Stimulierende Heilmethoden

Klopfakupressur: Selbsthilfe bei Stress, Angst und Kummer

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 09.06.2018
  • 2 Kommentare
Klopfakupressur: Selbsthilfe bei Stress, Angst und Kummer
© fotolia.com/Monika Wisniewska

Die Klopfakupressur – auch „Klopfen“ oder EFT genannt – ist eine kostenlose Selbsthilfemassnahme, die emotionale Freiheit verspricht. Es ist dieses Freisein von negativen Emotionen, das jeden Menschen aufblühen lässt. Denn erst wenn Ängste, Kummer und Selbstzweifel schwinden, ist es möglich, das Leben so zu leben, wie man es sich immer erträumt hat. Auch Traumen, die schon lange auf der Seele lasten, lösen sich auf, heisst es. Gleichzeitig bessern sich Schmerzen oder andere chronische Beschwerden. Finden Sie bei uns eine Anleitung, mit der Sie das Klopfen sofort anwenden können.

Klopfen: Die Anleitung, um Sorgen und Ängste zu vergessen

Es gibt viele Dinge, vor denen man sich fürchten kann oder die einem Sorgen bereiten können: lange Autofahrten, das Sprechen vor vielen Menschen, ein Vorstellungsgespräch, Spinnen, die sich an der Zimmerdecke niederlassen, das Alleinsein, Liebeskummer, Krankheiten, Geldprobleme, eine Sucht usw. Ganz gleich, was ihnen Sorgen macht oder wovor sie sich fürchten, probieren Sie die Klopfakupressur. Sie kostet weder Geld noch viel Zeit und ist schnell erlernt. Am Ende dieses Artikels haben wir die Anleitung dazu beschrieben.

Der Erfinder der Klopfakupressur EFT

Entwickelt wurde die Klopfakupressur vom Amerikaner Gary Craig in den frühen 1990er Jahren. Craig arbeitete als Personal Coach u. a. mit der Methode von Roger Callahan, der sog. Thought Field Therapy (Gedankenfeldtherapie) zur Angstbewältigung. Der Begriff Gedankenfeldtherapie entstand, da nach Callahans Theorie Gedanken an energetische Felder im Körper gekoppelt sind. Gelingt es nun mit Hilfe von bestimmten Techniken diese Verbindung zu lösen, ist auch das ursprüngliche Problem gelöst bzw. die Angst verschwunden.

Später entwickelte Craig die Gedankenfeldtherapie weiter, verkürzte ihren Ablauf und integrierte Elemente anderer Methoden aus der Energetischen Psychologie. Die neu entstandene Technik nannte er EFT für Emotional Freedom Techniques – eine Technik zur emotionalen Freiheit: Das Klopfen.

Für EFT benötigen Sie nur Ihre eigenen Hände

Man benötigt für EFT nichts weiter als die eigenen Hände. Mit den Fingerspitzen von Zeige- und Mittelfinger stimuliert man klopfend bestimmte Meridianpunkte, ähnlich wie bei der Akupressur und kann dadurch – ganz gleich, wo man sich befindet – Stress, Ängste oder Wut lindern. Auch zur Trauerarbeit kann EFT eingesetzt werden oder dann, wenn man unter Selbstzweifeln oder Schuldgefühlen leidet. Selbst die Wunden durch Missbrauch in der Kindheit können heilen, so dass die unsichtbaren Fesseln fallen und ein Leben in emotionaler Freiheit möglich wird.

ProbioStress

Das Ziel

Das Ziel der Klopfakupressur ist es, Stress nicht mehr so nah an sich heran zu lassen, Schuldgefühle aufzulösen, Ängste loszulassen und einfach ein entspannteres und glücklicheres Leben führen zu können. Das gelingt folgendermassen: Das Klopfen durchtrennt die Verbindung zwischen dem aktuellen Leben und den negativen Emotionen, die zwar aus früheren Erlebnissen stammen, aber noch in der Erinnerung verankert sind und immer wieder das Hier und Jetzt negativ beeinflussen.

