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  • Kind hat Asthma, weil die Mutter Säureblocker in der Schwangerschaft einnahm

Säureblocker in der Schwangerschaft: Asthma beim Kind

Ihr Kind leidet an Asthma? Vielleicht nahmen Sie während der Schwangerschaft Säureblocker gegen das Sodbrennen ein. Diese Medikamente, die immer wieder auch als Magenschutzmedikamente angepriesen werden, können viele schwerwiegende Nebenwirkungen haben. Forscher der University of Edinburgh schrieben im Januar 2017, dass Säureblocker sogar das Asthmarisiko für Kinder erhöhen können, wenn die Mutter während der Schwangerschaft diese Arzneimittel nahm.

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08 Juni 2021

Sodbrennen in der Schwangerschaft: Oft werden Säureblocker verschrieben

Viele schwangere Frauen leiden an Sodbrennen. Denn das wachsende Kind schiebt im Laufe der Schwangerschaft den Magen nach oben, was zu einer erhöhten Anfälligkeit für Sodbrennen führt. Die Säure aus dem Magen steigt jetzt in die Speiseröhre und führt dort zu einem unangenehmen bis schmerzhaften Brennen. Oft sind es zusätzlich ungünstige Ernährungsgewohnheiten, die das Sodbrennen begünstigen.

Auch der veränderte Hormonstatus ist an der häufigen Entstehung von Sodbrennen in der Schwangerschaft beteiligt. Insgesamt werden die Muskeln weicher, um die spätere Entbindung zu erleichtern. Dabei erschlafft hormonbedingt auch der Ringmuskel zwischen Magen und Speiseröhre, die Säure kann leichter emporsteigen. Also verschreiben viele Ärzte ihren schwangeren Patientinnen Säureblocker.

Schwangere Frau nimmt Säureblocker – und das Asthma-Risiko beim Kind steigt

Jetzt stellten Forscher der University of Edingburgh fest, dass Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft Säureblocker verordnet bekamen, viel häufiger an Asthma litten als Kinder, deren Mütter diese Medikamente nicht genommen hatten. Die Wissenschaftler hatten mehrere Studien zu diesem Thema analysiert und so den entsprechenden Zusammenhang entdeckt.

Bei den Säureblockern handelt es sich um die sog. H2-Rezeptor-Antagonisten und Protonenpumpenhemmer. Beide hemmen die Säurebildung in den Zellen des Magens. Sie neutralisieren also nicht die bestehende Säure, wie es die Antazida (wie z. B. Rennie oder Natron) tun.

Sowohl H2-Rezeptor-Antagonisten als auch Protonenpumpenhemmer gelten als sichere Arzneimittel in der Schwangerschaft, da sie die Entwicklung des Babys nicht beeinträchtigen – so glaubte man zumindest bis jetzt.

Allerdings hatten Forscher schon in früheren Studien vermutet, dass diese Medikamente das Allergierisiko beim Ungeborenen erhöhen können, da sie das Immunsystem des Babys negativ zu beeinflussen scheinen.

Asthma-Risiko für Kinder um 30 Prozent höher

Die Wissenschaftler von Edinburgh untersuchten nun gemeinsam mit Kollegen aus Tampere/Finnland Daten aus acht Studien mit insgesamt mehr als 1,3 Millionen Kindern. Dabei zeigte sich eindeutig, dass Mütter, die Säureblocker eingenommen hatten, häufiger Asthmakinder bekamen als Mütter, die diese Medikamente nicht verwendeten. Das Asthmarisko war für Kinder um 30 Prozent höher, wenn ihre Mütter in der Schwangerschaft Säureblocker verschrieben bekommen hatten.

Professor Aziz Sheikh, Leiter des Asthma UK Centre for Applied Research an der University of Edinburgh, sagte:

Unsere Studie zeigt zwar einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Säureblockern in der Schwangerschaft und dem Auftreten von Asthma bei den Kindern. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Medikamente auch tatsächlich die Auslöser des Asthmas sein müssen."

Dr. Samantha Walker, ebenfalls an der Studie beteiligte Wissenschaftlerin, fügte hinzu:

Es könnte auch eine gemeinsame – bisher noch unbekannte – Ursache geben, die bei den Müttern Sodbrennen und bei den Kindern Asthma verursacht."

