Allergien und Intoleranzen

Nickel, Nickelallergie und nickelarme Ernährung

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 25.05.2018
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Nickel, Nickelallergie und nickelarme Ernährung
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Nickel gilt zwar als ein Spurenelement, kommt jedoch in der Umwelt meist in höheren Mengen vor, so dass der Bedarf leicht überschritten wird. Viele Menschen reagieren auf nickelhaltige Materialien (Schmuck, Gürtelschnallen o. ä.) empfindlich und entwickeln einen Hautauschlag. Manche Menschen reagieren auch auf die Nickelanteile der Nahrung mit allergischen Symptomen. In diesem Falle ist zunächst eine nickelarme Ernährung nötig. Stellt sich eine erhöhte Nickelbelastung heraus (ob man nun allergisch ist oder nicht), kann eine Ausleitung sinnvoll sein.

Inhaltsverzeichnis

Nickelallergie und nickelarme Ernährung

Die Nickelallergie wird immer häufiger beobachtet. Sie betrifft eher Frauen als Männer, wobei 17 Prozent aller Frauen und 3 Prozent aller Männer Nickelallergiker sein sollen. Die Allergie zeigt sich bei Hautkontakt mit nickelhaltigen Materialien, wie Knöpfen, Gürtelschnallen, Brillengestellen, Modeschmuck, Ohrringen, Piercings, Geldmünzen, Büroklammern, aber auch E-Zigaretten, Handys und Laptops – meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden.

Symptome

Es entwickeln sich direkt an der Kontaktstelle Ekzeme (sog. Kontaktekzeme) in Form von roten flächigen Stellen oder roten Pünktchen mit Juckreiz. Die Nickelallergie kann aber auch zu entzündeten Atemwegen und im Extremfall zu einer allergischen Asthmaattacke führen. Sie kann in jedem Alter erstmals auftreten.

Meist verschwinden die Hautsymptome, wenn der nickelhaltige Schmuck, die Brille o. ä. entfernt wird nach spätestens 2 bis 4 Wochen. Bleiben die Symptome bestehen, dann wird eine nickelARME Ernährung empfohlen. Eine nickelFREIE Ernährung ist nicht möglich, da Nickel überall in der Natur und somit auch in nahezu allen Lebensmitteln enthalten ist – wenn auch nur in Spuren.

Reagiert man auf Nickel empfindlich, genügt in manchen Fällen schon eine nickelreiche Ernährung und es entwickeln sich die beschriebenen Hautausschläge mit Juckreiz. Auch eine chronisch trockene oder auffällig rauhe Haut könnte auf eine Nickelüberempfindlichkeit hinweisen.

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Nickelbelastung kann zu Übergewicht führen

Interessant ist, dass eine Nickelbelastung zu Übergewicht führen kann. In Versuchen (September 2017) mit menschlichen Darmbakterien zeigte sich, dass jene Darmbakterien, die übergewichtig machen können, schnell nickelresistent werden, während andere Darmbaktieren – die nützlichen – sich in Gegenwart von viel Nickel kaum mehr vermehren können. Ein Überschuss an Nickel kann also zunächst eine Dysbiose (Darmflorastörung) verursachen und über diesen Umweg zu einem Übergewicht beitragen oder gar führen.

In einer italienischen Studie vom Oktober 2015 ergab sich, dass sogar über 63 Prozent der untersuchten Übergewichtigen gleichzeitig auch Nickelallergiker waren. In der Nickelgruppe war auch das metabolische Syndrom weiter verbreitet (Bluthochdruck, hohe Blutfett- und Cholesterinwerte, Blutzuckerstörungen). Genauso litt die Nickelgruppe unter erhöhten Entzündungswerten.

Weitere Folgen einer Nickelbelastung

Auch unerklärliche Blutzuckerstörungen (Hyperglykämien) könnten u. U. auf eine Nickelbelastung zurückgeführt werden. Nickel ist ferner ein Schwermetall, das als krebserregend gilt und zahlreiche giftige Auswirkungen haben kann, z. B. verändert es die Spermienqualität und wird mit Arteriosklerose und Störungen des Hormonsystems in Zusammenhang gebracht. Auch Herz-Kreislauf-Beschwerden sind in Gegenwart einer Nickelbelastung stärker ausgeprägt.

