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Ständige Blähungen - Ursachen + Lösungen

Ständige Blähungen - Ursachen + Lösungen

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(Zentrum der Gesundheit) - Ständige Blähungen sind ein Signal des Körpers, das ernst genommen werden sollte. Blähungen weisen auf ein Ungleichgewicht im Verdauungssystem hin. Und genau dieses Ungleichgewicht ist es, das sich ganz extrem auf den allgemeinen Gesundheitszustand auswirken kann und – wenn es dauerhaft bestehen bleibt – auch Auslöser ernsthafter Erkrankungen sein kann. Blähungen sind also nur ein Symptom dafür, dass etwas im Argen liegt. Daher sollten Blähungen mit der nötigen Aufmerksamkeit behandelt werden.

Blähungen – Gasbildung im Darm

Ständige Blähungen sind bekanntlich die Folge von Gasbildung im Darm. Gasbildung im Darm ist an sich nichts Ungewöhnliches. Entstehende Gase werden normalerweise problemlos vom Organismus absorbiert und über die Lunge wieder ausgeschieden.

Kommt es jedoch zu Blähungen oder gar ständigen Blähungen, dann handelt es sich um eine überschüssige Gasbildung, die der Körper nicht mehr unbemerkt eliminieren kann. Stattdessen werden die Gase jetzt in Form von – nicht selten geruchsintensiven und deutlich hörbaren – Blähungen über den Darmausgang ausgeleitet.

Blähungen – Giftgasalarm im Bauch

Bei Blähungen handelt es sich überdies keinesfalls um harmlose Luft, sondern um hochgiftige Fäulnisgase, die nicht nur das Verdauungssystem und seine natürliche Darmflora schädigen, sondern den gesamten Organismus, insbesondere auch die Leber extrem belasten. Eine schnelle Ausleitung der Blähungen ist folglich äusserst wichtig, um den Körper vor der Selbstvergiftung zu schützen.

Blähungen - mangelhafte Verwertung der Nahrung

Da die Darmflora unter anderem an der ordnungsgemässen Verwertung und Verdauung der Nahrung beteiligt ist, führt ein Ungleichgewicht derselben (worauf die Blähungen hinweisen) zu einer mangelhaften Verdauung und daraufhin natürlich auch zu einer schlechten Versorgung des Organismus mit Nähr- und Vitalstoffen, was wiederum eine Vielzahl negativer Auswirkungen haben kann.

Blähungen - ein schwaches Immunsystem

Blähungen sind ferner ein Warnsignal dafür, dass die Abwehrkraft des Körpers gerade geschwächt ist. Eine gesunde Darmflora bildet einen grossen Teil unseres Immunsystems. Ist die Darmflora gestört, werden die Abwehrmöglichkeiten des Organismus gegen eindringende pathogene Keime deutlich reduziert. Gleichzeitig wird der Körper von zusätzlichen Giften (den giftigen Fäulnisgasen der Blähungen) bedrängt, so dass er sich einer äusserst belastenden Situation gegenüber sieht.

Möglichen Konsequenzen von Blähungen

Blähungen belästigen die Mitmenschen. Doch nicht nur das. Blähungen können auf viele Probleme hindeuten. Und genau diese Probleme gilt es zu lösen - nicht nur um ein für alle Mal die Blähungen los zu werden, sondern um deren mögliche unangenehme Folgeerscheinungen zu verhindern.

Jene Ursachen nämlich, die zu Blähungen führen, können - wenn sie unbeachtet bleiben - auch in chronischen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa münden. Allerdings ist der Weg von gelegentlichen Blähungen bis zu einer solchen Krankheit weit und dazwischen können viele weitere Beschwerdebilder liegen – auch solche, die vordergründig gar nichts mit dem Verdauungssystem zu tun zu haben scheinen, wie z. B. Allergien oder Rheuma.

Ursachen für Blähungen

Blähungen entstehen durch ein Ungleichgewicht der natürlichen Darmflora (die neuerdings als Darmmikrobiota bezeichnet wird). Es entstehen verstärkt gasbildende Darmbakterien. Sie entstehen jedoch nicht aus einer reinen Launenhaftigkeit, sondern weil es – zumindest in den meisten Fällen – die Ernährungsweise oder auch die Lebensweise des betreffenden Menschen so erfordert.

