Darmflora

Aufbau der Darmflora – Die Anleitung

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 10.10.2018
  • 12 Kommentare
Aufbau der Darmflora – Die Anleitung
© istockphoto.com/Wavebreakmedia

Je gesünder die Darmflora, umso geringer die Gefahr für chronische, aber auch akute Krankheiten. Der Aufbau einer gesunden Darmflora ist in der Naturheilkunde daher eine wichtige Komponente einer jeden Therapie und gehört überdies zu den effektivsten präventiven Massnahmen, die man kennt. Besonders nach der Einnahme von Antibiotika sollte umgehend die Darmflora wieder aufgebaut werden. Wie geht man dabei vor? Mit welchen Mitteln kann man die Darmflora aufbauen? Und wie lange dauert es? Diese und viele weitere Fragen klären wir in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Darmflora?

Der Begriff Darmflora umschreibt die Gesamtheit aller Mikroorganismen im Darm des Menschen. Dazu zählen nicht nur die nützlichen Darmbakterien, sondern auch die im Darm ansässigen schädlichen Bakterien und Pilze. Diese Mikroorganismen besiedeln im Grunde den gesamten Verdauungskanal - von der Mundhöhle bis zum Enddarm. Als Darmflora bezeichnet man jedoch ausschliesslich die Mikroorganismengemeinschaft des Dünn- und Dickdarmes.

Je nachdem, ob die nützlichen Darmbakterien überwiegen oder aber die schädlichen, spricht man von einer gesunden und ausgewogenen Darmflora oder aber von einer gestörten Darmflora, auch Dysbiose oder Dysbakterie genannt.

Warum sollte man seine Darmflora aufbauen?

Es gibt inzwischen kaum eine chronische Krankheit – Allergien und Autoimmunerkrankungen eingeschlossen – die man nicht mit einer kranken Darmflora in Verbindung bringen würde. Selbst psychische Beschwerden entwickeln sich offenbar besonders gut, wenn die Darmflora gestört ist. Menschen mit Arthritis haben eine andere Darmflora – so weiss man – als gesunde Menschen.

Wie es überhaupt erst zu einer kranken Darmflora kommen kann – man nennt diesen Zustand Dysbakterie oder Dysbiose – und wie Sie Tag für Tag meist unbewusst selbst zu einer kranken Darmflora beitragen, haben wir in diesem Artikel beschrieben: Die Dysbakterie

Nachfolgend eine kleine Auswahl wissenschaftlicher Studien, die belegen, dass eine kranke Darmflora zu den unterschiedlichsten Erkrankungen führen kann oder auch dass die Gabe von Probiotika bei der Linderung von Krankheiten helfen kann:

Bei diesem immensen Einfluss der Darmflora auf die Gesundheit ist es kein Wunder, dass sich viele Menschen fragen, wie man denn nun am besten seine Darmflora aufbauen kann. Nachfolgend möchten wir daher eine der besten und einfachsten Möglichkeiten zum Aufbau der Darmflora vorstellen.

Wie wirken Probiotika?

Da wir über die Wirkmechanismen der Probiotika schon sehr viel hier und in den oben aufgeführten Links erklärt haben, beschränken wir uns an dieser Stelle ausschliesslich auf die praktische Umsetzung des Darmflora-Aufbaus. Falls Sie Hintergrundinformationen benötigen, besuchen Sie bitte die obigen Links.

Welche Mittel braucht man, um die Darmflora aufzubauen?

Zum Aufbau der Darmflora sind probiotische Bakterienstämme erforderlich. Diese gibt es

  • in Flüssigform (z. B. Combi Flora Fluid, Hulup, Vita Biosa, Casasana etc.) und
  • in Kapselform (z. B. Produkte aus der Combi Flora-Serie).

Man kann sich nun für eines von beiden entscheiden oder aber beide miteinander kombinieren. Wählt man letzteres, dann können sich flüssige und pulverförmige Probiotika ergänzen und in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken.

Das flüssige Probiotikum bereitet den Darm vor und schafft dort ein angenehmes Milieu, damit sich die probiotischen Bakterienstämme aus dem Kapselprobiotikum im Darm auch wohlfühlen, sich dort ansiedeln und positiv auf den Darm einwirken können. Natürlich enthalten auch flüssige Probiotika nützliche Bakterienstämme, nur eben nicht in so grosser Zahl und Konzentration, wie dies bei Kapseln der Fall ist.

Wie lange dauert der Aufbau der Darmflora?

Für den Aufbau der Darmflora kann es keine Zeitangabe geben, da jeder Mensch und jede Darmflora in einem anderen Zustand ist und der Aufbau einer gesunden Darmflora diesem individuellen Zustand entsprechend ganz unterschiedlich lange dauern kann.

Normalerweise geht man davon aus, dass es für präventive Zwecke ausreicht, 4 Wochen lang ein Probiotikum zu nehmen und eine solche Kur zweimal jährlich durchzuführen.

Bei chronischen Erkrankungen kann man die 4-Wochen-Kur auf 3 Monate verlängern und nach einem halben Jahr wiederholen.

