Zentrum der Gesundheit
  • Lagerung Gewürze
10 August 2022
6 min

Gewürze richtig lagern und verwenden

Gewürze verleihen Speisen das gewisse Etwas. Doch müssen Gewürze auch fachmännisch verwendet und gelagert werden. Auch beim Kauf von Gewürzen gilt es auf Einiges zu achten.

Kostenlosen Newsletter abonnieren

Mit Ihrer Anmeldung erlauben Sie die regelmässige Zusendung des Newsletters und akzeptieren die Bestimmungen zum Datenschutz.

So werden Gewürze richtig gelagert

Gewürze und auch Kräuter sorgen nicht nur für herrliche Aromen, sie verfügen meist auch über äusserst heilsame Eigenschaften. Denn ganz gleich ob Kurkuma, Kreuzkümmel, Basilikum, Nelken, Oregano oder Pfeffer, sie alle wirken stark antioxidativ, entzündungshemmend, antimikrobiell und krebsfeindlich. Manche wirken auch konkret antidiabetisch, blutdrucksenkend oder blutfettsenkend, andere wiederum verfügen sogar über eine spezielle Anti-Virus-Wirkung.

Allerdings tun Kräuter und Gewürze das nur, wenn sie in guter Qualität gekauft, richtig gelagert und korrekt verwendet werden.

Gewürze in Bio-Qualität kaufen

Wählen Sie Gewürze am besten in Bio-Qualität. Das Risiko für Pestizidrückstände ist hier geringer, gleichzeitig fördern Sie damit eine umweltfreundliche Landwirtschaft. Bio-Gewürze werden zur Haltbarmachung – im Gegensatz zu konventionell hergestellten Gewürzen – auch nicht radioaktiv bestrahlt.

Zwar ist die Begasung mit Chemikalien zur Konservierung in der EU verboten, doch werden viele Gewürze aus Übersee importiert, so dass bei konventionellen Gewürzen eine mögliche Belastung nicht ausgeschlossen werden kann.

Gewürze in lichtgeschützten Verpackungen kaufen

Kaufen Sie keine Gewürze, wenn diese in durchsichtigen Behältnissen angeboten werden. Kaufen Sie Ihre Gewürze und getrockneten Kräuter also nur in lichtgeschützten Tütchen oder Dosen, z. B. die Bio-Gewürze von Lebensbaum oder Herbaria. Denn Sauerstoff und Licht führen zu einer schnelleren Oxidation der enthaltenen Aromen und Wirkstoffe.

Gewürze zu Hause richtig aufbewahren

Wenn Sie zu Hause einen dunklen Gewürzschrank haben, können Sie Ihre Gewürze – zu Hause angekommen – auch in Gläser umfüllen und immer nur dann herausholen, wenn Sie sie auch benötigen.

Wenn Sie jedoch ein offenes Gewürzregal haben oder Ihre Gewürzdosen auf Ihrem Küchentisch oder der Arbeitsplatte oder womöglich dem Fenstersims stehen haben, dann wählen Sie ausschliesslich lichtgeschützte Behältnisse, die Sie entsprechend beschriften. Wählen Sie also auch keine Behälter mit Sichtfenster. Diese sind zwar besser als komplett durchsichtige Behälter, aber dennoch nicht optimal.

Stellen Sie Ihre Gewürze nicht direkt in Herdnähe und auch nicht auf ein Regel über dem Herd, da es dort zu warm und zu feucht werden könnte. Auch sollten die Gewürze nicht direkt über einer Heizung stehen. Denn auch Wärme und Feuchtigkeit mindern die Qualität Ihrer Gewürze.

Gewürze ohne Streueinsatz verwenden

Viele Gewürze werden in Behältern mit Streueinsatz verkauft. Zweifelsohne ist das sehr praktisch. Für Rohkostgerichte können diese Gewürze auch verwendet werden. Sie sollten sie aber nicht zum Würzen von Speisen einsetzen, die gerade auf dem Herd kochen. Denn wenn der Wasserdampf in den Behälter gelangt, verklebt nicht nur das Gewürz, was die weitere Verwendung schwierig macht. Es könnte auch zu schimmeln beginnen.

