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Ursache für männliche Unfruchtbarkeit

Ursache für männliche Unfruchtbarkeit

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(Zentrum der Gesundheit) - Vater werden ist nicht schwer, hiess es einst. Heutzutage gilt dies nur noch bedingt. Bei einem Drittel der deutschen Männer ist die Qualität der Spermien inzwischen derart schlecht, dass es im Falle eines Kinderwunsches dieser immer länger und auch immer öfter nur ein Wunsch bleibt. Studien brachten jetzt ans Tageslicht dass Männer, die natürliche Nahrungsergänzungsmittel mit Antioxidantien einnehmen, ihre Zeugungsfähigkeit deutlich steigern können.

Studie zeigt: Antioxidantien erhöhen die Zeugungsfähigkeit

In der Datenbank der Cochrane Library (Crochane Database of Systematic Reviews) wurde kürzlich eine systematische Übersichtsarbeit(1) (Systematic Review) zu diesem Thema veröffentlicht.

Neuseeländische Wissenschaftler hatten die Resultate von insgesamt 34 kontrollierten Studien mit Paaren ausgewertet, die sich reproduktionsmedizinischen Behandlungen unterzogen hatten (z. B. mit künstlicher Befruchtung, Intrauteriner Insemination, u. a.), weil ihr Kinderwunsch nicht erfüllt wurde.

Die meisten Männer, die an den Experimenten teilgenommen hatten, wiesen eine verminderte Spermienanzahl oder eine geringe Spermienbeweglichkeit auf. Sie wurden folglich als subfertil (vermindert fruchtbar) eingestuft, was bedeutet, dass sie zwar als zeugungsfähig, aber als unterdurchschnittlich fruchtbar gelten

Chance auf Vaterschaft steigt um mehr als das Vierfache

Im betreffenden Review fanden die Forscher nun heraus, dass bei jenen Studienteilnehmern, die Antioxidantien einnahmen, die Chance, dass ihre Partnerin schwanger wurde, vier Mal grösser war, als bei den übrigen an der Studie teilnehmenden Männern, die keine Antioxidantien in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich nahmen.

Die orale Einnahme von Ergänzungsmitteln mit Antioxidantien kann dazu beitragen, die Chance eines Paares auf eine Befruchtung zu erhöhen

sagte die führende Forscherin Marian Showell von der Universität Auckland in Neuseeland.

Freie Radikale bedrohen Spermien

Einer der Hauptgründe für die heute immer weiter sinkende Spermienqualität ist vermutlich oxidativer Stress in Form von freien Radikalen. Diese können Spermien leicht angreifen, sie schädigen und sie in ihrer Beweglichkeit einschränken.

Das Ziel der Wissenschaftler war also, zu bestimmen, inwiefern die Einnahme von Antioxidantien die Samenzellen vor oxidativem Stress schützen können.

Mehr Babys durch Antioxidantien

An 15 der ausgewerteten Studien nahmen insgesamt 964 Paare teil. Die Kontrollgruppe bestand aus 449 Paaren und nahm keine Antioxidantien ein. Hier traten 18 Schwangerschaften ein (3 Prozent).

In jener Gruppe aber, die Nahrungsergänzungsmittel mit Antioxidantien einnahm (515 Paare), meldeten sich im gleichen Zeitraum 82 neue Erdenbürger an (16 Prozent).

Die Forscher schlussfolgerten, dass die Einnahme von Antioxidantien durch den männlichen Partner die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung deutlich steigern kann.

Mehr Lebendgeburten durch Antioxidantien

Bekannt ist, dass bei reproduktionsmedizinischen Eingriffen eine Schwangerschaft relativ häufig erzielt werden kann, allerdings kommt es auch recht häufig zu Fehlgeburten. Ob die Fehlgeburtenrate nun deutlich höher ist als bei normal entstandenen Schwangerschaften, darüber wird noch diskutiert.

Die neuseeländischen Wissenschaftler jedenfalls entdeckten, dass die Zahl der Lebendgeburten signifikant anstieg, wenn die Männer vor der Zeugung Antioxidantien eingenommen hatten.

Welche Antioxidantien erhöhen die Fruchtbarkeit?

Leider wurden in den untersuchten Studien verschiedene Sorten Antioxidantien (Vitamin E, Vitamin C, Selen, Carotinoide, Ubiquinol, Folate und Zink) und auch verschiedene Dosierungen verwendet, so dass die spannendste Frage, nämlich nach Art und Dosis der fruchtbarkeitsfördernden Antioxidantien bedauerlicherweise nicht einheitlich beantwortet werden kann.

Die Studien werden folglich als nicht beweiskräftig eingestuft mit dem Hinweis, dass zum entsprechenden Thema weitere klinische Studien nötig seien, die diesen Zusammenhang dann definitiv bestätigen können.

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Vitamin C fördert die Spermien-Beweglichkeit

Sperma enthält natürlicherweise Vitamin C, um sich freier Radikale zu entledigen. Oft genug jedoch ist diese Abwehr überfordert. Umweltgifte, weibliche Hormone im Trinkwasser, Handystrahlung, Genussgifte und vieles mehr erhöhen den oxidativen Stress so sehr, dass die Antioxidantien-Reserven für diese enorme Belastung nicht ausreichen.

Aus diesem Grunde wurde die Nützlichkeit einer zusätzlichen Einnahme von Vitamin C (als wohl eines der bekanntesten Antioxidantien) auf die Qualität der Spermien in einer Vielzahl kleiner Studien untersucht.

Eine dieser Studien wurde aktuell mit 97 Männern (Nichtrauchern) durchgeführt. Sie zeigte, dass die Einnahme von Vitamin C nicht nur die Beweglichkeit, sondern auch die Anzahl der Spermien steigern kann.

Fürchten Reproduktionsmediziner die Konkurrenz der Antioxidantien?

Der Reproduktionsmediziner Dr. Sherman Silber, Leiter des Zentrums für Unfruchtbarkeit in St. Louis/Missouri (The Infertility Center of St. Louis) warnte hingegen davor, allzu grosse Hoffnungen in die Einnahme von Antioxidantien zu investieren.

Er befürchtet, dass sich dadurch die seiner Ansicht nach nötigen Fruchtbarkeitsbehandlungen so verzögern würden, dass die Paare, insbesondere die Frauen für reproduktionsmedizinische Massnahmen letztendlich zu alt würden.

Was aber spricht dagegen, sich - bevor man sich den Strapazen der Reproduktionsmedizin hingibt - wenigstens ein Jahr lang gesund zu ernähren, sich mit Vitalstoffen und Antioxidantien zu versorgen und abzuwarten, was geschieht?

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Quellen:

 

Fussnote:
(1)Systematic Review: Reviews der Cochrane Library sind systematische Übersichtsarbeiten, die alle zu einer therapeutischen Fragestellung relevanten Studien und andere Forschungsergebnisse zusammenfassen. Die Reviews werden von derzeit 52 Cochrane Review Gruppen erstellt, die problemorientiert (z.B. Mamma-Karzinom), Interventions-basiert (z.B. Ernährung) oder an Bereichen der medizinischen Versorgung (z.B. Primärversorgung) orientiert sein können. Die Autoren eines Cochrane Reviews können aus ganz unterschiedlichen Ländern und Fachrichtungen kommen. In der Regel tun sich multidisziplinäre Teams zusammen, so dass z.B. klinische Experten, Methodiker der klinischen Epidemiologie, Recherche-Spezialisten und ggf. Statistiker gemeinsam an einer Übersichtsarbeit arbeiten (www.cochrane.de)



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