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Vitamin E: Die Wirkung

Vitamin E: Die Wirkung

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(Zentrum der Gesundheit) - Jahrelang pries man Vitamin E als ein Anti-Aging-Vitamin der Spitzenklasse. Es mache schön und fruchtbar und biete außerdem – so hieß es – hervorragenden Schutz vor Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs und Alzheimer. Nachdem die Menschen nun brav und jahrelang hochdosierte Vitamin-E-Pillen schluckten, wird jetzt verkündet, Vitamin E sei im besten Falle unwirksam, könne aber auch das Risiko für Schlaganfall und sogar das eines verfrühten Todes erhöhen. Was stimmt denn nun?

Vitamin E – Ein Antioxidans der Spitzenklasse

Vitamin E ist nicht einfach nur ein einzelner Stoff, sondern bezeichnet eine ganze Familie kraftvoller Antioxidantien. Dazu gehören z. B. die Tocopherole und die Tocotrienole.

Besonders gut erforscht ist das Alpha-Tocopherol. Obwohl man immer dachte, dass dieses auch die wirksamste Form des Vitamin E sei, stellte man jetzt fest, dass die Tocotrienole - im Hinblick auf die antioxidative Wirkung - teilweise noch bis zu 40 Mal wirksamer sein können.

Bislang zählt die Vitamin-E-Familie 16 Mitglieder, die als Antioxidantien unterschiedlich stark wirken können. Ein Antioxidans hat die Aufgabe, freie Radikale auszuschalten und auf diese Weise den Körper zu schützen. Freie Radikale sind Moleküle, in deren chemischen Struktur ein Elektron fehlt. Auf der Suche nach diesem Elektron greifen sie besonders gerne Zellwände an. Ein paar solcher Attacken steckt die Zelle mühelos weg.

Wird sie jedoch pausenlos von freien Radikalen angegriffen, dann kommt es zu deutlichen Membranschäden. Eine Zelle mit beschädigter Zellwand kann ihre Funktionen nicht mehr ordnungsgemäss wahrnehmen. Je mehr Zellen nur noch fehlerhaft arbeiten oder gar sterben, um so eher kommt es zu spürbaren Alterserscheinungen (Falten, Augenprobleme, etc.) und Krankheiten.

Normalerweise wird eine Zelle etwa 10.000mal pro Tag von freien Radikalen wegen eines Elektrons angepumpt. Ob die Zelle mit dem Elektron herausrücken muss oder nicht, hängt von ihrem Schutz ab. Der Zellschutz ist die Aufgabe der Antioxidantien, wobei Vitamin E gemeinsam mit Vitamin C und anderen Helfern direkt an der Front steht und die Zellwände beschützt.

Vitamin E für junge und gesunde Haut

Ein gesunder Vitamin-E-Pegel hilft somit, die Haut zu straffen und schenkt ein frisches, jüngeres Aussehen. Dies gelingt gleich doppelt so gut, weil Vitamin E auch den Gehalt an Kollagen in der Haut erhöht.

Wunden heilen schneller, da sich rasch neue Zellen bilden können, ohne dass sie von freien Radikalen angegriffen werden. Natürlich schützt Vitamin E die Haut auch vor der Sonne – sowohl innerlich als auch äusserlich. Letzteres wenn es in Form von natürlichen Vitamin-E-reichen Ölen und Fetten auf die Haut aufgetragen wird (z. B. Olivenöl oder Kokosöl).

Vitamin E bringt Narben zum Verschwinden

Vitamin E kann auch angewendet werden, um Narben auf der Haut zu mindern oder gar ganz verschwinden zu lassen. Dazu wird es in Form von Vitamin-E-reichen Ölen am besten kurz nach der Bildung der Narbe auf die saubere Haut aufgetragen. Machen Sie dies jeden Abend, damit das Öl über Nacht einwirken kann.

Vitamin E für glänzendes und gesundes Haar

Vitamin E kümmert sich auch um die Gesundheit und Vitalität der Haare. Das Haarwachstum wird beschleunigt und das Haar wird kräftiger – sowohl durch den regelmässigen Genuss von Vitamin-E-reichen Lebensmitteln als auch durch regelmässige Packungen mit Vitamin-E-reichen Ölen.

Vitamin E regelt die Cholesterinwerte

Vitamin E schützt auch die Zellen der Blutgefässe, hält die Arterienwände sauber und elastisch. Das ungünstige Cholesterin (LDL) wird von Vitamin E an der Oxidation gehindert. Folglich kann es sich nicht an den Arterienwänden ablagern. Vitamin E hat ausserdem enormen Einfluss auf die Blutgerinnung. Ist ausreichend Vitamin E vorhanden, dann können Blutgerinnsel (Thrombosen) und damit auch Schlaganfall und Herzinfarkt verhindert werden.

