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Indisches Basilikum – Das heilende Königskraut

Indisches Basilikum – Das heilende Königskraut

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(Zentrum der Gesundheit) - Basilikum galt einst als "Königskraut" und ist seit dem Altertum in Asien und Europa zu Recht als Heilmittel bekannt. Die heilenden Eigenschaften des Basilikums – besonders des Indischen Basilikums (Tulsi) – sind längst in Studien bestätigt worden. Sogar Brustkrebs soll diese Basilikumsorte bekämpfen helfen. Doch enthält das Basilikum auch einen Stoff, vor dem gewarnt wird. Ist Basilikum nun gesund oder gefährlich? Das erfahren Sie gleich – genauso wie alles Wissenswerte rund um Basilikum, seinen Einsatz in der Küche und seine Anwendungsmöglichkeiten als Heilkraut für Ihre Gesundheit.

Basilikum – Der königliche Geschmack

Der Name Basilikum (vasilikós) kommt ursprünglich aus dem Griechischen und heisst "königlich". Diese Auszeichnung steht der kleinen krautigen Pflanze schon allein für ihr unvergleichliches Aroma zu – von ihren zahlreichen Heilwirkungen ganz zu schweigen. Und so ist das Basilikum auch bereits seit dem Altertum in den verschiedensten Kulturen als Heilkraut und sogar als wichtiger Bestandteil heiliger Zeremonien weit verbreitet. In wissenschaftlichen Untersuchungen findet vor allem das Indische Basilikum Beachtung, das es inzwischen auch bei uns immer häufiger zu kaufen gibt.

Das Indische Basilikum wird auch Tulsi genannt. Man sagt, die Göttin Tulasidevi sei in die Gestalt dieser Heilpflanze geschlüpft, um den Menschen zu dienen und sie zu schützen. Tulsi Basilikum wird deshalb in seiner ursprünglichen Heimat manchmal in Form eines Basilikum-Stängels um den Hals getragen oder an den Hauseingängen gepflanzt. Gleichzeitig wehren die ätherischen Öle des Basilikums Stechinsekten ab, so dass die Pflanze gleich in mehrfacher Hinsicht schützt.

Basilikum in der Volksheilkunde

In der europäischen Volksheilkunde ist Basilikum vor allem für seine Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt bekannt. Es hilft bei der Verdauung und kann – aufgrund seiner krampflösenden, antibakteriellen und beruhigenden Eigenschaften – Blähungen und Krämpfe lindern. Offenbar war man früher gerade von der beruhigenden Wirkung des Basilikums sehr überzeugt und verordnete daher das duftende Kraut kurzerhand auch gegen hysterische Erscheinungen.

Neben diesen traditionellen Einsatzgebieten weist das Basilikum jedoch auch zahlreiche Eigenschaften auf, die bereits wissenschaftlich abgesichert sind.

Basilikum schützt die Augen

Der hohe Gehalt an Carotinoiden hat eine positive Wirkung auf die Augen und die Sehfähigkeit. So hat sich beispielsweise in einer Studie aus dem Jahr 2009 gezeigt, dass Diabetiker mit niedrigem Carotinoidspiegel (Lutein, Zeaxanthin und Lycopin) mit einem höheren Risiko, an diabetischer Retinopathie zu erkranken, rechnen mussten als Diabetiker mit hohem Carotinoidspiegel. Die Forscher schlossen daraus, dass die Gefahr dieser Augenkrankheit mit einer carotinoidreichen Ernährung äusserst positiv beeinflusst werden könnte.

Basilikum bewahrt vor Stress

Neben den Carotinoiden finden sich im Basilikum reichlich weitere stark wirksame Inhaltsstoffe, wie Polyphenole und Flavonoide, die für die antioxidativen und adaptogenen Eigenschaften des Basilikums mitverantwortlich sind. Adaptogen bedeutet, dass diese Substanzen dem Organismus helfen, besser mit Stress umzugehen. Schon allein die bis hier genannten Basilikum-Eigenschaften bestätigen seinen – zumindest im Ayurveda geläufigen – Ruf als Verjüngungsmittel (auch Rasayana genannt).