Wenn die Erinnerung negative Emotionen aus der Vergangenheit auf aktuelle Erlebnisse projiziert, werden auch diese als negativ, angsteinflössend und stressig erlebt. Es muss sich dabei nicht um identische Erlebnisse handeln. Es genügen schon ähnliche Rahmenbedingungen, um plötzlich wieder Angst und Stress zu erleben:

Wenn die Vergangenheit immer präsent ist

Angenommen jemand wurde vor vielen Jahren spätabends auf dem Nachhauseweg überfallen. Die bei diesem Überfall erlebte Panik kann im Hier und Jetzt nun schon dann auftreten, wenn beispielsweise ähnliche Gerüche wahrgenommen werden, wie sie damals während des Überfalls herrschten oder wenn ähnliche Geräusche gehört werden, wie sie damals irgendwo in der Ferne zu hören waren oder wenn ähnliche Lichtverhältnisse herrschen etc.

Alle diese Details wurden im Gedächtnis gespeichert und werden bei Bedarf sofort wieder hervorgeholt. Das Unterbewusstsein verknüpft rasch das Vergangene mit der aktuellen Situation. Auf diese Weise können sich Phobien und Ängste entwickeln, aber auch Süchte, Depressionen und sogar körperliche Symptome wie chronische Schmerzen. EFT soll nun genau diese Verknüpfung von Erinnerungen mit dem Jetzt lösen – durch einfaches Klopfen auf bestimmte Meridianpunkte.

Oft genügt schon ein Gedanke – und man ist traurig oder ängstlich

Oft kennt man jedoch den ursprünglichen Auslöser gar nicht. Man wurde also nie überfallen, nie von einem Hund gebissen, nie über Nacht in den Keller gesperrt, nie missbraucht, nie Opfer eines Unfalls, versagte nie bei einem öffentlichen Auftritt, blieb nie im Aufzug stecken etc. – und hat dennoch Angst vor der Dunkelheit, vor geschlossenen Räumen, vor dem Alleinsein oder vor langen Autofahrten, Panik, wenn ein Hund auftaucht, Lampenfieber, wenn man eine Rede halten soll usw. Noch viel häufiger ist es überdies so, dass schon allein ein negativer Gedanke genügt, um für Unwohlsein, Stress, Angst oder gar Schmerzen zu sorgen.

Den Energiefluss harmonisieren und negative Emotionen auflösen

Wird man also an etwas Negatives erinnert, sei es durch Gedanken, Gerüche, Geräusche oder wodurch auch immer, dann tritt eine negative Emotion auf. Nach Callahan soll es sich nun so verhalten, dass zwischen der Erinnerung und der Emotion noch ein weiterer Schritt liegt, nämlich die Störung des Energieflusses durch die Meridiane. Das wiederum bedeutet: Schafft man es, den Energiefluss wieder zu harmonisieren, tritt keine negative Emotion mehr auf. Und genau diese Harmonisierung des Energieflusses kann mit EFT erreicht werden, z. B. bei den folgenden Problemen:

  • Phobien und Ängste
  • Belastende Situationen
  • Blockaden, Verhaltensmuster, Glaubenssätze
  • Suchtprobleme
  • Beziehungsprobleme
  • Liebeskummer
  • Krankheiten
  • Usw.

EFT – Die Anleitung

Zunächst lernen Sie die 14 Meridianpunkte kennen, die während des EFT mit dem Zeige- und Mittelfinger geklopft werden. Es gibt viele Anleitungen für die Klopfakupressur. Sie alle unterscheiden sich ein klein wenig. Bei manchen Anleitungen werden Punkte weggelassen oder es kommen andere Punkte hinzu, z. B. der Kopfpunkt, der sich genau oben in der Mitte auf dem Kopf befindet. Ganz gleich aber, welche Anleitung Sie wählen, wichtig ist offenbar, dass man überhaupt klopft – ob ein Punkt mehr oder weniger, ist dabei nicht entscheidend:

