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Bei Morbus Crohn vegetarisch essen

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 30.10.2018
  • 7 Kommentare
Bei Morbus Crohn vegetarisch essen
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Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, die zu den Autoimmunerkrankungen zählt. Die Krankheit verläuft in Schüben. Heilung soll es keine geben. Mit Medikamenten versucht die Schulmedizin die beschwerdefreie Zeit zwischen den Schüben zu verlängern. Forscher zeigten nun aber in den letzten Jahren, dass eine vegetarische oder zumindest pflanzenbasierte Ernährung die Entzündung bei Morbus Crohn lindern und die beschwerdefreie Zeit massiv verlängern kann.

Inhaltsverzeichnis

Nicht nur bei Morbus Crohn: Vegetarische Ernährung lindert die Entzündung

Die chronisch entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn wird zu den Autoimmunerkrankungen gezählt, bei der das eigene Immunsystem den Darm angreift. Doch auch wenn es immer heisst, dass Heilung bei Autoimmunerkrankungen nahezu ausgeschlossen sei und man allenfalls mit Medikamenten versuchen könne, die Phasen zwischen den Schüben zu verlängern, gibt es doch etliche Faktoren in der Ernährungs- und Lebensweise, die Autoimmunerkrankungen und so auch Morbus Crohn stark beeinflussen können.

Das üblicherweise – oft in hohen Dosen – verordnete Cortison bringt häufig schnelle Linderung, aber (je nach Dauer und Häufigkeit der Einnahme) auch ernste Nebenwirkungen. Genauso belastend ist die Einnahme von Immunsuppressiva (das Immunsystem unterdrückenden Medikamenten), ganz zu schweigen von Operationen, bei denen Teile des Darms entfernt werden. Ideal ist es somit, möglichst viele alternative Massnahmen anzuwenden, die den Morbus Crohn positiv beeinflussen können – und zwar nebenwirkungsfrei.

Da die Krankheit mit starken entzündlichen Prozessen einhergeht, ist es naheliegend, zunächst die Ernährung so zu gestalten, dass diese nicht noch zusätzlich entzündungsfördernde Eigenschaften mit sich bringt, sondern im besten Falle entzündungshemmend wirkt. Die vegetarische Ernährung ist eine solche Ernährungsweise.

Vegetarische Ernährung wirkt entzündungshemmend

Forscher vom Max-Rubner-Institut der Universität Karlsruhe berichteten im Jahr 2008 von den antientzündlichen Wirkungen pflanzlicher Lebensmittel und ihrer Inhaltsstoffe. Sie schrieben im International Journal for Vitamin and Nutrition Research:

Chronische Entzündungen gehen mit vielen chronischen Krankheiten einher, u. a. mit Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Auch bei Übergewicht liegen stets erhöhte Entzündungsmarker vor, denn man weiss, dass Fettgewebe – besonders jenes im Bauchraum – Entzündungsfaktoren produziert. Unter anderem deshalb gilt Übergewicht auch als Risikofaktor für viele chronische Krankheiten, die allesamt von chronischen Entzündungen begleitet werden.

Auch die Ernährung – so die Karlsruher Forscher – beeinflusse laut epidemiologischer Daten Entzündungsprozesse im Körper. So weiss man beispielsweise, dass Entzündungen umso seltener auftreten, je mehr Obst, Gemüse und Vollkornprodukte eine Person zu sich nimmt. Auch Interventionsstudien lassen schliessen, dass pflanzlichen Lebensmitteln ein entzündungshemmendes Potential innewohnt.

Besonders die sekundären Pflanzenstoffe, wie z. B. Carotinoide und Flavonoide scheinen entzündliche und immunologische Prozesse deutlich beruhigen zu können.

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Wer vegetarisch isst, hat niedrigere Entzündungsmarker

In Dr. Michael Gregers Video wird eine aus dem Jahr 2010 stammende Liste mit Fall-Kontroll-Studien aufgeführt, die zeigen, wie gut eine pflanzliche Ernährung Entzündungen hemmen kann.