Das Indische Tulsi Basilikum – ein ayurvedisches Heilkraut

Das Indische Basilikum (Ocimum sanctum oder Ocimum tenuiflorum) spielt seit Jahrtausenden in der ayurvedischen Heilkunst eine wichtige Rolle. Es gilt als Heilpflanze, welche die drei Doshas ausgleicht und als Lebenselixier für ein langes und gesundes Leben sorgen soll.

Es wird bei allen entzündlichen akuten Erkrankungen, wie Erkältungen, Husten, Fieber (auch Malaria), Halsschmerzen, Bronchitis aber auch bei Nierensteinen, Herzproblemen, Durchfall, Magenschmerzen, Magengeschwüren angewendet. Infektionen im Mundraum, Insektenstiche und schlecht heilende Wunden gehören ebenso zu seinem Behandlungsspektrum wie Probleme mit den Zähnen oder dem Zahnfleisch. Bei Kopfschmerzen kann es lindernd wirken, und es scheint eine deutliche Wirkung bei Nacht-Blindheit zu haben.

Auf das Nervensystem und die Psyche wirkt es beruhigend, stärkend und klärend. Es kann bei Depressionen und Ängsten oder Panikattacken unterstützend wirken. Vor allem bei viel Stress wirkt das Indische Basilikum beruhigend. Es schützt und erhält die Leistungsfähigkeit des Gehirns und spielt somit eine Rolle bei Altersdemenz.

Das Indische Basilikum wird im Rahmen einer fundierten ayurvedischen Therapie angewandt, kann aber – wie die Forschung zeigt – vor allem auch als vorbeugende Massnahme gegen Alterserscheinungen und Krebs verwendet werden.

Die Wirkungsweise des Indischen Basilikums

Die seit Jahrtausenden bekannten heilenden Eigenschaften des Indischen Basilikums wurden von zahlreichen Forschern untersucht, um dem Tulsi Basilikum den ihm gebührenden Platz in der modernen Medizin zu geben.

Entzündungshemmende Wirkung von Basilikum

Vaibhav Shinde belegte beispielsweise die entzündungshemmende Wirkung des indischen Basilikums. Ein Basilikum-Extrakt war bei einer Studie in der Lage, die Schmerzen und Gelenkschwellungen bei Arthritis-Patienten innerhalb von 24 Stunden um 73 Prozent zu verringern. Dies ist mit der Wirkung des Rheumamittels Diclofenac zu vergleichen – allerdings zeigt Basilikum im Vergleich zum genannten Medikament keine Nebenwirkungen. Gerade die Nebenwirkungen herkömmlicher Arthritis-Medikamente sind es jedoch, die für Arthritis-Patienten, die täglich Schmerzmittel einnehmen, ein grosses Problem darstellen. Alternativen wären hier also mehr als willkommen.

Eugenol, ein ätherisches Öl des Basilikums, das ihm seinen nelkenartigen Geruch verleiht, scheint in erster Linie für die entzündungshemmende Wirkung zuständig zu sein – vermuten die Forscher. Deshalb empfiehlt es sich, bei rheumatischen Beschwerden auf Tulsi zurückzugreifen, da diese Basilikumsorte einen weit höheren Gehalt an Eugenol aufweist als die europäischen Varianten. Mit dem europäischen Küchenkraut kann man vermutlich nur eine leichte entzündungshemmende Wirkung erzielen.

In Studien wird sehr selten mit der ganzen Pflanze gearbeitet. Meist kommen Extrakte (Auszüge) zur Anwendung. Wie Sie einen alkoholischen Pflanzenauszug (Tinktur) leicht selbst herstellen können, erfahren Sie hier: Kräuterauszüge selbst gemacht

In der Ayurvedischen Medizin werden sogenannte Juices, Tees oder Dekokte verwendet. Solche Pflanzenzubereitungen können Sie ebenfalls selbst herstellen. Rezepte dazu finden Sie im Abschnitt "Praktische Anwendung von Tulsi Basilikum" weiter unten. Aber das Indische Basilikum entfaltet seine Wirkung natürlich auch dann, wenn es frisch in Säften, Smoothies oder als Gewürz verwendet wird.