  • Broschenpunkt auch „wunder“ Punkt genannt: Punkt an jener Stelle, wo Sie eine Brosche befestigen würden. Der Punkt liegt gut eine Handbreite unterhalb des Schlüsselbeines und fühlt sich weicher als seine Umgebung an
  • Augenbrauenpunkt: Punkt an der Nasenwurzel, am inneren Ende der Augenbraue
  • Augenpunkt: Punkt an der äusseren Seite des Auges
  • Jochbeinpunkt: Punkt unterhalb des Auges
  • Nasenpunkt: Punkt zwischen Nase und Oberlippe
  • Kinnpunkt: Punkt zwischen Unterlippe und Kinn
  • Schlüsselbeinpunkt: Punkt unter dem Schlüsselbein
  • Unter-dem-Arm-Punkt: Punkt direkt unterhalb der Achsel
  • Daumenpunkt: Punkt auf dem Nagelfalz innen
  • Zeigefingerpunkt: Punkt auf dem Nagelfalz des Zeigefingers
  • Mittelfingerpunkt: Punkt auf dem Nagelfalz des Mittelfingers
  • Kleiner-Finger-Punkt: Punkt auf dem Nagelfalz des kleinen Fingers
  • Handkantenpunkt (auch Karatepunkt): Punkt an der Handkante an der oberen Linie der Handfläche (er wird in unserem Titelfoto gezeigt)
  • Serienpunkt, auch Gamutpunkt genannt: Punkt auf dem Handrücken zwischen Ringfinger und kleinem Finger

Gehen Sie nun alle Punkte der Reihe nach mehrmals durch, damit Sie die Punkte kennenlernen können und Sie eine gewisse Übung in der Abfolge bekommen. Klopfen Sie jeden Punkt 3- bis 7-mal. Es ist dabei gleichgültig, ob Sie mit der rechen oder linken Hand klopfen und auch ob Sie die Punkte auf der rechten oder linken Körperseite klopfen. Wählen Sie jene Seite, die sich für Sie am besten anfühlt.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie die Punkte auch wirklich genau gefunden haben, dann seien Sie beruhigt: Auch wenn Sie die Stelle nicht treffen und daneben klopfen sollten, dann kommt das Signal am richtigen Fleck an. Es genügt also, auch nur in etwa den passenden Bereich zu treffen. Im Netz finden Sie zahlreiche Abbildungen, die zeigen, wo die Punkte lokalisiert sind.

Das Thema wählen

Suchen Sie sich jetzt ein Thema aus, das Sie belastet.

  • Das kann etwas sein, das Sie in der Vergangenheit erlebt haben und das Sie noch immer belastet.
  • Das kann eine negative Emotion sein, die Sie jetzt gerade in diesem Augenblick belastet.
  • Das kann ein bestimmter Gedanke sein, der Sie fertig und krank macht, wenn er Ihnen nur in den Sinn kommt.
  • Das kann etwas sein, dass in der Zukunft auf Sie zukommt und wovor Sie Angst haben.

Formulieren Sie Ihr Thema oder Problem in einem Satz, z. B. Ich habe Angst vor dem Referat (dem Zahnarzt, dem Fliegen etc.), ich hasse meinen Chef (oder wen auch immer), ich kann ohne xy nicht leben (bei Liebeskummer), ich kann nicht einparken, ich bin wütend auf…, ich habe Angst, dass ich die Geduld mit meinen Kindern verliere, meine Kopfschmerzen machen mich wahnsinnig usw.

Situationen können auch ganz konkret formuliert werden, also z. B. nicht „meine Mutter hat mich immer geschlagen“, sondern „meine Mutter hat mich geschlagen, als ich 9 Jahre alt war und schmutzig nach Hause kam“.

Auch sagen Sie nicht „ich bekomme einfach nichts auf die Reihe“, sondern „ich bin immer noch arbeitslos“, „ich kann meinen Tag nicht strukturieren“, „ich kann keine Ordnung halten“, „ich schaffe es nicht, mich bei xy zu entschuldigen“ etc.

Die Emotionen bewerten

Bewerten Sie nun die jeweilige Emotion auf einer Skala zwischen 0 und 10. 10 ist dabei der Wert für eine Emotion, die Sie entsetzlich aufregt, die Sie regelrecht lähmt. 0 bedeutet, dass die Emotion nicht mehr vorhanden ist. Mit dieser Bewertung können Sie immer wieder die Erfolge der Klopfakupressur beobachten. Wenn der Wert auf 0 gefallen ist, ist das Klopfen bei diesem Thema beendet, da Sie keine negativen Emotionen mehr verspüren, wenn Sie an das einstige Problem denken.