Selbst zur Entwicklung von chronischen Entzündungsprozessen und Autoimmunerkrankungen wie etwa Hashimoto thyreoiditis soll eine Nickelbelastung beitragen können.

Freie Radikale und Verschleiss körpereigener Antioxidantien

Nickel wirkt insbesondere aufgrund seiner Bildung freier Radikale als gesundheitsschädlich, da diese stark reaktiven Partikel zu DNA-Veränderungen, Oxidation von körpereigenen Fettstrukturen und einem veränderten Calciumstoffwechsel führen können, wie Forscher im Oktober 2008 im Indian Journal of Medical Research schrieben. Schon allein die Oxidation von Fettstrukturen (Lipidperoxidation) gilt als Risikofaktor für zahlreiche Krankheiten, wie etwa Arteriosklerose, Parkinson, Alzheimer, Krebs und die bereits oben genannten Autoimmunerkrankungen.

Wie viel Nickel ist zu viel?

Da sich gezeigt hat, dass auch nickelempfindliche Menschen meist erst ab einer bestimmten Nickelmenge mit Symptomen reagieren (es heisst, ab etwa 500 Mikrogramm Nickel pro Tag), rät man bei einer Nickelallergie insbesondere von Lebensmitteln ab, die mehr als 50 Mikrogramm Nickel pro 100 Gramm Lebensmittel enthalten.

Da jeder aber eine andere Nickelverträglichkeitsgrenze hat, müssen Betroffene zunächst testen, wo in etwa diese persönliche Toleranzgrenze liegt.

Sollte Nickel ein essentielles Spurenelement sein, was noch nicht endgültig geklärt ist, dann liegt der Bedarf weit unter den Mengen, die mit der üblichen Ernährung aufgenommen werden. Man schätzt den Tagesbedarf je nach Quelle auf etwa 15 bis 50 Mikrogramm – eine Menge, die bereits in 50 g Edamer oder Gouda steckt oder auch in 25 g Hafer oder weissen Bohnen aus der Dose. Die tägliche Ernährung liefert somit ein Vielfaches des eigentlichen Bedarfs, so dass es einen Nickelmangel eigentlich nicht gibt.

Nickelgehalt in Lebensmitteln

Es gibt Lebensmitteltabellen, die den Nickelgehalt angeben (der natürlich – wie bei allen Naturprodukten üblich – abhängig vom jeweiligen Nickelgehalt des Bodens und somit abhängig von der Region stets schwanken kann).

Aus diesen Tabellen erkennt man dann schnell, dass zwar etliche eigentlich gesunde Lebensmittel zu den sehr nickelreichen Lebensmitteln gehören wie Nüsse, Vollkorngetreide, manche (nicht alle) Hülsenfrüchte und manche Gemüsesorten, dass es aber immer noch sehr viele andere sehr gesunde Lebensmittel gibt, deren Nickelgehalt weit unter 50 Mikrogramm liegt und die daher von den meisten Nickelempfindlichen gegessen werden können.

Wenn man ausserdem insgesamt sehr nickelarm isst, kann man natürlich immer auch einmal das eine oder andere nickelreichere Lebensmittel in kleiner Menge in die Ernährung integrieren. Eine nickelarme Ernährung schliesst also eine gesunde Ernährung nicht aus.

Nickelreiche und nickelarme Lebensmittel

Die entsprechende Tabelle mit nickelreichen und nickelarmen Lebensmitteln finden Sie unter diesem Link.

Nickelarme Ernährung

Will man sich also nickelarm ernähren, dann meidet man weitgehend die genannten nickelreichen Lebensmittel sowie auch Lebensmittel aus der Dose, da aus dieser Nickel in die Lebensmittel übergehen kann.

Meist sitzt ein Grossteil des Nickelgehaltes in oder direkt unter der Schale, so dass man durch Schälen von Obst und Gemüse den jeweiligen Nickelgehalt weiter reduzieren kann.

