Zentrum der Gesundheit
Screenshot: Öko-Test Februar 2012
Screenshot: Öko-Test Februar 2012

Öko-Test über Vitamine

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(Zentrum der Gesundheit) - Nützen Vitaminpillen? Oder schaden sie gar? Brauchen wir Vitaminpillen? Oder versorgt uns die durchschnittliche Ernährung hinreichend mit allen Nähr- und Vitalstoffen? Und wenn Letzteres stimmt, was IST eine durchschnittliche Ernährung? Wir beleuchten die Meinung von Öko-Test ... und kommen zu einem anderen Ergebnis.

Sind Vitaminpillen überflüssig?

Das Verbraucher-Magazin Öko-Test kommt nach einer Untersuchung(1) von 49 Multivitaminpräparaten zum Schluss, dass kein einziges davon als empfehlenswert gelten könne. Einerseits seien die Präparate ungenügend deklariert oder sie enthielten Zucker.

Andererseits gäbe es keinerlei wissenschaftliche Hinweise auf die vermeintlich positiven Auswirkungen der Vitaminprodukte. Schlimmer noch, es gäbe nicht einmal die Sicherheit, dass von den Vitaminpillen keine Gefahr ausgehe. Auch könnten Vitaminpillen ein falsches Ernährungsverhalten keinesfalls ausgleichen, da wir ja nicht nur Vitamine, sondern auch Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe bräuchten.

Darüber hinaus, so die Zeitschrift, bestehe kaum ein nachvollziehbarer Bedarf an Nahrungsergänzungsmitteln, da man mit einer durchschnittlichen Ernährung schliesslich mit allen erforderlichen Nähr- und Vitalstoffen bestens versorgt sei.

Naja, mit fast allen. Denn in Wirklichkeit würden 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung nicht die offiziell empfohlenen Mengen an Vitamin D und Folsäure aufnehmen.

Auch bei Calcium gäbe es Engpässe. Und wer partout kein jodiertes Speisesalz verzehren wolle, sei höchstwahrscheinlich von Jodmangel bedroht.

Genügt ein Apfel am Tag?

Was aber ist denn nun eine "durchschnittliche" Ernährung, die uns mit (fast) allem versorgt, das wir brauchen? Im Öko-Test-Beispiel-Speiseplan - mit dem sich „locker“ die von der DGE empfohlenen Vitamin- und Mineralstoffwerte erreichen lassen sollen - gibt es Mittags u. a. Gemüse und als Zwischenmahlzeit einen Apfel.

An Gemüse und Früchten war es das dann auch schon. Ansonsten ernährt man sich von den üblichen Grundnahrungsmittel, nämlich von Brot, Reis, Käse, Wurst und Fleisch - ohne dass jetzt konkretisiert werden würde, ob es sich um Vollkornbrot und Vollkornreis oder eher um die hellen Varianten handelt, was in Bezug auf die Vitalstoffversorgung jedoch von höchster Relevanz wäre. Auch Kaffee, Alkohol und Süssigkeiten sind im Öko-Test-Speiseplan dabei und helfen offenbar tüchtig bei der Deckung des täglichen Vitalstoffbedarfs mit.

Hier könnte sich einem nun die Frage stellen, warum wohl die DGE die „5 am Tag“-Aktion ins Leben rufen musste, die fünf Obst- oder Gemüseportionen pro Tag empfiehlt, wenn man mit einem Apfel und etwas Gemüse zum Brathuhn doch ganz lässig dasselbe Ziel zu erreichen scheint.

Naja, nicht ganz dasselbe Ziel, da - so Öko-Test - bei der genannten Ernährung dann doch wieder das Vitamin D, die Folsäure und auch das Jod fehle.

Vitamin-D-Bedarf kann nicht mit der Ernährung gedeckt werden

Ob hier nun berücksichtigt wurde, dass der Vitamin-D-Bedarf - in unseren Breiten - sowieso nicht über die Ernährung gedeckt werden kann, darf bezweifelt werden, da davon an keiner Stelle die Rede ist. Der Organismus produziert selbst die benötigte Vitamin-D-Menge unter Einwirkung von UV-Strahlen.

Regelmässige Aufenthalte im Freien sind folglich für einen ausreichenden Vitamin-D-Spiegel unerlässlich - ob es manchen Stubenhockern nun gefällt oder nicht.

Diplom-Oecotrophologin Ulrike Gonder berichtete in diesem Zusammenhang von einer Beobachtung an britischen Matrosen, die sich viele Monate lang in ihren U-Booten aufhielten. Sie schreibt:

„Obwohl ihre Nahrung Vitamin D enthielt, kam es mangels Sonnenlicht zum Abbau von Knochensubstanz und zu Störungen im Calciumhaushalt: Bereits nach 5 Wochen war in ihrem Blut kein Vitamin D mehr zu entdecken.“

Vitamin D: Fisch ist nicht gleich Fisch

Eine Sicherstellung der Vitamin-D-Versorgung hauptsächlich über die Ernährung ist mit der genannten "durchschnittlichen" Ernährungsweise also nicht nur schwierig, sondern gänzlich unmöglich. Daran ändert auch der im Nachhinein angefügte Tipp nichts, man solle „an einem anderen Tag der Woche einmal Seefisch“ essen.