Schon 1999 ergab beispielsweise eine dieser Studien, dass eine vegetarische Ernährung bei rheumatoider Arthritis – einer entzündlichen Gelenkerkrankung – zu deutlich besseren Ergebnissen führte als eine omnivore Ernährung.

Die Patienten hatten in dieser Studie erst einmal 7 bis 10 Tage lang gefastet, dann 3,5 Monate lang vegan und glutenfrei gelebt, bevor sie 9 Monate lang lactovegetarisch assen. Eine Kontrollgruppe ass weiterhin ganz normal. Die Vegetarier erlebten eine viel stärkere Verbesserung der Krankheit als die Allesesser, da bei ihnen die Entzündung deutlich zurückgegangen war.

Im Jahr 2007 untersuchte man ebenfalls die Blutwerte von Vegetariern und Allesessern. Auch hier hatten die Vegetarier deutlich niedrigere Entzündungsmarker (und auch niedrigere Harnsäurewerte) im Blut als die Allesesser.

Und drei Jahre später zeigten Forscher in einer Studie (veröffentlicht im American Journal of Cardiology) an 47 Personen, dass die vegan essenden Teilnehmer signifikant niedrigere CRP-Werte (ein Entzündungsmarker) hatten als die „Allesesser“.

Vegetarische Ernährung bei Morbus Crohn

Morbus Crohn nun aber ist zwar eine stark entzündliche Erkrankung, doch wird selten eine bestimmte Ernährungsweise empfohlen. Während eines Schubs heisst die Devise: Schonkost und nur das zu essen, was der einzelne erfahrungsgemäss gut vertragen kann.

Ausserhalb der Schübe wäre es nun sinnvoll, sich so zu ernähren, damit die Schübe immer seltener werden, die Abstände zwischen den Schüben also immer länger werden. Natürlich meidet man auch jene Lebensmittel oder Verhaltensweisen, die – nach den eigenen Erfahrungen – in der Vergangenheit schon zu Schüben geführt haben.

Dr. Michael Greger erklärt im oben genannten Video, dass sich in wissenschaftlichen Studien besonders eine pflanzenbasierte Ernährung als hilfreich bei Morbus Crohn erwiesen hat, während sich der Verzehr von viel tierischem Protein als schädlich für den Darm gezeigt hat.

Tierisches Protein: schlecht für den Darm

Im World Journal of Gastroenterology las man im September 2010, dass der reichliche Verzehr von rotem Fleisch und Käse das Risiko für Morbus Crohn erhöhen kann, der reichliche Verzehr von Margarine wurde hingegen mit einem erhöhten Risiko für Colitis ulcerosa in Zusammenhang gebracht, einer weiteren chronisch entzündlichen Darmerkrankung.

Im selben Jahr veröffentlichte das American Journal of Gastroenterology eine Studie, derzufolge besonders der Verzehr von reichlich tierischem Protein dem Darm schadet. Man untersuchte in dieser Studie über 67.000 Personen und stellte fest, dass besonders jene eine entzündliche Darmerkrankung bekamen, die viel tierisches Protein (Fleisch und Fisch) assen.

Wie sieht es nun mit einer fleischarmen oder vegetarischen/veganen Ernährung aus? Kann diese einem Morbus Crohn möglicherweise vorbeugen? Bzw. dazu führen, dass Schübe seltener werden?

Bei Morbus Crohn: Länger ohne Schub mit vegetarischer Ernährung

Im Mai 2010 wurde dazu eine interessante Studie mit Morbus-Crohn-Patienten veröffentlicht, die sich dank einer Operation oder Medikamenten gerade in einer Remissionsphase befanden. Sie waren also gerade grösstenteils beschwerdefrei.

Man teilte sie in zwei Gruppen auf. Eine Gruppe sollte sich in den nächsten beiden Jahren ganz normal ernähren und verhalten, die andere Gruppe sollte sich semi-vegetarisch ernähren sowie möglichst nicht rauchen und keinen Alkohol trinken.

Semivegetarisch bedeutet, dass alle zwei Wochen eine Portion Fleisch erlaubt war und einmal wöchentlich eine Portion Fisch. Ansonsten assen die Probanden vegetarisch (Obst, Gemüse, Reis, Yoghurt, Misosuppe, Kartoffeln, Hülsenfrüchte etc.).

