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Helicobacter pylori: Probiotika gegen das Magenbakterium

Helicobacter pylori: Probiotika gegen das Magenbakterium

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(Zentrum der Gesundheit) - Magenbeschwerden wie Sodbrennen, Magenschleimhautentzündungen und auch Magengeschwüre nehmen immer mehr überhand. Das Magenbakterium Helicobacter pylori soll an dieser Situation nicht unbeteiligt sein. Die Schulmedizin bekämpft das Helicobacter pylori mit starken Antibiotika und einem Säureblocker. Probiotika werden dabei völlig vergessen. Doch sind diese bei der Helicobacter-Therapie – ob schulmedizinisch oder ganzheitlich – aus verschiedenen Gründen unerlässlich. Erfahren Sie überdies alles Wissenswerte zur ganzheitlichen Helicobacter-Bekämpfung.

Helicobacter pylori – Das Milieu entscheidet über seine Gefährlichkeit

Das Bakterium Helicobacter pylori ist Bewohner vieler Menschenmägen. Nahezu die Hälfte der Menschheit soll das Bakterium in sich tragen.

Nicht bei jedem führt es zu Symptomen – und so ist noch immer zweifelhaft, ob es überhaupt pathogenen (krankheitserregenden) Charakter hat oder nicht.

Vermutlich sorgen erst bestimmte Bedingungen im Magen dafür, dass sich das Bakterium übermässig vermehrt und erst dann Probleme bereitet.

Ein zeitweise zu hoher pH-Wert im Magen (zu wenig Säure) könnte beispielsweise ein Grund für die zu starke Helicobacter-Vermehrung bei manchen Menschen sein. Denn ein gesunder Magensäurespiegel verweist das Helicobacter pylori in seine Schranken.

Kommt es zu einer starken Helicobacter-Vermehrung, führt dies u. a. zu einer verstärkten Säurebildung. Sodbrennen, Gastritis und Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwüre können die Folgen sein.

Helicobacter pylori – Diagnose und schulmedizinische Therapie

Zur Diagnose des Helicobacter pylori eignen sich Gewebeproben der Magenschleimhaut (Magenspiegelung), ein Atemtest, eine Blutuntersuchung oder auch eine Stuhlanalyse.

Werden im Rahmen von Magenuntersuchungen nun grössere Ansiedlungen des Bakteriums entdeckt, verordnet der Gastroenterologe meist die sog. Triple-Therapie (Dreifach-Therapie): Zwei Antibiotika und ein Säureblocker

Über die Sinnhaftigkeit eines Säureblockers bei einer Helicobacter-Infektion – wenn sich doch das Bakterium gerade im säurearmen Umfeld umso wohler fühlt – lesen Sie hier: PPI – Der Teufelskreis der Säureblocker (unter „Säureblocker-Nebenwirkung Nr. 8: PPI begünstigen Beschwerden durch Helicobacter pylori“)

Helicobacter: Immer häufiger antibiotikaresistent

Da die Helicobacter Bakterien überdies so häufig mit Antibiotika traktiert werden, bilden sich immer öfter resistente Helicobacter-Linien aus.

Daher sollten dringend Massnahmen überlegt werden, die auf eine andere Weise die Helicobacterpopulationen im Magen wieder reduzieren können.

Helicobacter pylori auf natürliche Weise bekämpfen

Die Grundlage für einen gesunden Magen bildet natürlich in erster Linie eine gesunde Ernährungs- und Lebensweise.

Der nächste Schritt ist eine umfassende Pflege des Verdauungssystems inkl. einer Darmsanierung. Letztere saniert natürlich nicht nur den Darm, sondern den gesamten Verdauungstrakt, ja im Grunde den gesamten Körper.

Denn das Verdauungssystem ist nicht nur Hauptsitz des Immunsystems und damit der wichtigste Teil der körpereigenen Abwehr. Das Verdauungssystem ist auch für die ordnungsgemässe Versorgung des Organismus mit allen Nähr- und Vitalstoffen zuständig.

