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Ernährung
Anthocyane schützen vor Krebs

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 02.11.2017
Anthocyane schützen vor Krebs
© Floydine - Fotolia.com

Anthocyane sind sekundäre Pflanzenstoffe, sog. Bioflavonoide, die in blauen, violetten, roten oder blauschwarzen Gemüsearten und Früchten vorkommen. Sie gehören zu den kraftvollsten Antioxidantien der Natur und schützen unsere Zellen vor Alterung und Entartung. Halten Sie beim Einkauf die Augen also offen nach blauen und roten Früchten und Gemüsen.

Anthocyane in Beeren und Rotkohl

Pflanzen sind meist den ganzen Tag direktem Sonnenlicht und ultravioletten Strahlen ausgesetzt. Um ihre Früchte gegen die Dauerbesonnung zu schützen, bildeten manche Pflanzen spezielle Stoffe, sog. Polyphenole.

Die blauen und roten Anthocyane sind eine Untergruppe dieser Polyphenole. Sie haben besonders stark schützende Eigenschaften und können zellschädigende freie Radikale beseitigen. Sie befinden sich zum Beispiel in der Schale von Auberginen, in vielen Beeren (Acai-Beere, Aroniabeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Gojibeeren, Himbeeren, schwarze Johannisbeeren, etc.), Trauben, Kirschen, auch in Blutorangen, roten Zwiebeln oder im Rotkohl.

Anthocyane: Natürlicher Sonnenschutzfaktor für Pflanzen

Anthocyane erhielten ihren Namen aufgrund ihrer dunkelblauen oder violetten Farbe. Kyanos ist das griechische Wort für dunkelblau. Diese Farbe wird auf der Zellebene durch ganz besondere Doppelbindungs-Strukturen hergestellt. Auf diese Weise können die anthocyanreichen Pflanzen in direktem Sonnenlicht gedeihen.

Anthocyane sind also der natürliche Sonnenschutzfaktor für Pflanzen. Sie können blau-grünes Licht und UV-Licht absorbieren. Abgesehen von der antioxidativen Fähigkeit der Anthocyane reduziert dieser Prozess der sog. Photoinhibition den Stress für die Pflanze ganz enorm.

Anthocyane schützen Gene

Wissenschaftler haben über 600 Formen von Anthocyanen gefunden, die natürlicherweise in unserem Ökosystem vorkommen. Die am meisten verbreitete Form ist das Anthocyan namens Cyanidin-3-Glucosid (C3G).

Studien an Menschen und Tieren haben ergeben, dass C3G einen direkten Einfluss auf die Genexpression hat. Das bedeutet, dass C3G jene Gene aktiviert, die dem jeweiligen Körper mehr Schutz bieten und gleichzeitig solche Gene blockiert, die Schaden anrichten können.

Astaxanthin

Chronische Entzündungen als Vorhut zu Krebs?

Viele Menschen leiden aus den folgenden Gründen an chronischen Entzündungen:

Wenn diese Faktoren vorhanden sind, sorgen sog. pro-inflammatorische Zytokine (Botenstoffe, die die Zellen des Immunsystems koordinieren) für eine Änderung in der Genexpression und auf diese Weise für die Entstehung von Entzündungen und deren Ausbreitung.

Anthocyane beschleunigen Krebszellen-Tod

In Gegenwart einer Entzündung erzeugen bestimmte Zellen Onkogene. Dabei handelt es sich um Gene, welche die Reproduktion von Krebszellen veranlassen.

Je schneller die Bildung von Onkogenen voran schreitet, desto schneller kann der Krebs wachsen. Die körpereigene natürliche Abwehr gegen Krebs ist der "programmierte Zelltod" (Apoptose).

Anthocyane können nun nicht nur jene entzündlichen Prozesse mildern, in deren Verlauf Onkogene gebildet werden, sondern gleichzeitig die Apoptose von Krebszellen aktivieren.

Anthocyane mildern Krebs

Krebszellen befinden sich typischerweise in einem so genannten "undifferenzierten" Zustand, wenn sie gebildet werden. Sie erfüllen also keine bestimmte Funktion bzw. haben keine spezifischen Eigenschaften inne wie beispielsweise eine gesunde Leber- oder Hautzelle.