Nach einem Jahr waren noch 100 Prozent der Semi-Vegetarier ohne Schub. In der omnivoren (also normal essenden) Gruppe hatten bereits 67 Prozent wieder einen Schub erlitten.

Nach zwei Jahren waren immer noch 92 Prozent der Semi-Vegetarier in der Remissionsphase, hatten also noch immer keinen erneuten Schub erlitten. In der omnivoren Gruppe hingegen waren nur noch 25 Prozent ohne Schub. 75 Prozent befanden sich längst wieder in der üblichen Medikamenten- und Operationsspirale.

Die Forscher schrieben: Dies ist das bis heute beste Ergebnis in Sachen Schubprävention bei Morbus Crohn.

Eine vorwiegend vegetarische Ernährung scheint somit eine sehr empfehlenswerte Ernährungsweise bei Morbus Crohn zu sein und ist in jedem Fall ein Versuch wert.

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anonym schrieb am 10.09.2018

liebes Team vom ZdG,

vielen Dank für die Möglichkeit, dass ich ihnen schreiben darf.
Es ist auch wieder die Not, die mich zu ihnen treibt.
Meine Cousine leidet seit Jahren an Morbus crohn (Vollständig geimpft als Kind, mit 5 Jahren eine monatelange Antibiotikatherapie wegen anhaltender Mandelentzündung, dadurch bedingt Pilzinfekt im Darm und deshalb wahrscheinlich auch Morbus crohn als Resultat, da der Pilz immer noch im Darm vorhanden ist). Sie ist mittlerweile 23 Jahre und hat ein Fistelnest im Darm, der Darm ist offen und die Wunde geht schon bis hin zur Leiste im Scheidenbereich. Es kommt ständig Sekret aus der Wunde und sie leidet.
Die Ärzte wollen jetzt eine Cortisontherapie durchführen, um die Entzündungswerte zu senken und anschließend operieren. Ich finde das voll schrecklich und will ihr helfen. Sie hat eingesehen, dass sie mit der Schulmedizin nicht weit gekommen ist und hat zwischenzeitlich von irgendwelchen Verlagen (die ich nicht kenne und denen ich auch nicht traue aufgrund der Inhaltsstoffe und des Preises, den man bei einem qualifiziertem Produkt nicht erwartet) Vitamine bestellt und eingenommen. Sie war letztens bei mir zu einem Gespräch ( weil sie den Effekt meiner Darmreinigung gesehen hat)und ich habe mit ihr das Darmreinigungsprogramm durchgesprochen, bei dem ich den Schwerpunkt darauf gelegt habe, sich erstmal basisch zu ernähren, Fleisch völlig zu vermeiden und nur leicht verdauliche Kost zu sich zu nehmen, um den Darm zu entlasten und zusätzlich den Shake aus Bentonit, Flohsamenschalenpulver und dem Probiotika. Der nächste Schwerpunkt war, die Entzündung erstmal in den Griff zu bekommen mit Gerstengras, Protein, Omega 3, Vitamin D mit K2 und Mineralstoffen,Vitamin E und den B-Vitaminen als Komplex. Und dann, wenn die Entzündungswerte im Normbereich sind, wollten wir den Parasiten und Pilzen an den Kragen gehen mit Grapefruitkernextrakt, Oregano Öl, Kokosöl und Olivenblattextrakt. Ich wollte die Pilzbekämpfung an erster Stelle stellen, da ich mir dachte, dass dies der Auslöser ist, aber bei einem entzündeten und verwundeten Darm wird Oregano Öl bestimmt keine Wohltat sein, oder was meinen Sie?
Ich habe mich bezüglich Morbus crohn auf ihrer Seite informiert, aber ich finde nichts zu den Fisteln. Jetzt weiß ich nicht wie ich ihr weiterhelfen soll, da ich mich mit Fisteln nicht auskenne. Für mich ist das ein Wahnsinn, das eine Darmfistel sich bis nach aussen durch die Haut durchfressen kann. Könnten sie mir da bitte Infos zu geben, damit ich meiner Cousine helfen kann? Ich traue den medizinischen Seiten nicht mit den Infos, aber ohne Infos kann ich nicht helfen. Kann man Fisteln in dem Stadium auch ohne OP weg bekommen? Mir graut es bei dem Gedanken, dass sie sich unters Messer legen will. Sie hat letztes Jahr geheiratet und natürlich ist auch der Babywunsch da, aber in so einem gesundheitlichen Zustand unmöglich. Ich will nicht, dass sie ihren Körper mit noch mehr Cortison zuballert, als sie es in der Vergangenheit schon oft genug getan hat aus ihrer Not heraus.
Ich wäre ihnen dankbar, wenn sie meine Vorgehensweise korrigieren würden, die ich ihnen oben beschrieben habe, denn ich will ihr nicht schaden wegen meiner falschen Beratung. Und wie gesagt, wäre ich über ein paar Informationen bezüglich Darmfisteln und wie man die behandeln kann sehr dankbar. Und als letztes noch: Ich habe ihr abgeraten, sich operieren zu lassen, weil ich denke, dass es für jedes Problem auch eine alternative Lösung gibt. Würden sie das auch so raten, oder in so einem Extremfall doch zu einer OP raten. Ich bin der Meinung, dass man erst alle Möglichkeiten ausprobieren soll. Eine OP kann man dann immer noch machen, falls nichts geholfen hat. Aber, wie gesagt, ich habe auch keine Ahnung, wie gefährlich so etwas sein kann.
Mir ist klar, dass Sie keine Ferndiagnose stellen können/dürfen, aber für einen Ratschlag wäre ich dankbar.
Mit der Heilpraktikerin komme ich nicht wirklich weiter, die hat ganze andere Methoden, wie Homöopathie, TCM usw., aber diese Methoden sind mir fremd und ich will mit so esoterischen Praktiken auch nichts zu tun haben. Ich bevorzuge lieber Ihre natürlichen Methoden und Produkte von dem Shop, den Sie verlinken.

