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Lipoprotein(a) natürlich senken

Immer häufiger wird bei der ärztlichen Untersuchung das Lipoprotein(a) gemessen - ein Wert, der dabei hilft, das Herz-Kreislauf-Risiko einzuschätzen. Meist heißt es, der Wert lasse sich (z. B. im Gegensatz zum Cholesterinspiegel) nicht von der Lebens- und Ernährungsweise beeinflussen. Dennoch gibt es natürliche Maßnahmen, die auch den Lp(a)-Spiegel senken können.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 12 Mai 2026
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Lipoprotein(a) wird in der Leber gebildet

Das Lipoprotein(a) – häufig abgekürzt mit Lp(a) – wird hauptsächlich in der Leber gebildet. Es gehört zu den Blutfetten und ist mit dem LDL verwandt (Low-Density-Lipoprotein), das als Transporter für Cholesterin fungiert.

Bei Lp(a) handelt es sich um ganz bestimmte LDL-Partikel, auf denen ein zusätzliches Protein sitzt. Es heißt Apolipoprotein(a) und macht die LDL-Partikel besonders atherogen, was bedeutet, dass sie besonders stark zur Entstehung einer Arteriosklerose beitragen können.

Denn sie lagern sich besonders leicht in den Blutgefäßwänden ein und wirken zudem noch prothrombotisch. Letzteres bedeutet, dass sie die Blutgerinnung beeinflussen und Thrombosen fördern können.

Der Lipoprotein(a)-Spiegel kann daher - gemeinsam mit anderen Werten - dabei helfen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einzuschätzen. Ist der Wert hoch, steigt das Risiko. Medikamente, die den Lp(a)-Wert senken, gibt es noch nicht (sind aber in der Entwicklung).

Wir erklären, wie Sie auf natürliche Weise Ihren Lp(a)-Wert senken können und so auch Ihr Herz-Kreislauf-Risiko reduzieren.

(Viele weitere Tipps und Hinweise für eine gute Arterioskleroseprävention finden Sie in unserem Artikel Arteriosklerose - Natürliche Mittel zur Verhinderung.)

So schadet Lipoprotein(a) den Gefäßen

Lp(a) schadet den Gefäßen und fördert eine Arteriosklerose folgendermaßen (1):

Es wirkt entzündungsfördernd und dringt außerdem in die Arterienwand ein. Auf diese Weise vergrößert es die Läsionen (Verletzungen) der Gefäßwände, was die Arteriosklerose verschlimmert.

Es heftet sich stärker an die Blutgefäßwände als LDL-Cholesterin und stört die Bildung von Plasmin, einem Enzym, das Blutgerinnsel auflösen würde. Daher die oben erwähnte prothrombotische Wirkung.

Lipoprotein-Werte: Welche sind gut, welche sind schlecht?

Die Lipoprotein(a)-Werte sollten 25 - 30 mg/dl nicht übersteigen. Hat man höhere Werte (sie können auf 400 mg/dl und mehr steigen), dann geht man von einem massiv erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus und zwar für

  1. die koronare Herzkrankheit (verstopfte Herzkranzgefäße),
  2. für einen Schlaganfall,
  3. für die die periphere arterielle Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit) sowie
  4. für Aortenaneurysmen,
  5. für eine Aortenklappenverkalkung und
  6. für venöse Thromboembolien.

Schon bei Werten von über 120 mg/dl soll das Risiko um das 3,6-Fache steigen.

Sind hohe Lp(a)-Werte genetisch bedingt?

Der persönliche Lp(a)-Wert gilt als genetisch bedingt und als wenig beeinflussbar – weder nach oben noch nach unten. Wenn also der Lp(a)-Spiegel zu hoch ist, ist dies „Veranlagung“. Er lässt sich daher kaum durch eine Ernährungsumstellung oder andere Lebensstiländerungen (Sport, Stressmanagement, Gewichtsabnahme) senken.

Trotzdem sind diese Maßnahmen auch bei einem erhöhten Lp(a)-Wert wichtig bzw. gerade deshalb. Denn meist liegen noch andere Risikofaktoren vor - und diese lassen sich sehr gut durch Lebensstil- und Ernährungsmaßnahmen beeinflussen, z. B. Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Cholesterinspiegel, Bewegungsmangel.

Welche Faktoren können den Lp(a)-Wert erhöhen?