Basilikum senkt den Blutzucker

Ein alkoholischer Auszug des Indischen Basilikums (Tulsi) konnte in einem wissenschaftlichen Versuch den Blutzuckerspiegel deutlich absenken. Gleichzeitig wurde eine Reduzierung des Cortisolspiegels festgestellt. Cortisol ist ein Stresshormon, das den Blutzuckerspiegel zusätzlich steigert. In besagter Untersuchung wurde nun die Wirkung von Tulsi im Vergleich zu Tolbutamid, einem Arzneistoff zur Behandlung von Diabetes Typ II, getestet. Im Vergleich zu diesem Medikament zeigte Basilikum eine Wirksamkeit von 70 %.

Wenn man bedenkt, dass Tolbutamid zwar kurzfristig den Blutzuckerspiegel senkt, gleichzeitig aber sogar die Ermüdung der Bauchspeicheldrüse fördert und folglich rasch dazu führt, dass der Patient Insulin spritzen muss, lohnt es sich eindeutig, auf der Fensterbank oder im Wintergarten lieber einige Tulsi Basilikum-Pflanzen zu pflegen und daraus regelmässig Auszüge oder Tee zuzubereiten.

Gerade Menschen mit erhöhten Blutzuckerwerten oder Altersdiabetes in der Familie können vermutlich – natürlich immer im Rahmen einer gesunden Ernährung – ihre Diabeteswahrscheinlichkeit reduzieren, wenn sie zur Beeinflussung des Blutzuckerspiegels nach jedem Essen eine Tasse Tulsi Basilikum-Tee trinken, was gleichzeitig noch die Verdauung fördert und den Magen schützt.

Basilikum schützt vor Magengeschwüren

Doch scheint Basilikum nicht nur das Blut zu schützen, sondern den Magen gleich mit. So konnte ein alkoholischer Auszug der Blätter des Indischen Basilikums in der Studie von R. K. Goel eine schützende Wirkung vor stress- und alkoholbedingten Magengeschwüren zeigen. Die Schleimhaut der Magenwand wurde durch Basilikum offenbar gestärkt.

Da in den Blättern der Tulsi-Pflanze alle medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe des Auszugs enthalten sind, sollte auch der Genuss der frischen Blätter eine ähnliche Wirkung zeigen. Die alkoholischen Auszüge oder ein Dekokt (Rezept im vorletzten Abschnitt) zeigen jedoch meist eine stärkere Wirkung als das Gesamtblatt.

Basilikum wirkt antibakteriell und stärkt das Immunsystem

Tulsi Basilikum als Tee, Juice oder Dekokt wird in seinen Heimatländern traditionell bei Erkältung, Grippe und fieberhaften Erkrankungen angewendet. Die immunstimulierende, antibakterielle und generell heilende Wirkung verdeutlicht eine Studie (siehe Review), bei der sich Wunden schneller schlossen und weniger Narbengewebe bildeten. In Indien verwendet man daher zerkaute oder zerstampfte Tulsi-Blätter, um sie auf Mückenstiche oder schlecht heilende Wunden zu legen.

Besonders die antioxidative Wirkung des Indischen Basilikums fördert hier die körpereigenen Heilprozesse. So zeigte sich bereits vielfach in Studien, dass sich nach einer Basilikum-Behandlung die Antioxidantien-Spiegel deutlich erhöhen (siehe Review), was auf einen guten Abwehrzustand des Körpers hinweist.

Krebstherapie mit Basilikum

Neben den bereits erwähnten positiven Eigenschaften scheint Basilikum offenbar sogar wirksam gegen Krebs zu sein. In Versuchen zeigte das Tulsi Basilikum sowohl zellschützende als auch konkret krebsbekämpfende Wirkung. Das Indische Basilikum aktivierte bereits bei einer Dosierung von 300 mg pro Kilo Körpergewicht verschiedene antioxidative Enzyme und entgiftende Stoffwechselvorgänge im Körper, welche die Krebszellen bekämpfen können.

Die immunstimulierende Wirkung des Basilikums scheint diesen krebshemmenden Prozess noch zu unterstützen, da das Immunsystem in der natürlichen Krebsbehandlung bekanntlich einer der Hauptfaktoren darstellt. Ist das Immunsystem fit, kann es selbst wuchernde Krebszellen bekämpfen.

Die Forscher um Nangia-Makker fanden 2007 in einer Studie heraus, dass ein Auszug aus Tulsi Basilikum das Wachstum von Brustkrebs stoppen kann, indem es gezielt die Neubildung von Zellen verhindert und die Blutversorgung des Tumors hemmt. So wird der Tumor ausgehungert und eine Metastasierung des Krebses verhindert.

