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Was macht Männer unfruchtbar?

Was macht Männer unfruchtbar?

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(Zentrum der Gesundheit) - Die Samenproduktionskapazität eines Mannes soll bereits wenige Wochen nach seiner Zeugung festgelegt werden. Je gesünder seine Mutter vor, während und unmittelbar nach der Schwangerschaft lebt und je seltener sie sich in dieser Zeit der Wirkung von Toxinen aussetzt, um so fruchtbarer wird ihr Sohn in seinem späteren Leben.

Nur noch halb so viele Spermien

In den westlichen Industrienationen scheinen die Männer langsam aber sicher unfruchtbar (Syn.: Fruchtlosigkeit, Impotenz, Sterilität, Zeugungsunfähigkeit) zu werden. Das befürchteten dänische Wissenschaftler schon vor knapp zwanzig Jahren. Neueste Forschungsergebnisse scheinen diesen Verdacht leider zu bestätigen, da die durchschnittliche Spermienzahl der westlichen Männerwelt in den letzten Jahrzehnten um fast die Hälfte gefallen ist.

Mittlerweile sollen 20 Prozent der Männer zwischen 18 und 25 Jahren nur noch über eine unnatürlich niedrige Spermienanzahl verfügen. In den 40er Jahren war der Durchschnittsmann noch mit 100 Millionen (m) Spermien pro Milliliter (ml) Samenflüssigkeit ausgestattet. Heute kann sich ein Mann glücklich schätzen, wenn sein Sperma 60 m/ml Samenzellen enthält.

Das Ejakulat der erwähnten besonders benachteiligten 20 Prozent jedoch – und dabei handelt es sich um junge, nach außen hin gesunde Männer – birgt oft weniger als 20 m/ml Samenzellen. Und selbst diese wenigen Samenzellen sind oft noch von miserabler Qualität. In vielen Fällen sind davon nur 5 bis 15 Prozent in der Lage, es überhaupt bis zur Eizelle zu schaffen. Der Rest bricht schon auf halber Strecke leblos in sich zusammen. Und so ist es kein Wunder, wenn die Ursache für die Unfruchtbarkeit eines Paares immer häufiger beim Mann zu finden ist.

Schadstoffe aus Umwelt und Nahrung senken die Spermienproduktion

Was ist die Ursache für den Untergang der männlichen Fertilität? Eine einzige Ursache gibt es leider nicht, vielmehr handelt es sich um ein ganzes „Ursachen-Sammelsurium“. Natürlich gehören dazu Giftstoffe, die den modernen Menschen tagtäglich und permanent umgeben und früher oder später – je nach Dosis und abhängig von der individuellen Toleranzgrenze – die Funktionen des Organismus beeinträchtigen.

Zu den allgegenwärtigen Toxinen gehören Umweltgifte, Wohngifte, synthetische Lebensmittelzusätze, belastetes Trinkwasser und Biozidrückstände in der Nahrung sowie Gifte in Kleidung, in Hygieneartikeln und in herkömmlichen Körperpflegemitteln. Da das Hormonsystem für äußere Einflüsse extrem empfänglich ist und auch die Geschlechtsorgane zu den sensiblen Bereichen des Körpers gehören, leiden sie unter der ständigen Schadstoffberieselung ganz besonders stark.

Östrogene aus der Antibabypille machen auch vor Männern nicht halt

Ein weiterer bekannter und für Männer fruchtbarkeitsmindernder Faktor ist die Allgegenwärtigkeit weiblicher Hormone. Über den Urin all der Frauen, die hormonell verhüten, gelangen Östrogene ins Trinkwasser, ins Grundwasser und damit auch in unsere Nahrungsmittel.

Auf diese Weise kommen auch Männer in das zweifelhafte Vergnügen einer unfreiwilligen – leider weiblichen – Hormontherapie. Phytoöstrogenhaltiges Soja, das mittlerweile immer häufiger in Fertigprodukten eingesetzt wird, oder auch Chemikalien, die hormonähnliche Wirkungen haben (z. B. Bisphenol A aus Kunststoffen und Konserven), können die tägliche Hormondosis noch weiter in die Höhe treiben.

„Höchstwahrscheinlich sind es alle diese Veränderungen in der Umwelt und in den Lebensgewohnheiten der Menschen, die im Laufe der letzten Jahrzehnte in ihrer Gesamtheit die Spermienproduktion immer weiter geschwächt haben,“ erklärte Professor Richard Sharpe, Fertilitätsexperte am Medical Research Council in einer britischen Nachrichtensendung.

Der Fruchtbarkeitslevel eines Mannes wird viele Monate vor seiner Geburt festgelegt

Auf viele der oben genannten fruchtbarkeitsmindernden Faktoren könnten Männer – wenn sie wollten – durch eine konsequente Neugestaltung ihres Lebensstils und ihrer Ernährungsweise Einfluss nehmen. Auf einen Faktor jedoch haben sie nicht den geringsten Einfluss. Fruchtbarkeitswissenschaftler sind nämlich davon überzeugt, dass einer der Hauptgründe für die schlechte Samenqualität bei Männern vor allem darin zu suchen sei, welchen Substanzen ihre Mütter während der Schwangerschaft ausgesetzt waren.