Allerdings sollte man sich nicht ausschliesslich an der Dauer dieser Kuren orientieren. Wenn Sie beispielsweise merken, dass innerhalb von 4 Wochen Ihre Beschwerden langsam nachlassen, aber noch immer nicht ganz beseitigt sind, dann können Sie einfach so lange Probiotika einnehmen, wie diese Ihnen gut tun.

Wenn Sie die 3-Monats-Kur zu Hause haben, es Ihnen aber bereits nach 6 Wochen sehr gut geht, können Sie die Probiotika langsam ausschleichen und müssen diese nicht zwingend 3 Monate lang einnehmen.

Wie kann man die Darmflora in 4 Wochen aufbauen? Die Anleitung

Wenn Sie nun die beiden probiotischen Präparate aus der 4-Wochen-Kur zu Hause haben, kann es losgehen. Achten Sie bitte immer auf die Anwendungsempfehlung des Herstellers beim von Ihnen gewählten Produkt. Unsere nachfolgende Anleitung bezieht sich auf die Combi-Flora-Produkte:

1. Woche, 1. bis 3. Tag

Combi Flora Fluid: 1 x täglich 15 ml morgens, eine halbe Stunde vor dem Frühstück mit einem Glas Wasser.

1. Woche, ab 4. Tag

Combi Flora Fluid: 1 x täglich 15 ml morgens, eine halbe Stunde vor dem Frühstück mit einem Glas Wasser.

Combi Flora: 2 x täglich 1 Kapsel – und zwar mittags und abends zu den Mahlzeiten oder bis zu 30 Minuten davor.

2. Woche

Combi Flora Fluid: 2 x täglich jeweils 15 ml, morgens und abends, eine halbe Stunde vor dem Frühstück bzw. Abendessen mit einem Glas Wasser. Am 5. Tag der zweiten Woche wird das Flüssigprobiotikum aufgebraucht sein.

Combi Flora: 2 x täglich 1 Kapsel – und zwar mittags und abends zu den Mahlzeiten oder bis zu 30 Minuten davor.

3. Woche

Combi Flora: 2 x täglich 1 Kapsel – und zwar mittags und abends zu den Mahlzeiten oder bis zu 30 Minuten davor.

4. Woche

Combi Flora: 3 x täglich 1 Kapsel – und zwar morgens, mittags und abends zu den Mahlzeiten oder bis zu 30 Minuten davor.


Wie kann man die Darmflora in 3 Monaten aufbauen? Die Anleitung

Wenn Sie sich für eine dreimonatige Kur zum Aufbau der Darmflora entschieden haben, können Sie wie folgt vorgehen:

1. Woche

Combi Flora Fluid: 1 x täglich 15 ml morgens, eine halbe Stunde vor dem Frühstück mit einem Glas Wasser

2. und 3. Woche

Combi Flora Fluid: 2 x täglich jeweils 15 ml, morgens und abends, eine halbe Stunde vor dem Frühstück bzw. Abendessen mit einem Glas Wasser. Am Ende der 3. Woche wird das Flüssigprobiotikum aufgebraucht sein.

Combi Flora: 2 x täglich 1 Kapsel – und zwar mittags und abends zu den Mahlzeiten oder bis zu 30 Minuten davor.

4. bis 8. Woche

Combi Flora: 2 x täglich 1 Kapsel – und zwar mittags und abends zu den Mahlzeiten oder bis zu 30 Minuten davor.

9. bis 12. Woche

Combi Flora: 3 x täglich 1 Kapsel – und zwar morgens, mittags und abends zu den Mahlzeiten oder bis zu 30 Minuten davor.


Darmflora-Aufbau mit Mumijo kombinieren

Mumijo ist ein altes Naturheilmittel aus dem zentralasiatischen Raum. Es hat entzündungshemmende, antioxidative sowie schleimhautheilende Wirkung und eignet sich daher sehr gut als Begleitmassnahme zur Darmsanierung. Details zu den Heilwirkungen des Mumijo lesen Sie hier: Mumijo – Das schwarze Gold der Berge

Mumijo nimmt man täglich, sobald das Flüssigprobiotikum aufgebraucht ist – morgens und abends 30 Minuten vor den Mahlzeiten. In diesem Fall wird das Kapselprobiotikum zu den Mahlzeiten genommen, also nicht zeitgleich mit Mumijo.

Wann sollte man Probiotika nehmen?

In einer Studie aus 2011 hat man untersucht, wann der beste Einnahme-Zeitpunkt für Probiotika ist. Es zeigte sich, dass die meisten probiotischen Stämme das saure Milieu und die Verdauungsaktivitäten im Magen überleben, wenn sie entweder kurz vor den Mahlzeiten (bis zu 30 Minuten davor) oder direkt zu den Mahlzeiten genommen werden.

Am wenigsten probiotische Bakterien trafen hingegen im Darm ein, wenn sie eine halbe Stunde nach den Mahlzeiten genommen wurden.