Die Wirkung scheint der von chemotherapeutischen Substanzen ähnlich zu sein – nur mit weit weniger Nebenwirkungen.

So folgern die Forscher, dass Tulsi Basilikum zu einem Mittel in der Prävention und Therapie von Brustkrebs weiterentwickelt werden könnte. Indisches Basilikum könnte zum Beispiel auch in Kombination mit einer Chemotherapie angewendet werden, um die Dosierung dieser Mittel zu reduzieren.

Basilikum mildert Nebenwirkungen von Strahlentherapien

Wichtiger ist fast noch, dass Tulsi Basilikum auch einen guten Schutz vor krebserregenden Substanzen bieten kann und daher ein wichtiger vorbeugender Bestandteil in der Anti-Krebs-Ernährung darstellt. So scheinen die Inhaltstoffe Orientin und Vivencin, zwei wasserlösliche Flavonoide, die aus den Basilikum-Blättern isoliert wurden, Zellen deutlich vor Strahlung und Chromosomenveränderungen schützen zu können – wie eine Untersuchung mit Mäusen ergab. Diese Eigenschaft könnte das Basilikum zu einem idealen Begleiter einer jeden Strahlentherapie machen, um deren bekannte Nebenwirkungen zu lindern.

Nach Meinung der Wissenschaftler seien jedoch noch weitere intensive Untersuchungen nötig, um den Nutzen von Basilikum in der Krebstherapie genau zu erforschen.
 

Die krebserregende Wirkung von isoliertem Estragol

In der Einleitung hatten wir bereits erwähnt, dass Basilikum neben seinen gesunden Inhaltsstoffen offensichtlich auch eine krebserregende Substanz enthält. Wie kann das sein, wo doch im vorherigen Absatz noch von einer krebshemmenden Wirkung die Rede war?

Basilikum enthält ein bestimmtes ätherisches Öl namens Estragol, welches sich in Studien als erbgutschädigend und krebserzeugend erwiesen hat. Deshalb raten einige Quellen von der Nutzung des Basilikums als Arznei ab. Dies betrifft übrigens auch Estragon, Anis, Sternanis, Piment, Muskatnuss, Zitronengras und Fenchel.

Was in der einstigen diesbzüglichen Warnung des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung aber nicht berücksichtigt wurde, ist, dass im Basilikum ja auch eine ganze Anzahl an antioxidativen Substanzen gleichzeitig mit dem Estragol wirkt. Gerade die oben erwähnte Brustkrebsstudie zeigt deutlich, dass ein Auszug aus Basilikumblättern Tumore zum Verschwinden bringen kann und nicht das Gegenteil bewerkstelligt.

Auch konnte man aus dieser Studie sehr gut erkennen, dass nicht der Einzelstoff im Basilikum wirkt, sondern die Kombination der Stoffe. Denn die probeweise Anwendung von drei Einzelstoffen des Basilikums zeigte in keinem der drei Versuchsreihen eine krebsbekämpfende Wirkung, nur der Gesamtextrakt, der alle Basilikumstoffe enthält, ging gegen Tumore vor.

Ein weiterer Punkt, der gegen eine mögliche Kanzerogenität des Basilikums spricht ist, dass in jener Studie, die zur Warnung vor Basilikum und anderen estragolhaltigen Kräutern führte, die betreffenden Nagetiere einem Vielfachen der natürlich vorkommenden Konzentration von Estragol ausgesetzt wurden, also einer Konzentration, die man mit Basilikumtee, Basilikumgerichten oder sogar Basilikumpräparaten kaum erreichen könnte.

Im Laufe der jahrhundertealten Erforschung des Indischen Basilikums wurden ausser einer leichten Verstopfung in keiner Studie oder Anwendung Nebenwirkungen beobachtet – einfach deshalb, weil hier stets ein Gesamtauszug aus den Blättern (Tinktur) oder den Samen und keine isolierten Wirkstoffe des Basilikums verwendet wurden.

