Grippesaison – Impfungen, Antibiotika und Probiotika

Die Nase läuft, der Hals kratzt, Kopf- und Gliederschmerzen stellen sich ein – der Winter macht uns besonders anfällig für Erkältungen und grippale Infekte. Die saisonale Influenza, die sogenannte "echte" Grippe, kann gar eine Lungenentzündung nach sich ziehen. Vor allem älteren, chronisch kranken und immunschwachen Menschen wird deshalb eine vorsorgliche Grippeimpfung empfohlen.

Andererseits erreichen uns Schlagzeilen, denen zufolge in diesem Jahr mehrere Grippeimpfstoffe aufgrund von schweren Nebenwirkungen vom Markt genommen wurden. Nicht zuletzt versetzen Impfstoffe unseren Körper mit ihren Virenkreuzungen, Bakteriensträngen und Zusätzen wie Aluminium und Formaldehyd in einen regelrechten Schockzustand bei verhältnismässig kurzweiliger Immunität.

Verzichten wir auf Impfungen und haben sich Grippeviren in unserem Organismus eingenistet, verschreiben Ärzte in vielen Fällen Antibiotika. Diese antibakteriellen Arzneimittel töten jedoch keine Viren ab. Sie werden verschrieben, um bakterielle Infekte zu bekämpfen, die in Kombination mit einer Grippevirusinfektion auftreten können.

Das Problem ist, dass Antibiotika nicht nur schädliche Bakterien, sondern auch nützliche Bakterien vernichten. Zurück bleibt eine gestörte Bakterienflora (beispielsweise im Darm) und ein geschwächtes Immunsystem, das neuen Krankheitserregern ausgeliefert ist.

Für den Wiederaufbau der Darmflora als gesundheitliche Basis raten ganzheitlich orientierte Mediziner deshalb zu Probiotika. Allerdings wurde in wissenschaftlichen Studien belegt, dass der übermässige Einsatz von Antibiotika auch irreversible Schäden in der Darmflora hinterlassen kann.

Selbst die Einnahme von Probiotika nach einer Antibiotikabehandlung kann solche Schäden nicht mehr rückgängig machen (vgl. Studie von Blaser M.; Nature. 2011)

Sinnvoller ist es daher, Probiotika vorbeugend gegen Grippe einzusetzen, um die Darmflora in Balance zu halten, das Immunsystem zu stärken und sich dadurch Infektionen vom Hals zu halten.

Vorsorge für das Leben

Probiotika sind die natürliche Antwort auf Antibiotika. Diese lebenden Mikroorganismen (z. B. Milchsäurebakterien) haben eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den menschlichen Organismus, insbesondere auf den Darm, in dem etwa 80 Prozent der Abwehrzellen unseres Immunsystems lokalisiert sind.

Die nützlichen Bakterien regulieren die Darmflora und schützen unsere Zellen vor Viren, Pilzen und Parasiten.

Während Impfungen und Antibiotika geradezu gewaltsam in den menschlichen Organismus eingreifen, schaffen Probiotika ein subtiles Gleichgewicht "für das Leben" (= probiotic).

In Anbetracht einer typisch westlichen vitalstoffarmen Ernährung und Antibiotika-Belastung durch Medikamente, Massentierhaltung und ungefiltertes Trinkwasser können sich probiotische Lebensmittel und nahrungsergänzende Probiotika als natürliche Abwehrkräfte gegen Krankheitserreger stark machen.

Gesunde Darmflora gegen Grippe

Wie Mutter Natur beruht auch der menschliche Körper auf den Naturgesetzen eines empfindlichen Ökosystems, dessen Balance aufrechterhalten werden muss. Befindet sich unser Organismus im Gleichgewicht, strotzt der Darmtrakt nur so vor nützlichen Bakterien.

Etwa 500 Bakterienarten sind an der Stimulierung der immunologischen Abwehrreaktion beteiligt. Durch eine falsche Ernährung (v. a. Zucker), Stress und Medikamente wird die Darmflora gestört und durchlässig für Krankheitserreger.

Eine Ernährungsumstellung und Stressreduzierung allein sind zur Wiederherstellung einer gesunden Darmflora meist nicht ausreichend. Antibiotika verhindern die Regeneration des bakteriellen Gleichgewichts zusätzlich.

Probiotika statt Antibiotika – Grippe vorbeugen

Eine Studie der University of Pennsylvania bestätigte, dass Ärzte vor allem Patienten mit infektiösen Atemwegserkrankungen unnötigerweise mit Antibiotika behandeln.

