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Koriander: Mehr als ein Gewürz

Koriander: Mehr als ein Gewürz

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(Zentrum der Gesundheit) – Koriander ist vielen aus der asiatischen Küche bekannt. Das grüne Kraut und seine Samen verleihen aber nicht nur Speisen einen unverkennbaren Geschmack. Im menschlichen Organismus leisten die zahlreichen sekundären Pflanzenstoffe unermüdliche Aufräumarbeiten. Ob Magen-Darm-Beschwerden, antibiotikaresistente Infektionen oder chronische Entzündungskrankheiten, die heilsamen Koriander-Wirkstoffe nehmen es mit den hartnäckigsten Krankheitserregern auf und fördern die Ausleitung von Giftstoffen.

Koriander – Eine Kulturpflanze mit Heilkraft

Koriander (bot. Coriandrum sativum) zählt zu den ältesten Küchenkräutern der Welt. Vor allem in Indien, China und Ägypten wird Koriander seit Jahrtausenden nicht nur wegen seiner süsslichen Würze geschätzt, sondern in erster Linie als Heilpflanze. Von seiner Heilkraft wurde bereits in Sanskrit-Schriften und im Alten Testament berichtet. Auch der antike Medizinpionier Hippokrates von Kos lobte Koriander als pflanzliches Medikament.

Das grüne Kraut aus der Pflanzenfamilie der Doldengewächse wird bis zu 60 Zentimeter hoch, trägt weisse bis rötliche Blüten und braune bis gelbe Früchte (Koriandersamen), die von Juli bis August geerntet werden können. Der hohe Gehalt an gesundheitsfördernden Phytonährstoffen und ätherischen Ölen im Koriander soll der Grund für dessen heilsame Wirkung sein. Insbesondere Menschen mit Verdauungsbeschwerden (z. B. BlähungenDurchfallReizdarm) und chronischen Entzündungskrankheiten (z. B. Rheuma) kann Koriander Linderung verschaffen. Aber auch bei Infektionen und Entgiftungskuren hat sich das Heilkraut bewährt.

Koriander gegen Magen-Darm-Beschwerden

Während man im Ayurveda und in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) schon lange um die Heilkraft von Koriander bei Verdauungsbeschwerden weiss, interessiert sich inzwischen auch die moderne Wissenschaft für seinen lindernden Effekt auf den Magen-Darm-Trakt. Das Anwendungsgebiet reicht von Appetitlosigkeit und Magenschmerzen über Durchfall, Blähungen und Völlegefühl bis zum Reizdarmsyndrom (RDS).

Die zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe gehörenden Phenole, welche im ätherischen Korianderöl enthalten sind, aktivieren im Organismus die Produktion von Enzymen und Verdauungssäften. Schon eine Tasse Koriandertee kann Dr. James A. Duke zufolge Abhilfe bei sämtlichen (leichten) Magen-Darm-Beschwerden leisten. Noch erstaunlicher ist die Wirkkraft von Korianderöl gegen bakterielle Infektionen.

Korianderöl gegen Infektionen

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Antibiotika-Resistenz, interessiert sich die Phytomedizin seit Jahren für Koriander als natürliches keimtötendes Mittel. Insbesondere das aus den Koriandersamen gewonnene ätherische Korianderöl gilt als starker Keimbekämpfer, der es sogar mit multiresistenten Krankenhauskeimen aufnehmen können soll. Forschungen des Universitätsklinikums Freiburg schrieben vor allem dem Inhaltsstoff Linalool eine antimikrobielle (d. h. bakterien- und pilzfeindliche) Wirkung zu.

Wissenschaftler der portugiesischen Universität Beira Interior haben Korianderöl gegen zwölf Bakterienstämme getestet, darunter Escherichia coli und Salmonellen, die immer wieder für Lebensmittelvergiftungen sorgen. Die Tests zeigten, dass bereits eine Lösung von lediglich 1,6 Prozent Korianderöl fast alle Bakterien abtöten oder zumindest deren Vermehrung deutlich einschränken konnte. Diese Ergebnisse unterstreichen den Wert von Koriander als präventives Lebensmittel als auch sein Potential als natürlicher Nahrungsmittelzusatz.

In den Industriestaaten sind jährlich bis zu 30 Prozent der Bevölkerung von Lebensmittelvergiftungen betroffen. Nahrungsmittelzusätze wie Korianderöl könnten Krankheitserreger abwehren und bakterielle Infektionen verhindern,

erklärte Studienleiterin Dr. Fernanda Domingues im Journal of Medical Microbiology.

Für medizinische Zwecke kommt Koriander sogar als natürliches Antibiotikum in Betracht. Domingues kann sich vorstellen, dass es bald Tabletten, Lotionen und Mundspülungen mit Korianderextrakt gegen antibiotikaresistente Keime geben wird. Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Stoffe Dodecenal und Dodecanal.

Koriander als natürliches Antibiotikum

Die antibiotische Wirkung von Koriander führte eine kalifornisch-mexikanische Forschungsgruppe speziell auf Dodecenal zurück. Im Rahmen einer Studie, die im Journal of Agriculturaland Food Chemistry erschien, isolierten die Wissenschaftler den antibakteriellen Stoff von frischen Korianderblättern. In Labortests erwies sich Dodecenal als einzige natürlich vorkommende antibakterielle Substanz, die um das Zweifache wirksamer ist als das üblicherweise gegen Salmonellen eingesetzte Antibiotikum Gentamicin.

Wir waren überrascht, dass Dodecenal ein so starkes Antibiotikum ist. Denn die meisten natürlichen antibakteriellen Wirkstoffe sind eher schwach,

sagte Forschungsleiter Dr. Isao Kubo von der University of California in Berkeley.

