Zentrum der Gesundheit
  • Erkennung von Hautmalen unter der Lupe zur Krebsprävention und Frühintervention
6 min
Kommentare

Hautkrebs durch Antibiotika

Die Sonne allein macht noch keinen Hautkrebs. Viele weitere Faktoren müssen hinzukommen, um Hautzellen bösartig werden zu lassen: Antibiotika zum Beispiel. Manche Antibiotika können zu einer höheren Sonnenempfindlichkeit der Haut führen und die körpereigenen Schutzmechanismen gegen Krebs weniger wirksam machen. Das Krebsrisiko steigt – meist ohne dass die Patienten darüber informiert wären.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 27 Februar 2026
🔍
Sie finden alle im Laufe des Artikels genannten weiterführenden Artikel, wenn Sie die jeweiligen Titel oder auch einzelne Suchbegriffe daraus in unser Suchfeld eingeben.

Antibiotika machen anfällig für Hautkrebs

Die meisten Menschen glauben, die Sonne sei DER Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs. Kaum jemand zieht in Betracht, dass es da vielleicht noch ganz andere Ursachen geben könnte.

Antibiotika beispielsweise machen die Haut für die Sonneneinstrahlung erst so richtig empfindlich und erhöhen auf diese Weise das Risiko für Hautkrebs ganz beträchtlich.

Die Haut schützt sich

Die menschliche Haut ist der Sonne nicht schutzlos ausgeliefert. Verschiedene körpereigene Schutzmechanismen bewahren sie vor Sonnenbrand, vor den negativen Auswirkungen der UV-Strahlung und damit vor bösartigen Hautkrebsformen.

Das Protein p53 beispielsweise hat unter allen körpereigenen Sonnenschutzmechanismen geradezu eine Schlüsselrolle inne.

Die Krebsschutz-Polizei des Körpers

p53 schützt jedoch nicht nur die Haut vor der Sonne und folglich vor Hautkrebs. p53 gehört zu einer Art Krebsschutz-Polizei, die im ganzen Körper acht gibt, dass es zu keinen krebsartigen Veränderungen kommt.

So kann man in entarteten Zellen – ganz gleich, wo sich diese im Körper befinden – extrem hohe Mengen p53 beobachten, während in gesunden Zellen so gut wie keine p53-Proteine anwesend sind.

Was tut p53 in den entarteten Zellen? Es sorgt dafür, dass die beschädigten DNA-Bereiche wieder repariert werden.

Falls sich herausstellen sollte, dass die Schäden irreparabel sind, veranlasst p53 den Tod der kranken Zelle, um auf diese Weise zu verhindern, dass sich aus ihr ein Tumor entwickelt. p53 ist also eine Art Tumor-Bremse.

Krebs entsteht erst, wenn der körpereigene Krebsschutz blockiert wird

Wenn p53 jedoch in irgendeiner Form blockiert wird, dann vermehren sich die entarteten Zellen und es kommt zur Tumorbildung.

Ferner führen Defekte im p53-Protein zu einer verstärkten Photokarzinogenese – das ist die Entwicklung von Hautkrebs aufgrund von Sonneneinstrahlung.

Antibiotika blockieren den körpereigenen Sonnenschutz

Doch auch p53 ist nicht unsterblich. Es reagiert empfindlich auf Zigarettenrauch, Röntgenstrahlen, Schimmelpilzgifte und Medikamente wie z. B. auf manche Antibiotika oder ganz generell auf Chemotherapien.

Unter dem Einfluss dieser Störfaktoren kommt es zu Defekten im p53-Molekül, das jetzt seine Fähigkeit verliert, die Haut gegen die Sonne und den Körper vor Krebs zu schützen.

Etliche Antibiotika, die bei vielen verschiedenen Beschwerden verschrieben werden, können nicht nur p53 in seiner Aktivität hemmen, sondern auch andere körpereigene Schutzmechanismen gegen die UV-Strahlung.

Zu diesen Antibiotika gehören z. B. jene der Fluorchinolon-Klasse, wie beispielsweise Levofloxacin oder Ciprofloxacin. Die Einsatzgebiete dieser Präparate sind Lungenentzündungen, Harnwegsinfektionen, bakterielle Darminfektionen und viele andere Infekte.