Demgegenüber stehen Untersuchungen aus China, bei denen Probiotika deutliche Linderung bei Kindern mit Grippesymptomen wie Fieber, Husten und Schnupfen herbeiführten.

Die beteiligten Wissenschaftler schlossen aus ihren Ergebnissen, dass täglich eingenommene Probiotika das Auftreten und die Dauer von Atemwegserkrankungen und deren Symptomen reduzieren können, indem sie die Produktion von Antikörpern anregen.

Weitere Gesundheitsargumente

Probiotika erweisen sich nicht nur als hilfreiche Virenabwehr-Helfer in der Erkältungssaison. Als Dauergäste in unserem Darm unterstützen sie unser Wohlbefinden auf breiter Ebene. Sie regulieren Verdauungsbeschwerden, indem sie die Enzymbildung anregen und die Produktion von Magensäften optimieren.

Sie unterstützen die Aufnahme von Nährstoffen und die Ausscheidung von Schadstoffen, schützen gegen Allergene und krebserregende Substanzen.

Selbst bei erhöhten Cholesterinwerten, Bluthochdruck, Nierensteinen und Harninfekten sollen Probiotika nützlich sein. Als positive Nebeneffekte verbessert sich das Hautbild und das Energielevel wird gesteigert.

Probiotika – Nahrungsergänzungsmittel und probiotische Lebensmittel

Probiotika können in Form von Nahrungsergänzungsmitteln als auch durch fermentierte Lebensmittel aufgenommen werden. In beiden Fällen handelt es sich um lebende Mikroorganismen, welche von Natur aus Bestandteile einer gesunden Darmflora sind und somit die mikrobielle Balance im Darm unterstützen bzw. wiederherstellen können. Einige dieser probiotischen Bakterienstämme wurden positiv auf ihre gesundheitsfördernde Wirkung getestet, darunter:

Damit die nützlichen Bakterien auch garantiert im Darm ankommen und nicht schon den Magensäften zum Opfer fallen, sind magensaftresistente Produkte mit speziellem Überzug zu bevorzugen. Fermentierte Lebensmittel enthalten ebenfalls Milchsäurebakterien. Im Gegensatz zum probiotischen Klassiker Joghurt sind jedoch fermentierte Gemüse wie Sauerkraut die bessere Wahl. Frei von verschleimendem und übersäuerndem Milcheiweis und Milchzucker (Laktose) liefert fermentiertes Gemüse Milchsäurebakterien und Vitalstoffe.

Quellen

  • Blaser M. "Antibiotic overuse: Stop the killing of beneficial bacteria. Nature. 2011 Aug 24;476(7361):393-4. doi: 10.1038/476393a. (Antibiotika Anwendung im Übermass: Das Töten nützlicher Bakterien stoppen.)
  • Meredith Melnick "Probiotic Remedies: 6 Ways Live Active Bacteria Can Boost Your Health The Huffington Post 2012 (Probiotische Heilmittel: 6 Wege wie lebende aktive Bakterien die Gesundheit stärken können.)
  • "Probiotic Products" Bio Inventia 2012 (Probiotische Produkte)
  • "Health benefits of taking probiotics The Havard Medical School 2005 (Gesundheitlicher Nutzen von Probiotika)
  • "Probiotics may have some benefits for children, report says Boston 2010 (Probiotika könnten für Kinder von Vorteil sein)
  • "Der Darm: Ökosystem und Erregerabwehr. Darmflora" Onmeda 2012

Verwandte Artikel

Ihre Ausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

Gesunde Ernährung ist Ihre Leidenschaft? Sie lieben die basenüberschüssige, naturbelassene Ernährung? Sie möchten gerne die Zusammenhänge zwischen unserer Nahrung und unserer Gesundheit aus ganzheitlicher Sicht verstehen? Sie wünschen sich nichts mehr als all Ihr Wissen rund um Gesundheit und Ernährung zu Ihrem Beruf zu machen?

Die Akademie der Naturheilkunde bildet Menschen wie Sie in 12 bis 18 Monaten zum Fachberater für holistische Gesundheit aus. Wenn Sie mehr über das Fernstudium an der Akademie der Naturheilkunde wissen möchten, dann erfahren Sie hier alle Details sowie Feedbacks von aktuellen und ehemaligen TeilnehmerInnen.

Hinweis zu Gesundheitsthemen

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschliesslich für Interessierte und zur Fortbildung gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.