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Ptose des Magens – Ursache vieler Beschwerden

Ptose des Magens – Ursache vieler Beschwerden

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(Zentrum der Gesundheit) – Eine Ptose des Magens liegt vor, wenn die Magenwand durch ein häufiges Überessen zu stark gedehnt ist. Dies wiederum kann zur Ursache vieler Gesundheitsstörungen werden. Betroffene wissen oft gar nicht, dass die Ursache im Magen verborgen liegt. Natürlich können chronische Verdauungsbeschwerden eine Folge der Magenerweiterung sein. Doch sind es häufig auch Schlafstörungen, Müdigkeit, Leistungseinbrüche und viele andere chronische Beschwerden mehr, die sich als Konsequenz einer Magenptose zeigen. Alle diese Probleme können jedoch auch wieder verschwinden, nämlich dann, wenn man die Ptose des Magens behebt.

Ursache vieler Krankheiten: Ein ausgedehnter Magen

"Der Tod sitzt im Darm", heisst es oft so nett. Man meint damit, dass der Zustand des Darms über Leben und Tod entscheiden kann. Daher sind Darmreinigungen auch so sinnvoll und gehören zu jeder ganzheitlichen Therapie dazu.

Doch was wäre, wenn der Darm ordnungsgemäss gereinigt und gepflegt wird, aber dennoch Krankheiten entstehen? Könnte es sein, dass die Beschwerden an einer anderen Stelle des Körpers beginnen, und nicht erst im Darm?

Diese Vermutung kam bereits Anfang des 20. Jahrhunderts auf, als der in Estland geborene Arzt Dr. med. Alexander Rosendorff (1871 - 1963) von der Erweiterung des Magens als Ursache vieler Gesundheitsbeschwerden zu sprechen begann.

Wenn Darmreinigung und Ernährungsumstellung allein nicht mehr helfen

Rosendorff lebte und praktizierte unter anderem auch in Deutschland und Österreich. Er machte sich schon zu Lebzeiten keine Freunde in den eigenen Reihen, da er immer häufiger die Schulmedizin an den Pranger stellte und sie als wenig heilbringend, wenn nicht sogar schädlich beschrieb.

Seine Patienten waren zu grosser Zahl austherapierte und von der Schulmedizin enttäuschte Menschen, denen er zu grosser Zahl Heilung bringen konnte. Seine eigenen naturheilkundlichen Verfahren bestanden aus Darmreinigungen, Einläufen, Wasseranwendungen und konsequenter Ernährungsumstellung.

Doch selbst diese Massnahmen brachten ihn irgendwann an seine Grenzen, denn auch er konnte nicht alle Patienten dauerhaft heilen – bis er nach langer Suche durch akribisches Palpieren (Abtasten) und Perkussieren (Abklopfen) der Bauchorgane auf die Ptose des Magens stiess.

Ptose des Magens verhindert Heilung

Während man den Begriff Ptose meist im Zusammenhang mit den Augen kennt (das Herabhängen eines oder beider Lider) oder mit den Nieren (abnormale Beweglichkeit und Senkung der Nieren), bezeichnete Rosendorff auch eine Erweiterung des Magens als Ptose. Sie schien eine häufige Ursache all der bislang unvermeidbaren Rückfälle seiner Patienten zu sein.

Wie entsteht ein ausgedehnter Magen?

Der Magenerweiterung liegt eine Schwächung der Muskulatur der Magenwand zugrunde. Diese entsteht durch ein zu häufiges Überessen. Dann nämlich kann das Übermass an Nahrung nicht mehr vollständig durch die Kontraktionen des Magens Richtung Pförtner (Schliessmuskel zwischen Magen und Darm) transportiert werden. Die damit einhergehende Verweildauer der Nahrung im Magen verlängert sich um ein Vielfaches.

Laut Rosendorff benötigt der gesunde Magen – je nach eintreffender Nahrung – mindestens zweieinhalb Stunden Verdauungszeit. Wird diese Zeit durch eine Erschlaffung der Magenwand verlängert, geht das Essen durch die im Körper vorherrschenden relativ hohen Temperaturen in Gärung über.

