Der Reizdarm
Reizdarm-Patienten leiden unter immer wiederkehrenden Bauchschmerzen, Blähungen, chronischen Durchfällen oder auch unter chronischer Verstopfung.
Das Reizdarm-Syndrom ist ein sehr interessantes Thema. Interessant daran sind weniger die wirklich quälenden Symptome als vielmehr die Tatsache, dass die meisten Menschen mit der Diagnose "Reizdarm" in Wirklichkeit gar kein Reizdarm-Syndrom haben. Der Grund für diese Annahme ist der, dass es für die typischen Reizdarm-Symptome Ursachen geben kann, die mit den üblichen Diagnoseverfahren gar nicht entdeckt werden können.
Der Reizdarm (auch Reizkolon oder Colon irritabile genannt) gehört zu den psychosomatisch bedingten funktionellen Darmerkrankungen. Das bedeutet, dass "lediglich" die Funktion des Darmes gestört ist, nicht aber das Organ an sich. Im Grunde handelt es sich also um die Bezeichnung für eine Gruppe von Symptomen, für die dem behandelnden Arzt keine andere Diagnose einfällt. Übrig bleibt infolgedessen die Vermutung, dass wohl alles psychisch bedingt sei.
Und so werden Magen- und Darm-Spiegelungen vorgenommen, Ultraschalluntersuchungen und Blutuntersuchungen durchgeführt, und wenn dabei alles in Ordnung ist, gilt der Patient organisch als völlig gesund, bekommt aber - da er definitiv unter den typischen chronischen Darmbeschwerden leidet - kurzerhand die Diagnose Reizdarm.
Einerseits ist das für den Patienten natürlich sehr beruhigend, wenn man ihm mitteilt, dass er KEINEN Darmkrebs hat, KEINE chronisch-entzündliche Darmerkrankung, KEINE bedenkliche Lebererkrankung und seine Innereien auch sonst KEINEN auffälligen Befund zeigen. Dramatisch daran ist jedoch, dass die Symptome allein durch den Ausschluss dieser ernsthaften Erkrankungen keineswegs verschwinden, sondern nach wie vor - und zwar meist sehr nachdrücklich - präsent sind, den Alltag des betreffenden Menschen enorm beeinträchtigen und der Patient jetzt - wo er weiss, dass er anscheinend vollständig gesund ist - keine Ahnung hat, was er als Nächstes tun soll.
Die Symptome des Reizdarms umfassen insbesondere Blähungen und Blähbauch, Verstopfung oder auch Durchfall (mit überwältigendem, also plötzlichem und kaum zurückhaltbarem Stuhldrang) sowie Bauchschmerzen, die jedoch nach dem Stuhlgang vorübergehend besser werden. Nachts sind die meisten (echten!) Reizdarm-Patienten beschwerdefrei. Zusätzlich können auch Beschwerden wie Sodbrennen und Übelkeit dazu kommen.
Es gibt drei verschiedene Reizdarm-Typen:
Bei manchen Menschen äussert sich das Reizdarm-Syndrom also bevorzugt in Verstopfung (mit Blähungen und Bauchschmerzen), bei anderen Menschen hingegen überwiegt der Durchfall (wiederum mit Blähungen und Bauchschmerzen) und die dritte Gruppe leidet abwechselnd unter Durchfall und Verstopfung und hat ebenfalls Blähungen und Bauchschmerzen.
Bei der Mehrheit der Menschen mit Reizdarm-Diagnose liegt kein Reizdarm-Syndrom vor, sondern eine der folgenden Problematiken, die allesamt - zur grossen Erleichterung der Patienten - therapierbar sind. Daher sollte sich kein Patient mit der Diagnose Reizdarm zufrieden geben, solange nicht die nachfolgenden Möglichkeiten - die sich ebenfalls in den typischen Verdauungsbeschwerden äussern können - ausgeschlossen wurden.
Zunächst könnte an eine Bauchspeicheldrüsenschwäche oder an eine Gallenfunktionsstörung gedacht werden. Bei diesen beiden Möglichkeiten - die mit einer preiswerten Stuhluntersuchung ausgeschlossen oder bestätigt werden können - treten die Beschwerden insbesondere nach fetten Speisen auf.
Sehr häufig leiden die sog. Reizdarm-Patienten in Wirklichkeit an einer oder mehreren Nahrungsmittelintoleranzen. In diesem Fall treten die Symptome meist sehr spezifisch, also ausschliesslich nach dem Verzehr der entsprechenden Lebensmittel auf. So zeigen sich Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall bei der Fructoseintoleranz nach Früchten oder zuckerhaltigen Mahlzeiten und bei der Histaminintoleranz häufig nach einem Glas Rotwein, nach lange gereiftem Käse oder Sauerkraut. Ähnliche Symptome zeigen sich bei der Lactoseintoleranz unmittelbar im Anschluss an eine milchhaltige Mahlzeit; und eine Sorbitintoleranz meldet sich, wenn sorbithaltige Kaugummis gekaut oder andere sorbithaltige (Diät- oder Light-)Nahrungsmittel gegessen werden.