Chemikalien mindern Fruchtbarkeit

Im Jahre 1976 ereignete sich der fatale Chemieunfall im italienischen Seveso. Nie zuvor und danach war es der Menschheit gelungen, ihre Umwelt in diesem Maße mit derart gefährlichen Toxinen (Dioxin) zu verseuchen. Einige Jahre später stellte sich heraus, dass die Söhne jener Frauen, die während des Giftunfalls schwanger waren, nur über eine deutlich eingeschränkte Spermienproduktion verfügten. Der Fruchtbarkeit erwachsener Männer hatte das Gift nicht annähernd so viel geschadet.

Ein solcher Giftunfall geschieht glücklicherweise nicht alle Tage und man könnte daher verführt sein zu glauben, dass Dioxin – eines der stärksten bekannten Gifte – mit der weit verbreiteten Unfruchtbarkeit von Männern sicher nichts mehr zu tun haben kann. Schließlich wird man doch aus dem Unglück bei Seveso gelernt haben. Leider nicht. Während die Dioxinimmissionen aus der Müllverbrennung und aus Industrieabgasen kontinuierlich sinken, gibt es eine neue Dioxinquelle.

Triclosan ist ein chemisches Desinfektionsmittel, das in vielen geläufigen und täglich gebrauchten Hygieneartikeln eingesetzt wird. Es ist in Seifen, in Zahncremes, im Rasiergel, in Putzmitteln, im Geschirrspürmittel, ja sogar in Textilien und Schuhen enthalten. Triclosan kann einerseits direkt mit Dioxinen verunreinigt sein und sich außerdem unter dem Einfluss von Sonnenlicht (im Falle von Textilien) in Dioxine umwandeln, die dann wiederum höchst negativ auf die Entwicklung ungeborener Kinder einwirken können. Mehr zu Triclosan im Text Triclosan – Gift in Hygieneartikeln und Textilien.

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Mütter, die Rindfleisch lieben, reduzieren die Fruchtbarkeit ihrer ungeborenen Söhne

Doch auch vordergründig relativ harmlose Dinge können die Fruchtbarkeitsentwicklung ungeborener Kinder offenbar nachhaltig beeinflussen. Eine Studie hatte festgestellt, dass die Söhne von Frauen, die während der Schwangerschaft besonders viel Rindfleisch aßen, als erwachsene Männer weniger fruchtbar waren. Bei bereits erwachsenen Männern jedoch habe das Essen von Rindfleisch keinen auffallend starken fruchtbarkeitsmindernden Effekt mehr.

Fruchtbarkeitskiller Nikotin

Eine andere Untersuchung enttarnte Tabak als Fruchtbarkeitskiller, allerdings wiederum nur, wenn die Mutter während der Schwangerschaft rauchte. Wenn ein erwachsener Mann raucht, dann reduziert er die Anzahl seiner Spermien um bescheidene 15 Prozent, was sich – sobald er zum Nichtraucher wird – wieder ändern kann. Wenn aber eine Frau während der Schwangerschaft raucht, dann wird ihr Sohn – wenn er erwachsen ist – 40 Prozent weniger Spermien produzieren – und zwar dauerhaft. Diese verminderte Fruchtbarkeit wird sich also niemals mehr regenerieren können.

Übergewichtige Frauen begünstigen Unfruchtbarkeit bei ihren Söhnen

Auch Übergewicht bei Schwangeren kann die Fruchtbarkeit des noch ungeborenen Kindes beeinträchtigen. Man vermutet, dass auch hier Chemikalien der Auslöser sind, da dort, wo Fett ist, deutlich mehr Chemikalien gespeichert werden können als in einem schlanken Körper.

Noch viele weitere Studien bestärken den Verdacht, dass die Leistungsfähigkeit der Spermienproduktion eines Mannes bereits in der Frühphase seiner Embryonalentwicklung festgelegt wird. Wenn Toxine die Entwicklung der sog. Sertoli-Zellen beeinträchtigen, dann wird der betreffende Mann ein Leben lang mit einer nur dürftigen Spermienproduktion dienen können. Sertoli-Zellen befinden sich in den Hodenkanälchen. Sie steuern die Spermienproduktion und sind für die Ernährung der reifenden Samenzellen zuständig. Je weniger Sertoli-Zellen ein Mann hat, umso weniger Samenzellen wird er folglich produzieren können.

Die Fruchtbarkeit der Männerwelt liegt (auch) in den Händen der Mütter

Professor Sharpe plädiert daher an das Verantwortungsgefühl künftiger und werdender Mütter: „Die Verhaltensweise der Mutter während der Schwangerschaft hat extreme Auswirkungen auf die lebenslange Gesundheit des Kindes und genauso auf die Fruchtbarkeit ihrer Söhne.“ Natürlich kann eine werdende Mutter nicht allen Chemikalien und bedenklichen Substanzen ausweichen, doch kann sie durch einen bewussten Lebensstil und eine gesunde Ernährung die Chemikalienbelastung ihres Kindes radikal reduzieren und damit die Qualität seines späteren Lebens erheblich steigern. Es liegt also mit in der Hand einer Mutter, ob ihr Sohn einmal Familienglück erleben wird oder nicht.

Global betrachtet stellt die pränatale Belastung mit giftigen Chemikalien eine ernste Gefahr für die Fruchtbarkeit aller Männer dar, was sogar – langfristig betrachtet – die Existenz der Menschheit bedrohen könnte.

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