Darmflora

Die Dünndarmfehlbesiedlung natürlich behandeln

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 12.11.2018
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Die Dünndarmfehlbesiedlung natürlich behandeln
© istockphoto.com/CentralITAlliance

Wenn sich im Dünndarm plötzlich zu viele Milchsäurebakterien niederlassen – die eigentlich in den Dickdarm gehören – dann kann das zu unangenehmen Symptomen führen. Ein Blähbauch entwickelt sich. Auch Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung können dazu kommen. Man spricht von einer Dünndarmfehlbesiedlung. Die Schulmedizin verordnet Antibiotika, um die Bakterien abzutöten. Doch wird auf diese Weise natürlich die gesamte Darmflora geschädigt, also auch die Darmflora im Dickdarm. Wir besprechen die Diagnose, die Ursachen und auch die natürlichen Behandlungsmethoden der Dünndarmfehlbesiedlung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Dünndarmfehlbesiedlung?

Bei einer Dünndarmfehlbesiedlung haben sich unnatürlich viele Milchsäurebakterien (Laktobakterien) im Dünndarm angesiedelt. Milchsäurebakterien leben normalerweise im Dickdarm, wo sie erwünscht sind und im Normalfall auch keine Beschwerden verursachen.

Im Dünndarm fermentieren diese Bakterien nun Kohlenhydrate (Zucker, Stärke) unter Gasbildung, was die Hauptsymptome (Blähbauch, Bauchschmerzen) erklärt. Dabei kann auch die sog. D-Milchsäure entstehen. D-Milchsäure kann im Gegensatz zur L-Milchsäure, die während natürlicher Stoffwechselprozesse auch vom Organismus selbst gebildet wird, vom Körper nur schwer wieder abgebaut werden. Daher verbleibt sie zu lange im Darm, kann über die Darmschleimhaut ins Blut gelangen und dieses übersäuern. Eine sog. Laktatazidose ist entstanden – eine Übersäuerung durch Milchsäure. Dies wiederum kann zu den auch weiter unten beschriebenen Konzentrationsstörungen und zu einer Art kurzfristigen geistigen Verwirrtheit führen.

Die fälschlicherweise im Dünndarm ansässigen Bakterien hindern überdies die Verdauungsenzyme an ihrer Arbeit, so dass die Nahrung nicht ordnungsgemäss verdaut werden kann. Es gelangen mehr unvollständig verdaute Nahrungspartikel als gewöhnlich in den Dickdarm, was nun auch dort zu Problemen führen kann, nämlich zu verstärkter Bakterienaktivität und somit zu Blähungen.

Welche Symptome treten bei der Dünndarmfehlbesiedlung auf?

Die typischen Symptome einer Dünndarmfehlbesiedlung sind ein aufgeblähter Bauch und Bauchschmerzen. Blähungen gehen oft nicht ab, was den aufgeblähten Bauch und die Schmerzen erklärt. Meist tauchen diese Beschwerden unmittelbar nach den Mahlzeiten auf und bleiben stundenlang bestehen, was die Lebensqualität stark beeinträchtigt. Auch chronischer Durchfall oder eine chronische Verstopfung können sich einstellen, so dass damit im Grunde die Symptome eines Reizdarmsyndroms beschrieben wären.

Und tatsächlich: Viele Reizdarmsyndrom-Patienten leiden nicht grundlos an ihren Beschwerden (wie viele Ärzte diesen Patienten leider immer wieder mitteilen), sondern infolge einer Dünndarmfehlbesiedlung. Ja, es sollen über 50 Prozent aller Reizdarmpatienten sein, deren Reizdarm in Wirklichkeit eine Dünndarmfehlbesiedlung ist. Weitere mögliche Reizdarm-Ursachen finden Sie in unserem Reizdarm-Hauptartikel.

Zusätzlich können (müssen aber nicht!) bei der Dünndarmfehlbesiedlung (und so auch beim Reizdarm) Konzentrationsstörungen und Verwirrtheit auftreten, eine Art Benebeltsein. Diese Symptome werden auf die D-Milchsäure zurückgeführt. Diese gilt als toxisch für die Gehirnzellen und kann daher kognitive Störungen verursachen, Denkprozesse irritieren und selbst das Zeitgefühl beeinträchtigen. Auch dieses Symptom setzt jeweils nach dem Essen ein, spätestens nach einer halben Stunde und kann einige Stunden lang bestehen bleiben.