Insgesamt zeigen alle diese Studien, dass sich fast alle Wirkungen des Indischen Basilikums, die aus der ayurvedischen Tradition bekannt sind, bestätigt haben. Basilikum – insbesondere das Tulsi Basilikum – hat generell eine antibiotische, antioxidative, entzündungshemmende, cholesterin- und blutzuckersenkende sowie immunstimulierende und adaptogene Wirkung. Deshalb kann es bei so vielen verschiedenen Krankheiten und Leiden von Nutzen sein. Seinen Ruf als Lebenselixier bestätigt das Indische Basilikum in der Forschung also mehr als deutlich und wenn Sie davon profitieren möchten, sollten Sie dem Basilikum auf Ihrer Fensterbank einen besonders schönen Platz reservieren.

Basilikum auf Balkon und Terrasse

Basilikumfreunden steht eine reiche Sortenvielfalt an unterschiedlichen Basilikumpflanzen oder auch Saatgut zur Auswahl: Wie wäre es beispielsweise mit Zitronen-, Orangen-, Anis- oder Zimtbasilikum? Auch gibt es grünes, rotes, violettes Basilikum sowie kleinblättrige und grossblättrige Sorten. Oder aber Sie besorgen sich gleich das mächtige Tulsi Basilikum im Fachhandel.

Der Anbau von Basilikum ist relativ einfach, wenn man ein paar Grundregeln beachtet. Basilikum benötigt viel Licht, viel Wärme und verträgt keine Temperaturen unter 10 Grad. Auch sollte das Basilikum immer gleichmässig feucht gehalten werden. Es mag weder Staunässe noch Trockenheit.

Im frühen Frühling kann das Basilikum in Töpfe oder Kästen auf der Fensterbank ausgesät werden. Später wird es vereinzelt.

Kauft man Basilikum im Topf, empfiehlt es sich ebenfalls, die meist viel zu eng gewachsenen Pflanzen zu vereinzeln. Dazu teilt man den Wurzelstock in 4-6 Teile und zieht dabei die Wurzeln vorsichtig auseinander. Die einzelnen Teile pflanzt man dann entweder mit mehr Abstand in einen grösseren Topf oder einzeln in kleine Töpfchen.

So entwickeln sich die Pflanzen besser und werden grösser. Die Erfahrung zeigt, dass Basilikum auch im Sommer besser in Töpfen gedeiht, als im Freiland, wo ihm ein rasches Ende durch Schneckenfrass droht. An einem geschützten Platz auf der Terrasse oder dem Balkon fühlt sich das Basilikum rundum wohl.

Für die Küche und die arzneiliche Anwendung verwendet man vorzüglich die Blätter vor der Blüte, da sie dann noch mehr Wirkstoffe enthalten. Pflückt man die Blätter immer von oben, fängt das Basilikum gar nicht erst an zu blühen. Es verzweigt sich immer mehr und wird so schön dicht und buschig.

Am Ende des Sommers lässt man das Basilikum schliesslich blühen, um Samen für das nächste Jahr zu ernten. Den Winter übersteht das Basilikum nur an einem sehr hellen Fenster oder im warmen Wintergarten.

Basilikum in der Küche

In der Küche wird Basilikum fast immer frisch verwendet. Denn die getrockneten Blätter haben leider nur einen Bruchteil ihres ursprünglichen Aromas. Als Pesto verarbeitet schmeckt Basilikum auch im Winter und lässt sich länger lagern. Drei leckere Pesto-Rezepte finden Sie im nächsten Abschnitt.

Kulinarisch verwendet man die Blätter möglichst frisch und vermeidet es, sie länger zu kochen, da sie dann an Geschmack einbüssen. So schmeckt das Basilikum besonders gut – wenn kurz vor Ende der Garzeit - in Pastasaucen, Gemüsegerichten und Eintöpfen, aber natürlich auch in Salaten.

In der thailändischen Küche unterscheidet man drei Sorten Basilikum: Bai Horapa ist das bekannteste, süsslich nach Anis schmeckende Basilikum. Es wird in vielen Currys verwendet. Bai Gaprao ist der thailändische Name für das heilige Indische Basilikum. Ein bekanntes Gericht ist das scharfe Pad Ga Prao (Rezept im nächsten Abschnitt). Bai Menglak ist ein Basilikum mit Zitronenaroma, welches häufig für Gerichte mit Meeresfrüchten oder Fisch verwendet wird.