Auch wenn die Lp(a)-Werte als genetisch festgelegt gelten, gibt es doch einige Faktoren, die den Lp(a)-Spiegel erhöhen können – und zwar manche Erkrankungen, wie z. B. eine Schilddrüsenunterfunktion, Nierenerkrankungen und ein Diabetes mellitus.

Wenn der Lp(a)-Spiegel nun aufgrund einer solchen Erkrankung erhöht ist, kann man ihn natürlich auch senken, wenn man die ursächliche Krankheit lindern kann.

In unseren entsprechenden Artikeln finden Sie Maßnahmen, die bei Schilddrüsenunterfunktion und bei Diabetes helfen. Geben Sie in unsere Suche die Titel dieser Artikel ein: Diabetes Typ 2 - Symptome und Ursachen, Schilddrüsenunterfunktion: Ursachen und Lösungen oder auch Schilddrüsenunterfunktion - Therapie ganzheitlich.

Medikamente, die den Lp(a)-Spiegel senken

Es gibt kaum Medikamente, die den Lp(a)-Spiegel senken können und selbst wenn sie es tun, so senken sie den Spiegel oft nicht ausreichend tief, um auch das Herz-Kreislauf-Risiko zu reduzieren. PCSK9-Hemmer beispielsweise werden zur Cholesterinsenkung eingesetzt, können aber auch das Lipoprotein(a) etwas senken, jedoch nur um 30 bis 40 Prozent.

Zu den PCSK9-Hemmern gehören die Wirkstoffe Alirocumab (Praluent), Evolocumab (Repatha) und Inclisiran (Leqvio), die 14-tägig oder monatlich subkutan injiziert werden. Die Mittel sind seit 2015 bzw. im Falle von Leqvio seit 2020 auf dem Markt.

Häufig treten Schmerzen und Rötungen an der Injektionsstelle auf. Es kann im Bereich der Nebenwirkungen aber auch zu Infektionen der oberen Atemwege, Juckreiz (Pruritus), Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Übelkeit, schmerzende Arme oder Beine und Müdigkeit kommen.

Noch in der Testphase befindet sich das Medikament Pelacarsen, das ebenfalls injiziert werden muss – und in einer placebokontrollierten Studie bei wöchentlicher Gabe von 20 mg eine Senkung des Lipoproteins um 80 Prozent erzielte (2).

Häufig erhalten Herz-Kreislauf-Patienten bzw. Risiko-Patienten Statine zur Reduzierung des Cholesterinspiegels. Zur Wirkung von Statinen auf den Lipoprotein-Spiegel liegen jedoch widersprüchliche Ergebnisse vor. In zwei Studien von 2016 und 2017 stieg der Lipoprotein-Wert sogar zu Beginn einer Statin-Therapie.

Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie wissen, dass eine Senkung des Lp(a)-Spiegels nicht zwangsläufig auch das Herz-Kreislauf-Risiko reduziert (da es dazu einfach zu viele Risikofaktoren gibt).

Man kann also nicht sagen, wir senken jetzt mit allen Mitteln den Lipoprotein(a)-Wert und sind dann vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen geschützt. Daher weisen wir immer wieder auf eine ganzheitliche Vorgehensweise hin und raten ab, sich nur auf bestimmte Werte zu konzentrieren, die man nun unbedingt beeinflussen will.

Lipoprotein senken – natürliche Mittel

In einer Studie von 2019 untersuchte man, ob natürliche Mittel bzw. Nahrungsergänzungsmittel, die bekanntermaßen den LDL-Cholesterinspiegel senken können, wohl auch den Lipoprotein(a)-Spiegel beeinflussen könnten:

  1. L-Carnitin
  2. Coenzym Q10
  3. rote Reishefe
  4. Pektin
  5. Ginkgo biloba
  6. Leinsamen
  7. Curcumin
  8. Kaffee
  9. Vitamin D

Etliche Mittel zeigten tatsächlich eine entsprechend positive Wirkung. Dennoch war die Senkung bei keinem der Präparate so groß, dass dadurch – wenn ein wirklich hoher Spiegel vorliegen sollte – unbedenkliche Werte erreicht werden könnten.

Möglicherweise könnte man durch Kombinationen mehrerer natürlicher Mittel eine deutlichere Reduzierung der Werte erreichen, was aber nach unserem Wissen (noch) nicht untersucht wurde.

In den nachfolgend vorgestellten Studien wird immer wieder empfohlen, die genannten Mittel mit blutfettsenkenden Medikamenten zu kombinieren, was selbstverständlich mit dem Arzt besprochen werden sollte.