Langfristig kann es bei einer Dünndarmfehlbesiedlung zu Mangelerscheinungen und einer Gewichtsabnahme kommen, da die Verdauung und Nährstoffaufnahme gestört ist. Häufig wird ein Vitamin-B12-Mangel diagnostiziert.

Was könnten die Ursachen einer Dünndarmfehlbesiedlung sein?

Meist schliesst die sog. Ileozäkalklappe nicht mehr richtig, wenn eine Dünndarmfehlbesiedlung vorliegt. Diese Klappe befindet sich zwischen Dick- und Dünndarm und verhindert beim gesunden Menschen, dass Bakterien oder Nahrungsbrei aus dem Dickdarm wieder zurück in den Dünndarm gelangen können.

Warum aber ist die Ileozäkalklappe defekt? Meist leiert die Klappe infolge chronischer Blähungen aus. Natürlich haben auch die Blähungen wieder Ursachen (Unverträglichkeiten, ungesunde Ernährung, zu grosse Mahlzeiten, zu viele Ballaststoffe, ungünstige Lebensmittelkombinationen etc.).

Doch genügt schon allein eine chronische Verstopfung aufgrund verlangsamter Darmmotilität (Darmperistaltik = Darmbewegungen, die den Nahrungsbrei durch den Darm transportieren), um zu einem Ungleichgewicht der Dünndarmflora zu führen.

Als Ursachen für eine verlangsamte Darmmotilität oder generell für die Begünstigung einer Dünndarmfehlbesiedlung kommen die folgenden Faktoren in Frage:

  • Antibiotika
  • Diabetes
  • Medikamente, die stopfend wirken, z. B. manche Antidepressiva, Parkinsonmedikamente, Diuretika (Wassertabletten) oder auch Eisenpräparate
  • PPI (Protonenpumpenhemmer), die bei Sodbrennen, Reflux oder als Magenschutz verordnet werden, können eine Dünndarmfehlbesiedlung begünstigen. Denn die Magensäure würde normalerweise verhindern, dass ein Übermass an Bakterien (z. B. aus Joghurt oder anderen fermentierten Speisen, aber auch aus probiotischen Präparaten) in den Dünndarm gelangen. Säureblocker aber senken den Magensäurespiegel so stark, dass die Magensäure den Darm nicht mehr schützen kann und viel mehr Bakterien in den Dünndarm gelangen, als gesund wäre.
  • Operationen aufgrund von Übergewicht (Magenbypass)
  • Fisteln zwischen Dünn- und Dickdarm
  • Divertikel
  • Alkoholkonsum
  • Krankheiten wie Zöliakie, Bauchspeicheldrüseninsuffizienz, nicht-alkoholische Fettleber
  • FODMAPs (FODMAP ist die Abkürzung für „fermentable oligo-, di- and monosaccharides and polyols“, es handelt sich dabei um Gruppe von Kohlenhydraten, die in vielen Lebensmitteln – meist natürlicherweise, also nicht etwa als Zusatz – enthalten sind und von den Darmbakterien fermentiert werden können. Praktiziert man eine FODMAP-arme Ernährung, kann dies bei vielen Menschen das Reizdarmsyndrom mildern. Zu den FODMAPs gehören Fructose, Lactose, Zuckeraustauschstoffe (Xylit, Sorbit etc.) und viele mehr. Im Netz gibt es dazu lange Listen mit erlaubten und verbotenen Lebensmitteln.)
  • Präbiotika (z. B. Inulin)
  • Probiotika (siehe hier)

Wie kann man sich vor einer Dünndarmfehlbesiedlung schützen?

Alle Massnahmen, die für einen gesunden Magensäurespiegel sorgen, können auch vor einer Dünndarmfehlbesiedlung schützen (gesunde Ernährung, langsam essen, sorgfältig kauen, nicht bei Stress essen, Bitterstoffe bei Magensäuremangel einnehmen, magenschädigende Medikamente möglichst meiden etc.).

Auch eine gesunde Funktion der Bauchspeicheldrüse ist wichtig. Diese bildet genügend Verdauungsenzyme für den Dünndarm, die dort wiederum ein Übermass an Bakterien eindämmen.

Genauso müssen Leber und Gallenblase ordnungsgemäss funktionieren, da auch die Gallensäuren einer Dünndarmfehlbesiedlung vorbeugen.

