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Vitamin K - Wirkungen und Nebenwirkungen

Die wenigsten Menschen wissen, wie wichtig Vitamin K für ihren Körper ist. Das Vitamin kontrolliert nicht nur die Blutgerinnung, es aktiviert auch die Knochenbildung und schützt sogar vor Krebs. Wir erklären die Wirkungen, Eigenschaften und möglichen Nebenwirkungen des Vitamins und stellen Lebensmittel vor, die Vitamin-K-reich sind.

Fachärztliche Prüfung: Dr. med. Jochen Handel
Stand: 06 Februar 2026
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Was ist Vitamin K?

Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin, das eine entscheidende Rolle in mehreren lebenswichtigen Prozessen des Körpers spielt, darunter die Blutgerinnung, die Knochenbildung und die Gefäßgesundheit. Es kommt in zwei Hauptformen vor: Vitamin K1 (Phyllochinon) und Vitamin K2 (Menachinon).

Vitamin K1 (Phyllochinon)

Es kommt hauptsächlich in grünem Blattgemüse wie Spinat, Grünkohl, Brokkoli oder Kopfsalat vor. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Blutgerinnung. Es wird in der Leber verwendet, um sogenannte Gerinnungsfaktoren zu aktivieren, die bei Verletzungen Blutungen stoppen. Es wird im Dünndarm aufgenommen, allerdings nur in begrenztem Maße, da die Bioverfügbarkeit eher gering ist.

Vitamin K2 (Menachinon)

Es kommt in fermentierten Lebensmitteln (z. B. Natto), bestimmten Käsesorten, Fleisch und Eiern. Es kann auch von Darmbakterien gebildet werden.

Es hat eine zusätzliche Rolle bei der Aktivierung von Proteinen, die Kalzium in Knochen und Zähnen einbauen und gleichzeitig verhindern, dass Kalzium in den Blutgefäßen abgelagert wird. Dadurch unterstützt es die Knochenstabilität und die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems.

Es gibt verschiedene Unterformen von K2 (MK-4 bis MK-13), wobei MK-7 besonders gut bioverfügbar und lang wirksam ist.

Beide Formen sind wichtig, erfüllen jedoch unterschiedliche Aufgaben. Eine ausgewogene Ernährung sollte deshalb sowohl K1- als auch K2-Quellen enthalten, um die Blutgerinnung, die Knochen und die Gefäße optimal zu unterstützen.

Welche Lebensmittel enthalten Vitamin K?

K1 kommt hauptsächlich in den Blättern verschiedener Grünpflanzen vor, worauf wir weiter unten noch eingehen. Es kann vom Organismus (in vermutlich begrenztem Umfang) zum aktiveren K2 umgewandelt werden.

K2 ist hingegen insbesondere in tierischen Lebensmitteln enthalten und in manchen fermentierten pflanzlichen Lebensmitteln. In letzteren wird es von den dort vorhandenen Mikroorganismen gebildet. Auch in unserem Darm gibt es die passenden Darmbakterien, die das Vitamin bilden können - eine gesunde Darmflora natürlich vorausgesetzt.

Vitamin-K-Mangel

Oft heißt es, dass ein Vitamin-K-Mangel – außer bei Säuglingen – selten vorkomme. Dies wurde schon im Jahr 2014 dank einer Studie der Maastricht University widerlegt. Darin hatte sich gezeigt, dass auch Kinder und Erwachsene von einem Vitamin-K-Mangel betroffen (14) sein können.

Ältere Menschen sind besonders anfällig für einen Vitamin-K-Mangel. Denn Sie leiden häufig an Magen-Darm-Erkrankungen oder Mangelernährung. Beides begünstigt einen Vitamin-K-Mangel. Auch Antibiotika können einen Vitamin-K-Mangel fördern.

In einer Studie (Mai 2017) von Forschern der Tufts University in Boston kann ein Mangel an Vitamin K chronische Leiden wie Arthrose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (13) begünstigen.

Im Mai 2019 erschien vom selben Forscherteam eine weitere Studie zu den Folgen eines Vitamin-K-Mangels. Die Wissenschaftler untersuchten darin die Daten von mehr als 1.300 älteren Männern und Frauen im Alter von 70 bis 79 Jahren.

Es zeigte sich, dass genau jene Probanden am schlechtesten zu Fuß unterwegs waren, die gleichzeitig einen niedrigen Vitamin-K-Spiegel hatten. (11) Das Risiko, eine Mobilitätseinschränkung zu entwickeln, war bei ihnen sogar doppelt so hoch als bei Personen mit gesunden Vitamin-K-Werten!