L‐Carnitin

L‐Carnitin senkt als Nahrungsergänzung laut einer Meta-Analyse von 2016 das Lipoprotein(a) um 13 bis 29,3 Prozent (um durchschnittlich 9 mg/dl) bei einer Einnahme von 1 bis 4 g pro Tag für 1 bis 24 Wochen (bei Personen, die zuvor Werte von über 30 mg/dl hatten).

L-Carnitin wird im Organismus aus den Aminosäuren Lysin und Methionin hergestellt. Der Stoff ist besonders in die Energiegewinnung aus Fettsäuren involviert (was z. B. für das erwachsene Herz wichtig ist) und wird daher an mancher Stelle auch als Fatburner bezeichnet. Möglicherweise kann L-Carnitin die Liproprotein(a)-Bildung in der Leber hemmen.

* Hier finden Sie L-Carnitin.

Coenzym Q10

Coenzym Q10 kann ebenfalls laut einer Meta-Analyse von 2016 das Lipoprotein(a) etwas senken – und zwar um 12,5 bis über 30 Prozent (um bis zu 11 mg/dl) bei einer Einnahme von täglich 120 bis 300 mg in einem Zeitraum von 4 bis 12 Wochen. Für die Analyse wurden 6 Studien mit insgesamt 409 Patienten untersucht. Alle Patienten litten an Fettstoffwechselstörungen.

Q10-Dosierungen von unter 150 mg konnten den Lp(a)-Spiegel deutlicher senken als Dosierungen über 150 mg. Je höher die ursprünglichen Werte, umso besser reagierten die Patienten auf Q10. Andere Blutfettwerte, wie LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin oder die Triglyceride wurden von der Q10-Einnahme nicht beeinflusst.

Da man Q10 in der naturheilkundlichen Medizin auch gegen Nebenwirkungen von Statinen einnimmt, kann man es auch sehr gut - wenn man Statine nehmen muss - mit diesen kombinieren und erreicht ein doppeltes Ziel (weniger Nebenwirkungen und einen sinkenden Lp(a)-Spiegel).

* Hier finden Sie Coenzym Q 10.

Rote Reishefe

In einer randomisierten placebokontrollierten Studie aus 2003 erhielten die Patienten (mit Koronarer Herzkrankheit) 1,2 g Rote Reishefe pro Tag für 6 Wochen und erlebten eine Senkung des Lipoproteins um 23 Prozent.

Allerdings ist der Extrakt aus Roter Reishefe kein unbeschriebenes Blatt, sondern enthält im Grunde nichts anderes als ein natürliches Statin (Lovastatin) – und kann daher auch statinähnliche Nebenwirkungen mit sich bringen. Es ist lediglich geringer konzentriert, daher auch besser verträglich, hat also ein geringeres Risiko für Nebenwirkungen.

Statinbedingte Nebenwirkungen können – siehe Abschnitt zum Coenzym Q10 – durch die Einnahme von Coenzym Q10 u. U. reduziert werden, so dass man, wenn man die Rote Reishefe probieren wollte, am besten auch Coenzym Q10 dazu nimmt.

Blutfette werden deshalb von der Roten Reishefe reduziert, weil sie die Cholesterinbildung unterdrückt – und zwar durch Hemmung der sog. HMG‐CoA-Reduktase. Genau über diesen Wirkmechanismus agieren auch Statine.

Pektin

Pektin ist ein löslicher Ballaststoff, der reichlich in Äpfeln oder auch in Zitrusfruchtschalen vorkommt. Weil Pektin so gute gelierende Fähigkeiten hat, wird es auch zum Einkochen von Marmelade verwendet.

Als Nahrungsergänzungsmittel ist es schon lange als cholesterinsenkend bekannt – vermutlich, weil es den Abbau von Cholesterin in der Leber fördert, aber auch weil es die Aufnahme von Cholesterin und Gallensäuren im Darm hemmen könnte. (Wenn Gallensäure im Darm nicht aufgenommen, sondern mit dem Stuhl ausgeleitet werden, dann bildet die Leber neue Gallensäure aus Cholesterin, was dann natürlich zu einer Cholesterinabnahme führt).