Verstopfung sollte unbedingt vermieden werden, auch sollte man sich bewusst so ernähren, dass man nicht unter ständigen Blähungen leidet.

Im Grunde ist also eine insgesamt gesunde Ernährungs- und Lebensweise erforderlich, die alle Körperfunktionen in einem gesunden Gleichgewicht hält.

Wie wird eine Dünndarmfehlbesiedlung diagnostiziert?

Eine Dünndarmfehlbesiedlung kann relativ leicht festgestellt werden, und zwar mit dem Wasserstoff-Atemtest. Dazu geht man (nüchtern) in eine gastroenterologische Praxis und bekommt dort ein Glucose-Wasser-Gemisch zu trinken. Anschliessend wird mehrmals (in festgelegten Zeitabständen) der Wasserstoff-Gehalt in der Ausatemluft gemessen.

Wasserstoff entsteht im Darm, wenn Bakterien unvollständig verdaute Kohlenhydrate fermentieren. Dieser Wasserstoff gelangt über die Darmschleimhaut ins Blut, von dort in die Lungen und wird nun abgeatmet.

Bei einer Dünndarmfehlbesiedlung erhält man deshalb Glucose, da diese beim gesunden Menschen im Dünndarm vollständig resorbiert werden würde. Bei einer Dünndarmfehlbesiedlung aber wird die Glucose von den im Übermass vorhandenen Bakterien fermentiert, noch bevor die Glucose resorbiert werden kann.

Steigt also der Wasserstoffgehalt der Atemluft nach 30 bis 60 Minuten, dann liegt der Verdacht nahe, dass bereits im Dünndarm wasserstoffproduzierende Bakterien vorhanden sind und somit eine Dünndarmfehlbesiedlung vorliegt. Ändert sich der Wasserstoffgehalt der Atemluft nicht, ist auch nicht von einer Dünndarmfehlbesiedlung auszugehen.

Wie therapiert die Schulmedizin eine Dünndarmfehlbesiedlung?

Hat sich beim Arzt nun eine Dünndarmfehlbesiedlung ergeben, dann erhält man ein Antibiotikum, meist Rifaximin. Dieses Antibiotikum hat die Besonderheit, dass es kaum in die Blutbahn aufgenommen wird, also ausschliesslich im Darm wirkt.

Allerdings ist das Mittel in Deutschland für diese Anwendung nicht zugelassen, da man eine Zunahme von Bakterienresistenzen befürchtet. Auch ähnelt das Mittel offenbar einem Antibiotikum, das man bei Tuberkulose einsetzt – und es wäre verheerend, wenn dieses aufgrund von zunehmenden Resistenzen nicht mehr wirken würde. Dennoch wird Rifaximin von manchen Ärzten auch bei der Dünndarmfehlbesiedlung eingesetzt.

In manchen Fällen, aber längst nicht allen, lassen die Beschwerden nach Einnahme des Antibiotikums nach, kehren aber oft nach einiger Zeit wieder zurück, so dass dann mehrere Antibiotikatherapien durchgeführt werden müssen. Doch auch diese garantieren noch lange nicht für einen anhaltenden Erfolg. Die schulmedizinischen Möglichkeiten bei der Dünndarmfehlbesiedlung sind also noch sehr begrenzt, so dass die Suche nach neuen Wegen extrem wichtig wäre.

Kräuter-Therapie bei Dünndarmfehlbesiedlung genauso wirksam wie Antibiotika

Im Mai 2014 erschien eine Studie, in der man in verschiedenen US-amerikanischen Kliniken bei Patienten mit Dünndarmfehlbesiedlung die Wirkung von Rifaximin mit der Wirkung von pflanzlichen Alternativen verglich. 104 Patienten erhielten in dieser Untersuchung über vier Wochen hinweg täglich entweder dreimal 400 mg Rifaximin (67 Patienten) oder zweimal täglich zwei Kapseln einer pflanzlichen Therapie (37 Patienten) – siehe nächster Absatz.

In der Rifaximin-Gruppe fiel der Atemtest nach der Therapie bei 34 Prozent (23 Personen) negativ aus, was für eine nicht mehr vorhandene Dünndarmfehlbesiedlung sprach. In der pflanzlichen Gruppe waren es jedoch sogar 46 Prozent (17 Personen). 