Beim Getreide sind aus demselben Grund Auszugsmehle bzw. poliertes Korn nickelärmer als die Vollkornvarianten. Letztere zählen jedoch bis auf wenige Ausnahmen (Hafer) auch nicht zu den nickelreichen Lebensmitteln, so dass man je nach Ausprägung der Nickelempfindlichkeit abwägen muss, ob man nicht lieber die gesundheitlichen Vorteile der Vollkornprodukte nutzen möchte und dafür etwas mehr Nickel zu sich nimmt.

Bei grünem Blattgemüse greift man zu jüngeren Blättern, da ältere einen höheren Nickelgehalt haben.

Von Tee oder Kaffee sollte man nicht mehr als täglich 2 Tassen trinken.

Nickel aus Töpfen und Wasserkochern

Aus Edelstahltöpfen (können bis zu 10 Prozent aus Nickel bestehen) kann sich u. U. Nickel lösen, daher auf entsprechend anders geartetes Kochgeschirr (z. B. Glaskeramik oder speziell ausgewiesene nickelfreie Töpfe) ausweichen.

Ferner sollten keine Wasserkocher mit offenem Heizelement verwendet werden, da diese offenbar reichlich Nickel ins Wasser abgeben können. Ein offenes Heizelement findet sich jedoch nur noch in älteren oder sehr preiswerten Wasserkocher-Modellen.

Nickel im Kaffee und Zigarettenrauch

Kaffee aus der Maschine soll zehnmal mehr Nickel enthalten als von Hand gebrühter Kaffee (Kaffeefilter und Filtertüte) – und löslicher Kaffee soll mehr Nickel als Bohnenkaffee aufweisen.

Auch im Zigarettenrauch ist Nickel enthalten, was die tägliche Nickelaufnahme dann mit jeder Zigarette steigert (schätzungsweise um 1 Mikrogramm Nickel pro Zigarette, da nur 20 Prozent des Nickels im Rauch auch resorbiert wird).

Ursachen suchen

Natürlich ist die nickelarme Ernährungsweise bei einer akuten Nickelallergie wichtig. Doch sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass diese Überempfindlichkeit eine Ursache haben muss. Möglicherweise handelt es sich um eine insgesamt zu hohe Nickelbelastung des Organismus, d. h. dass das mit der Luft, mit Wasser und mit der Nahrung in den Körper einströmende Nickel entweder generell zu hoch ist oder nicht – wie etwa bei Gesunden üblich – grösstenteils ausgeschieden werden kann (z. B. aufgrund einer Entgiftungsschwäche), sondern sich im Körper einlagert.

Auch ein Eisenmangel kann eine übermässige Nickeleinlagerung begünstigen, während eine gute Eisenversorgung, die Nickelaufnahme hemmt. Auch Vitamin-C-reiche Lebensmittel hemmen die Aufnahme von Nickel.

Bei der Entwicklung von Allergien ist überdies immer auch die Darmgesundheit beteiligt, so dass eine umfassende Darmsanierung schon bei vielen Menschen zu einem Verschwinden von Allergien geführt hat.

Die Diagnose

Eine Nickelallergie kann leicht beim Hautarzt mit Hilfe eines entsprechenden Allergietests (sog. Epikutan- oder Patch-Test) diagnostiziert werden, wobei ein Pflaster (engl. Patch) mit Nickelsulfat auf die Haut geklebt wird. Sollte sich innerhalb von 48 Stunden eine Reaktion (Hautrötung/-bläschen) zeigen, liegt eine Nickelallergie vor.

Therapie der Nickelallergie

Die Allergie selbst kann schulmedizinisch nicht behandelt werden. Lediglich die Symptome können etwas gemildert werden. Sollte es zu einem sehr starken Ausschlag infolge der Nickelallergie kommen, wird dieser mit Antihistaminen, den typischen antiallergischen Medikamenten oder cortisonhaltigen Cremes behandelt, heilt aber meist nach Entfernen der nickelhaltigen Materialien (Schmuck o. ä.) schnell wieder von allein ab. Sollte der Ausschlag sehr stark sein, Schmerzen bereiten oder sich eitrige Bläschen bilden, ist der Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker ratsam.

Wer Nickelallergiker ist, sollte dies auch vor Operationen dem Arzt bzw. vor dem Setzen von Zahnfüllungen dem Zahnarzt mitteilen, damit nickelhaltige Materialien vermieden werden.

