeugung von Nervenschäden und möglicherweise bei milden Formen der diabetischen Polyneuropathie hilfreich sein. Nachtkerzenöl liefert Gamma-Linolensäure, die ein wichtiger Baustoff von Nervenzellen ist.

Rizinusöl-Packungen

Die äußerliche Anwendung von Rizinusöl-Packungen kann bei manchen Menschen die Symptome der Polyneuropathie lindern. Wie Sie dabei vorgehen können, finden Sie in unserem Artikel mit dem Titel Rizinusöl - Die Wirkungen auf Darm, Haut und Haare erklärt.

TCM-Kliniken für Polyneuropathie-Patienten

Von manchen Spezial- bzw. Schmerz-Kliniken wie z. B. TCM-Kliniken (TCM = Traditionelle Chinesische Medizin) werden Therapien für Polyneuropathie-Patienten angeboten.

Erkundigen Sie sich, ob die jeweilige Klinik für Ihre persönliche Situation geeignet ist. Meist steht die diabetische Polyneuropathie im Mittelpunkt der Therapien. Andere PNP-Formen sprechen nicht so gut darauf an.

Massagen, Biofeedback, Akupunktur und Entspannungstherapien haben ebenfalls in manchen Fällen positive Wirkungen gezeigt und können in eine ganzheitliche PNP-Therapie integriert werden.

Fazit: Bei Polyneuropathie verschiedene Maßnahmen kombinieren

Wenn Sie von einer Polyneuropathie betroffen sind, kombinieren Sie am besten verschiedene Maßnahmen, um bestmögliche Erfolge zu erzielen.

Sollten Sie bereits Medikamente erhalten und in ärztlicher Behandlung sein, besprechen Sie mit Ihrem Arzt die weitere Vorgehensweise, z. B. die Integration der ganzheitlichen Maßnahmen in Ihren Therapieplan.

Update 31.7.2023

Wir haben den Abschnitt über Vitamin B6 den aktuellen Gegebenheiten und Grenzwerten gemäß aktualisiert.

Update 30.8.2025

Wir haben den Artikel aktualisiert und ergänzt.

Spende

Ihre Spende hilft uns

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, würden wir uns über einen kleinen Beitrag zu unserer Arbeit sehr freuen! Spenden Sie jetzt mit Paypal.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

Transparenz-Hinweis: Um unser Informationsangebot für Sie kostenfrei zu halten, verwenden wir Affiliate-Links (*). Bei einem Kauf erhalten wir eine kleine Provision - ohne Mehrkosten für Sie. Mehr erfahren

Lesen Sie uns gerne? Legen Sie Zentrum der Gesundheit mit einem Klick als bevorzugte Quelle bei Google fest und erhalten Sie unsere Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen.

War dieser Artikel hilfreich für Sie?

Wir investieren viel Zeit und Sorgfalt in unsere Artikel. Wenn Ihnen unsere Arbeit gefällt, freuen wir uns über eine kurze Bewertung bei Trustpilot.

★★★★★
Jetzt bewerten
Kürzlich gestellte Fragen