In obiger Studie wurde der Vitamin-K-Spiegel der Probanden anhand des im Blut zirkulierenden Vitamin K1 bestimmt. Dieser Wert spiegelte die Menge an Vitamin K in der Nahrung wider (12). Oft wird der Vitamin-K-Spiegel aber auf andere Weise bestimmt, wie wir in unserem Artikel Vitaminmangel: Diagnose und Tippserklären.

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Die Wirkungen von Vitamin K

Da Vitamin K für die Blutgerinnung entscheidend ist, kommt es bei einem Vitamin-K-Mangel zu einer Abnahme der Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren. Die Gerinnungsfähigkeit des Blutes lässt nach, was eine erhöhte Blutungsneigung zur Folge haben kann. Um Störungen der Blutgerinnung zu vermeiden, sollte der Körper stets mit genügend Vitamin K versorgt werden.

Hierbei ist es interessant zu wissen, dass im Umkehrschluss hohe Dosierungen nicht zu einer verstärkten Blutgerinnung oder erhöhten Thrombosegefahr führen. Unser Körper ist in der Lage, das vorhandene Vitamin optimal zu nutzen, so dass die Blutgerinnung im Gleichgewicht bleibt.

Gegen Arteriosklerose

Vitamin K ist nicht nur für die Blutgerinnung, sondern auch für die Prävention und die Rückbildung von Arterienverkalkungen, der Arteriosklerose, von großer Bedeutung.

Normalerweise ist Calcium ein wichtiger Mineralstoff - nicht nur für Zähne und Knochen, sondern für zahlreiche andere Funktionen mehr. Um das Calcium jedoch auch im entsprechenden Organ nutzen zu können, muss es auch zuverlässig an sein Ziel transportiert werden. Andernfalls bleibt zu viel Calcium im Blut und könnte sich an den Gefäßwänden ablagern oder an anderen unerwünschten Stellen, z. B. in den Nieren, was zu Nierensteinen führen könnte.

Vitamin K nun ist genau für diese Umverteilung zuständig: Es entfernt überschüssiges Calcium aus dem Blut, so dass es für die Knochen- und Zahnbildung eingesetzt werden kann und sich weder in den Blutgefäßen noch in den Nieren ablagert.

Ein ausreichend hoher Vitamin-K-Spiegel senkt somit das Risiko für Arteriosklerose (und damit natürlich auch für Herzinfarkte und Schlaganfälle) sowie vermutlich auch das Risiko für Nierensteine.

Weitere natürliche Maßnahmen gegen Arteriosklerose lesen Sie in unserem Artikel Arteriosklerose - Natürliche Mittel zur Verhinderung.

Bei Ablagerungen in den Blutgefäßen

Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen belegen die Plaque-reduzierende Eigenschaft von Vitamin K (1). So wurde im Fachblatt Atherosclerosis eine Studie mit 564 Teilnehmerinnen veröffentlicht, die zeigen konnte, dass eine K2-reiche Ernährung die Bildung tödlicher Plaque (Ablagerungen in den Blutgefäßen) deutlich verringert.

Auch die Rotterdam-Herz-Studie zeigte während einer Beobachtungszeit von zehn Jahren, dass Menschen, die sich von Lebensmitteln mit einem hohen Anteil an natürlichem Vitamin K2 ernährten, eindeutig weniger Calcium-Ablagerungen (2) in den Arterien aufwiesen als andere. So belegte die Studie, dass das Vitamin das Risiko an Arteriosklerose zu erkranken oder an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, um 50 % reduzieren kann.

Kann Verkalkung rückgängig gemacht werden?

In einer anderen Studie konnte sogar gezeigt werden, dass Vitamin K2 in der Lage ist, eine bereits vorhandene Verkalkung wieder umzukehren (3). In dieser Studie wurde Ratten Warfarin verabreicht, um eine Verkalkung der Arterien herbeizuführen.

Warfarin ist ein Vitamin-K-Antagonist, hat also eine dem Vitamin gegensätzliche Wirkung. Es hemmt die Blutgerinnung und befindet sich – besonders in den USA – in den sog. Antikoagulantien. Diese Medikamente werden im Volksmund auch als Blutverdünner bezeichnet. Zu ihren bekannten Nebenwirkungen gehören sowohl Arteriosklerose als auch Osteoporose – einfach deshalb, weil Antikoagulantien das Vitamin K daran hindern, den Calcium-Spiegel zu regulieren.