Nickelbelastung feststellen

Nicht ganz so einfach ist der Nachweis einer Nickelbelastung, da die wenigsten Ärzte Schadstoffbelastungen in ihre Diagnostik miteinbeziehen. Inzwischen gibt es jedoch Heimtests, mit denen man die persönliche Schadstoffbelastung über eine Urinprobe überprüfen lassen kann. Allerdings wird hier nicht nur Nickel überprüft, sondern es werden noch 16 andere Schwermetalle und Schadstoffe (Aluminium, Arsen, Blei, Cadmium, Palladium, Quecksilber etc.) gesucht, so dass der Test um die 90 Euro kostet. Der Befund kann online abgerufen und anschliessend mit dem Arzt oder Heilpraktiker besprochen werden.

An mancher Stelle wird auch zur Haarmineralanalyse geraten, um eine Nickelbelastung festzustellen. Die Praxis aber zeigt in vielen Fällen, dass die Haarmineralanalyse niedrige Nickelwerte ergibt, während der Urintest eine hohe Belastung anzeigt. Allein die Haarmineralanalyse ist daher nicht verlässlich.

Ausleitung/Entgiftung von Nickel bei Nickelbelastung und/oder Nickelallergie

Bei einer Nickelbelastung und/oder Nickelallergie liegt es nahe, das Metall möglichst schnell wieder auszuleiten. Eine nickelarme Ernährung sollte in jedem Fall während der Entgiftung praktiziert werden.

Nickel sorgt aufgrund seiner Eigenschaft, im Körper verstärkt freie Radikale zu bilden, für einen übermässigen Verbrauch körpereigener Antioxidantien (die Gegenspieler der freien Radikale, wie z. B. Glutathion). Da es sich an die Thiolgruppen (SH-Gruppen) des Glutathions bindet, sollte bei der Ausleitung von Nickel auf Thiolgruppenlieferanten geachtet werden (z. B. N-Acetylcystein) bzw. sollte man Massnahmen ergreifen, die den körpereigenen Glutathionspiegel heben.

Da Nickel ein Metall ist, wäre auch die Ausleitung mit Alpha-Liponsäure denkbar, obwohl dazu keine wissenschaftlichen Belege vorliegen.

Achten Sie unbedingt auf eine gute Versorgung mit Antioxidantien und Eisen sowie auf eine Vitamin-C-reiche Ernährung. Denken Sie jedoch daran, dass metallausleitende Massnahmen wie Alpha-Liponsäure o. ä. auch andere Metalle wie z. B. Eisen und Zink ausleiten können. Hier muss auf eine zeitversetzte Einnahme geachtet werden. Nach der Entgiftung sollten ferner die Spiegel der Spurenelemente und Mineralstoffe wieder auf Vordermann gebracht werden.

Eine konkrete Anleitung zur Entgiftung bzw. zur Stärkung der körpereigenen Entgiftungsfähigkeit finden Sie hier: Entgiftung – Die Anleitung

Wenn Sie die Ausleitung einer Nickelbelastung beim Arzt (Umweltmediziner) oder Heilpraktiker durchführen lassen, wird dieser Ihnen u. U. eine Chelattherapie mit DMSA oder DMPS vorschlagen. Auch hier ist es unabdingbar, die Mineralstoff- und Spurenelementespiegel im Auge zu behalten.

Anmerkung: Eine nickelarme Ernährung ist nur dann empfehlenswert, wenn eine konkrete Nickelallergie oder eine diagnostizierte Nickelbelastung vorliegt. Bei einer Nickelbelastung wird während und einige Wochen nach der Entgiftung nickelarm gegessen. Dann kann die Ernährung wieder langsam auf eine normale basenüberschüssige Vollwerternährung umgestellt werden. Nickelreiche Lebensmittel sind daher nicht automatisch schlechte oder ungesunde Lebensmittel. Im Gegenteil. Für Menschen ohne Nickelallergie handelt es sich um sehr gesunde und vitalstoffreiche Lebensmittel mit hohem Ballaststoff-, Antioxidantien- und Mikronährstoffgehalt.

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