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Kartoffeln gegen Bluthochdruck

Kartoffeln gegen Bluthochdruck

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(Zentrum der Gesundheit) - Kartoffeln enthalten eine Menge Kohlenhydrate, wenig Vitalstoffe und machen dick. - Genau das denken leider viele Menschen über diese tolle Knolle. Dabei sind Kartoffeln sehr gesund. Verschiedene Studien bestätigen: Kartoffeln enthalten zwar viel Stärke, machen aber nicht unbedingt dick. Ausserdem können Kartoffeln offenbar sogar dabei helfen, Bluthochdruck zu bekämpfen. Es kommt nur auf die Zubereitung an.

Grundnahrungsmittel Kartoffel

Die Kartoffel hat eine sehr lange Geschichte. Man schätzt, dass die älteste Kartoffelsorte schon vor tausenden von Jahren in Südamerika existierte. Vor einigen hundert Jahren fand die Kartoffel dann ihren Weg von dort, über Spanien nach Europa und erlangte mit der Zeit weltweite Bekanntheit.

Heutzutage ist die Kartoffel ein wichtiges Grundnahrungsmittel für viele Menschen auf der Erde und trotzdem hat sie innerhalb der letzten Jahre - unberechtigterweise - einen schlechten Ruf als nährstoffarmer Dickmacher bekommen. Leider wird der eigentliche Wert dieser tollen Knolle von vielen Menschen unterschätzt.

Schlechter Ruf der Kartoffel

Höchstwahrscheinlich hat sich der schlechte Ruf der Kartoffel mit der Veränderung ihrer Zubereitung entwickelt. Die Zubereitungsart von Kartoffeln unterscheidet sich in der heutigen Zeit stark von der ursprünglichen. Vor allem in den USA, aber auch in Europa werden Kartoffeln häufig frittiert und mit viel Fett oder zumindest mit dickem Quark serviert. Natürlich machen solche Gerichte dick und sind auch nicht gesund, doch die Kartoffel an sich trägt eigentlich keine Schuld daran. Eine gekochte Kartoffel hat gar nicht so viele Kalorien und enthält sogar unzählige gesunde sekundäre Pflanzenstoffe.

Gesunde Kartoffeln

Der Vitalstoffgehalt von gekochten Kartoffeln wird dramatisch unterschätzt. Das hat auch eine neue Studie des Chemieprofessors Joe Vinson der University of Scranton ergeben:

„Wir hoffen, dass unsere Untersuchung den allgemeinen Ruf der Kartoffel in Bezug auf ihren Nährwert verbessern kann.“

Obwohl Kartoffeln einen hohen glykämischen Index aufweisen (also den Blutzuckerspiegel beeinflussen), sind sie reich an wichtigen Nährwerten, die sogar dabei helfen können, Übergewicht und Bluthochdruck zu bekämpfen.

Nährstoffe der Kartoffel

Abgesehen von Mineralstoffen und Vitaminen - wie z.B. Vitamin C, B6, B1 und B3 - sind Kartoffeln (insbesondere die farbigen) reich an Kalium, Magnesium, Eisen, Zink und Phosphor, sowie Carotinoiden und natürlichen Phenolen.

Carotinoide sind Pflanzenpigmenten, die in den meisten farbigen Gemüsesorten enthalten sind, darunter auch Aprikosen, Karotten, Algen und grünes Blattgemüse. Da der menschliche Körper Carotinoide nicht selbst produzieren kann, müssen diese über die Ernährung aufgenommen werden, denn Carotinoide spielen eine wichtige Rolle bei zahlreichen metabolischen Prozessen. Zudem besitzen die meisten dieser Stoffe wichtige antioxidative Aktivitäten, die auch das Krebsrisiko senken und die Lebenserwartung verlängern können.

Kartoffeln gegen Bluthochdruck

Professor Vinson hat die gesundheitlichen Vorzüge lilafarbener Kartoffeln an einer Versuchsgruppe von 18 übergewichtigen und unter Bluthochdruck leidenden Personen getestet, denen über einen Zeitraum von einem Monat zweimal täglich sechs bis acht ungeschälte Kartoffeln (von der Grösse eines Golfballs) zu essen gegeben wurden. Vinson erklärte, dass er lila Kartoffeln ausgewählt habe, da diese besonders reich an Carotinoiden seien.

Das Forschungsteam hat den systolischen (zusammenziehenden) und diastolischen (ausdehnenden) Blutdruck der Patienten während der Versuchsperiode aufmerksam beobachtet. Bis zum Ende des Monats konnten die Wissenschaftler einen Abfall von durchschnittlich 4,3% beim diastolischen Blutdruck und von durchschnittlich 3,5% beim systolischen Blutdruck verzeichnen. Diese Zahlen sind besonders eindrucksvoll, wenn man bedenkt, wie kurz die Zeitspanne der Versuchsperiode war. Zudem hat niemand der Teilnehmer an Gewicht zugenommen oder von irgendwelchen negativen gesundheitlichen Veränderungen berichtet. [Quelle]

Aber wie funktioniert das? Welche Inhaltsstoffe sind für diese tollen Effekte verantwortlich? Dazu sollte man zunächst verstehen, was bei Bluthochdruck im Körper passiert.

Bluthochdruck

Bluthochdruck kann verschiedene Ursachen haben. Meist entwickelt sich Bluthochdruck unbemerkt über viele Jahre hinweg auf Grund einer schlechten Ernährung. Eine ungesunde Lebensweise kann bewirken, dass der Hormonhaushalt gestört wird, oder andere Faktoren auftreten, die schliesslich zur Erhöhung des Blutdrucks führen.