14 der 44 Patienten, die nicht auf die Antibiotika-Therapie angesprochen hatten, erhielten nun ebenfalls die Kräuter-Therapie – und 8, also mehr als die Hälfte hatten anschliessend einen negativen Atemtest. Weitere 10 der Patienten, die nicht auf Rifaximin reagiert hatten, erhielten eine Kombination aus drei Antibiotika, die bei 6 Personen Wirkung zeigte. Die drei Antibiotika waren: Cindamycin 300 mg, Metronidazol 250 mg, Neomycin 500 mg.

Die neun an der Studie beteiligten Gastroenterologen schlossen daraus, dass eine Kräuter-Therapie mindestens so wirksam sei wie eine Antibiotika-Therapie, um eine Dünndarmfehlbesiedlung zu bekämpfen. Selbst bei Menschen, die auf Rifaximin nicht reagierten, könne man genausogut Kräuter einsetzen statt der Dreier-Antibiotika-Kombination.

Wie kann man die Dünndarmfehlbesiedlung natürlich behandeln?

Viele Kräuter bzw. pflanzliche Mittel sind für ihre antimikrobiellen/antibiotischen Eigenschaften bekannt. Daher kamen in obiger Studie die folgenden im US-amerikanischen Handel erhältlichen Kräutermischpräparate zum Einsatz: Dysbiocide und FC Cidal (Biotics Research Laboratories, Rosenberg, Texas) oder Candibactin-AR gemeinsam mit Candibactin-BR (Metagenics, Inc, Aliso Viejo, California). Die Kosten für eine 30-tägige Therapie mit diesen Präparaten lagen bei 120 US-Dollar. Sie sind online bestellbar, z. B. über amazon.com. Nachfolgend die jeweiligen Inhaltsstoffe der Kräuter-Präparate.

1. Biotics Research FC Cidal:

  • Tinospora cordifolia (Stängel), auch Guduchi, eine ayurvedische Heilpflanze
  • Schachtelhalm (Stängel)
  • Lapacho (innere Rinde)
  • Thymian (Blätter und Stängel)
  • Estragon (Blätter)
  • Sandmalve (Blätter und Stängel)
  • Olivenbaum (Blätter)

2. Dysbiocide:

  • Dillsamen
  • Stemona Sessilifolia Extrakt
  • Artemisia Absinthium Extrakt (junge Triebe und Blätter)
  • Pulsatilla Chinensis Extrakt (Wurzel)
  • Brucea Javanica Extrakt
  • Picrasma Excelsa Rindenextrakt
  • Acacia Catechu Extrakt (Stängel)
  • Hedyotis Diffusa Extrakt
  • Schafgarbenextrakt (Blätter und Blüten)

3. Candibactin-AR: Inhalt pro Kapsel

  • Roter-Thymian-Öl (Thymus vulgaris, 30 % bis 50 % Thymol), 0,2 ml
  • Oreganoöl (Origanum vulgare, 55 % bis 75 % Carvacrol), 0,1 ml
  • Salbeiblätterextrakt (Salvia officinalis, Extraktverhältnis: 5,5:1), 75 mg
  • Zitronenmelisse Blätter (Melissa officinalis, Extraktverhältnis: 5:1), 50 mg

4. Candibactin-BR: Inhalt pro zwei Kapseln

  • Chinesischer Goldfaden Wurzelextrakt (Coptis chinensis mit Berberin) 30 mg
  • Berberitze Wurzelextrakt (Berberis aristata mit Berberin) 70 mg
  • Berberinsulfat 400 mg
  • Baikalhelmkraut Wurzel (Scutellaria baicalensis)
  • Chinesischer Korkbaum Rinde (Phellodendron chinense)
  • Ingwerwurzel (Zingiber officinale)
  • Chinesisches Süssholz Wurzel (Glycyrrhiza uralensis)
  • Rhabarberwurzel (Rheum officinale)

Hinweis: In manchen Fällen wird die Sendung nicht ausgeliefert, sondern vom Zoll beschlagnahmt!

Sollte man zur Behandlung einer Dünndarmfehlbesiedlung einen Therapeuten hinzuziehen?

Natürlich könnten bei der Dünndarmfehlbesiedlung auch andere (einfachere) Massnahmen wirken. Da dazu noch keine Studien/Untersuchungen vorliegen, müsste man hier austesten, was für einen persönlich wirksam ist.

