Durchfall


Durchfall entsteht, wenn der Dünn- bzw. Dickdarm Wasser und Nährstoffe nur unzureichend absorbiert. Dadurch bleibt zu viel Flüssigkeit im Darm zurück.

Durchfall

Unter Durchfall versteht man eine mehr als dreimalige Stuhlentleerung pro Tag, mit breiigem bis wässrigem Stuhl. Oft ist der Durchfall von krampfartigen Schmerzen begleitet, die mit einem unbeherrschbaren Stuhldrang einhergehen können.

Wie der Darm funktioniert

Durchfall wird durch eine Störung des normalen Verdauungsvorgangs verursacht. Während des normalen Verdauungsvorgangs gelangt die Nahrung vom Magen in den Dünndarm. Dort werden die Nährstoffe aus der Nahrung absorbiert und an das Blut abgegeben. Der Speisebrei gelangt von dort in den Dickdarm. Im Dickdarm wird das im Speisebrei vorhandene restliche Wasser resorbiert und die unverwertbaren Nahrungsanteile durch Muskelkontraktionen (Peristaltik) bis zum Rektum weitergeleitet und als Stuhl ausgeschieden.

Wann entsteht Durchfall?

Durchfall entsteht, wenn folgende Störungen im Verdauungssystem vorliegen:

  • 1. Im Dünn- bzw. Dickdarm werden Wasser und Nährstoffe nur unzureichend absorbiert, so dass zu viel Flüssigkeit im Darm zurückbleibt. Der Stuhl wird dann ungeformt und wässrig ausgeschieden.
  • 2. Die Gedärme werden dazu angeregt, Wasser, Salze und andere Flüssigkeiten in das Verdauungssystem abzusondern. Dadurch wird der Stuhl verflüssigt. Diese Stimulation kann z.B. durch eine Infektion oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ausgelöst werden.
  • 3. Eine Motilitätsstörung sorgt dafür, dass der Stuhl zu schnell durch das Verdauungssystem transportiert wird. Dadurch können Wasser und Nährstoffe nicht richtig absorbiert werden und der Stuhl bleibt ungeformt und wässrig.

Verschiedene Durchfall-Arten

Man unterscheidet zwischen akutem und chronischem Durchfall:

Akute Durchfall-Erkrankungen sind meistens durch Infektionen, Lebensmittelvergiftung oder Medikamente (z.B. Antibiotika) verursacht und dauern in der Regel nur wenige Tage an. Akuter Durchfall wird häufig von Übelkeit, Fieber und Bauchschmerzen begleitet.

Dauert der Durchfall länger als 4 Wochen an, so spricht man von chronischem Durchfall. Die häufigste Ursache für chronischen Durchfall ist das Reizdarmsyndrom. Auch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, Infektionen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Pankreatitis, Zöliakie oder Komplikationen nach einer Darmoperation können zu chronischem Durchfall führen.

Durchfall kann eine Dehydrierung des Körpers verursachen. Dabei verliert der Körper bedeutende Mengen an Wasser und Mineralstoffen. Für kleine Kinder, ältere Menschen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann die Dehydrierung lebensbedrohliche Ausmaße annehmen.

Die Ursachen von Durchfall

  • Durchfall durch Erkrankungen des Verdauungssytems
    Ist der Darm chronisch erkrankt oder entzündet, so ist er nicht mehr in der Lage, die Flüssigkeit aus den aufgenommenen Nahrungsmitteln zu absorbieren und es kommt zu Durchfall. Einige dieser Erkrankungen sind Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Zöliakie.
  • Durchfall durch Laktoseintoleranz
    Treten nach dem Konsum von Milch und -produkten bzw. anderen Produkten, die Milchzucker enthalten, Blähungen, Blähbauch und/oder Durchfall auf, so weist das auf eine Laktoseintoleranz hin.

    Fehlt das Enzym Laktase, so kann der Milchzucker (Laktose) nicht verstoffwechselt werden. Es verbleiben unverdaute Substanzen zurück, die den Darm dazu anregen, Wasser in den Verdauungstrakt zu ziehen. Dadurch entsteht dann der wässrige Stuhl. Ähnliche Reaktionen treten auch bei einer Intoleranz gegenüber Fructose auf. Werden diese Nahrungsmittel weggelassen, hört auch der Durchfall wieder auf.
  • Durchfall durch Koffein und Alkohol
    Koffein und Alkohol stimulieren die Darmpassage. Dadurch wird der Stuhl zu schnell durch den Darm transportiert, so dass die normale Flüssigkeitsabsorbtion gestört wird und wässriger Stuhl entsteht.
  • Durchfall durch Süßstoffe
    Künstliche Süßstoffe können zu wässrigem Stuhl und Bauchkrämpfen, also Durchfall, führen.
  • Durchfall durch Medikamente
    Viele Medikamente verursachen Durchfall, ganz besonders Antibiotika. Antibiotika stören das natürliche Gleichgewicht der Darmbakterien, indem sie die "guten" Bakterien abtöten. Dadurch können sich z.B. Durchfall verursachende Bakterien rasch vermehren.