Dies klappt manchmal, aber keinesfalls immer am ersten Tag. Doch hilft das Klopfen, die Emotionen, die mit dem Problem in Verbindung stehen, im Laufe der Zeit immer weiter abzuschwächen. Beginnen Sie daher bei Ängsten vor Dingen, die Sie noch vor sich haben, rechtzeitig und nicht erst am Vorabend Ihres Referats oder Vorstellungsgesprächs.

Der Startsatz

Sprechen Sie jetzt den Startsatz, auch Eröffnungsaussage oder Einstimmung genannt:

  • Ich akzeptiere mich voll und ganz, auch wenn ich … (Hier setzen Sie nun Ihr Thema ein).

Alternativen sind:

  • Ich bin okay, so wie ich bin, auch wenn ich …
  • Ich liebe mich und akzeptiere mich voll und ganz, auch wenn ich …

Beispiele:

  • Ich akzeptiere mich voll und ganz, auch wenn mich diese Kopfschmerzen wahnsinnig machen.
  • Ich akzeptiere mich voll und ganz, auch wenn ich Angst vor dem Referat habe.
  • Ich akzeptiere mich voll und ganz, auch wenn ich wütend auf xy bin.
  • Ich akzeptiere mich voll und ganz, auch wenn ich glaube, ohne xy nicht leben zu können.

Da es manchmal Zeit braucht, bis eine Emotion vom entsprechenden Gedanken abgekoppelt ist und der Energiefluss wieder hergestellt ist, kann man den Einstimmungssatz im Laufe des Klopfens mit „immer noch“ ergänzen, also so:

  • Ich akzeptiere mich voll und ganz, auch wenn ich immer noch wütend auf xy bin.

Den ausgewählten Startsatz spricht man nun dreimal hintereinander und klopft währenddessen den Karatepunkt. Die Klopfgeschwindigkeit bleibt Ihnen überlassen. Man klopft in jener Geschwindigkeit, die sich gut anfühlt.

Andere Anleitungen empfehlen, während des dreimaligen Sprechens des Startsatzes den Broschenpunkt zu massieren (also nicht zu klopfen, sondern mit Zeige- und Mittelfinger zu massieren). Probieren Sie aus, was Ihnen mehr zusagt. Der Broschenpunkt ist oft sehr emotionsgeladen und es tut gut, ihn zu massieren.

Das Klopfen – Der erste Durchgang

Für das Klopfen selbst benötigt man einen sog. Erinnerungssatz. Es ist die verkürzte Version des Startsatzes bzw. meist ist es der Satz, mit dem man anfangs sein Thema formuliert hat. Also:

  • Ich hasse meinen Chef.
  • Ich habe Angst vor der Enge im Flugzeug.
  • Ich kann ohne xy nicht leben.

Bei Krankheiten kann man auch einfach immer nur sagen „diese Kopfschmerzen“, „diese Rückenschmerzen“ o. ä.

Nun klopft man jeden Punkt 3- bis 7-mal und spricht dabei den Erinnerungssatz. Sobald Ihnen die Lage der Punkte in Fleisch und Blut übergegangen ist, benötigt ein Klopfdurchgang nur 2 bis 3 Minuten. Wenn Sie zwischendurch das Bedürfnis verspüren, einen Punkt länger zu klopfen, dann tun Sie es.

Die Behandlungsserie

Die Behandlungsserie ist der Mittelteil der Klopfakupressur. Nach dem ersten Durchgang klopfen Sie den Serienpunkt und gehen dabei folgendermassen vor:

  • Bewegen Sie Ihre Augen langsam vom Boden zur Decke und wieder zum Boden. Der Kopf bleibt dabei gerade!
  • Bewegen Sie Ihre Augen von links nach rechts und wieder nach links. Auch hier bleibt der Kopf bewegungslos.
  • Bewegen Sie Ihre Augen im Uhrzeigersinn in einem Kreis, dann in umgekehrter Richtung.
  • Summen Sie jetzt einige Takte aus einem einfachen Lied, das Ihnen in den Sinn kommt.
  • Zählen Sie dann von zehn bis fünf.
  • Summen Sie erneut die ausgewählten Takte.
  • Atmen Sie tief ein und aus.