Tut mir leid, dass ich ihnen immer solche Knüller ans Bein binde, wenn ich ihnen schreibe, aber ich weiß sonst einfach nicht, wer mir sonst helfen kann, bzw, meiner Cousine.

Vielen Dank schon im voraus für ihre Mühe und ihre Antwort.

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Es ist sehr schwer, jemandem etwas zu raten, der schon so lange und so schwer erkrankt ist. Und es ist schade, dass erst dann, wenn die Schulmedizin versagt, andere Massnahmen ausprobiert werden, die dann vielleicht nicht mehr helfen können.

Bei Morbus Crohn und noch dazu bei einer bestehenden Fistel von diesem Ausmass sollte die Patientin das essen, was sie gut verträgt und sich nicht nach bestimmten Regeln richten müssen. Natürlich sollte bevorzugt leicht verdauliche Schonkost zum Einsatz kommen, ob Ihre Cousine jedoch den Shake verträgt und ob ihr Nahrungsergänzungen wie Gerstengras o. ä. bekommen, müsste sehr vorsichtig und in sehr kleinen Dosierungen ausprobiert werden und auch in Absprache mit den jeweiligen Ärzten.

Probiotika sind bei einer beschädigten Darmschleimhaut nicht immer angezeigt. Da müsste sie sich mit einem kompetenten (!) Heilpraktiker austauschen, wann sie diese nehmen kann.

Vitamin D wird nach Bedarf eingenommen, z. B. wie hier erklärt.

Genau, keinesfalls starke Anti-Pilzmittel empfehlen. Dies sollte den Therapeuten überlassen werden, da auch Oreganoöl bei kranker Darmschleimhaut Probleme bereiten kann.

Es tut uns wirklich leid, dass wir Ihnen hier nicht weiterhelfen können, doch sind ganzheitliche Massnahmen natürlich insbesondere zur Vorbeugung und bei chronischen Erkrankungen als begleitende Konzepte gedacht und nicht als Alleintherapie in einem fortgeschrittenen Stadium.

Wir wünschen Ihrer Cousine alles Gute!

Ihr ZDG-Team

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