Vitamin E bei Krebs und Diabetes

Vitamin E kann auch bei der Vorbeugung oder Bekämpfung von Krebs helfen. Es schützt die DNA der Zellen (unser Erbgut) vor Schäden, die dazu führen können, dass die Zelle entartet und zur Krebszelle wird. Ist bereits ein Tumor entstanden, sorgt Vitamin E für eine verminderte Wachstumsrate des Tumors.

Gleichzeitig unterstützt es das Immunsystem bei der Bekämpfung des Krebses. Bei Diabetes ist Vitamin E ebenfalls hilfreich. Hier erhöht es die Insulinempfindlichkeit der Zellen, so dass diese das Insulin wieder erkennen und folglich der Blutzuckerspiegel auf gesunde Art und Weise sinkt.

Vitamin E gegen Alzheimer

Vitamin E ist entscheidend für eine richtige Funktion des Gehirns. Es bewacht die Myelinscheide, ein schützender Mantel, der die Nervenzellen im Gehirn umgibt. Das führt zu einem verlangsamten Alterungsprozess und ist bei der Vorbeugung von Alzheimer hilfreich.

Vitamin E gegen Unfruchtbarkeit

Vitamin E gilt oft als DAS Fruchtbarkeitsvitamin schlechthin. Männer mit schlechter Spermienqualität sollen ganz besonders von Vitamin E profitieren, aber auch Frauen mit bislang unerfülltem Kinderwunsch können Ihre Fruchtbarkeit mit Hilfe einer vitalstoffreichen Ernährung kräftig unterstützen.

Wo gibt’s Vitamin-E-Pillen?

Das alles klingt wunderbar und möglicherweise fragen Sie sich jetzt, wo es wohl die besten Vitamin-E-Pillen gibt. Vitamin E jedoch sollte - wie alle anderen Vitamine auch - niemals in Form einer Vitaminpille eingenommen werden. Vitamin E wirkt im Körper ganz spezifisch und in Zusammenarbeit mit vielen anderen Vitaminen und Enzymen.

So braucht Vitamin E zum Beispiel dringend Vitamin C, um optimal wirken zu können. Vitamin C wiederbelebt das Vitamin E, wenn letzteres ein freies Radikal eliminiert hat und groggy in der Ecke liegt. Genauso hilft das Peptid Glutathion bei der Arbeit des Vitamin E. Und selbst das CoEnzym Q10 unterstützt das Vitamin E bei seinen vielfältigen Tätigkeiten.

Das Team um Vitamin E ist also äusserst zahlreich und dabei kennen wir mit Sicherheit noch nicht einmal annähernd alle Wechselwirkungen von Vitamin E und wissen daher nicht, welche Stoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) tatsächlich vorhanden sein müssen, damit Vitamin E so funktioniert, wie es soll und wie es uns dann auch tatsächlich nützt.

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Vitamin E ist schuld!

Aus diesem Grunde kann hoch dosiertes Vitamin E kaum nützlich sein, denn zu all den künstlich zugeführten Vitamin-E-Mengen gibt es im Organismus der Vitaminpillenschlucker gar nicht die erforderlichen Mengen der benötigten Begleitstoffe. Das Team fehlt.

Daher ist es schliesslich kein Wunder, dass sich bei manchen klinischen Studien herausstellte, dass Vitamin E keinesfalls so gut für die Gesundheit der Probanden war. Sie nahmen reines hochdosiertes Vitamin E in Kapselform ein. Wie sie sich ausserdem ernährten, wie sie lebten, ob sie gerne Sport machten und vieles andere mehr war völlig unwichtig.

Man erwartete von Vitamin E in Kapselform, dass es all die oben beschriebenen tollen Auswirkungen auf die Testpersonen habe, ganz egal, wie viele Torten diese in sich stopften und wie viele Hamburger sie assen. Und wenn diese Erwartungen nicht erfüllt wurden, ja die Leute womöglich noch kränker wurden, dann war das Vitamin E auch noch der Schuldige an der ganzen Misere.

Das Ergebnis waren Schlagzeilen wie: "Antioxidantien enttäuschen beim Gefässschutz" (Lancet, 361, 2003, 2017) oder "Erhöhtes Sterberisiko durch hochdosiertes Vitamin E" oder "Vitamin E schützt nicht vor kardiovaskulären Erkrankungen" – selbstverständlich ohne in den betreffenden Artikeln die näheren Zusammenhänge zu erklären.