Sprechen Sie zwischendurch immer wieder Ihren Erinnerungssatz, damit Sie in Gedanken nicht abschweifen und konzentriert beim entsprechenden Problem bleiben. Augenbewegungen sind – so Silvia Hartmann in ihrem Buch „emotionale freiheit“ – mit unterschiedlichen Gehirnfunktionen gekoppelt. Der Wechsel zwischen Summen, Zählen und wieder Summen bewirkt ferner einen schnellen Wechsel von einer Gehirnhälfte zur anderen.

Die Augenbewegungen, das Summen und das Zählen sorgen auf diese Weise dafür, dass das Nervensystem wach wird. Nur so kann das Klopfen am Ziel ankommen und nur so sind Veränderungen im System überhaupt erst möglich. Allerdings ist die Behandlungsserie nicht immer nötig. Routinierte EFT-Anwender benötigen sie oft gar nicht mehr. Anfangs sollte sie jedoch in den Ablauf mit eingebaut werden.

Das Klopfen – Der zweite Durchgang

Wiederholen Sie nun alles so, wie Sie es beim ersten Klopf-Durchgang gemacht haben. Atmen Sie anschliessend tief ein und aus.

Die Emotionen erneut bewerten

Wenn Sie nun intensiv an die ausgewählte Situation oder das ausgewählte Problem denken, wie würden Sie es jetzt nach der ersten vollständigen Klopf-Runde bewerten? Hat sich etwas gebessert? Wenn Sie noch keine 0 vergeben können, dann klopfen Sie erneut den Handkanten- bzw. Karatepunkt und sagen wie oben unter „Der Startsatz“ beschrieben:

  • Ich akzeptiere mich voll und ganz, auch wenn ich immer noch

Klopfen Sie dann alle Punkte erneut, konzentrieren Sie sich ganz auf Ihr Gefühl, die hochkommenden Emotionen und sagen bei jedem Punkt laut: „Immer noch wütend“ oder „immer noch angstvoll“ oder „immer noch Schmerzen“ etc. Wiederholen Sie diesen Schritt so lange, bis die Emotion auf 0 ist oder wenigstens einen so niedrigen Wert erreicht, dass das Problem für Sie deutlich weniger belastend ist.

Die Wirkweise von EFT auf der Gehirnebene

Im Gehirn findet sich ein kleiner Bereich, die sog. Amygdala. Dort werden Situationen emotional bewertet, positiv oder negativ und entsprechend gespeichert. Geschieht irgendetwas, das an diese Situation erinnert, sendet die Amygdala ein Alarmsignal an den Hypothalamus aus, ein weiteres Areal im Gehirn. Der Hypothalamus nun löst die entsprechenden vegetativen Reaktionen aus: Panik- und Angstgefühle, Schwitzen, Zittern, Bauchkrämpfe oder auch einfach „nur“ ein permanent ungutes und gestresstes Gefühl im Bereich des Sonnengeflechts, das einen nicht mehr zur Ruhe kommen lässt.

Stimuliert man nun im EFT die Meridianpunkte, spricht gleichzeitig laut aus, was einen belastet und ist sich der Emotion bewusst, dann kommt die Meldung der Amygdala nicht mehr vollumfassend beim Hypothalamus an und kann auch nicht zu den bekannten Symptomen führen. Der Hypothalamus gibt nun wiederum an die Amygdala die Meldung, dass ihr „Notruf“ nichts bewirkte und dennoch alles in Ordnung ist. Das Problem ist aufgelöst. Die Erinnerung an belastende Situationen bleibt natürlich erhalten, nur kann sie keine Stresssymptome mehr auslösen.

Wissenschaftliche Studien zur Wirkung der Klopfakupressur

Obwohl die EFT zunächst als esoterisch und wirkungslos abgetan wurde, ist die Klopfakupressur mancherorts – obwohl es natürlich nach wie vor Skeptiker gibt – als wirkungsvolle Behandlungsmethode akzeptiert.

In einem Artikel vom Dezember 2012 erkennt beispielsweise die American Psychological Association die Wirksamkeit von EFT als Behandlungsmethode für Angstzustände an und empfiehlt sogar, sie beim Posttraumatischen Belastungssyndrom einzusetzen. Nachfolgend stellen wir eine Auswahl wissenschaftlicher Studien zur Wirkung der Klopfakupressur vor.