In besagter Studie nun erhielt ein Teil der inzwischen an Arteriosklerose leidenden Ratten Vitamin-K2-haltiges Futter, während der andere Teil weiterhin mit normaler Nahrung gefüttert wurde. Vitamin K2 führte bei diesem Versuch zu einer 50-prozentigen Reduktion der Arterienverkalkung (3) im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Bei Herzerkrankungen

Die Wirkung von Vitamin K bei der Prävention von Herzerkrankungen hängt eng mit Vitamin D zusammen - siehe auch unseren Artikel Vitamin D repariert Blutgefäße.

Beide Nährstoffe arbeiten Hand in Hand, um die Produktion eines Proteins (Matrix GLA-Protein) zu steigern, welches die Blutgefäße vor Verkalkung schützt. Daher ist es wichtig, beide Vitamine in ausreichender Menge zu sich zu nehmen - sei es über die Nahrung oder in Form von Nahrungsergänzungsmitteln - und so auf natürliche Weise das Herzerkrankungsrisiko zu senken.

Bei Osteoporose

Auch die Knochen brauchen – neben Calcium und Vitamin D – Vitamin K, um gesund und stark zu bleiben. Das Vitamin stellt den Knochen und Zähnen nicht nur das benötigte Calcium aus dem Blut zur Verfügung, sondern aktiviert auch ein Protein, das am Knochenaufbau beteiligt ist. Erst unter der Wirkung von Vitamin K kann dieses Protein namens Osteocalcin Calcium überhaupt binden und in den Knochen einbauen (4).

Vitamin K2 bei Osteoporose

Eine Studie aus dem Jahre 2005 beschäftigte sich umfassend mit Vitamin K2 in Bezug auf den Knochenaufbau (5). Die Forscher konnten zeigen, dass ein Mangel des Vitamins zu einer geringeren Knochendichte und einem erhöhten Risiko von Knochenbrüchen bei älteren Frauen führt.

In einer weiteren Studie wurde sogar gezeigt, dass der Knochenabbau bei Osteoporose durch große Mengen an K2 (45mg täglich) unterdrückt (6) und die Knochenbildung wieder angeregt werden kann.

Vitamin K1 bei Osteoporose

Eine andere Studie der Harvard Medical School mit mehr als 72.000 Teilnehmerinnen zeigte, dass auch das häufiger vorkommende Vitamin K1 einen positiven Einfluss (7) auf das Osteoporoserisiko hat. Es wurde belegt, dass Frauen, welche viele K1-reiche Lebensmittel verzehrten, 30 % weniger Knochenbrüche (bei Osteoporose) hatten, als die Vergleichsgruppe, die sehr wenig K1 zu sich nahm.

Interessanterweise erhöhte sich das Osteoporoserisiko der Probandinnen sogar, wenn hohe Vitamin-D-Werte in Kombination mit mangelhaften Vitamin-K-Werten vorlagen.

Dieses Ergebnis zeigt einmal mehr, dass es enorm wichtig ist, ein ausgeglichenes Verhältnis ALLER Vitamine zu sich zu nehmen - und nicht nur auf einzelne Nährstoffe zu setzen. Alles über ganzheitliche Möglichkeiten bei Osteoporose lesen Sie in unserem Artikel Osteoporose-Prävention - Ganzheitliche Maßnahmen.

Bei Krebs

Auch in Bezug auf Krebs kann eine gesunde Ernährung unsere Abwehr stärken. Unser Körper ist fortwährend den Angriffen bösartiger Krebszellen ausgesetzt, die vom Immunsystem erkannt und unschädlich gemacht werden. Solange wir gesund sind, bekommen wir davon gar nichts mit. Damit dies so bleibt, ist eine gute Vitalstoffversorgung wichtig, wozu auch die Versorgung mit Vitamin K2 gehört. Denn das Vitamin löste immerhin in Zellstudien die Selbstzerstörung von Leukämiezellen aus (8).

Im Journal of the American Medical Association erschien 2004 eine Untersuchung, in der man die Wirkung von K2 auf das Leberkrebsrisiko bei Menschen mit Leberzirrhose überprüfte. Denn eine Leberzirrhose erhöht die Wahrscheinlichkeit, später auch einen Leberkrebs zu entwickeln.