Die Nebenwirkungen der Säureblocker

Die Gefahr eines direkten Zusammenhangs bleibt dennoch bestehen, solange nicht das Gegenteil bewiesen ist. Da Säureblocker überdies derart viele gravierende Nebenwirkungen haben, sollte man sie möglichst vollständig meiden – und zwar sowohl als Schwangere als auch als nichtschwangerer Mensch.

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Säureblocker vom Typ der Protonenpumpenhemmer (PPI) sind für die folgenden Nebenwirkungen bekannt:

  1. PPI können zu Magen-Darm-Beschwerden führen: Magendrücken, Blähungen, Übelkeit, Durchfall etc.
  2. PPI begünstigen die Entstehung von Nahrungsmittelallergien.
  3. PPI können zu einem Vitamin-B12-Mangel und all seinen schwerwiegenden Folgen führen.
  4. PPI kann zu Resorptionsstörungen bei Mineralstoffen und Spurenelementen und entsprechenden Mängeln, wie Calcium-, Magnesium-, Eisen- und Zinkmangel.
  5. Mit einem Calcium-, Magnesium- und Zinkmangel steigt natürlich auch das Knochenbruchrisiko im höheren Alter.
  6. Nach mehrwöchiger Einnahme können sich die Leberwerte verschlechtern.
  7. Die Gefahr chronischer Nierenerkrankungen steigt, wenn PPI langfristig genommen werden.
  8. Die Infektionsgefahr steigt in Gegenwart der PPI – und die Gefahr von Lungenentzündungen, Salmonelleninfektionen o. ä., die bei gesundem Immunsystem abgewehrt werden würden, wird jetzt grösser.
  9. PPI begünstigen die Vermehrung von Helicobacter pylori, dem Magenkeim, der für Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre verantwortlich gemacht wird.

Details zu den einzelnen Punkten finden Sie hier: Der Teufelskreis der Säureblocker und wir haben hier Alternativen beschrieben.

Alternativen bei Sodbrennen in der Schwangerschaft

Besonders wichtig ist es, erstens das Richtige zu essen (stark Gewürztes, Gegrilltes und Frittiertes meiden, auch Süssigkeiten sowie Kaffee, Softdrinks und natürlich alkoholische Getränke meiden), und zweitens auch richtig zu essen, also lieber mehrere kleine Mahlzeiten als wenige grosse, langsam essen und sehr sorgfältig kauen, nichts zum Essen trinken, sich nach dem Essen nicht sofort hinlegen usw.

Wenn es dennoch zu Sodbrennen kommen sollte, dann können – auch in der Schwangerschaft – Heilerde (oder Zeolith) helfen oder auch die Sango Meeres Koralle, die es in leicht einnehmbaren Tabs gibt. Auch Kartoffelsaft bindet überschüssige Säure, genauso eingeweichte Flohsamenschalen. Sie können auch einen Löffel Haferflocken oder ein oder zwei Mandeln langsam zu Brei kauen und schlucken.

Natron sollten Sie in der Schwangerschaft nicht verwenden. Es kann den Mineralstoffhaushalt irritieren und langfristig zu einer höheren Magensäureproduktion führen.

Weitere Informationen zum Sodbrennen finden Sie hier: Sodbrennen – ganzheitliche Massnahmen

Kinder-Asthma in der Schwangerschaft vorbeugen

Es gibt in der Schwangerschaft ausserdem neben dem Meiden von Säureblockern noch mindestens zwei Massnahmen, die Sie ergreifen können, um Ihr Kind vor Asthma zu schützen:

  1. Omega-3-Fettsäuren schützen vor Kinder-Asthma
  2. Ballaststoffe schützen vor Kinder-Asthma


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Ramona, Absolventin

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Quellen
  • Aziz Sheikh et al.,Acid-suppressive medications during pregnancy and risk of asthma and allergy in children: Asystematic review and meta-analysis.Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2017, (Säureblocker whrend der Schwangerschaft und Asthma- und Allergierisiko bei Kindern: ein systematischer Review und eine Meta-Analyse)
  • University of Edinburgh. "Heartburn pills in pregnancy may be linked to childhood asthma." ScienceDaily, 9. Januar 2017, (Pillen gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft scheinen mit Kinder-Asthma in Verbindung zu stehen)