Wenn Sie ein Gewürz mit Streueinsatz haben, dann streuen Sie das Gewürz lieber in ein kleines Schüsselchen und streuen das Gewürz sodann direkt aus der Schüssel in den Topf.

Besser sind Gewürzdosen ohne Streueinsatz. Sie können daraus mit einem trockenen Teelöffel die benötigte Menge entnehmen und über das Gericht streuen.

Gewürze zum Mitkochen

Getrocknete Küchenkräuter mit eher festen Blättern wie Salbei, Thymian, Rosmarin, Bohnenkraut oder Oregano können mitgekocht werden, da sich dann auch erst das Aroma aus ihren ledrigen Blättchen löst.

Gewürze wie Lorbeerblätter, Nelken, Wacholderbeeren oder ganze Kümmelsamen müssen sogar eine Zeitlang kochen bzw. mitgaren, da man andernfalls nichts von ihnen schmecken würde. Die beiden zuerst genannten werden meist vor dem Verzehr auch wieder aus dem Gericht entfernt.

Gewürze, die nicht gekocht werden sollten

Küchenkräuter wie Dill, Petersilie, Basilikum, Schnittlauch, Blattkoriander, Melisse oder auch Kerbel gibt man erst ganz zum Schluss in die Gerichte. Sie sollten also nicht mitgekocht werden, da sich sonst ihr Aroma verliert.

Dasselbe gilt für Chili, Muskat, Pfeffer und Paprika.

Gewürze regelmässig verwenden

Verwenden Sie Ihre Gewürze regelmässig. Denn sie schmecken und wirken am besten, je frischer man sie verwendet. Je länger Sie Ihre Gewürze jedoch herumstehen haben, umso ungünstiger ist es für deren Qualität. 

Besser weniger Gewürze als zu viele

Kaufen Sie besser weniger Gewürze, aber dabei nur jene, die Sie auch wirklich mögen und regelmässig verwenden. Auf diese Weise vermeiden Sie das oben Gesagte, dass Ihre Gewürze zu lange stehen, irgendwann an Geschmack und Wirkung einbüssen und Sie sie wegwerfen müssten.

Gewürzkräuter nicht länger als 1 Jahr lagern

Was für Kräuter- und Gewürztees gilt, gilt genauso für getrocknete Küchenkräuter: Nach 1 Jahr sollten sie zügig verwendet oder ausgetauscht werden, da sie dann merklichen Aroma- und Wirkstoffverlust erlitten haben.

Kräuter wie Oregano, Dill und Basilikum verändern im Laufe der Zeit auch ihre Farbe von grün zu bräunlich. Je weniger grün ihre Kräuter daher mit der Zeit sind, umso rascher sollten Sie sie verbrauchen.

Ältere Kräuter sind meist nicht schlecht und könnten z. B. noch in Eintöpfen verwendet werden (dann etwas mehr davon verwenden). Nur für Rezepte, in denen man auf das jeweilige Aroma angewiesen ist, z. B. in Dips, Marinaden, Dressings oder auch auf der Pizza, würden wir sie nicht mehr einsetzen.

Wenn Sie Kräuter zu Heilzwecken einsetzen, dann sollten Sie sie nach einem Jahr in jedem Fall austauschen.

Gewürze: Haltbarkeit ist unterschiedlich

Bei Gewürzen ist die Haltbarkeit sehr unterschiedlich und hängt insbesondere davon ab, ob die Gewürze gemahlen oder ganz vorliegen.

Zimtstangen, ganze Nelken, Pfefferkörner oder auch ganze Kümmel-, Koriander- oder Kreuzkümmelsamen können gut 2 Jahre lang verwendet werden, insbesondere dann, wenn sie kurz vor dem Gebrauch frisch gemahlen werden. Ganze Muskatnüsse halten sogar bis zu 4 oder 5 Jahren.