Eine Glutenintoleranz, die zwar ebenfalls die typischen Darmbeschwerden nach sich zieht und beim Genuss von glutenhaltigen Back- und Teigwaren auftritt, wird meist bereits im Zuge der üblichen Diagnoseverfahren ausgeschlossen.
Zwar spricht sich die Existenz von Nahrungsmittelunverträglichkeiten langsam herum, doch gibt es immer noch sehr viele Ärzte, die sich damit nicht auskennen und bei einem Reizdarm-Syndrom erst dann die entsprechenden Tests durchführen, wenn der Patient darauf besteht. Weiss der Patient jedoch selbst nichts über diese Thematik, dann kann er auch keine Tests veranlassen und isst unwissend Tag für Tag jene Lebensmittel, die seine Beschwerden auslösen. Mehr Details zu den Intoleranzen, insbesondere zur Fructoseintoleranz finden Sie hier: Fructoseintoleranz
In manchen Fällen leidet der Patient auch unter einer Nahrungsmittelallergie auf eines oder einige verschiedene Nahrungsmittel. Ein Ernährungstagebuch kann hier wertvolle Dienste leisten, um mögliche Zusammenhänge zwischen bestimmten Nahrungsmitteln und den auftretenden Beschwerden aufzuspüren.
Auch sollte an eine mögliche Unverträglichkeit von Medikamenten gedacht werden, die regelmässig eingenommen werden. So sind Fälle von Patienten bekannt, die jahrelang Acetylsalicylsäure (ASS) nahmen, "plötzlich" Darmbeschwerden entwickelten und schliesslich ein kompetenter Therapeut herausfand (über die Allergiediagnostik), dass genau dieses Präparat beim betreffenden Patienten zu einer Darmentzündung geführt hatte und diese wiederum die Entstehung von Nahrungsmittelallergien begünstigen konnte.
Erst wenn sich auch die oben genannten Möglichkeiten nicht bestätigen, könnte tatsächlich ein echtes Reizdarm-Syndrom vorliegen.
Ein Viertel aller Reizdarm-Syndrome soll sich interessanterweise infolge von Antibiotika-Therapien entwickelt haben, die gegen entzündliche Magen-Darm-Probleme eingenommen wurden. Da Antibiotika nicht nur die Darmflora, sondern auch die Darmschleimhaut schädigen können, ist davon auszugehen, dass Reizdarm-Patienten in den meisten Fällen unter einer gestörten Darmflora und in manchen Fällen unter Schäden der Darmschleimhaut leiden, so dass diese beiden Aspekte in die Therapie miteinbezogen werden sollten.
Ein weiterer sehr grosser Teil der Patienten berichtet von ernsthaften Traumen (z. B. Missbrauch in der Kindheit), so dass das echte Reizdarm-Syndrom auch die Folge von seelischen Konflikten und Belastungen aus der Vergangenheit, aber auch - und sicher nicht selten - die Folge von Dauerstress in der Gegenwart darstellen kann.
Wenn Nahrungsmittelunverträglichkeiten etc. ausgeschlossen wurden, dann empfehlen sich beim echten Reizdarm-Syndrom die folgenden Massnahmen:
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Hallo Balou57,
laut einer Studie zeigte Aloe Vera keine auffälligen Wirkungen beim Reizdarmsyndrom, allerhöchstens beim durchfalldominierten Reizdarmsyndrom könnte Aloe Vera u. U. zu geringen Besserungen der Symptome führen.
Zur Wirkung von Colostrum auf das Reizdarmsyndrom liegen uns keine konkreten Hinweise vor. Hier ist zu berücksichtigen, dass Colostrum auch geringe Lactosemengen enthalten kann und manch Reizdarmpatient - ob bewusst oder unbewusst - lactoseintolerant ist.
Falls es zu einer testweisen Einnahme kommen sollte, raten wir zu Ziegencolostrum, da hier wenigstens die Eiweisszusammensetzung für Menschen, die empfindlich auf Milcheiweiss reagieren, häufig besser vertragen wird.
Insgesamt empfehlen wir jedoch, sich bei Reizdarmsyndrom nicht auf einzelne Präparate zu verlassen, sondern ein ganzheitliches Konzept zu verfolgen.
Liebe Grüsse
Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit
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