Direkte Folgen sind Völlegefühl und Sodbrennen. Langfristige, also chronische Folgen sind eine systemische Übersäuerung (Übersäuerung des gesamten Körpers), während sich im Magen ein Magensäuremangel einstellen kann. Diese Kombination – systemische Übersäuerung und Magensäuremangel – kann nun zu all den grossen und kleinen Problemen führen, die man gemeinhin als Zivilisationskrankheiten bezeichnet. Dazu gehören beispielsweise Diabetes, Übergewicht, Allergien, Verdauungsbeschwerden, Arthrose, Arthritis, und viele andere mehr. Wie kommt es dazu?

Bei einer Übersäuerung des Organismus kommt es unweigerlich auch zu einem Mangel an basischen Mineralien (Kalium, Magnesium, Calcium), da diese permanent zur Neutralisierung der übermässig vorhandenen Säuren eingesetzt werden müssen sowie zu einer Überlastung der körpereigenen Kompensationsmechanismen. Werden nun ständig Mineralstoffe zur Säureeliminierung verwendet, stehen diese natürlich nicht mehr für die vielen Stoffwechselprozesse zur Verfügung, was dann zu chronischen Krankheiten führt.

Die Folgen des ausgedehnten Magens

Ein erweiterter oder ausgedehnter Magen kann nun aufgrund der Übersäuerung und des Magensäuremangels die folgenden Konsequenzen haben:

1. Erhöhte Infektionsgefahr

Durch die Magenerweiterung wird laut Rosendorff ein hoher Druck auf die Magensaft produzierenden Zellen ausgeübt, die in der Folge weniger leistungsfähig sind. Der beschriebene Magensäuremangel entsteht. Dieser kann nun dazu führen, dass eindringende Krankheitserreger nicht mehr abgetötet werden und den betroffenen Menschen krank machen können. Die Infektionsgefahr steigt.

2. Magenpolypen

Eine verminderte Magensaftproduktion erhöht ausserdem das Risiko für Magenpolypen. Diese zeigen sich vermehrt ab dem 60. Lebensjahr, treten aber auch in früheren Jahren durch Symptome wie Oberbauchschmerzen, Völlegefühl und Appetitlosigkeit in Erscheinung.

3. Vitalstoffmängel

Der Magensäuremangel verstärkt überdies die bestehende Vitalstoffmangelsituation noch weiter, da zur ordnungsgemässen Aufspaltung der einzelnen Nährstoffe auch eine ausreichende Dosis Magensäure erforderlich ist. Magensäuremangel führt daher schnell zu Mineralstoff-, Vitamin- und Nährstoffmängeln.

4. Störung der Darmflora, Verstopfung und Blähungen

Eine mangelhafte Verdauung der Nahrung sorgt für ein noch grösseres Mass der ohnehin schon vorhandenen Übersäuerung. Denn jetzt bleibt die Nahrung erst recht viel zu lange und unzureichend verdaut im Verdauungssystem liegen und geht in Gärung über – natürlich nicht nur im Magen, sondern auch in den folgenden Darmabschnitten.

Ein Übermass an Gärsubstanzen im Darm führt nun zusätzlich zu einer Störung der Darmflora und einer abgeschwächten Darmperistaltik. Beides verlängert die Verweildauer des Nahrungsbreis im Körper, bringt Verstopfung und Blähungen mit sich sowie eine weitere Verstärkung des Nährstoffmangels durch mangelhafte Verdauungs- und Resorptionsprozesse. Ein Teufelskreis entsteht. Doch keiner, den man nicht durchbrechen könnte!

Den Magen natürlich heilen

Die wichtigsten Elemente für die Beseitigung der Ptose bzw. Magenerweiterung und gleichzeitig für die Erhaltung ganzheitlicher Gesundheit sind nach Dr. Rosendorff die folgenden:

  • Zeitabstände zwischen den Mahlzeiten: Halten Sie zwischen den Mahlzeiten mindestens 5 Stunden Pause ein. Essen Sie nie mehr als 3 Mahlzeiten pro Tag. Nehmen Sie die letzte Mahlzeit mindestens 2,5 Stunden vor dem Schlafengehen zu sich.