Angstzustände bessern sich

Aus dem Jahr 2017 liegt eine Studie mit 63 Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren vor. Sie alle litten an Angstzuständen der unterschiedlichsten Art. Nach nur drei Sitzungen zeigte EFT eine signifikante Verbesserung der Ängste. Die Wirkung war vergleichbar mit jener, die sich nach drei Sitzungen einer kognitiven Verhaltenstherapie einstellte. Die kognitive Verhaltenstherapie gilt offiziell als die derzeit beste Methode zur Therapie von Angstzuständen.

Ein Jahr zuvor war in Australien eine Studie mit knapp 60 Erwachsenen durchgeführt worden. Die Teilnehmer hatten Depressionen und/oder immer wiederkehrende Angstzustände. Sie wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine erhielt EFT-Sitzungen, die andere die übliche kognitive Verhaltenstherapie. Nach acht Wochen zeigte sich, dass letztere zwar über eine deutliche Verbesserung berichteten, diese aber nicht lange anhielt. Die EFT-Gruppe dagegen erlebte zunächst nur eine geringfügige Verbesserung. In den Wochen und Monaten nach der Therapie aber verringerten sich die Angstzustände und Depressionen plötzlich kontinuierlich.

Weniger chronische Schmerzen

Da chronische Schmerzen leichter zu ertragen sind, wenn damit einhergehende Ängste und andere psychische Beschwerden therapeutisch angegangen werden, untersuchte man im selben Jahr in einer kanadischen Studie die Auswirkungen des Klopfens bei Schmerzpatienten (Fibromyalgie), die an Depressionen und Angstzuständen litten. EFT konnte in Kombination mit der EDMR-Methode nach sechs Wochen (mit einer Sitzung pro Woche) zu einer deutlichen Linderung der seelischen Problematik führen.

Stresshormonspiegel sinkt

Selbst nach einer einmaligen EFT-Sitzung wirkt sich das Klopfen auf das körperliche Befinden sehr positiv aus. Die entspannende Wirkung liess sich in einer Studie aus dem Jahr 2012 anhand des Stresshormonspiegels zeigen. Dieser war in der EFT-Gruppe 30 Minuten nach einer EFT-Sitzung um durchschnittlich rund 24 Prozent abgesunken. In der Vergleichsgruppe, die eine herkömmliche psychotherapeutische Sitzung erhalten hatte, war der Cortisolspiegel nur um etwa 14 Prozent gesunken.

Schuppenflechte wird gelindert

Da erwiesenermassen ein Zusammenhang zwischen Stress und Schuppenflechte besteht, liegt es nahe, dass eine Reduzierung von Stress auch die Lebensqualität von Psoriasis-Patienten verbessert. In einem sechsstündigen Workshop (2011, Energy Psychological Journal) wurden 12 Patienten in der Klopfakupressur ausgebildet und angewiesen, diese täglich anzuwenden. Die Schwere ihrer Schuppenflechtensymptome verringerte sich bereits unmittelbar nach dem Workshop. Drei Monate später zeigten sich weitere Verbesserungen, die auch nachhaltig Bestand hatten. Sowohl die psychischen als auch die körperlichen Beschwerden konnten merklich gelindert werden.

Heisshungerattacken lassen nach

Patienten mit Adipositas leiden häufig an Heisshungerattacken. Die damit verbundene zusätzliche Nahrungsaufnahme verschlimmert das Übergewicht. In einer australischen Studie aus dem Jahr 2016 setzte man die Klopfakupressur bei 83 Erwachsenen mit starkem Übergewicht bzw. mit bereits bestehender Adipositas ein. Nach 8 Wochen mit EFT konnten die Teilnehmer viel besser dem Drang widerstehen zu essen, wenn sie gar keinen Hunger hatten.