Blähungen können von den folgenden Faktoren ausgelöst werden:

Blähungen durch ungesunde Ernährung

  • Blähungen durch zu viele Getreideprodukte
    Ungesunde Ernährung ist eine der Hauptursachen für Blähungen. Eine Ernährung, die hauptsächlich aus isolierten und konzentrierten Kohlenhydraten (Weissmehlprodukte, Zucker) beruht, fördert automatisch Gärprozesse im Darm, was wiederum zu einer Verschiebung der Darmflora führt. Allerdings stellen Vollkornprodukte hier keine übermässig sinnvollere Alternative dar, da Sie meist noch deutlich mehr Blähungen verursachen als ihre weissen Verwandten.

    Die Ernährung sollte grundsätzlich nur kleine Mengen an Back- und Teigwaren enthalten – ganz gleich ob Vollkorn oder nicht. Zwar liefern Vollkornprodukte die viel gelobten Ballaststoffe, doch ist fraglich, ob wir ausgerechnet die Ballaststoffe aus Getreide brauchen oder nicht vielmehr ganz andere Ballaststoffe.
     
  • Blähungen durch zu viel Eiweiss
    Auch ein Übermass an Proteinen (insbesondere in Form von tierischen Eiweissen oder auch tierische Eiweisspräparaten z. B. Proteindrinks) fördert die Entstehung von Blähungen. Tierische Proteine werden oft nur unzureichend verdaut, wodurch es zu Fäulnisprozessen im Darm kommt. Diese wiederum führen zu einem Überhandnehmen der Fäulnisbakterien, was die Darmflora aus dem Gleichgewicht wirft und in Blähungen endet.
     
  • Blähungen durch ungesunde Essgewohnheiten
    Viele heute übliche Essgewohnheiten stören eine gesunde Verdauungoder verhindern sie regelrecht und bringen im Nu Blähungen mit sich. Schlechte Essgewohnheiten sind:
    • Spätes oder nächtliches Essen
    • Hastiges Essen
    • Mangelndes Kauen und Einspeicheln der Nahrung
    • Ungünstige Mengenverteilung, z. B. nur eine grosse Mahlzeit am Tag
    • Essen und gleichzeitiges Trinken
       
  • Blähungen durch falsche Lebensmittelkombinationen
    Falsche Lebensmittelkombinationen können bei empfindlichen Menschen oder Menschen mit angeschlagenem Verdauungssystem schnell zu Blähungen führen. Besonders ungünstige Kombinationen sind Getreideprodukte mit Früchten (z. B. Obstkuchen, Marmeladebrot, Pfannkuchen mit Kompott etc.) oder auch Getreideprodukte mit Milchprodukten (Käsebrot, Käsekuchen, Pizza, Pasta mit Käse etc.).

    Mehr zur richtigen Kombination von Mahlzeiten finden Sie in diesem Text über gesunde Ernährung  unter 9.1. "Grundregeln auf dem Weg zu gesunder Ernährung"
    Mehr über eine Essmethode, die sich besonders bei Blähungen als hilfreich erwiesen hat und die richtige Reihenfolge innerhalb einer Mahlzeit berücksichtigt, finden Sie hier.

Blähungen durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Blähungen können auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hinweisen, wie z. B. eine Fructose-, Lactose-, Histamin- oder Glutenintoleranz. Diese Unverträglichkeiten bzw. Intoleranzen können bei jedem Hausarzt relativ schnell überprüft bzw. ausgeschlossen werden. Oft genug jedoch muss der Patient den Arzt darauf hinweisen.

Neben Intoleranzen, die einen bestimmten Stoff betreffen (z. B. Lactose, Gluten etc.), der in einer Vielzahl von Lebensmitteln enthalten ist, gibt es jedoch auch Unverträglichkeiten auf einzelne Lebensmittel, die schliesslich in Blähungen resultieren können. So gibt es beispielsweise Menschen, die vertragen Obst ganz hervorragend – mit Ausnahme von Äpfeln. Nur ein kleiner Apfel genügt und sie leiden unter fürchterlichen Blähungen.