  • Einspeicheln der Nahrung: Fast wichtiger als die Art der Nahrung ist die Art und Geschwindigkeit, mit der die Nahrung verzehrt wird. Denn Rosendorff rät – wie viele naturheilkundliche Therapeuten – jeden Bissen bis zu breiartiger Konsistenz zu kauen und gründlich einzuspeicheln. Die Nahrung wird dadurch einerseits schon durch die Verdauungsenzyme im Speichel vorverdaut. Andererseits kann eine derart gründlich zerkleinerte Nahrung natürlich dann auch von den Magen- und Darmenzymen besser verdaut werden, so dass das Einspeicheln der Nahrung das gesamte Verdauungssystem entlastet, zu einer besseren Ausbeute der Nährstoffe führt und die Verdauungstätigkeit wieder reguliert.

  • Bauchmassage: Die Bauchmassage nach Rosendorff ist von überragender Wirkung. Man mag es kaum glauben, aber diese am Morgen direkt nach dem Erwachen durchgeführte Selbstmassage der Magen-Darm-Region führt schon nach wenigen Tagen zu einer enormen Erleichterung sehr vieler Beschwerden. Dabei wird der Bauch (Magenzone) zuerst mit Streichungen vom Brustbein bis unter dem Nabel für rund zwei Minuten sanft bearbeitet. Man streicht einfach nur von oben nach unten und wieder von oben nach unten, immer in jene Richtung, die auch der Nahrungsbrei nimmt. Im Anschluss wird mit dem Eigengewicht der aufeinanderliegenden Hände – also erneut mit nur sanftem Druck – für rund eine Minute im Uhrzeigersinn rund um den Bauchnabel massiert, was den Dünndarm stimuliert; zuletzt werden für 2 Minuten lang die Kreise nach unten erweitert, so dass auch der Dickdarm massiert wird. Weitere Informationen zur Bauch-Selbstmassage finden Sie hier: Bauch-Selbstmassage

  • Konsequenter Verzicht auf Genussgifte und Drogen wie Alkohol, Zucker (Süssigkeiten), Zigaretten etc.

  • Reibesitzbäder/Rumpfreibebäder: Bei dieser ungewöhnlichen Badeform (Reibesitzbad) sitzt man auf einem Hocker in einer mit möglichst kühlem Wasser (10 bis 14 Grad) gefüllten Badewanne. Das Wasser reicht gerade an die Sitzfläche. Die Beine sollten auf dem Badewannenrand oder einem zweiten Hocker liegen, so dass man also nicht mit dem Wasser in Berührung kommt. Jetzt nimmt man ein Tuch, taucht es ins Wasser und wischt damit immer wieder ausschliesslich über den Unterleib (die (äusseren) Geschlechtsteile) – und zwar mindestens 20 Minuten lang.

Beim Rumpfreibebad kann das Wasser bis über 20 Grad erreichen. Man sitzt hier bis zu den Hüften im Wasser und reibt sich nun mit einem möglichst rauen Tuch den Unterleib mit viel Wasser ab – für 5 bis 10 Minuten lang. Beide Badformen sollen die Nerven kräftigen und übermässige Hitze (z. B. bei Entzündungen) sowie Schlackstoffe aus dem Körper ausleiten. Der Organismus wird entlastet und gleichzeitig positiv angeregt, was jedwede Heilprozesse stark fördern kann.

Dr. med. Alexander Rosendorff war selbst strenger Jünger seiner eigenen Empfehlungen und starb, soweit berichtet wird, gesund im Alter von 92 Jahren als immer noch praktizierender Arzt.

Zusätzlich zu Dr. Rosendorffs Vorgehensweise können die folgenden Massnahmen bei den beschriebenen Beschwerden hilfreich sein:

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Quelle:

  • med. A. Rosendorff, Neue Erkenntnisse in der Naturheilbehandlung, 11. Auflage, 1994, Turm-Verlag


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