    Einige Antibiotika führen zu einer schnelleren Darmbewegung, die dann Durchfall zur Folge hat.
    Durchfall tritt auch häufig als Nebenwirkung von Antidepressiva, Blutdrucksenkern oder Chemotherapeutika auf. Der gewohnheitsmäßige Gebrauch von Abführmitteln kann ebenfalls Durchfall verursachen.
  • Durchfall durch Viren
    Viren sind die häufigste Ursache für infektiöse Durchfallerkrankungen. Viren können die Schleimhaut des Dünndarms schädigen und dadurch die normale Absorption von Wasser und Nährstoffen beeinträchtigen, es entsteht Durchfall.
  • Durchfall durch Bakterien/Parasiten
    Bakterien, wie z.B. E.coli oder Salmonellen oder Parasiten werden normalerweise über kontaminiertes Wasser oder entsprechend belastete Nahrungsmittel aufgenommen. Diese sondern Giftstoffe ab, die den Darm dazu veranlassen, Wasser und Salze abzugeben. Dadurch wird der Stuhl wässrig und es kommt zu Durchfall.
  • Durchfall durch Giftstoffe
    Die versehentliche Aufnahme von Umweltgiften, wie z.B. Pestizide, Insektizide oder Arsen kann zu Durchfall führen, da der Körper bemüht ist , diese Giftstoffe so schnell wie möglich wieder aus dem Körper hinaus zu befördern.
  • Durchfall durch psychische Belastungen
    Viele Menschen reagieren auf psychische Belastungen mit erhöhter Darmtätigkeit und Durchfall. Auslöser können z.B. Prüfungsangst, Ärger oder Stress sein.

Maßnahmen, die Durchfall verhindern können

1. Ernährungsumstellung

In vielen Fällen kann eine Ernährungsumstellung dazu beitragen, Durchfälle zu verhindern. Es empfiehlt sich deshalb, vorübergehend auf folgende Nahrungsmittel zu verzichten:

  • koffeinhaltige Getränke
  • Alkohol
  • Milch und -produkte
  • fetthaltige Nahrungsmittel, wie z.B. Frittiertes, Backwaren oder Fertigprodukte

Es sollten insbesondere kaliumreiche Nahrungsmittel zugeführt werden, wie z.B. Bananen, Birnen oder gekochte Kartoffeln.

Generell sollten leicht verdauliche Nahrungsmittel gegessen werden, um den Magen-Darm-Trakt zu entlasten.

Bei chronischem Durchfall, der durch bestimmte Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa verursacht wird, müssen spezielle Ernährungsumstellungen vorgenommen werden.

2. Antibiotika sparsam einsetzen

Häufig werden Antibiotika auch bei Virusinfektionen verordnet, obwohl sie nur gegen Bakterien wirksam sind.

3. Hygiene

Um bakterielle oder virale Infektionen zu verhindern, sollte auf eine entsprechende Hygiene geachtet werden, wie z.B. das Händewaschen vor dem Zubereiten von Speisen oder nach der Toilettenbenutzung.

4. Reisedurchfall

Reisedurchfall wird im Allgemeinen durch kontaminiertes Wasser oder Nahrungsmittel verursacht. Um diesen zu vermeiden, empfiehlt es sich, in dem entsprechenden Land nur gekochte Speisen zu sich zu nehmen. Auf rohes Obst oder Gemüse, das nicht geschält werden kann, sollte verzichtet werden. Leitungswasser sollte nicht getrunken und auch nicht zum Zähneputzen verwendet werden. Beim Duschen ist darauf zu achten, dass das Wasser nicht in Ohren oder Mund gerät.

5. Weitere Maßnahmen

Chronischer Durchfall führt zu einem erheblichen Vitalstoffmangel, insbesondere wird oft ein Mineralstoffdefizit festgestellt. Müdigkeit und Energielosigkeit sind die Folge. Deshalb ist es sinnvoll, über eine geeignete Nahrungsergänzung nachzudenken, die dem Körper die verloren gegangenen Mineralstoffe wieder zuführt.


Diese Informationen hier werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschließlich für Interessierte und zur Fortbildung gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.


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2 Kommentare



Georg Odenthal
geschrieben am: Samstag, 05. September 2009, 17:17

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Danke für den Tipp mit der Laktoseintoleranz!
Margret Rüther
geschrieben am: Donnerstag, 26. Februar 2009, 21:13
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Bin begeistert,habe viel gelernt von ihnen.Meine Mutter hat chronischen Durchfall.DANKE M:R:


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