Lebensqualität bei Kriegsveteranen steigt

Im Februar 2015 erschien eine Studie mit 28 Kriegsveteranen, deren Lungen im Iran-Irak-Krieg in den 1980er Jahren durch Senfgas verletzt worden waren. Sie klagten über Atemprobleme, Immunschwäche und wiederkehrende Infektionen sowie psychische Probleme wie Depressionen und Angstzustände. Die Probanden erhielten acht EFT-Behandlungen jeweils einmal wöchentlich. Die psychische Gesundheit stabilisierte sich, die Lebensqualität wurde deutlich besser und auch körperliche Symptome konnten gelindert werden (Schlafstörungen, Angstzustände, Atemprobleme). Zusätzlich besserten sich bestimmte Blutwerte, die nun auf ein stärkeres Immunsystem hinwiesen.

Klopfakupressur und weitere Methoden gegen Angst und Stress

Ein enormer Vorteil der Klopfakupressur ist, dass man sie ganz allein für sich durchführen kann, um an seinen „Baustellen“ zu arbeiten und Ängste oder Stresszustände nachhaltig zu beheben. Normalerweise ist dafür kein Therapeut erforderlich. Schwere Traumen jedoch sollte man besser nicht allein bearbeiten, sondern nur in Gegenwart eines EFT-Therapeuten oder Psychotherapeuten. Es könnten starke Emotionen an die Oberfläche treten, mit denen man allein nicht so ohne weiteres zurechtkommt.

Heilströmen und The Work von Byron Katie

Eine weitere Methode zur Auflösung emotional belastender Probleme stellt The Work von Byron Katie dar. Begleitend kann auch das Heilströmen zum Einsatz kommen. Es handelt sich dabei – wie EFT ebenfalls – um ein energetisches Verfahren zur Auflösung von Blockaden.

Massnahmen bei Panikattacken

Sollten Sie konkret unter immer wiederkehrenden Panikattacken leiden, finden Sie hier viele Massnahmen, die Sie ebenfalls ganz ohne Therapeuten für sich allein umsetzen können und die Ihnen dabei helfen, Panikattacken vorzubeugen oder diese zu lindern, wenn eine solche bereits eingesetzt hat: Wie Sie eine Panikattacke stoppen können

Ihre Ausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

Gesunde Ernährung ist Ihre Leidenschaft? Sie lieben die basenüberschüssige, naturbelassene Ernährung? Sie möchten gerne die Zusammenhänge zwischen unserer Nahrung und unserer Gesundheit aus ganzheitlicher Sicht verstehen? Sie wünschen sich nichts mehr als all Ihr Wissen rund um Gesundheit und Ernährung zu Ihrem Beruf zu machen?

Die Akademie der Naturheilkunde bildet Menschen wie Sie in 12 bis 18 Monaten zum Fachberater für holistische Gesundheit aus. Wenn Sie mehr über das Fernstudium an der Akademie der Naturheilkunde wissen möchten, dann erfahren Sie hier alle Details sowie Feedbacks von aktuellen und ehemaligen TeilnehmerInnen.

Gefällt Ihnen dieser Artikel?

Wir würden uns über einen kleinen Beitrag für unsere Tätigkeit sehr freuen!

Mehr zu diesem Artikel

Schlagwörter

Teilen Sie diesen Artikel

Leserkommentare

Liebe Leserinnen und liebe Leser

Wir freuen uns immer sehr über Ihre Kommentare. Bitte schreiben Sie uns sonntags und montags. Beachten Sie dabei bitte, dass in Ihren Kommentaren keine Markennamen und auch keine Fremdlinks genannt werden dürfen bzw. falls doch, dass diese von uns vor Veröffentlichung des Kommentars entfernt werden.

Lieben Dank für Ihr Verständnis und bis bald,
Ihr Team vom Zentrum der Gesundheit

Zuletzt kommentiert

anonym schrieb am 13.06.2018

Als Einstieg in des Thema fand ich ihn gut lesbar und informativ.

Leider hat bereits der erste (und bisher einzige) von mir geprüfte Link zur entsprechenden Studie gezeigt, dass das Studienergebnis im Artikel falsch wiedergegeben wird. Sie schreiben:

"Stresshormonspiegel sinkt

Selbst nach einer einmaligen EFT-Sitzung wirkt sich das Klopfen auf das körperliche Befinden sehr positiv aus. Die entspannende Wirkung liess sich in einer Studie aus dem Jahr 2012 anhand des Stresshormonspiegels zeigen. Dieser war nach einer EFT-Behandlung um fast 25 Prozent niedriger als bei Patienten, die eine herkömmliche psychotherapeutische Sitzung erhalten hatten."