Solche Unverträglichkeiten findet der Betroffene am allerbesten selbst heraus, indem er sich und seine Beschwerden im Zusammenhang mit den verzehrten Lebensmitteln beobachtet. Zur Not kann ein Tagebuch geführt werden, in das alle Mahlzeiten, Snacks und Getränke und schliesslich auch die entsprechenden Symptome eingetragen werden. Auf diese Weise erkennt man besser, nach welchem Lebensmittel welches Symptom erscheint.

Blähungen durch Zuckeraustauschstoffe

Zuckeraustauschstoffe wie z. B. Sorbit, Maltit, Xylit etc. führen ab einer bestimmten Dosis zu teilweise extremen Blähungen. Diese Zuckeraustauschstoffe sind bevorzugt in den zuckerfreien Diätversionen der Softdrinks, in Diätsüssigkeiten, in Kaugummis, in manchen Hustenbonbons oder Halsdragees etc.

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Blähungen durch Medikamente

Viele Medikamente haben Nebenwirkungen, die das Verdauungssystem betreffen, indem sie die gesunde Darmflora schädigen und auf diese Weise Blähungen auslösen. Dazu gehören insbesondere Antibiotika, manche Schmerzmittel, manche Antidiabetika etc. Eine grundlegende Sanierung der Darmflora sollte daher ganz automatisch jeder Therapie mit einem solchen darmschädlichen Medikament folgen.

Blähungen durch Gifte

Gifte wie Amalgam aus Zahnfüllungen, Umweltgifte, Gifte aus Reinigungsmitteln etc. können ebenfalls die Darmflora schädigen und folglich Blähungen auslösen.

Mehr Informationen zur Entgiftung von Amalgam finden Sie hier: Schwermetalle ausleiten

Stress kann Blähungen verursachen

Psychischer und physischer Stress kann ebenfalls zu einer Änderung des Darmmilieus, daher zu einer Zunahme der fäulnis- und gasbildenden Bakterien und schliesslich zu Blähungen führen.

Blähungen durch Leberschwäche

Bevor sich die Leber durch Schmerzen bemerkbar macht, löst sie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder auch Blähungen aus. Bei Blähungen ist daher auch immer die Leber in die Behandlung mit einzubeziehen – auch dann, wenn sie nicht der Auslöser der Blähungen war. Da Blähungen jedoch zu giftigen Gasen im Körper führen und die Leber unser stärkstes Entgiftungsorgan ist, sollte die Leber gestärkt und unterstützt werden, damit sie mit den stets neu entstehenden Blähungsgasen fertig wird.

Blähungen durch chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Blähungen können auch auf eine bereits bestehende chronisch entzündliche Darmerkrankung schliessen lassen. Bei Morbus Crohn beispielsweise führen die oft vorhandenen Engstellen im Darm dazu, dass sich der Darm über der Engstelle weitet, was zu Schmerzen und Blähungen führt. Auch bei Colitis ulcerosa, einer weiteren chronisch entzündlichen Darmerkrankung, wird ein Schub von teilweise heftigen Blähungen begleitet.

Blähungen im Rahmen eines Reizdarmsyndroms

Erscheinen Blähungen in Kombination mit täglichen Bauchschmerzen und Stuhlunregelmässigkeiten, dann kommt nach Ausschluss anderer möglicher Gründe für dieses Beschwerdebild (wie z. B. die oben Nahrungsmittelunverträglichkeiten u. a.) auch das Reizdarmsyndrom in Frage. Allerdings gehen hier die Blähungen oft in einen Meteorismus über, womit man Gasbildung bezeichnet, die sich im Darm sammelt, zum sog. "Blähbauch" führt, aber nicht oder nur teilweise abgeht.

Massnahmen gegen Blähungen

Treten Blähungen also nicht mehr nur gelegentlich nach einem Bohneneintopf, sondern jeden Tag in belästigender Form auf, dann ist folgende Vorgehensweise empfehlenswert:

  1. Nahrungsmittelunverträglichkeiten abklären lassen bzw. selbst austesten. Beachten Sie aber, dass ein Test beispielsweise auf Lactose-Intoleranz negativ verlaufen kann, während der Patient aber ganz eindeutig auf Lactose reagiert, also z. B. Kaffee mit Sojamilch oder lactosefreier Milch problemlos trinken kann, aber nach einem Kaffee mit "normaler" Kuhmilch Blähungen entwickelt.