In einer Studie aus 1999 überprüfte man, ob Pektin wohl auch das Lipoprotein(a) senken könnte. In der placebo-kontrollierten Doppelblindstudie erhielten die Patienten (die an zu hohen Blutfettwerten litten) täglich 15 g Pektin (4 Wochen lang), woraufhin der Wert des Lipoproteins um bis zu 27 Prozent sank.

* Hier finden Sie Pektin.

Ginkgo biloba

Extrakte aus den Blättern von Ginkgo biloba werden meist bei Schwindel, Tinnitus oder auch zur Alzheimer-Prävention eingesetzt. Die Hauptwirkung der Pflanze ist die Durchblutungsförderung. Sie verfügt jedoch auch über entzündungshemmende, antioxidative und antiatherosklerotische Eigenschaften. Antiatherosklerotisch bedeutet einer Gefäßverkalkung entgegenwirkend.

So konnte in einer ersten klinischen Studie von 2006 die Gabe von zweimal täglich je 120 mg Extrakt nach 2 Monaten das Lipoprotein(a) um 23,4 Prozent bzw. im Durchschnitt um 10,4 mg/dl senken – vermutlich aufgrund der hemmenden Wirkung auf zahlreiche entzündungsfördernden Botenstoffe (Zytokine).

In einer Studie von 2007 konnte Ginkgo bei Patienten, die einen Bypass erhalten sollten, nach 2 Monaten sogar die arteriosklerotischen Ablagerungen in den Blutgefäßen reduzieren (4). Hier kam dieselbe Dosis wie in der Studie von 2006 zum Einsatz – und zwar in Form des Ginkgo-Spezialextraktes EGb 761®, der in zahlreichen Ginkgo-Fertigpräparaten enthalten ist (z. B. in Tebonin).

* Hier finden Sie Ginkgo biloba (kein EGb 761, aber ähnlich vom Wirkstoffgehalt).

* Hier finden Sie Tebonin

Leinsamen

Da Ballaststoffe generell als blutfett- und cholesterinsenkend gelten, gehören sie grundsätzlich in eine gesunde Ernährung bei Fettstoffwechselstörungen bzw. bei einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko. Leinsamen besteht fast zu einem Viertel (23 Prozent) aus Ballaststoffen und bietet sich hier daher besonders gut an.

Zusätzlich enthält Leinsamen bestimmte Pflanzenstoffe mit hohem gesundheitlichen Potenzial für das Herz-Kreislaufsystem, etwa Omega-3-Fettsäuren (cholesterinsenkend) sowie Lignane (blutfettsenkend, antioxidativ, krebshemmend bei Brustkrebs und Prostatakrebs).

In einer doppelblinden Crossover-Studie mit postmenopausalen Frauen aus dem Jahr 1998 zeigte sich durch Leinsamen jedoch nur eine geringe Senkung des Lipoproteinspiegels. Nach sechswöchiger Einnahme von täglich 38 g Leinsamen war der Wert um 7,4 Prozent und durchschnittlich um knapp 2 mg/dl gesunken (1).

Aus 2008 stammt eine weitere Studie (randomisiert, kontrolliert, doppelblind), in der die Probanden 10 Wochen lang 40 g Leinsamen pro Tag essen sollten. Der Lipoproteinwert sank dabei um durchschnittlich 14 Prozent verglichen mit einer Patientengruppe, die Weizenkleie einnahm.

Die Reduzierung des Lp(a)-Wertes ist also eher klein, doch verbunden mit den übrigen positiven Auswirkungen von Leinsamen auf das Herz-Kreislauf-Risiko durchaus relevant. So konnten die kleinen Samen beispielweise in verschiedenen Studien das Fortschreiten einer Arteriosklerose bremsen.

Curcumin

Als Curcumin wird der Wirkstoffkomplex in Kurkuma bezeichnet. Er wirkt sich positiv auf die Triglyceride und Cholesterinwerte aus, aber auch auf die Lipoproteinwerte. Eine randomisierte, kontrollierte Studie von 2014 ergab, dass die Einnahme von 1g pro Tag (8 Wochen lang) den Lipoproteinspiegel bei Personen mit metabolischem Syndrom um knapp 10 Prozent (8 mg/dl) senken konnte.

Curcumin verfügt u. a. über entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften und kann auch über diese Wirkmechanismen das Herz-Kreislauf-Risiko senken bzw. die Gesundheit unterstützen.