In Studien wurde nun gezeigt, dass das Anthocyan Cyanidin-3-Glucosid (C3G) eine normale Differenzierung gewisser Krebszellen herbeiführt, wie zum Beispiel bei Melanomzellen (Hautkrebszellen). Differenzierte Krebszellen jedoch sind weitaus weniger gefährlich als undifferenzierte Krebszellen, so dass Anthocyane ganz offenbar die Schwere einer Krebserkrankung reduzieren können.

Essen Sie Anthocyane!

Anthocyane sind in vielen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Besonders hohe Mengen an Anthocyanen jedoch finden sich in den weiter oben genannten roten, blauen und violetten Früchten und Gemüsearten. Nachfolgend stellen wir Ihnen einige Möglichkeiten vor, wie Sie Ihre Ernährung ganz einfach mit Anthocyanen anreichern können:

  • Machen Sie sich jeden Tag einen Shake aus Mandelmilch mit Beeren, die reich an Anthocyanen sind, wie zum Beispiel Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Acai-Beeren, Aroniabeeren, Goji-Beeren, reifen Holunderbeeren (nicht täglich) oder auch mit Kirschen. Zwei leckere Grundrezepte für Mandelmilch - in die Sie ganz nach Belieben anthocyanreiche Beeren mixen können - finden Sie hier
  • Essen Sie regelmäßig Rotkohl: Rotkohl-Salat, Rotkohl gedünstet, Rotkohl selbst gepresst als Saft (schmeckt köstlich, wenn Sie den Rotkohl gemeinsam mit Äpfeln und etwas Ingwer pressen) oder Rotkohl milchsauer fermentiert (wie Sauerkraut).
  • Falls Ihr Gemüsehändler damit dienen kann, wählen Sie statt weißen Blumenkohl die violette Variante, nehmen Sie violetten statt gelben Mais und essen Sie die Schale von jungen violettfarbenen Bio-Auberginen mit.
  • Dekorieren Sie Ihre Mahlzeiten mit essbaren anthocyanreichen Blüten wie z. B. Stiefmütterchenblüten, Malvenblüten, Schnittlauchblüten, Storchschnabelblüten etc.
  • Notfalls nehmen Sie ein Nahrungsergänzungsmittel aus Beerenextrakten ein, z. B. BIO Acai-Beeren-Pulver. Die Acai-Beere ist der Spitzenreiter in Sachen Anthocyane. Kaum eine andere Frucht oder Gemüseart enthält auch nur annähernd so viele Anthocyane wie die Acai-Beere. Sie liefert bis zu 30mal mehr Anthocyane als beispielsweise blaue Trauben.

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Zuletzt kommentiert

Elke schrieb am 16.09.2017

Liebes Team, in obigem Beitrag sprechen Sie darüber, dass Anthocyane zu den kraftvollsten Antioxidantien der Natur gehören. In Ihrem Bericht über Astaxanthin schreiben Sie: Astaxanthin das Super-Antioxidans und stärkste Antioxidans der Welt. Was ist nun besser und stärker für den Körper? In obigem Beitrag führen Sie unter anderem aus, dass die Acai-Beere der Spitzenreiter in Sachen Anthocyane ist. Kaum eine andere Frucht oder Gemüseart enthält auch nur annähernd so viele Anthocyane wie die Acai-Beere. Im Bericht "Aroniabeeren - DIE Gesundheitsbeeren" wird als separater Punkt aufgelistet, dass "Kein Lebensmittel enthält mehr Anthocyane als die Aroniabeere". Was ist nun richtig? Elke

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo Elke

Sie haben Recht, dass es nicht sinnvoll ist, Superlative zu verwenden, was wir in den entsprechenden Artikeln auch ändern werden. Denn wie auch bei den Vitaminen und Mineralstoffen der Fall, schwanken die Werte stets, so dass man nie sagen kann, dass dieses oder jenes Lebensmittel hier oder da der Spitzenreiter ist. Auch sind natürlich noch nicht von allen Lebensmitteln dieser Erde die Antioxidantiengehalte bestimmt worden. Wenn also heute ein Lebensmittel als Lebensmittel mit den meisten Antioxidantien dieser oder jener Art gelobt wird, dann kann es morgen schon wieder anders sein, weil man nun die Antioxidantiengehalte eines anderen Lebensmittels bestimmt hat. Wichtig ist auch nicht, welches Lebensmittel nun am meisten eines bestimmten Stoffes enthält. Wichtig ist, dass man seine Ernährung abwechslungsreich aus vielen verschiedenen antioxidantienreichen Lebensmitteln gestaltet.