Fluorchinolone sollten eigentlich nur dann verordnet werden, wenn es Erreger zu bekämpfen gilt, die gegen die Standard-Antibiotika bereits Resistenzen entwickelt haben.

Dieser geplante sparsame Einsatz der Fluorchinolone hatte mindestens zwei Gründe: Einerseits sollte dadurch gesichert bleiben, dass im Notfall noch ein wirksames Mittel zur Verfügung steht, andererseits wollte man den Patienten – so lange wie möglich – die ernsthaften Nebenwirkungen dieser Antibiotika-Klasse ersparen.

Hersteller bewerben riskante Antibiotika

Da jedoch die Fluorchinolon-Hersteller alles daran setzten, Fluorchinolone durch intensive Werbung bei den Therapeuten als Antibiotika der Wahl in der ambulanten Praxis zu etablieren, werden sie längst viel häufiger als ursprünglich beabsichtigt eingesetzt.

Das Ergebnis: Weitere Resistenzenentwicklung bei lebensgefährlichen Erregern und Patienten, denen durch die Einnahme starke Nebenwirkungen drohen.

Marktrücknahmen von sechs Antibiotika

Fluorchinolon-Antibiotika sind dafür bekannt, das Herz und die Leber zu schädigen, Sehnenrisse zu begünstigen, Allergien auszulösen und Psychosen zu verursachen, die dem Patienten Selbstmordgelüste bescheren können.

Insbesondere wegen ihrer Schädlichkeit für Herz und Leber wurden in Deutschland bereits sechs (in den USA neun) Fluorchinolon-Antibiotika – meist kurz nach ihrer Zulassung und einige Todesfälle und Lebertransplantationen später – wieder vom Markt genommen (1).

Es lohnt sich, den Beipackzettel zu lesen

In den USA war der Grund für vier Marktrücknahmen die Phototoxizität der Antibiotika, die sich erst dann herausstellte, NACHDEM das Medikament zugelassen war und die Patienten schwere Hautschäden erlitten hatten (3).

Das bedeutet nun aber nicht, dass die noch verbliebenen Fluorchinolone nicht phototoxisch wären.

Es bedeutet lediglich, dass die derzeit zugelassenen Präparate einen Warnhinweis in ihren Beipackzetteln tragen. Dort steht, man solle die Sonne während der Therapie meiden. Wer den Zettel nicht liest und an einem sonnigen Tag fröhlich einen Spaziergang macht, hat Pech gehabt.

Auch Standard-Antibiotika erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut

Folglich wäre die beste Lösung – so könnte man meinen – nach wie vor die Standard-Antibiotika wie Doxycyclin oder Amoxicillin einzusetzen (4), sich an den (wenigstens nicht lebensbedrohlichen) Nebenwirkungen wie Durchfall, Zerstörung der Darmflora, Pilzinfektionen etc. zu „erfreuen“ und Fluorchinolone wirklich nur im Notfall zu verwenden (5).

Gerade Doxycyclin aber – eines der am häufigsten verschriebenen Antibiotika – gehört ebenfalls zu jenen Medikamenten, welche die körpereigenen Schutzmechanismen gegen UV-Strahlung blockieren und damit Hautkrebs begünstigen können.

Antibiotika als Dauertherapie bei Akne?

Doxycyclin wird gerne in der Langzeittherapie von Borreliose oder auch von Akne eingesetzt.

Das heißt, die betreffenden Patienten nehmen dieses Antibiotikum über MONATE hinweg. Bei Akne-Patienten handelt es sich überdies meist um junge Menschen.

Abgesehen davon, dass diese im Allgemeinen Besseres zu tun haben, als den Beipackzettel eines Medikamentes zu studieren, stellt sich die Frage, ob sie sich jetzt tatsächlich über Monate oder gar Jahre hinweg im Haus aufhalten sollten? Oder sich bei schönem Wetter nur noch vermummt ins Freie wagen dürfen?