Kaffee

Auch Kaffeekonsum beeinflusst die Blutfettwerte – und zwar aufgrund mindestens zweier Wirkstoffe: Kahweol und Cafestol. Der Gehalt dieser zwei Stoffe in Kaffee hängt jedoch von der Zubereitungsmethode ab.

Wird der Kaffee mit Papierfilter hergestellt, werden die Wirkstoffe offenbar größtenteils aus dem Getränk entfernt, so dass es keinen Einfluss auf die Cholesterinwerte hat. Kaffee, der ohne Filter zubereitet wird, konnte die LDL-Cholesterinwerte hingegen erhöhen.

In Zusammenhang mit dem Lipoprotein(a) scheint es so zu sein, dass ein kurzzeitiger Kaffeegenuss die Lipoproteinwerte im Plasma reduzierte, regelmäßiger Kaffeegenuss steht dagegen mit höheren Werten in Verbindung.

Ingwer

In einer Studie von 2020 nahmen Patienten mit Arteriosklerose täglich Kapseln mit 1,6 g Ingwerpulver ein oder Kapseln mit einem Placebo. Nach 8 Wochen waren zwei Werte, die bei Arteriosklerose erhöht sind, deutlich gesunken - der Wert des Lipoproteins(a) und der hs-CRP-Wert (ein Entzündungsmarker, der auf den Zustand der Blutgefäße schließen lässt und das Herzinfarktrisiko einschätzen hilft) ( 5 ).

In der Arbeit von 2019 hieß es noch, Ingwer könne das Lipoprotein(a) nicht senken, was also nicht in jedem Fall zuzutreffen scheint, so dass Ingwer sehr gut in einen Lp(a)-senkenden Ernährungsplan integriert werden kann.

* Ihren hs-CRP-Wert können Sie mit diesem Heimtest bestimmen.

Vitamin D

Im Jahr 2017 überprüfte man, wie der Lp(a)-Spiegel mit dem Vitamin-D-Spiegel in Zusammenhang steht. TeilnehmerInnen waren 348 PatientInnen, bei denen eine Koronarangiographie durchgeführt wurde (spezielle Röntgenuntersuchung der Herzkranzgefäße nach Kontrastmittelgabe). Bei 212 zeigte sich eine koronare Herzkrankheit (Verkalkung der Herzkranzgefäße).

  1. Bei Lp(a) ≧30mg/dl und Vitamin D <10 ng/ml stieg das Risiko für eine koronare Herzkrankheit auf mehr als das 4-Fache
  2. Bei Lp(a) <30mg/dl und Vitamin D <10 ng/ml war das Risiko 1,79-mal höher
  3. Bei Lp(a) ≧30mg/dl und Vitamin D ≧10 ng/ml war das Risiko 1,7-mal höher

Jeweils verglichen mit PatientInnen, die einen Lp(a) von weniger als 30mg/dl und einen Vitamin-D-Spiegel von mehr als 10 ng/ml hatten.

Die Studie zeigt somit, dass ein höherer Vitamin-D-Spiegel das Herz-Kreislauf-Risiko bei hohem Lp(a)-Wert deutlich senken kann! Lesen Sie hier alles über die richtige Dosierung und Einnahme von Vitamin D (3).

Auch ist dies ein Beispiel dafür, dass man mit naturheilkundlichen Maßnahmen vielleicht nicht immer den Lipoproteinwert senken kann (bzw. nicht stark genug), aber das Herz-Kreislauf-Risiko, das mit einem erhöhten Lipoproteinwert in Verbindung steht.

* Hier finden Sie Vitamin D.

Diese Stoffe können das Lipoprotein nicht senken

Manche natürlichen Stoffe senken zwar den LDL-Cholesterinspiegel, nicht aber – laut verschiedener Studien – das Lipoprotein(a), z. B.

Berberin, Paranussmehl, Knoblauch, Olivenöl, Zwiebeln, Vitamin C und Sojaprotein sowie Sojaisoflavone (1).

Selbstverständlich können Sie diese Lebensmittel dennoch in Ihren Speiseplan einbauen oder – im Fall von Vitamin C – als Nahrungsergänzung einnehmen. Denn es handelt sich ja um allgemein sehr gesunde Lebensmittel, die viele vorteilhafte Eigenschaften haben und – auch wenn sie nicht konkret das Lipoprotein(a) senken können – dennoch das Herz-Kreislauf-Risiko reduzieren und darauf kommt es ja letztendlich an.

Update 19.2.204

Wir haben den Abschnitt über Ingwer ergänzt.

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