Ist im Verdauungssystem ein Defekt gleich welcher Art, leidet darunter folglich der ganze Körper.

Darmsanierung bei Helicobacter pylori

Eine Darmsanierung hat mindestens drei Ziele:
 

  • Reinigung des Verdauungssystems von Kotresten, unverdauten Partikeln und ungünstigen Bakterien und/oder Pilzen mit Hilfe von Flohsamenschalen
  • Entgiftung des Verdauungssystems mit Hilfe von Bentonit oder Zeolith (Eliminierung von toxischen Stoffen, z. B. von überschüssigen Säuren, von Schwermetallen, unerwünschten Stoffen, die bei der Verdauung anfallen und Stoffwechselendprodukten von Pilzen und Bakterien)
  • Aufbau einer gesunden Darmflora mit einer Kombination aus einem flüssigen und einem pulverförmigen Probiotikum (Aufbau eines gesunden Milieus im Magen-Darm-Trakt, Förderung der günstigen Bakterien, Verdrängung der schädlichen Bakterien und Pilze)

Gerade die Probiotika – lebende Bakterienkulturen mit positiven Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit – stehen derzeit immer öfter im Fokus der Wissenschaft.

Probiotika: Nicht nur bei Helicobacter pylori wirksam

Viele hervorragende und heilende Eigenschaften der Probiotika wurden bereits bestätigt und die Studien darüber in wissenschaftlichen Fachmagazinen veröffentlicht.

Hier eine Auswahl:

Probiotika schützen vor Grippe

Probiotika für den Babydarm

Probiotika helfen beim Abnehmen

Probiotika stärken das Immunsystem

Probiotika verhindern Diabetes

Probiotika senken Cholesterinspiegel

Probiotika senken den Blutdruck

Probiotika gegen metabolisches Syndrom

Probiotika beugen Darmkrebs vor

Probiotika zur Schwermetallentgiftung

Probiotika bekämpfen Vaginalpilz

Probiotika lösen die Fettleber auf

Probiotika gegen Depressionen

Lactobacillus reuteri schützt das Zahnfleisch

Seit einigen Jahren untersucht man überdies die Fähigkeiten der Probiotika, bei der Bekämpfung des Helicobacter pylori mitzuwirken.

Wie Probiotika das Helicobacter Bakterium bekämpfen

In einer finnischen Studie, die im Jahr 2006 im Fachmagazin Letters in Applied Microbiology veröffentlicht wurde, zeigte sich beispielsweise, dass Helicobacter pylori von Lactobacillen aus der Gruppe Lactobacillus plantarum verdrängt werden kann.

Ein Jahr später schrieben italienische Wissenschaftler der Universität von Rom im einschlägigen Fachjournal Helicobacter, dass die antimikrobielle Wirkung von Probiotika bekannt seien und man daher schon häufig versuchsweise Probiotika auch bei Helicobacter-Infektionen eingesetzt habe – mit sehr guten Ergebnissen.

Die probiotischen Kulturen scheinen das Anheften von Helicobacter pylori an der Magenschleimhaut zu verhindern. Überdies produzieren sie antimikrobielle Substanzen, die ein Milieu entstehen lassen, in dem sich das Helicobacter Bakterium nicht mehr so wohl fühlt.

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Antibiotika-Therapie gegen Helicobacter nie ohne Probiotika

Soll die Helicobacter-Infektion mit Hilfe von Antibiotika bekämpft werden, empfehlen die römischen Studienautoren in jedem Fall die begleitende Einnahme von Probiotika, da diese die typischen Nebenwirkungen der Antibiotika-Therapie mildern und somit zu einem höheren Wohlbefinden während der Behandlung führen.

Auch könne auf diese Weise erreicht werden, dass weniger Patienten die anstrengende Antibiotika-Therapie abbrechen.

Als ebenfalls hilfreich in der Bekämpfung des Helicobacter pylori habe sich die begleitende Einnahme von Inulin erwiesen, einem Prebiotikum (nicht Probiotikum!), das selbst nicht probiotisch wirkt, aber für die probiotischen Bakterienkulturen quasi die Nahrung liefert.