Die Vitamin-D-Gehalte unterscheiden sich nicht nur ganz extrem in den einzelnen Fischarten, sondern schwanken auch enorm innerhalb einer Fischart und hängen u. a. von den Fangplätzen ab. Magere Fische können ferner zur Vitamin-D-Versorgung so gut wie gar nichts beitragen, fette Fischarten hingegen eher. So ist Hering im Allgemeinen reich mit Vitamin D bestückt, Kabeljau dagegen enthält davon nur geringe Mengen.

Auch ist zu berücksichtigen, dass Vitamin D sauerstoff- und lichtempfindlich ist, dass es also durch unsachgemässe Lagerung zu Verlusten kommen kann. In älterer Literatur wird ferner von Vitamin-D-Verlusten bis zu 95 Prozent beim Braten gesprochen, worauf in neuerer Literatur jedoch nicht mehr eingegangen wird.

Gesunde Vitamin-D-Versorgung ohne Sonne nicht möglich

Wenn die Ernährung zur Vitamin-D-Versorgung beitragen soll, wäre darüber hinaus noch hilfreich zu wissen, dass zu diesem Zweck insbesondere Speisepilze und Eier (Bio-Eier) mit 2 bis 3 Mikrogramm Vitamin D pro 100 Gramm gegessen werden können.

Abgesehen davon jedoch gilt, dass eine sichere und gesunde Vitamin-D-Versorgung ohne die Sonne nicht umsetzbar ist und daher jede freie Minute dazu genutzt werden sollte, Aktivitäten unter freiem Himmel nachzugehen (Spazierengehen, Sport, Gartenarbeit oder auch gemässigte Sonnenbäder).

Lesen Sie auch: Die Wirkkraft hochdosiertem Vitamin D3

Folsäuremangel typisch für die durchschnittliche Ernährung

Was nun der allgemein übliche Folsäure-Mangel in der Bevölkerung betrifft, so kann diesem auch nicht mit dem Öko-Test-Tipp abgeholfen werden, wenn ab und an Tomaten, Gurken, Apfelsinen und Weintrauben gegessen werden. Diese Lebensmittel enthalten durchschnittlich 40 Mikrogramm Folsäure pro 100 Gramm. Der Tagesbedarf beträgt offiziell jedoch 400 bis 600 Mikrogramm.

Eine Folsäure-Unterversorgung ist aus zwei Gründen in der modernen Ernährung ein ganz gravierendes Problem.

  • Erstens werden drei ganz bestimmte Lebensmittelgruppen nicht mehr oder nur noch unzureichend verzehrt: Grüne Blattgemüse, Kohlgemüse und Hülsenfrüchte.
  • Zweitens gilt es zu berücksichtigen, dass Folsäure extrem hitzeempfindlich ist und beim Kochen, Braten, Dünsten etc. mit Folsäureverlusten bis zu 90 Prozent zu rechnen ist. Da die moderne Ernährung jedoch äusserst arm an Rohkost ist, ist sie folglich auch arm an Folsäure - was übrigens nicht nur für Folsäure gilt, sondern für viele andere ebenfalls hitzeempfindliche Vitalstoffe genauso.

Folsäure ist bei wirklich gesunder Ernährung kein Problem

Salate aus rohen grünen Blattgemüsearten, grüne Smoothies und frische Sprossen aus Linsen und Kichererbsen sind daher unverzichtbare Bestandteile eines wirklich gesunden Speiseplanes und versorgen selbstverständlich nicht nur mit Folsäure, sondern – in bester bioverfügbarer Form - mit einem unermesslichen Spektrum an Vitalstoffen, Mineralien, Enzymen, gesunden Ballaststoffen und jenen sekundären Pflanzenstoffen, deren Fehlen in all den Vitaminpillen von Öko-Test so beklagt wurde.

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Jodversorgung ohne Jodsalz nicht möglich?

Ferner halten wir die Aussage, nur mit künstlich jodiertem Speisesalz könne die Jod-Versorgung gesichert werden, für äusserst leichtfertig.

Erstens gibt es durchaus auch andere Möglichkeiten, die Jod-Versorgung zu sichern. Zweitens wird jodiertes Speisesalz bereits in sämtlichen Fertigprodukten in einem Mass eingesetzt, so dass Menschen mit bestimmten Schilddrüsenerkrankungen oder einer Jodüberempfindlichkeit schon gar nicht mehr wissen, was sie kaufen und essen können, da es kaum noch Lebensmittel OHNE Jod gibt.

Dies gilt übrigens nicht nur für Fertigprodukte (wozu auch das Brot vom Bäcker oder die Wurst vom Metzger zählen), sondern auch für relativ unverarbeitete tierische Produkte wie Milch, Butter, Eier und Fleisch. Jodiertes Viehfutter führt dazu, dass der Jodgehalt dieser Lebensmittel - im Vergleich zu früheren unjodierten Zeiten - ebenfalls gestiegen ist.