Korrekt ist: Der Stresshormonspiegel der EFT-Gruppe war während der Intervention um durchschnittlich rund 24 Prozent abgesunken. Damit fiel ihr Cortisolspiegel um durchschnittlich rund 10 (!) Prozentpunkte stärker, als der der Vergleichsgruppe, die eine herkömmliche psychotherapeutische Sitzung erhalten hatte. Bei dieser war der Cortisolspiegel nämlich um durchschnittlich ca. 14 Prozent gesunken.

(Da jede Gruppe nur aus 27-28 Probanden bestand, könnte man m.E. zudem die Aussagekraft eines solchen Mittelwertes hinterfragen.)

Ich hätte mich gefreut, ein stärkeres Argument für die Wirksamkeit von EFT zu finden. Vielleicht kommt das ja noch...

Mit freundlichen Grüßen

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Vielen Dank für Ihren Hinweis.

Gerne korrigieren wir den Abschnitt entsprechend, möchten aber darauf hinweisen, dass Studien zu Massnahmen wie dem Klopfen äusserst selten sind, da sich dafür kaum Sponsoren finden lassen und man daher froh sein kann, dass überhaupt entsprechende Untersuchungen existieren.

Bekannt ist EFT in erster Linie deshalb geworden, weil viele Menschen, die es ausprobierten, sehr gute Erfolge damit erzielten. Es sind also, wie wir finden, auch nicht immer wissenschaftliche Belege erforderlich, wenn sich tagtäglich Erfolge in der Praxis zeigen.

Alles Gute!

Ihr ZDG-Team

Alle 2 Kommentare anzeigen

Quellen

  • Hartmann S, Emotionale Freiheit, VAK, ISBN 3-935767-07-2 (Quelle als PDF)
  • „Official EFT”, www.eft-info.com (Quelle als PDF) und www.emofree.com (Quelle als PDF)
  • Freund A, “Blockaden lösen durch sanftes Klopfen”, Magazin “Natur & Heilen”, Ausgabe Juni 2017, Seiten 23ff, (Quelle als PDF)
  • Offizielle EFT-Quellen, (Quelle als PDF)
  • Feinstein, David, Acupoint stimulation in treating psychological disorders: Evidence of efficacy, Review of General Psychology, Vol. 16(4), Dezember 2012, (Quelle als PDF)
  • Gaesser AH et al., A Randomized Controlled Comparison of Emotional Freedom Technique and Cognitive-Behavioral Therapy to Reduce Adolescent Anxiety: A Pilot Study., Journal of Alternative and Complementary Medicine, Februar 2017, (Quelle als PDF)
  • Chatwin H et al., The Effectiveness of Cognitive Behavioral Therapy and Emotional Freedom Techniques in Reducing Depression and Anxiety Among Adults: A Pilot Study., Integrative Medicine (Encinitas Calif.), April 2016, (Quelle als PDF)
  • Church D. et al., The effect of emotional freedom techniques on stress biochemistry: a randomized controlled trial, Journal of Nervous and Mental Disease, Oktober 2012, (Quelle als PDF)
  • Benor D. et al., A Randomized, Controlled Trial of Wholistic Hybrid Derived From Eye Movement Desensitization and Reprocessing and Emotional Freedom Technique (WHEE) for Self-Treatment of Pain, Depression, and Anxiety in Chronic Pain Patients., Journal of Evidence Based Complementary Alternative Medicine, Jul 2016, (Quelle als PDF)
  • Babamahmoodi A. et al., Emotional Freedom Technique (EFT) Effects on Psychoimmunological Factors of Chemically Pulmonary Injured Veterans, Iranian Journal of Allergy, Asthma, and Immunology, Februar 2015, (Quelle als PDF)
  • Stapleton, P. et al., Food for thought: A randomised controlled trial of emotional freedom techniques and cognitive behavioural therapy in the treatment of food cravings, Applied Psychology: Health and Well-Being, Mai 2016, (Quelle als PDF)
  • Hodge PM et al., Psychological and Physiological Symptoms of Psoriasis After Group EFT (Emotional Freedom Techniques) Treatment: A Pilot Study, Energy Psychological Journal, 2011, (Quelle als PDF)