In Europa ist das Tulsi Basilikum vor allem als Tee bekannt geworden. Es schmeckt in Teemischungen aromatisch süsslich und wird sowohl frisch als auch getrocknet verwendet. Man kann Tulsi Basilikum aber natürlich – genau wie "normales" Basilikum auch – zu Pesto verarbeiten und in Salaten oder in anderen Speisen verwenden.

Praktische Anwendung von Tulsi Basilikum als Heilmittel

Tulsi Juice als Rasayana (Verjüngungskur)

Zur Herstellung des Juices weicht man pro Portion 5-6 getrocknete Tulsi Basilikum Blätter 3-4 Stunden in 1 Tasse Wasser ein, dann lässt man den Mix 5-7 Minuten köcheln und trinkt ihn heiss.

Man nimmt zweimal täglich eine Tasse davon zu sich, über drei Tage lang.

Tulsi Tee

Bei Erkältung, Magen-Darm Beschwerden und zur Gesundheitspflege (Diabetes Vorbeugung, Senken des Blutdrucks etc.) sowie vor allem auch bei stressbedingten Beschwerden kann ein Tee aus Tulsi Basilikum hilfreich sein.

Pro Tasse einen Teelöffel zerdrückte Tulsi-Basilikumblätter mit heissem Wasser übergiessen und 10 Minuten ziehen lassen.

Tulsi Dekokt

Ein Dekokt aus Basilikum wird im Ayurveda zur Behandlung von grippalen Infekten und Grippe empfohlen.

Man nimmt 40 Tulsi-Blätter und kocht sie in ½ Liter Wasser bis die Hälfte verdampft ist. Diesen Dekokt nimmt man dreimal täglich warm und mit einer Messerspitze Salz ein.

Basilikum – Rezepte

Klassisches Pesto Genovese

Zutaten (für 6 Personen):

  • 200 g Basilikum (2 Bund)
  • 3 EL Pinienkerne
  • 3 Knoblauchzehen
  • 50 g Parmesan
  • 50 g alter Pecorino
  • Grobes Meersalz
  • Ca. 100 ml gutes Olivenöl

Bei einer veganen Basilikum Variante lässt man den Käse weg, verwendet dann aber mehr Pinienkerne und muss nun auch mehr Salz hinzufügen, da ja jetzt der salzige Käse fehlt.

Zubereitung:

Das Basilikum abzupfen, waschen und in der Salatschleuder trocknen. Die Pinienkerne ganz leicht ohne Fett anrösten. Käse und Knoblauch fein würfeln. Dann den Knoblauch zunächst mit dem Salz im Mörser zerreiben. (Das klassische Pesto wird im Mörser zubereitet, im Mixer geht es natürlich auch). Die Pinienkerne dazugeben und zerstampfen. Dann in kleineren Portionen das Basilikum zugeben und einarbeiten. Den Käse ebenfalls zugeben und zerstampfen. Diese Paste in einer Schüssel mit so viel Öl vermischen, bis eine glatte Creme entsteht.

Das Pesto schmeckt frisch am besten. Es hält sich einige Monate in ausgekochten Gläschen, wenn man das Glas bis zum Rand mit Öl auffüllt. Man kann die Gläschen im Kühlschrank aufbewahren oder in Plastik-Gefässen einfrieren.

Pesto schmeckt wunderbar zu Pasta aber auch als Brotaufstrich, als Dip für Gemüsesticks oder als Würz-Sauce z. B. zu gegrilltem Gemüse sowie zur Verfeinerung von Salaten.

Asiatisches Pesto

Zutaten (für 6 Portionen):

  • 100 g Indisches Basilikum (oder Thai-Basilikum "Gaprao")
  • 100 g Korianderkraut
  • 4 Knoblauchzehen
  • 50 g Cashewnüsse
  • Etwas grobes Meersalz
  • Ca. 80 ml Erdnussöl oder Sesamöl

Zubereitung:

Die Kräuter waschen, trocken tupfen, die Blättchen abzupfen und fein hacken. Den Knoblauch ebenfalls fein hacken und mit den Cashewnüssen und den Kräutern in den Mixer geben. Mit dem Öl und dem Salz zu einer feinen Paste pürieren. Wenn man das Pesto, wie im Rezept für klassisches Pesto mit dem Mörser zubereitet, schmeckt es noch besser. Es passt gut zu asiatischen Nudeln wie der kohlenhydratfreien Konjac-Nudel, gedämpftem Gemüse, Fisch und Sommerrollen.