Wichtig ist überdies, dass die Mahlzeiten ein wenig Fett enthalten. 1 Prozent Fett genügte in beschriebener Studie vollauf. Das bedeutet jedoch auch, dass z. B. die Einnahme ausserhalb der Mahlzeiten nur mit Saft oder Wasser ungünstig ist.

Welche Nebenwirkungen können sich beim Aufbau der Darmflora zeigen?

Während des Aufbaus der Darmflora achten Sie bitte immer auf Ihren Körper und wie er auf die Einnahme der probiotischen Bakterienstämme reagiert.

Sollten sich Symptome zeigen, wie z. B. Blähungen, Unwohlsein, Verstopfung oder dünner Stuhl, warten Sie zwei bis drei Tage ab. Bessern sich die Symptome nicht, reduzieren Sie die Dosis so weit, bis Sie sich wieder wohl fühlen.

Bleiben Sie bei der gefundenen Wohlfühldosis zwei bis drei Tage und beginnen Sie dann, die Dosis wieder langsam zu steigern. Sobald sich wieder Symptome zeigen, gehen Sie auf die vorige Dosis zurück und bleiben dort bis zum Ende der Kur.

Mögliche Nebenwirkungen von Probiotika und was man dagegen tun kann, haben wir hier beschrieben.

Wie sollte man sich während des Darmflora-Aufbaus ernähren?

Die Ernährung während der Darmflora-Aufbau-Kur sollte idealerweise eine basenüberschüssige Ernährung sein. Doch kann der Darmflora-Aufbau auch bei jeder anderen Ernährungsweise erfolgreich durchgeführt werden. Sie sollte lediglich frei von industriell verarbeitetem Zucker und Auszugsmehlen sein und natürlich frei von Produkten, die Zucker oder Auszugsmehle in irgendeiner Form enthalten.

Eine übermässige Fettzufuhr sollte möglichst vermieden werden.

Sie können auch die im folgenden Link beschriebenen Lebensmittel in Ihren Speiseplan integrieren. Sie werden Ihrem Verdauungssystem ausserordentlich gut tun: Die besten Lebensmittel für die Verdauung

Wie immer besprechen Sie die genannten Massnahmen mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker, ganz besonders dann, wenn Sie an chronischen Krankheiten leiden und bereits Medikamente einnehmen. Warum?

Die Kur zum Aufbau der Darmflora kann Ihre Beschwerden bessern, so dass z. B. Blutdruck, Cholesterin etc. engmaschiger kontrolliert werden sollten. Denn bei einer Besserung könnten Sie dann natürlich auch die bisherige Medikamentendosis reduzieren.

Für weitere Quellen suchen Sie bitte die im obigen Text verlinkten weiterführenden Artikel auf.

Anzeige:

Ihre Ausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

Gesunde Ernährung ist Ihre Leidenschaft? Sie lieben die basenüberschüssige, naturbelassene Ernährung? Sie möchten gerne die Zusammenhänge zwischen unserer Nahrung und unserer Gesundheit aus ganzheitlicher Sicht verstehen? Sie wünschen sich nichts mehr als all Ihr Wissen rund um Gesundheit und Ernährung zu Ihrem Beruf zu machen?

Die Akademie der Naturheilkunde bildet Menschen wie Sie in 12 bis 18 Monaten zum Fachberater für holistische Gesundheit aus. Wenn Sie mehr über das Fernstudium an der Akademie der Naturheilkunde wissen möchten, dann erfahren Sie hier alle Details sowie Feedbacks von aktuellen und ehemaligen TeilnehmerInnen.

Mehr zu diesem Artikel

Teilen Sie diesen Artikel

Leserkommentare

Liebe Leserinnen und liebe Leser

Wir freuen uns immer sehr über Ihre Kommentare. Bitte schreiben Sie uns sonntags und montags. Beachten Sie dabei bitte, dass in Ihren Kommentaren keine Markennamen und auch keine Fremdlinks genannt werden dürfen bzw. falls doch, dass diese von uns vor Veröffentlichung des Kommentars entfernt werden.

Lieben Dank für Ihr Verständnis und bis bald,
Ihr Team vom Zentrum der Gesundheit

Zuletzt kommentiert

anonym schrieb am 08.10.2018

Liebes ZdG-Team,

bei der Anleitung zum Aufbau der Darmflora mittels der light-Kur wird die Einnahme der Flüssigkeit für morgens und die Einnahme der Kapseln für mittags und abends empfohlen. Ich esse jedoch in der Regel nur morgens und am Mittag/Nachmittag richtig (also 2 mal täglich). Soll ich dann eine Kapsel schon zum Frühstück einnehmen oder lieber abends ohne Mahlzeit?

Gesunde Grüße

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Nehmen Sie Probiotika besser nicht ohne Mahlzeit, da dann der ph-Wert im Magen sehr tief also sauer ist, so dass u. U. nur sehr wenige Darmbakterien die Magenpassagezeit überstehen. Die Einnahme zum Frühstück ist daher sinnvoller, auch wenn Sie bereits vor dem Frühstück das Flüssigpräparat genommen haben.

Alles Gute!

Ihr ZDG-Team

Alle 12 Kommentare anzeigen

Quellen