So könnte man beispielsweise eine FODMAP-arme Ernährung testen, gleichzeitig Zeolith oder auch Flohsamenschalenpulver einnehmen und ein antibiotisch wirksames Kräuter-Präparat, wie etwa Oreganoöl. Suchen Sie zum Austesten der für Sie passenden Massnahmen am besten einen kompetenten ganzheitlichen Arzt oder Heilpraktiker auf.

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Zuletzt kommentiert

anonym schrieb am 22.10.2018

Sehr geehrtes Zentrum-der-Gesundheit-Team,

ich lese viele Ihrer Artikel sehr aufmerksam und finde Ihre Arbeit in der Regel sehr gut und hilfreich.

Seit 3 Jahren ernähre ich mich inzwischen vollkommen glutenfrei und habe dadurch auch einige positive Auswirkungen gemerkt. Einigen mir durchaus bewussten Ernährungsfehlern kann ich leider aber noch nicht entsagen (zum Beispiel trinke ich zu Hause nur noch Lupinen-Kaffee, aber unterwegs dann doch wieder echten Kaffee).

Ich habe seit 17 Jahren häufige Blähungen, die aber vermutlich schon immer da sind. Nur durch das Kantinenessen im Rahmen meiner ersten Berufsausbildung ist es mir aufgrund der Häufigkeit mehr bewusst geworden. Vor drei Jahren waren die Blähungen teilweise mit Schmerzen und Durchfall verbunden, so dass ich mich auf die Suche nach Unverträglichkeiten gemacht habe und der Verzicht auf Gluten durchaus eine Verbesserung erbrachte. Bei längeren Verzicht auf andere typische Allergenen ist mir keine andere potentielle Unverträglichkeit aufgefallen.

Ihr Artikel über Dünndarmfehlbesiedelung hat mich auf die Idee gebracht, dass aufgrund meiner jahrelangen Blähungen auch dieses Problem vorliegen könnte, vor allem da eine Verstärkung der Blähungen durch die Einnahme von bereits kleinen Mengen Inulin stattfindet.

Ich hatte mir daraufhin 1. Biotics Research FC Cidal auf amazon.com bestellt, da Sie das als mögliche Bezugsquelle angegeben hatten. Leider hat der Zoll die Lieferung beschlagnahmt und vernichtet. Da das meine erste Bestellung aus dem nichteuropäischen Ausland war, hat mich das ziemlich überrascht. Aus Sicht des Zolls fällt dieses Nahrungsergänzungsmittel unter Arzneimitteln (eine genaue Begründung hierfür habe ich nicht erhalten, nur dass es wohl die Regel ist scheint nicht-EU-Nahrungsergänzungsmittelt so zu behandeln). Nun zu meinen Fragen/Bitten.

Habe ich bei der Bestellung etwas falsch gemacht, dass der Zoll es überhaupt kontrolliert hat?
Kennen Sie eine alternative Bezugsmöglichkeit?
Könnten Sie (falls der Fehler nicht bei mir lag, was ich nicht beurteilen kann) einen Vermerk an der Stelle in dem Artikel machen, dass bei Kontrolle durch den Zoll die Bestellung dem Empfänger nicht erreicht.

Vielen Danke und schöne Grüße

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Sie haben vermutlich nichts falsch gemacht. Bei Stichproben kann es zu einer Beschlagnahmung kommen, da einige Mittel aus dem Ausland in der EU nicht als Nahrungsergänzungen zugelassen sind, obwohl gerade die genannten Präparate eigentlich nur Mischungen harmloser Pflanzen darstellen, die auch bei uns bekannt sind. Wir haben den Artikel in jedem Fall mit einem entsprechenden Hinweis versehen.

Sobald wir eine alternative Quelle gefunden haben, geben wir dies an. Auch versuchen wir, die genaue mengenmässige Zusammensetzung herauszufinden, damit man sich die Mittel z. B. in der Apotheke mischen lassen könnte oder auch selbst mischen könnte. Möglicherweise könnte Ihnen inzwischen ein phytotherapeutisch bewanderter Heilpraktiker mit einer Alternativmischung weiterhelfen.

Es tut uns sehr leid, dass Sie nun die beschriebenen Unannehmlichkeiten hatten, hoffen aber, bald mit hilfreichen informationen aufwarten zu können.

Alles Gute!

Ihr ZDG-Team

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Quellen

  • Chedid V et al., Herbal Therapy is Equivalent to Rifaximin for the Treatment of Small Intestinal Bacterial Overgrowth, Mai 2014, Global Advances in Health and Medicines, (Quelle als PDF)