Vitamin E - Wie Sie Ihren Bedarf auf gesunde Weise decken

Was wir in Wirklichkeit brauchen, sind keine Vitamin-E-Pillen, sondern konkrete Informationen darüber, was und wie wir essen können, um auf natürliche Weise unseren Vitamin-E-Pegel hoch zu halten und um so vollständig in den Genuss all der positiven und kraftvollen Eigenschaften des fettliebenden Vitamin E zu gelangen.

Natürliche Vitamin-E-reiche Öle und Fette

Besonders reiche Vitamin-E-Quellen sind hochwertige biologische Pflanzenöle wie Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl und Sesamöl, die keinesfalls erhitzt und ausschliesslich für Rohkostgerichte verwendet werden sollten oder über bereits fertig gegarte/gedämpfte und leicht abgekühlte Gerichte gegossen werden können.

Auch Olivenöl ist noch ein guter Vitamin-E-Lieferant und eignet sich für kalte wie für warme Speisen. Zum Braten verwenden Sie rotes Palmöl oder biologisches Kokosöl. Beide enthalten zwar nur einen Bruchteil des sog. Alpha-Tocopherols, dafür enorm grosse Mengen der 40-fach stärkeren Tocotrienole.

Vitamin E in bester Qualität: Aus der Mandel

Das Nonplusultra in Sachen gesunder Vitamin-E-reicher Lebensmittel sind Nüsse und Samen. Sonnenblumenkerne, Pinienkerne, Haselnüsse und vor allem die Mandel.

Wenn Sie die Mandel in Ihre Ernährung integrieren, sie also nicht nur einmal im Jahr im Weihnachtsgebäck verzehren, sondern täglich z. B. Mandelmilch geniessen oder Mandelmus, Mandelpüree (Mandelmus aus geschälten Mandeln), Heisse Schokolade (aus Mandelmilch), Mandelbutter und vieles mehr, dann kommen Sie nicht nur in den Genuss von Vitamin E, sondern von all den übrigen äusserst vorteilhaften gesundheitlichen Auswirkungen der Mandel.

Mehr Informationen dazu und Rezepte mit Mandeln finden Sie hier:

Vitamin E: Ganz natürlich aus Moringa

Eine fast fettfreie Vitamin-E-Quelle ist Moringa, der sog. Meerrettichbaum, dem geradezu Wunderwirkungen nachgesagt werden. Ob wundersam oder nicht, fest steht, dass sein Vitamin-E-Gehalt in jedem Fall interessant ist.

Schon mit einer Tagesdosis von 10 g Moringablattpulver deckt man 30 Prozent des Tagesbedarfs an Vitamin E. Da Moringa natürlich nicht nur Vitamin E liefert, sondern darüber hinaus noch etliche andere Vitalstoffe in relevanten Mengen wie z. B. Calcium, Magnesium und die B-Vitamine ist Moringa eine gute Wahl, wenn man die Ernährung auf ganzheitliche Weise ergänzen möchte.  

Vitamin E bei Makuladegeneration

In manchen Fällen aber wird Vitamin E in therapeutischen Dosen eingesetzt, die man allein mit der Ernährung gar nicht zu sich nehmen kann – wie z. B. bei der Makuladegeneration.

Dann aber wird nicht allein ein Vitamin-E-Präparat eingenommen, sondern noch viele andere Vitalstoffe mehr. Das Ziel ist, möglichst viele der erforderlichen Begleitstoffe zu sich zu nehmen, damit das Vitamin E ähnlich wirken kann, als würde es im natürlichen Verbund mit der Nahrung aufgenommen.

Im Falle der Makuladegeneration wird das Vitamin E daher von Vitamin C, Zink, Kupfer, Carotinoiden, Omega-3-Fettsäuren sowie ausgewählte weitere Antioxidantien begleitet. Details zu den ganzheitlichen Massnahmen bei Makuladegeneration finden Sie hier: Makuladegeneration – Ganzheitliche Massnahmen

Ihre Ausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

Ihnen gefällt das Ernährungskonzept des Zentrums der Gesundheit? Sie möchten gerne detailliert wissen, wie Sie für sich und Ihre Familie eine rundum gesunde Ernährung gestalten können? Oder möchten Sie vielleicht Ihrem Berufsleben eine neue Perspektive geben und auch andere Menschen zu Themen rund um eine ganzheitliche Gesundheit beraten können? Wir empfehlen die Akademie der Naturheilkunde zur Aus- bzw. Weiterbildung.

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Quellen:

  • Zentrum der Gesundheit


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