In dieser Studie wurden Menschen, die ein erhöhtes Leberkrebs-Risiko vorwiesen mit Vitamin K2 über Nahrungsergänzungen versorgt. Diese Personen wurden mit einer Kontrollgruppe verglichen, die das Vitamin nicht erhielt. Die Ergebnisse sind beeindruckend (9): Weniger als 10 % der K2-Probanden erkrankten später an Leberkrebs (9). Aus der Kontrollgruppe hingegen erkrankten 47 %.

Bei Kalkschulter

Die Kalkschulter macht sich mit starken Schmerzen bemerkbar. Sie entwickelt sich schleichend, doch der Schmerz kann urplötzlich da sein. Kalkeinlagerungen an den Schultersehnenansätzen sind dafür verantwortlich.

Eine gute Vitamin-K-Versorgung könnte der Entstehung einer Kalkschulter vorbeugen, da das Vitamin das Calcium in die Knochen verschiebt und eine Anreicherung von Kalk im Weichteilgewebe verhindern hilft. Selbstverständlich sind neben der Optimierung der Vitamin-K-Versorgung bei der Kalkschulter noch weitere Maßnahmen erforderlich, die wir in unserem Artikel Kalkschulter - Natürliche Maßnahmen gegen Schulterschmerzen beschreiben.

Tagesbedarf

Offiziell wird der folgende Tagesbedarf für Vitamin K angegeben (für Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene):

Frauen mindestens 65 µg, Männer etwa 80 µg.

Es ist jedoch anzunehmen, dass diese 65 µg bzw. 80 µg das absolute Minimum zur Aufrechterhaltung der Blutgerinnung darstellen und in Wirklichkeit viel höhere Mengen benötigt werden. Denn das Vitamin hat ja bekanntlich neben der Blutgerinnung noch viele andere Aufgaben.

Vitamin K – Schutzfaktor gegen Alterskrankheiten

Vitamin K hat nicht nur einen Einfluss auf die Blutgerinnung, sondern wirkt auch antioxidativ und entzündungshemmend. Es kann altersbedingten Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Osteoporose und neurodegenerativen Krankheiten entgegenwirken. Neue Studien heben seine Bedeutung für ein gesundes Altern hervor. (21)

Nebenwirkungen

Da natürliches Vitamin K selbst in großen Mengen nicht giftig ist und keine Nebenwirkungen bekannt sind, ist auch aus diesem Grund davon auszugehen, dass der Bedarf deutlich höher ist, man also auch kein Risiko eingeht, wenn man mehr Vitamin K als die offiziell empfohlenen 65 µg oder 80 µg einnimmt.

Lebensmittel mit viel Vitamin K1

Wir haben Ihnen in der folgenden Liste einige besonders Vitamin-K1-reiche Lebensmittel zusammengestellt, die Ihre Vitamin-K-Werte im Blut steigern können. Es lohnt sich, diese Lebensmittel mit in Ihre tägliche Ernährung aufzunehmen.

Grünes Blattgemüse

Der Bedarf an Vitamin K1 kann beispielsweise durch den Verzehr von viel grünem Blattgemüse wie Spinat, grüner Salat oder Portulak gewährleistet werden. Grünes Blattgemüse enthält natürlich auch viele andere gesundheitsfördernde Stoffe wie beispielsweise Chlorophyll. Aus grünem Blattgemüse kann man feine Gemüse, Füllungen und Salate zubereiten, aber auch leckere grüne Smoothies.

Auch Gerstengrassaft ist eine gute Vitamin-K1-Quelle und liefert pro Portion (15 g) bereits mindestens die doppelte empfohlene Tagesdosis des Vitamins.

Kohl

Grünkohl enthält von allen Gemüsearten das meiste Vitamin K1. Aber auch andere Kohlarten wie Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl oder Weißkohl enthalten sehr viel K1.

Weißkohl liefert außerdem – aufgrund seines Gehalts an Mikroorganismen – Vitamin K2, wenn er in Form von Sauerkraut verzehrt wird. Weißkohl enthält zudem große Mengen anderer gesunder Mikronährstoffe, weshalb er sogar medizinisch angewendet wird.

Petersilie

Auch Kräuter wie Petersilie und Schnittlauch enthalten viel K1. In Petersilie ist eine ganze Bandbreite wichtiger Vitamine zu finden, so dass sie mancher Nahrungsergänzung Konkurrenz macht.

