Cookies auf der ZDG-Website

Wir verwenden Cookies um Ihnen ein angenehmes Nutzungserlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Zucker
Krebs liebt Zucker (Fructose)

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 27.11.2016
Krebs liebt Zucker (Fructose)
© Carlos Alvarez - iStockphoto.com

Krebszellen ernähren sich bekanntlich gerne von Zucker. Forscher fanden heraus, dass sie sich mit raffiniertem, also industriell hergestelltem Fruchtzucker jedoch viel schneller teilen und ausbreiten können als mit gewöhnlichem Haushaltszucker.

Blitzschnelle Vermehrung von Krebszellen mit Hilfe von Fructose

Wissenschaftler der Universität von Kalifornien, Los Angeles (UCLA) führten vor kurzem eine Untersuchung durch, die enthüllte, dass Krebszellen sogar eine eigene Schnittstelle für raffinierten Zucker besässen.

Die in der Fachzeitschrift Cancer Researchveröffentlichte Studie zeigte ausserdem, dass – entgegen der bisherigen Annahme – nicht alle Zuckerarten für Krebszellen gleich hilfreich seien. Tumorzellen der Bauchspeicheldrüse wurden in Tests mit Fructose und mit Glucose gefüttert.

Das Team um Dr. Anthony Heaney vom Jonsson Cancer Center der UCLA (einer der Autoren der Studie) erklärte:

„Der Fructose-Stoffwechsel und der Glucose-Stoffwechsel in der Krebszelle laufen ziemlich unterschiedlich ab.“

Dabei zeigte sich, dass die Tumorzellen zwar auch mit Glucose gedeihen, aber mit Hilfe von Fructose können sich Krebszellen blitzschnell und auf eine Art und Weise reproduzieren und im menschlichen Körper ausbreiten, wie sie es mit Glucose nicht annähernd schaffen.

Curcuperin

Keine Fructose - Kein Krebswachstum

Längst ist bekannt, dass die Bauchspeicheldrüse hart arbeiten muss, wenn reichlich Glucose im Blut erscheint. Trifft jedoch gemeinsam mit der Glucose auch noch Fructose ein, so muss die Bauchspeicheldrüse gleich nochmals so hart arbeiten.

Vielleicht ist das der Grund dafür, dass gerade Bauchspeicheldrüsenkrebs – eine der tödlichsten Krebsarten – durch Fructosekonsum in einem viel höheren Masse gefördert werden kann als durch den alleinigen Konsum von Glucose.

Krebspatienten – und zwar ganz gleich, von welcher Krebsart sie betroffen sind – sollten daher unbedingt raffinierten Fruchtzucker meiden.

Auf diese Weise wird nicht nur das Krebswachstum gehemmt, auch die Bauchspeicheldrüse sowie die Leber, die bei der Verstoffwechslung der Fructose die Hauptarbeit übernehmen muss, werden geschont.

Billiger Sirup in Getränken und Fertigprodukten besteht bis zu 90 Prozent aus Fructose

Raffinierte bzw. industriell hergestellte Fructose befindet sich hauptsächlich in Getränken (Softdrinks) und Fertiggerichten (Brot, Süssigkeiten, Fertigsossen, Suppen, Konserven und vielen anderen).

Auf dem Zutatenetikett steht oft nur Sirup, womit meistens industriell verarbeiteter Maissirup gemeint ist. Da Fructose eine höhere Süsskraft als Glucose hat, wird in der Lebensmittelindustrie der Glucosegehalt von Sirup enzymatisch reduziert und gleichzeitig der Fructosegehalt auf bis zu 90 Prozent erhöht.

So enthält man sog. HFCS-90 (High Fructose Corn Syrup = fructosereicher Maissirup). Die Folge ist, für dieselbe Süsskraft benötigt man jetzt weniger Sirupmaterial, was der Lebensmittelindustrie natürlich Kosten einsparen hilft.

Das Fernstudium der ganzheitlichen Ernährungsberatung

Zucker ist Zucker?

In den USA gab es bereits grössere Debatten zwischen Politikern, Gesundheitsexperten und Vertretern der Lebensmittelindustrie, wobei es darum ging, ob die Amerikaner durch fructosereichen Maissirup nun dicker und kränker würden oder nicht.

Das eine oder andere zusätzliche Kilo durch Sirup- bzw. Zuckerkonsum ist wirklich kaum der Rede Wert.

Viel gravierender sind – laut der American Heart Association – all die anderen Folgen einer zuckerreichen Ernährungsweise wie Diabetes, Herzkrankheiten, Krebs und Schlaganfall.