Immerhin rät beispielsweise die Techniker Krankenkasse auf ihrer Webseite, man solle zur Vorbeugung von phototoxischen Reaktionen durch Medikamente (abgesehen von den üblichen Maßnahmen wie Lesen des Beipackzettels, Sonne zwischen 11 und 15 Uhr meiden, etc.), doch bitteschön UV-undurchlässige Folien an den Fenstern von Haus und Auto anbringen, um schadlos eine Langzeittherapie zu überstehen.

Sonnenphobie bringt Vitamin-D-Mangel

Was ist die Folge einer solchen medikamentös aufgezwungenen Sonnenphobie? Zwar bleiben die Patienten – wenn sie sich an die Ratschläge halten - von akuten Hautschäden durch die unmittelbare Sonneneinstrahlung verschont, leiden aber (bei Langzeittherapien) über kurz oder lang an einem chronischen und bedenklichen Vitamin-D-Mangel.

Vitamin D wird normalerweise unter Sonnenlichteinfluss vom menschlichen Körper selbst hergestellt, während die Ernährung zur Vitamin-D-Versorgung nur einen verschwindend geringen Teil beiträgt. Ein Vitamin-D-Mangel ist also vorprogrammiert, wenn man sich wenig draußen aufhält.

Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel jedoch steht wiederum im Zusammenhang mit einer ganzen Reihe von Krankheiten. Dazu zählen Osteoporose, Diabetes, kardiovaskuläre Krankheiten, Autoimmunerkrankungen, Krebs und viele weitere mehr.

WHO empfiehlt Antibiotika zur Vorbeugung

Eine Antibiotika-Therapie bringt den Patienten also in einen nahezu unlösbaren Konflikt. Einerseits muss er die Sonne meiden, andererseits kann gerade der Mangel an Sonnenlicht ernsthafte Krankheiten auslösen.

Unter diesem Aspekt ist es völlig unverständlich, wie es zur WHO-Empfehlung kommen konnte, Doxycyclin zur Malaria-Prophylaxe einzusetzen (2)

Mit anderen Worten: Die WHO empfiehlt Menschen, die in bestimmte Regionen der Tropen reisen möchten, Doxycyclin vorbeugend gegen Malaria einzunehmen. Zu diesem Zweck solle man eine Tablette täglich nehmen, und zwar beginnend eine Woche bevor man abreist, dann den ganzen Urlaub hinweg und noch weitere vier Wochen, wenn man wieder zu Hause ist.

Leider machte sich die WHO nicht die Mühe zu erklären, wie es während eines Urlaubes in den bekanntlich doch recht sonnigen Tropen möglich sein soll, das Sonnenlicht aufgrund der Doxycyclin-Langzeit-Einnahme zu meiden.

*In Deutschland ist Doxycyclin offiziell für diese Indikation nicht zugelassen.

Antibiotika nehmen - Nebenwirkungen vorbeugen

Sind Antibiotikagaben unumgänglich, so sollte währenddessen eine besonders vitalstoffreiche und basenüberschüssige Ernährungsweise praktiziert werden, um den Organismus wenigstens auf diese Weise positiv zu unterstützen.

Wenn phototoxisch wirksame Antibiotika über einen längeren Zeitraum genommen und daher Aufenthalte in der Sonne gemieden werden, ist es wichtig, an Vitamin D zu denken. Zusätzlich können Probiotika zum Schutz der Darmflora eingenommen werden.

Lesen Sie mehr dazu in unseren Artikeln Darmflora aufbauen - Anleitung und Vitamin D - Die richtige Einnahme.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

Transparenz-Hinweis: Um unser Informationsangebot für Sie kostenfrei zu halten, verwenden wir Affiliate-Links (*). Bei einem Kauf erhalten wir eine kleine Provision - ohne Mehrkosten für Sie. Mehr erfahren

Lesen Sie uns gerne? Legen Sie Zentrum der Gesundheit mit einem Klick als bevorzugte Quelle bei Google fest und erhalten Sie unsere Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen.

War dieser Artikel hilfreich für Sie?

Wir investieren viel Zeit und Sorgfalt in unsere Artikel. Wenn Ihnen unsere Arbeit gefällt, freuen wir uns über eine kurze Bewertung bei Trustpilot.

★★★★★
Jetzt bewerten
Kürzlich gestellte Fragen