Neben Dodecenal, Dodecanal und Linalool wurden etwa ein Dutzend weitere antibiotisch wirkende Komponenten aus den Korianderblättern extrahiert, die sich ebenfalls wirksam gegen diverse schädliche Bakterien zeigten.

Dodecanal wiederum ist auch in den Koriandersamen enthalten. Es lohnt sich also, sowohl frisches Korianderkraut als auch Koriandersamen in die Ernährung zu integrieren. Das Koriandergrün hat gegenüber Koriandersamen den Vorteil, dass es zugleich grosse Mengen an Antioxidantien und Chlorophyll liefert – Komponenten, die unser Immunsystem stärken und gegen Entzündungen helfen.

Koriander – Antioxidantien gegen Entzündungskrankheiten

Gerade die Antioxidantien sind ein weiteres Argument für die Heilkraft von Koriander. Sie kommen vor allem in den Korianderblättern vor. Besonders effektiv gegen Entzündungsbeschwerden soll der konzentrierte Korianderblattextrakt sein.

Zu diesem Schluss kam ein Beitrag in der Fachzeitschrift Food Chemistry. Wissenschaftler hatten festgestellt, dass Patienten mit chronischen Entzündungskrankheiten wie Rheuma einen niedrigen Antioxidantienspiegel im Körper aufweisen. Das ausgesprochen hohe Vorkommen von Antioxidantien in Korianderblättern könnte diesen niedrigen Spiegel heben und zur Linderung der Entzündungen beitragen.

Doch auch Koriandersamen zeigen sich wirksam gegen chronische Entzündungskrankheiten. Das bestätigten Untersuchungen des All India Institute of Medical Sciences (AIIMS) in Neu-Delhi. Getestet wurden die entzündungshemmenden Eigenschaften von Koriandersamenextrakt an rheumakranken Laborratten. Es stellte sich heraus, dass die Tiere infolge der Koriander-Therapie deutlich weniger unter Entzündungen und Schwellungen litten als ihre Vergleichsgruppe, die Cortison erhielt.

Wir haben dieses Experiment durchgeführt, nachdem wir auf die entzündungshemmenden und antirheumatischen Eigenschaften von Koriander in traditionellen Gesundheitslehren wie dem Ayurveda aufmerksam geworden sind,

erklärte Dr. Surender Singh gegenüber dem Indian Journal of Medical Research.

Koriander als Ausleitungsmittel für Schwermetalle

In der europäischen Naturheilkunde kommt Koriander ein besonderer Stellenwert als Ausleitungsmittel für Schwermetalle zu, denen wir unweigerlich über die Luft, das Trinkwasser und Nahrungsmittel ausgesetzt sind. Toxische Metalle wie Quecksilber, Cadmium, Blei und Aluminium sind deshalb so gefährlich, weil sie sich im Gewebe ablagern, das Immunsystem schwächen und langfristig zu chronischen Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs führen können. Quecksilber aus Amalgamfüllungen, das sich über Jahre hinweg aus den Füllungen löst, trägt zur allgegenwärtigen Schwermetallbelastung noch bei.

Den Zusammenhang zwischen Quecksilber und Krebs verdeutlichte eine japanische Studie, bei der sich in allen untersuchten Krebszellen Quecksilber fand.  Koriander nun soll in der Lage sein, Quecksilber aus dem Gewebe zu lösen. Als Teil einer Entgiftungskur nach Zahnsanierungen wird die Verwendung von konzentriertem Korianderextrakt aufgrund seiner starken Wirksamkeit nur in Kombination mit Chlorella und Bärlauch empfohlen, damit das Quecksilber nicht nur gelöst, sondern auch ausgeschieden wird. Andernfalls würde es im Körper zirkulieren und dort weiteren Schaden anrichten.

Koriander bringt Würze in Ihre Ernährung!

Wie die meisten Kräuter lässt sich Koriandergrün zusammen mit süssen Früchten problemlos zu einem basischen Smoothie mixen. Auch in asiatischen Salaten ist Korianderkraut eine harmonische Komponente. Gehackter Koriander verleiht ausserdem Gemüsesuppen eine würzige Kräuternote. In Dips oder selbst zubereiteter Salsa ist Koriandergrün ein Muss. Als Zutat von Curry verfeinern Koriandersamen ayurvedische Gerichte. Currypulver können Sie übrigens ganz einfach selbst herstellen: Ayurvedisches Curry-Pulver

Oder wie wäre es mit einem hausgemachten Koriander-Pesto? Geben Sie anstelle von Basilikum eine Handvoll frische Korianderblätter, eine halbe Tasse Pinienkerne, eine Knoblauchzehe, zwei Esslöffel Zitronensaft und fünf Esslöffel Olivenöl in einen Mixer und geniessen Sie das cremige Pesto zu glutenfreier Vollkornpasta (z. B. Buchweizennudeln).

Für einen medizinischen Tee können Sie sowohl das Koriandergrün als auch die Samen verwenden. Übergiessen Sie frische Korianderblätter oder einen halben Teelöffel Koriandersamen mit 150 ml heissem Wasser und lassen Sie den Aufguss 15 Minuten ziehen. Koriandertee wirkt sowohl appetitanregend, blähungswidrig als auch verdauungsfördernd. Koriandersamen gehören natürlich auch als Komponente vieler Brotgewürzmischungen in jedes selbstgebackene Brot.

Weitere Informationen zu Kräutern, die man zur Entgiftung einsetzen kann, finden Sie hier: Kräuter zur Entgiftung

Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde


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