Probiotika beugen Helicobacter-Infektionen vor

Im selben Jahr veröffentlichte das Journal of Nutrition eine Übersichtsarbeit (Review) von Forschern der Schweizer Privatklinik Clinique Genolier unweit des Genfer Sees.

Darin heisst es u. a.:

Die Antibiotika-Therapie gegen Helicobacter pylori sei zwar in den meisten Fällen wirksam. Doch sei sie kostspielig, bringe Nebenwirkungen mit sich und fördere die Bildung antibiotikaresistenter Helicobacter-Linien.

Probiotika – so die Schweizer Forscher weiter – können eine preisgünstige und umfassende Lösung darstellen, um Helicobacter-Infektionen vorzubeugen oder vorhandene Helicobacter-Kolonien zu dezimieren.

Schon in etlichen Tierstudien habe sich gezeigt, dass Probiotika äusserst effektiv darin seien, die Entzündungsherde von helicobacterbedingten Magenproblemen zu lindern.

Auch in Studien am Menschen (in sieben von neun) konnte eine Verbesserung von helicobacterbedingten Magenschleimhautentzündungen sowie eine Reduzierung der Helicobacter-Kolonien beobachtet werden, nachdem Probiotika verabreicht wurden.

Probiotika verbessern Erfolgsrate der Antibiotika-Therapie gegen Helicobacter pylori

Probiotika erhöhten zudem die Erfolgsrate der Helicobacter-Antibiotika-Therapie (AB-Therapie).

Wenn die AB-Therapie normalerweise in 71 Prozent der Fälle das Helicobacter erfolgreich ausmerzen konnte, so stieg der Prozentsatz auf 81 Prozent, wenn zusätzlich Probiotika eingenommen wurden.

Nebenwirkungen traten bei 46 Prozent der Patienten auf, wenn sie allein AB nahmen. Erhielten sie jedoch zusätzlich Probiotika, kam es nur noch in 23 Prozent der Fälle zu Nebenwirkungen.

Da noch keine Untersuchung allein mit Probiotika durchgeführt wurde, lässt sich nicht sagen, ob die probiotischen Kulturen allein in der Lage wären, das Helicobacter Bakterium in die Flucht zu schlagen.

Doch sollte man sich grundsätzlich nicht auf eine natürliche Massnahme allein verlassen. Sehr viel besser ist die Kombination mehrerer ganzheitlicher Massnahmen zur Bekämpfung des Helicobacter pylori.

Ganzheitliche Massnahmen gegen Helicobacter pylori

Zusätzlich zu einer gesunden Ernährungs- und Lebensweise, einer Darmsanierung und der Einnahme von Probiotika sollten daher bei einer Helicobacter-Infektion auch jene Anti-Helicobacter-Massnahmen zum Einsatz kommen (oder einige daraus), die wir hier vorgestellt haben: Magenbeschwerden natürlich behandeln

Dazu gehören beispielsweise Brokkolisprossen (Broccoraphan), Cranberry-Saft, Zistrosentee, Ginseng und vieles mehr.

Wie Sie eine Kur mit Probiotika durchführen können, erfahren Sie hier: Darmflora aufbauen

Achten Sie beim Kauf von Probiotika, die Sie gegen Helicobacter pylori einsetzen möchten, auf folgendes:
 

  • Wenn Sie Probiotika in magensaftresistenten Kapseln kaufen (z. B. Combi Flora), öffnen Sie die Kapseln und nehmen Sie das Pulver mit einer kleinen Menge Flüssigkeit zu sich. Denn die probiotischen Kulturen müssen ja in diesem Fall schon im Magen und nicht erst im Darm wirken.
  • Achten Sie darauf, dass das Probiotikum, das Sie kaufen, neben vielen weiteren nützlichen Bakterienkulturen in jedem Falle auch L. plantarum enthält, das sich in einer der obigen Studien als besonders wirksam gegen Helicobacter pylori erwiesen hat.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Magen alles Gute!

Ihr Team vom Zentrum der Gesundheit

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Quellen:



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