Gemahlene Gewürze hingegen verlieren oft schon nach einem halben Jahr an Aroma und Wirksamkeit und sollten – wenn sie bereits geöffnet sind – spätestens nach 1 bis 1,5 Jahren nicht mehr verwendet werden.

Ungeöffnet dürften sie länger haltbar sein. Die Hersteller geben meist eine Haltbarkeit von gut 2 Jahren an. Doch kauft man Gewürze ja selten auf Vorrat, um sie ungeöffnet im Schrank zu lagern.

Leider merkt man es auch nicht sofort, wenn Gewürze ausgetauscht werden sollten, da sie nicht merklich verderben. Testen Sie daher immer einmal wieder das Aroma und den Geschmack.

Allerdings können Gewürze auch von Lebensmittelmotten befallen werden. Schauen Sie daher auch, ob Sie Verklumpungen sehen oder Gespinstfäden.

Wenn Sie Gewürze therapeutisch einsetzen möchten, z. B. Kurkuma, Ingwer, Oregano oder was auch immer, dann achten Sie auf frische Qualität und verwenden die Gewürze nach 1 Jahr nicht mehr.

Notieren Sie das Datum auf Ihren Gewürzen

Notieren Sie am besten das Datum (an dem Sie das jeweilige Gewürz gekauft bzw. geöffnet haben) auf der Verpackung oder auf einem kleinen Zettel, den Sie in die Dose stecken. Auf diese Weise behalten Sie den Überblick am besten.

Gewürze immer frisch mahlen

Wenn möglich mahlen Sie Ihre Gewürze ganz frisch immer kurz vor der Verwendung in jenen Mengen, die Sie auch sofort aufbrauchen werden. Dazu nehmen Sie entweder eine elektrische Kaffee- und Gewürzmühle oder Sie füllen die Gewürze in Glasbehälter mit integriertem Mahlwerk. Letztere müssen Sie jedoch unbedingt dunkel im Schrank aufbewahren.

Natürlich könnten Sie die Gewürze auch für z. B. eine Woche im Vorrat mahlen. Füllen Sie sie dann aber sofort nach dem Mahlen in Ihre üblichen licht- und luftgeschützten Behälter um. Optimal ist aber das frische Mahlen von nur kleinen Mengen zum sofortigen Verzehr.

  1. Wir verwenden beispielsweise diese Gewürzmühlen sowie diese elektrische Gewürzmühle. Mit letzterer können Sie auch Nüsse sowie Leinsamen und Mohn mahlen.
  2. Für Muskatnüsse ist jedoch eine eigene Mühle bzw. Reibe erforderlich, z. B. diese einfache Reibe.
  3. Wenn Sie viel Zimt essen, dann lohnt eventuell die Anschaffung einer eigenen Zimtmühle, damit Sie aus Zimtstangen jeweils den Zimt frisch pulverisieren können.

Fazit: Gewürze richtig lagern und verwenden

Wie so oft in der gesunden Küche gilt somit auch bei den Gewürzen:

  1. Gewürze in Bio-Qualität verwenden.
  2. Gewürze so frisch wie möglich verwenden.
  3. Gewürze am besten kurz vor der Verwendung zerkleinern.
  4. Gewürze möglichst nicht zu lange bevorraten.
  5. Gewürze licht- und luftgeschützt aufbewahren und von direkten Wärmequellen fernhalten.
  6. Gewürze vor Wasserdampf beim Kochen schützen.

Nur solche Gewürze mitkochen, die dafür auch geeignet sind. Die zum Kochen ungeeigneten Gewürze erst nach dem Kochen hinzufügen

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

Liebe Leserinnen und Leser,
Hier haben Sie die Möglichkeit, bei unseren Artikeln einen Kommentar zu hinterlassen. Wir freuen uns über Lob, aber auch über konstruktive Kritik. Wenn Sie Kritik anbringen, geben Sie bitte auch die Quelle/Studie an, auf die Sie sich beziehen.
Lieben Dank, Ihre Redaktion vom Zentrum der Gesundheit

Quellen
  1. Wissen und Erfahrungen des ZDG-Kochteams