Einige Staaten (z. B. New York und Kalifornien) hatten bereits mit einer Steuer auf gesüsste Softdrinks geliebäugelt, um damit die Behandlung von Krankheiten zu finanzieren, die ganz offensichtlich infolge zu hohen Zuckerkonsums entstanden sind.

Die amerikanische Vereinigung der Getränkehersteller (deren Mitglieder u. a. Coca-Cola und Kraft Foods sind) widersetzte sich selbstverständlich der neuen Getränkesteuer-Idee und argumentierte mit dem sinnigen Satz: Zucker ist Zucker.

Lesen Sie zu den Zuckersorten mehr in unserem Zuckerlexikon.

Normaler Haushaltszucker weniger gefährlich als industriell verarbeitete Fructose

Dr. Heaney aber sagte, sein Team fand genau das Gegenteil heraus. Sie fütterten Bauchspeicheldrüsenkrebszellen im Labor mit Glucose und mit Fructose. Die Krebszellen assen beide Zuckerarten, doch nur mit Fruchtzucker konnten sie sich vermehren und ausbreiten.

Im Hinblick auf das Tumorwachstum besteht also ein ziemlicher Unterschied zwischen fructosereichem Maissirup und raffiniertem Haushaltszucker aus Zuckerrohr. Zucker ist eben nicht gleich Zucker.

Die Forscher hoffen nun, dass man auf bundesstaatlicher Ebene Massnahmen ergreifen möge, die zu einer Reduktion des Maissirup-Gehaltes in Fertigprodukten und Getränken führen könnten. Gleichzeitig empfehlen sie den Verbrauchern, fructosereichen Maissirup und sämtliche damit gesüssten Speisen möglichst aus ihrer Lebensmittelliste zu streichen.

Mittlerweile gibt es genügend gesunde bzw. weniger riskante Süssungsmittel, so dass eine Abkehr von sirupgesüssten Speisen nicht den geringsten Verzicht bedeuten würde. Anregungen zu gesunden Softdrinkalternativen finden Sie im Text Frühgeburten durch Diät-Softdrinks?

Lesen Sie auch: Welcher Zucker ist gesund?

Ihre Ausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

Gesunde Ernährung ist Ihre Leidenschaft? Sie lieben die basenüberschüssige, naturbelassene Ernährung? Sie möchten gerne die Zusammenhänge zwischen unserer Nahrung und unserer Gesundheit aus ganzheitlicher Sicht verstehen? Sie wünschen sich nichts mehr als all Ihr Wissen rund um Gesundheit und Ernährung zu Ihrem Beruf zu machen?

Die Akademie der Naturheilkunde bildet Menschen wie Sie in 12 bis 18 Monaten zum Fachberater für holistische Gesundheit aus. Wenn Sie mehr über das Fernstudium an der Akademie der Naturheilkunde wissen möchten, dann erfahren Sie hier alle Details sowie Feedbacks von aktuellen und ehemaligen TeilnehmerInnen.

Mehr zu diesem Artikel

Schlagwörter

Teilen Sie diesen Artikel

Leserkommentare

Alle 6 Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar

Um einen Kommentar abzugeben müssen Sie angemeldet sein.

Anmelden Registrieren

Zuletzt kommentiert

Anonym schrieb am 26.08.2017

Hallo, in den ersten Zeilen steht: "Forscher fanden heraus, dass sie sich mit raffiniertem, also industriell hergestelltem Fruchtzucker jedoch viel schneller teilen und ausbreiten können als mit gewöhnlichem Haushaltszucker." Was ist Bitte der Unterschied zwischen Haushaltszucker und raffiniertem ?? Der Haushaltszucker ist auch raffiniert. Welchen Zucker sollte man nun meiden bzw. verzehren. Mir wird das aus diesem Artikel nicht klar. Mit freundlichem Gruß

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Der Begriff "raffinierter Zucker" kann sich auf unterschiedliche Zuckerarten beziehen. Haushaltszucker ist ein raffinierter Zucker, nämlich die reine isolierte Saccharose, ein Zweifachzucker aus Fructose und Glucose, wobei die beiden Zuckermoleküle fest miteinander verbunden sind.

Auch die reine Fructose (Fruchtzucker) - ein Einfachzucker - kann raffiniert vorliegen, und um diese geht es im Artikel.

Genauso wie es die reine Fructose gibt, so gibt es auch die reine, also raffinierte Glucose (Traubenzucker), ebenfalls ein Einfachzucker.

Raffinierte Zuckerformen gehören prinzipiell nicht in eine gesunde Ernährung. Sie finden hier eine Vorstellung empfehlenswerter Süssungsmittel, die natürlich auch nur in gemässigten Mengen verwendet werden sollten.

Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

Alle 6 Kommentare anzeigen

Quellen