Vegane Erdbeercreme mit süssem Basilikum-Pesto

Zutaten (für 4 Portionen)

Für die Creme:

  • 150 g Tofu
  • 300 g Erdbeeren
  • 3 EL Sojasahne
  • 1 ½ EL Zitronensaft
  • 2 Msp. Vanille oder 2 EL echter Vanillezucker
  • Süssungsmittel nach Wunsch (Reissirup, Kokosblütenzucker oder Xylit)

Für das süsse Pesto:

  • abgezupfte Basilikumblätter von 2 Bund
  • 40 g Mandeln (über Nacht in Wasser einweichen, dann die braune Haut entfernen, die sich jetzt sehr leicht lösen lässt)
  • 2 EL Zitronensaft
  • 3 EL Öl (möglichst geschmacksneutrales Pflanzenöl, z. B. Mandelöl)
  • 3 EL Süssungsmittel nach Wunsch (Reissirup, Kokosblütenzucker oder Xylit)
  • 1 Msp. Vanille

Zubereitung:

Einige Erdbeeren für die Deko zur Seite legen. Die übrigen Erdbeeren waschen, abtropfen, das Grün abzupfen und mit dem Zitronensaft pürieren. Den gewürfelten Tofu dazu geben und mit allen Zutaten zu einer Creme pürieren. Nach Bedarf süssen. Für das süsse Pesto die abgezupften Blätter waschen und abtrocknen. Die geschälten Mandeln in den Mixer geben und fein mahlen. Die Basilikumblätter hacken und mit den restlichen Zutaten ebenfalls in den Mixer geben. Alles zu einem cremigen Pesto pürieren. Die Creme auf Dessertgläser verteilen, mit Pesto überziehen und mit Erdbeeren und Basilikum-Blättchen verzieren.

Tipp: Hier kann man auch sehr gut das Indische oder ein thailändisches Basilikum (Tulsi) verwenden. An Stelle der Mandeln eignen sich auch Pinienkerne, Cashewkerne oder Macadamia-Nüsse.

Pad Ga Prao: Pfannengerührter Tofu mit heiligem Basilikum

Dieses pfannengerührte Gericht wird in Thailand häufig mit einem Spiegelei auf Reis serviert. Wer möchte, kann das Gericht auch mit qualitativ hochwertigem Bio-Fleisch zubereiten. Natürlich schmeckt es auch mit Tofu sehr lecker.

Zutaten pro Portion:

  • 1 EL Öl (Kokosöl)
    1 EL gehackter Knoblauch
    2-10 kleine Thai-Chilis, je nach gewünschter Schärfe
    100 g klein gewürfelter Tofu (das Original-Rezept sieht Hack vom Schwein, Rind oder Huhn vor)
    1 EL Ume-su oder Sojasosse (das Original-Rezept sieht Fischsosse vor)
    1 TL schwarze Sojasosse
    ¼ TL Reissirup oder Kokosblütenzucker
    2 TL Wasser
    1 Hand voll abgezupfter Tulsi-Basilikum-Blätter und -Blüten

Zubereitung:

Die Chilis in einem Mörser zerreiben, den Knoblauch dazu geben, zerstampfen und beiseite stellen. Das Basilikum waschen, trocken tupfen und die Blätter und Blüten abzupfen. Das Öl in der Pfanne erhitzen. Chilis und Knoblauch hineingeben und rühren, bis es leicht anbräunt. Dann den Tofu zugeben. Mit dem Spatel in der Pfanne zerkleinern und gleichmässig anbraten, bis nichts Rotes mehr zu sehen ist. Sirup bzw. Zucker und Sossen hinzufügen und weiter rühren. Wenn die Flüssigkeit aufgesogen ist, Wasser und Basilikumblätter hinzufügen. Kurz umrühren und auf Reis servieren. Wenn man möchte, kann man in derselben Pfanne noch ein Bio-Spiegelei braten und auf den Tofu geben.

Viel Spass beim Ausprobieren, Geniessen und Gesund bleiben!

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Quellen:



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