Jodüberschuss kann die Schilddrüse krank machen

Natürlich ist Jod lebenswichtig. Gleichzeitig kann es in der falschen Dosierung krank machen und da Jod ein Spurenelement ist, also nur in winzigen Mengen gebraucht wird, kann die falsche Dosierung rasch erreicht und überschritten werden. Ein leichter Jodmangel, so weiss man inzwischen, führt nur selten zu einer Schilddrüsen-Unterfunktion.

Wird dieser leichte Jodmangel jedoch ärztlich „entdeckt“ und isst der Betroffene jetzt verstärkt jodiertes Speisesalz (in den von Fachleuten empfohlenen Dosen), um seinen vermeintlichen Mangel zu beheben, dann steigt das Risiko, eine Unterfunktion zu entwickeln, paradoxerweise um das Zehnfache. Ein Jodüberschuss kann also sehr riskant sein und die Schilddrüse sowohl in eine Über- als auch in eine Unterfunktion treiben.(2)

Interessanterweise enthalten u. a. bereits die von uns oben genannten Lebensmittel natürliche Jodmengen, so dass bei einer gesunden Ernährung der Jodbedarf auch ohne künstlich jodiertes Speisesalz so gedeckt werden kann, dass die Schilddrüse gesund bleibt. Jodhaltige Lebensmittel sind beispielsweise:

  • Grüne Blattgemüse wie z. B. Brunnenkresse, Feldsalat, Spinat etc.
  • Rettiche und Radieschen
  • Champignons
  • Brokkoli
  • Erdnüsse
  • Cashewnüsse
  • Gewisse Algen (Dulse, Nori etc.) sind sehr jodreich und sollen dazu führen, dass in manchen Regionen Japans die Menschen unter deutlichem Jodüberschuss leiden. Allerdings werden diese Algen dort in sehr grossen Mengen verzehrt. In kleinen Mengen genossen, können diese Algen (als Gewürz) die Jodversorgung hervorragend sicherstellen. Dulse-Algen gibt es beispielsweise in Form von Flocken als Salatgewürz unter der Bezeichnung „Salat des Meeres“.

Fazit: Man vermittelt eine gefährliche Sicherheit

Vitaminpillen, die aus isolierten und synthetischen Vitaminen bestehen und in jeder Drogerie oder jedem Supermarkt verkauft werden, sind in der Tat nicht empfehlenswert.

Da jedoch die übliche „durchschnittliche“ Ernährung keinesfalls zu einer umfassenden Vitalstoffversorgung verhilft, man ausserdem noch davon ausgehen kann, dass die offiziell empfohlenen Mindestmengen für Vitalstoffe viel zu gering angesetzt sind, halten wir die Aussage, mit einer durchschnittlichen Ernährung könne man seinen Vitalstoff- und Mineralstoffbedarf problemlos decken, für höchst leichtsinnig und gefährlich.

Die Menschen wiegen sich daraufhin in Sicherheit, verbleiben im alten Trott ihrer - angeblich so gesunden und ausreichenden - Essgewohnheiten und wundern sich dann - zwanzig Jahre später - wenn sich schliesslich die Folgen ihres chronischen Vitalstoffmangels in Form von chronischen Erkrankungen bemerkbar machen.

Vitalstoffe tragen zum Wohlbefinden bei

Eine gesunde Vitalstoffversorgung kann also nur mit einer lebendigen, naturbelassenen und basenüberschüssigen Ernährungsweise aus frischen Lebensmitteln garantiert werden. Gleichzeitig muss gesichert sein, dass die aufgenommenen Vitalstoffe überhaupt ordnungsgemäss vom Organismus aufgenommen werden können, was bei vielen Menschen aufgrund von chronischen Verdauungsproblemen nicht immer gewährleistet ist.

Hier müssen zunächst die bestehenden Gesundheitsbeschwerden angegangen werden, um den Organismus wieder in die Lage zu versetzen, die zugeführten Vitalstoffe verwerten zu können.

Ferner können Nahrungsergänzungsmittel - in ganzheitlicher und natürlicher Qualität - sehr wohl zum Wohlbefinden beitragen. Hier ist jedoch ausschlaggebend, dass es sich nicht um isolierte und synthetische Einzelstoffe handelt, sondern um die jeweils GANZE Pflanze oder Frucht, die dann pulverisiert zur Nahrungsergänzung zur Verfügung steht, wie z. B. Weizengras, Maca, Lucuma, Acerolakirsche, Spirulina-Alge etc.

Zu einer gesunden Ernährung gehört folglich sehr viel mehr als die Beantwortung der Frage, ob 0815-Vitaminpillen nun gut oder schlecht sind.

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Quellen:

  1. Öko-Test 27. Januar 2012 „Multivitaminpräparate - Gesund ist was anderes
    [Quelle als PDF]
  2. Die Schilddrüse, Dr. med. Berndt Rieger, 6. Auflage, S. 50


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