Viele Grüsse

Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

Quellen

  • Zhao C et al., "Effects of commercial anthocyanin-rich extracts on colonic cancer and nontumorigenic colonic cell growth." J Agric Food Chem. 2004 Oct 6;52(20):6122-8. (Auswirkungen von handelsüblichenAnthocyan-reichen ExtraktenaufDickdarmkrebsund nicht-tumor-induziertesDarmzellwachstum.) (Studie als PDF)
  • Jing P et al., "Structure-function relationships of anthocyanins from various anthocyanin-rich extracts on the inhibition of colon cancer cell growth." J Agric Food Chem. 2008 Oct 22;56(20):9391-8. (Struktur-Funktions-Beziehungen von Anthocyaninenaus verschiedenenAnthocyan-reichen Extraktenauf die Hemmungvon Dickdarm-Krebszellwachstum.) (Studie als PDF)
  • Johnson JL et al., "Effect of black raspberry ( Rubus occidentalis L.) extract variation conditioned by cultivar, production site, and fruit maturity stage on colon cancer cell proliferation." J Agric Food Chem. 2011 Mar 9;59(5):1638-45. (Wirkung des Extrakts der schwarzen Himbeere(Rubus occidentalis L.) auf die Darmkrebs-Zellproliferation; Variationen der Sorte, des Produktionsstandortes und der Fruchtreife.) (Studie als PDF)
  • Lala G et al., "Anthocyanin-rich extracts inhibit multiple biomarkers of colon cancer in rats." Nutr Cancer. 2006;54(1):84-93. (Anthocyan-reiche ExtraktehemmenmehrereBiomarker fürDarmkrebsbei Ratten.) (Studie als PDF)
  • Miko Enomoto T et al., "Combination glutathione and anthocyanins as an alternative for skin care during external-beam radiation." Am J Surg. 2005 May;189(5):627-30; discussion 630-1. (Eine Kombinationaus Glutathionund Anthocyanenals Alternativezur Hautpflegebei externerStrahlentherapie.) (Studie als PDF)
  • Thoppil RJ et al., "Black currant anthocyanins abrogate oxidative stress through Nrf2- mediated antioxidant mechanisms in a rat model of hepatocellular carcinoma." Curr Cancer Drug Targets. 2012 Nov 1;12(9):1244-57. (Schwarze JohannisbeereAnthocyanehebenoxidativen StressdurchNrf2-vermittelte antioxidativeMechanismenin einem Rattenmodelldes hepatozellulären Karzinoms auf.) (Studie als PDF)
  • Liu W et al., "Cytosolic protection against ultraviolet induced DNA damage by blueberry anthocyanins and anthocyanidins in hepatocarcinoma HepG2 cells." Biotechnol Lett. 2013 Apr;35(4):491-8. (ZytosolischerSchutzgegen UV-induzierte DNA-Schäden durch Heidelbeer-Anthocyane undAnthocyanidineinHepatokarzinomHepG2-Zellen.) (Studie als PDF)
  • Svobodová A et al., "Bilberry extract reduces UVA-induced oxidative stress in HaCaT keratinocytes: a pilot study." Biofactors. 2008;33(4):249-66. (HeidelbeerextraktreduziertUVA-induzierten oxidativen Stress inHaCaTKeratinozyten: eine Pilotstudie.) (Studie als PDF)
  • Steyn WJ et al., "Evidence for a photoprotective function of low-temperature-induced anthocyanin accumulation in apple and pear peel." Physiol Plant. 2009 Aug;136(4):461-72. (Belege für eineLichtschutzfunktionvon Niedrigtemperatur-induzierter Anhäufung von Anthocyanenin Äpfel- und Birnenschälen.) (Studie als PDF)
  • Afaq F et al., "Protective effect of pomegranate-derived products on UVB-mediated damage in human reconstituted skin." Exp Dermatol. 2009 Jun;18(6):553-61. (Schutzwirkung vonGranatapfel-abgeleiteten Produkten aufUVB-vermittelte Schäden in rekonstituierter menschlicherHaut.) (Studie als PDF)