Die Vitamin-K-reichsten Lebensmittel

Nachfolgend die Werte einer Auswahl der Vitamin-K-reichsten Lebensmittel (immer pro 100 g frisches Lebensmittel).

Wichtig hierbei ist, dass Natto (siehe Foto links) vor allem reich an Vitamin K2 ist.

Diese spezielle Form von Vitamin K ist insbesondere für die Knochengesundheit und die Unterstützung der Herz-Kreislauf-Funktion von Bedeutung.

Vitamin K2 wird vom Körper besser in das Knochengewebe eingebaut als Vitamin K1.

Die anderen Lebensmittel liefern hingegen hauptsächlich Vitamin K1, welches vor allem für die Blutgerinnung eine zentrale Rolle spielt.

Lebensmittel mit Vitamin K

Die Liste als PDF können Sie bei uns kostenlos per Email anfordern

Enthalten Nährwerttabellen die Werte von K1 oder K2?

Zahlen für Vitamin K2 sind schwer zu finden. Denn während Vitamin K1 relativ einfach zu analysieren ist (es ist chemisch stabiler und besser erforscht), verhält es sich für K2 etwas anders.

Vitamin K2 existiert in mehreren Unterformen (MK-4 bis MK-13), die sich in Struktur, Quellen und Wirkung unterscheiden – und das macht die Analyse komplexer. Auch stehen nicht überall standardisierte Messverfahren für alle K2-Formen zur Verfügung, so dass eine einheitliche Erfassung schwierig ist.

Infolgedessen beziehen sich selbst die Vitamin-K-Werte offizieller Nährwerttabellen (Bundeslebensmittelschlüssel) häufig nur auf K1. Es kann also sein, dass bei manchen Lebensmitteln unter "Vitamin K" 0 (null) steht, obwohl K2 enthalten ist, nur eben kein K1.

Vitamin K2 in tierischen Lebensmitteln

Tierische Lebensmittel - Fleisch, Eier und Milchprodukte - enthalten Vitamin K2 in Form von MK-4. Die Bioverfügbarkeit von MK-4 gilt jedoch als sehr gering. Untersuchungen mit einer MK-4-Supplementation (100 µg pro Tag) ergaben, dass MK-4 nicht in der Lage war, den Vitamin-K2-Spiegel im Blut zu erhöhen.

Wenn MK-4 überhaupt ins Blut gelangt, so soll es eine kurze Halbwertszeit von etwa 1 Stunde haben, also schnell wieder abgebaut werden. MK-7 hingegen hat eine Halbwertszeit von 72 Stunden. MK-8 bis MK-11 sollten mittelmäßig bioverfügbar sein. Man vermutet eine Halbwertszeit von 24 Stunden oder mehr.

In fermentierten Milchprodukten (Käse, Joghurt u. ä.) sind insbesondere die Formen MK-9 bis MK-11 enthalten.

Die höchste Bioverfügbarkeit hat die K2-Form MK-7, wie z. B. in Natto, wobei Natto aus Sojabohnen den höchsten Wert hat (um 1000 µg). Aber auch andere Natto-Arten, z. B. aus schwarzen Bohnen enthalten mit 800 µg im Vergleich zu anderen Lebensmitteln sehr viel K2 in der MK-7-Form.

Vitamin K2 in Lebensmitteln

Einige K2-Werte aus Lebensmitteln, wie sie in manchen Studien analysiert wurden (16) finden Sie in unserem PDF. Die Liste als PDF können Sie bei uns kostenlos per Email anfordern

Was bedeutet MK-7 und was bedeutet all-trans?

Wenn man Studien über Vitamin K2 liest oder das Vitamin als Nahrungsergänzung zu sich nehmen möchte, trifft man unweigerlich auf die Begriffe MK-7 und all-trans. Was bedeuten diese Begriffe?

K2 heißt auch Menachinon, das mit MK abgekürzt wird. Da es hiervon verschiedene Formen gibt (MK-4 bis MK-13) unterscheidet man sie mit Zahlen. MK-7 ist dabei die am besten bioverfügbare (also vom Menschen am besten nutzbare) Form.

MK-4 gilt als nicht so gut bioverfügbar, MK-9 ist noch gar nicht umfassend erforscht.

Das MK-7 gibt es nun in der cis- oder der trans-Form. Beide Formen sind chemisch identisch, haben aber eine andere geometrische Struktur, so dass die cis-Form wirkungslos ist, da sie gar nicht an die entsprechenden Enzyme andocken kann.