    Tests auf Intoleranzen können folglich einen Verdacht bestätigen, schliessen erfahrungsgemäss aber bei negativem Ergebnis nicht in jedem Fall eine Intoleranz aus.
     
  2. Führen Sie ein Ernährungs-Tagebuch wie weiter oben unter "Blähungen durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten" erklärt.
     
  3. Lassen Sie sich durchchecken, insbesondere dann, wenn neben den Blähungen weitere auffällige Symptome wie z. B. Blut im Stuhl, Schmerzen, unerwünschte Gewichtsabnahme, chronische Durchfälle oder chronische Verstopfung auftreten.
     
  4. Ziehen Sie eine Darmreinigung in Betracht. Eine effektive Darmreinigung besteht aus drei Komponenten: Bentonit, Psyllium und einem Probiotikum. Bentonit ist eine Mineralerde, die eine aussergewöhnlich hohe Bindungsfähigkeit besitzt und daher nicht nur Toxine, sondern auch Darmgase binden kann, damit diese problemlos ausgeschieden werden können.

    Gemeinsam mit Psyllium sorgt Bentonit ausserdem für die Regulierung des Stuhlgangs, beruhigt die Darmschleimhaut und begünstigt die Ansiedlung der hilfreichen Darmbakterien aus zusätzlich einzunehmenden Probiotika.
     
  5. Stellen Sie Ihre Ernährung um. Berücksichtigen Sie dabei natürlich bestehende Unverträglichkeiten, die bei Ihnen bisher zu Blähungen führten, meiden Sie konsequent Produkte mit Zuckeraustauschstoffen und orientieren Sie sich gleichzeitig an den Richtlinien einer natürlichen und basenüberschüssigen Ernährungsweise, die automatisch zu einer Reduzierung der oft problematischen Getreideprodukte und tierischen Eiweissen führt.

    Würzen Sie mit frischen oder getrockneten Kräutern, ein paar Tropfen Tamari oder Kristallsalz und meiden Sie in jedem Fall Gewürz-Fertigmischungen.
     
  6. Denken Sie auch an die Regeln der richtigen Reihenfolge bei den Mahlzeiten, nähere Informationen finden Sie hier: Gesunde Verdauung. Meiden Sie ausserdem - wenn allein die Berücksichtigung der Reihenfolge innerhalb einer Mahlzeit zu keinem Erfolg führt - besonders ungünstige Kombinationen wie Getreide-Obst oder Getreide-Milch oder Getreide-Fleisch/Fisch/Ei in ein und derselben Mahlzeit.
     
  7. Sorgen Sie für regelmässige Mahlzeiten, um Blähungen vorzubeugen. Bevor Sie noch sehr spät am Abend essen, lassen Sie die Mahlzeit lieber einmal ausfallen oder bereiten Sie sich – wenn Sie am späten Abend noch sehr hungrig sein sollten – eine extrem leichte Mahlzeit zu (z. B. eine Gemüsesuppe).
     
  8. Trinken Sie nicht zu den Mahlzeiten. Trinken Sie jedoch ausserhalb der Essenszeiten (eine Stunde vor oder ab einer Stunde nach dem Essen) mindestens 2,5 Liter reines kohlensäurefreies Wasser täglich, um die Ausscheidung von Stoffwechselabfallprodukten zu fördern, damit auch die Verdauung zu unterstützen und folglich Blähungen vorzubeugen.
     
  9. Unterstützen Sie Ihre Leber, natürlich mit einer gesunden basenüberschüssigen Ernährung, aber auch mit z. B. Bitterstoffen, um Blähungen zu verhindern, die aufgrund einer Leberschwäche entstehen könnten.
     
  10. Kümmern Sie sich um ein effektives Stress-Management, da kaum ein Organ so unmittelbar auf Stress reagiert als der Darm, so dass sich Blähungen schon allein aufgrund einer aufregenden Situation ergeben können oder dadurch gefördert werden.
     
  11. Weitere Tipps gegen Blähungen (wie z. B. Heilpflanzen gegen Blähungen, Gewürze gegen Blähungen etc.) finden Sie hier: Mittel gegen Blähungen

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