Die trans-Form des MK-7 ist somit die beste und wirksamste Form.

Nun können aber in Präparaten beide Formen gemischt vorkommen, ohne dass der Verbraucher wüsste, wie viel nun vom einen bzw. vom anderen enthalten ist.

Präparate, die zu mehr als 98 Prozent aus der trans-Form bestehen, bezeichnet man daher als all-trans, um zu signalisieren, dass das Produkt fast nur oder sogar ausschließlich aus der trans-Form besteht und daher sehr hochwertig ist.

* Ein MK-7 Präparat erhalten Sie z. B. unter dem vorigen Link.

Vitamin K2 als Nahrungsergänzung

Wie weiter oben schon erwähnt, ist Vitamin K2 das aktivere K-Vitamin. Auch vermutet man, dass K1 bevorzugt zur Herstellung der Blutgerinnungsfaktoren verwendet wird, während K2 eher im Bereich des Calciumstoffwechsels tätig ist. K2 ist also besonders wichtig, wenn die Gesundheit der Blutgefäße, des Herzens, der Knochen und der Zähne im Fokus steht.

Nun stehen zwar sehr viele Lebensmittel zur Verfügung, die K1 enthalten, aber nicht ganz so viele, die K2 in relevanten Mengen enthalten. Wer daher noch ungern mehrmals wöchentlich Leber isst, auch der japanischen Sojaspezialität Natto nur wenig Sympathie entgegenbringt und womöglich nur sparsam grünes Blattgemüse isst, gerät rasch in Gefahr, an einem Vitamin-K-Mangel zu leiden.

Die Folgen stellen sich meist erst nach etlichen Jahren ein und zeigen sich dann beispielsweise in einer besonderen Kariesanfälligkeit der Zähne, in einer schwindenden Knochendichte, in Nierensteinen oder in einer schlechten Herz- und Blutgefäßverfassung.

Je nach Art der persönlichen Ernährung kann Vitamin K2 daher auch als Nahrungsergänzung eingenommen werden.

Vitamin K2 für Veganer

Sollten Sie Wert darauf legen, dass Ihr Vitamin K2 nicht aus tierischen, sondern aus mikrobiellen Quellen stammt, dann sollte das von Ihnen gewählte Präparat Menachinon-7 (MK-7) enthalten (mikrobiellen Ursprungs). Das tierische K2 ist hingegen das Menachinon 4 (MK-4).

Details zur Vitamin-K-Versorgung bei veganer Ernährung finden Sie in unserem Artikel Vegane Ernährung: Die Regeln, wo auch erklärt wird, wie ein reichlicher Vitamin-K1-Verzehr den K2-Bedarf decken kann.

Worauf Sie achten müssen, wenn Sie Blutverdünner nehmen

Oft wird empfohlen, bei der Einnahme von Blutgerinnungshemmern (Blutverdünnern) kein Vitamin K zu nehmen, da dieses den Blutverdünnern entgegenwirkt. Nun gibt es jedoch einerseits ganz unterschiedliche blutverdünnende Medikamente, von denen nur die sog. Vitamin-K-Antagonisten (Warfarin (z. B. Coumadin), Phenprocoumon (z. B. Marcumar)) interessant sind, wenn es um die Vitamin-K-Einnahme geht.

Andererseits zeigen verschiedene Untersuchungen, dass gerade eine gute Vitamin-K-Versorgung sogar die Wirkung der Blutverdünner verbessern kann. Lesen Sie in unserem Artikel Darf man Vitamin K2 mit Blutverdünnern einnehmen? alles Wichtige zu diesem Thema.

Wer der Einnahme von Blutverdünnern vorbeugen möchte, findet in unserem Artikel mit dem Titel Natürliche Blutverdünner ohne Nebenwirkungenentsprechende Tipps.

Fazit: Vitamin K ist unverzichtbar

Vitamin K ist somit ein unverzichtbarer Vitalstoff. Überprüfen Sie Ihre Ernährung, ob Sie genügend Vitamin K zu sich nehmen. Da bei höherer Einnahme kaum Nebenwirkungen zu befürchten sind, kann man das Vitamin auch zur Nahrungsergänzung einnehmen, z. B. 100 - 200 µg pro Tag.

Update 15.9.2024

Wir haben die Abschnitte zum Vitamin-K-Mangel und zu den Blutverdünnern eingefügt.

Update 01.07.2025

Wir haben die Studie Nr. 21 hinzugefügt

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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