Gefahren durch Bluthochdruck

Bei Bluthochdruck ist der Druck, der durch das Pumpen des Herzmuskels in den Arterien entsteht, zu hoch. Durch die erhöhte Belastung der Arterienwände können folglich Risse in den Gefässen entstehen. Bei einem Vitamin- und Mineralstoffmangel fehlen unserem Körper die Stoffe, die er für die ständige Reparatur der Arterienwände benötigt. Deshalb sucht der Körper nach einer Notlösung und fängt an mit Hilfe von „schlechtem“ LDL-Cholesterin und Calcium die Risse wenigstens zu stopfen. Die Folge ist Arteriosklerose (Arterienverkalkung).

Durch die Verkalkung der Gefässe, entsteht ein Teufelskreis: Das Blut muss mit mehr Druck durch engere Arterien gepumpt werden. Der Blutdruck steigt weiter. Wenn sich nun Teile der Verkalkungen lösen und kleiner Blutgefässe im Gehirn oder im Herzen verstopfen, führt das zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt, wobei das nicht durchblutete Gewebe abstirbt.

Medikamente gegen Bluthochdruck

Die herkömmlichen Medikamente gegen Bluthochdruck versuchen die Symptome zu mindern, damit die Patienten keine Folgeschäden oder zumindest ein geringeres Risiko für Folgeschäden bekommen. Das Problem dabei ist, dass die eigentlichen Ursachen (meist eine ungesunde Lebensweise) nicht verändert werden und die Medikamente zudem enorme Nebenwirkungen haben können.

Es gibt viele Arten von Medikamenten gegen Bluthochdruck, die auf unterschiedlichste Weise bestimmte Systeme in unserem Körper beeinflussen, welche für die Regulation des Blutdrucks verantwortlich sind.

Betablocker gegen Bluthochdruck

Die meisten Menschen, die an Bluthochdruck leiden, bekommen von ihrem Arzt Betablocker verschrieben. Wie der Name schon sagt, blockieren diese Medikamente bestimmte Proteine - die so genannten Beta-Rezeptoren am Herz. Diese Beta-Rezeptoren werden normalerweise durch das Hormon Adrenalin aktiviert, was unserem Herz das Signal übermittelt, die Herzkraft und -frequenz zu steigern. Vor allem bei Stress oder Anspannung wird vermehrt Adrenalin ausgeschüttet, damit durch den erhöhten Blutdruck das Blut schneller zu den Organen gelangt und unser Körper kurzfristig leistungsfähiger ist. Wenn die Beta-Rezeptoren allerdings durch Betablocker blockiert sind, kann kein Adrenalin mehr binden, was dazu führt, dass der Blutdruck sinkt.

ACE-Hemmer gegen Bluthochdruck

Andere Medikamente gegen Bluthochdruck setzen an einem Enzym an, das ebenfalls den Blutdruck reguliert - an dem so genannten Angiotensin-konvertierenden Enzym (Angiotensin Converting Enzyme), kurz ACE. Dieses Enzym ist für die Bildung eines Hormons (Angiotensin 2) verantwortlich, welches die Blutgefässe verengt und den Blutdruck dadurch erhöht. So genannte ACE-Hemmer blockieren die Bildung dieses Hormons, was logischerweise die Senkung des Blutdrucks zur Folge hat.

ACE-Hemmer in Kartoffeln

Genau an diese Stelle könnte auch die Wirkung von Kartoffeln gegen Bluthochdruck begründet liegen. Neben den oben beschriebenen synthetisch hergestellten ACE-Hemmern, gibt es auch natürliche Stoffe in Kartoffeln, die das Angiotensin-bildende Enzym blockieren können und daher einen Einfluss auf den Blutdruck haben. Auch für Professor Vinson ist dies eine mögliche Erklärung für seine Versuchsergebnisse.

Für die nahe Zukunft plant Vinson daher auch den gesundheitlichen Nutzen von weissen Kartoffeln zu untersuchen, die - obwohl es ihnen an Farbstoffen mangelt - ebenfalls ungeahnte Gesundheitsvorteile bergen können.

Weitere natürliche Blutdrucksenker

ACE-hemmende und blutdrucksenkende Stoffe wurden jedoch nicht nur in der Kartoffel, sondern beispielsweise auch in Erbsen, Reis, Buchweizen, Brokkoli, Rosenkohl, Knoblauch, Spinat, Erdnüssen oder Sojabohnen gefunden. Durch die Verdauung dieser Lebensmittel entstehen bestimmte Protein-Bruchstücke (so genannte Peptide), die von unserem Körper aufgenommen werden können und als ACE-Hemmer den Blutdruck senken können.

Mit Sojabohnen wurden schon mehrere Studien durchgeführt, die den Mechanismus ihrer blutdrucksenkenden Wirkung aufdecken sollten. [Quelle]

Natto gegen Bluthochdruck

Bei Soja gibt es allerdings noch einen Spezialfall in Bezug auf die Regulation des Blutdrucks: Eine spezielle, japanische Sojazubereitung namens Natto besitzt verstärkte Kräfte gegen Bluthochdruck und dessen Folgen: Natto enthält neben natürlichen ACE-Hemmern auch ein bestimmtes Enzym, die Nattokinase, welche offenbar Ablagerungen in den Gefässen abbaut. [Quelle 1, Quelle 2, Quelle 3, Quelle 4]

Ausserdem enthält Natto - als eines der wenigen Lebensmittel - natürliches Vitamin K2, welches ebenfalls einen sehr positiven Einfluss auf das Herz-Kreislaufsystem und die Blutgefässe hat. Natto ist somit gewissermassen in der Lage den Teufelskreis zwischen Bluthochdruck, Arterienverkalkung und eventuellem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu durchbrechen.

Vorteile natürlicher Blutdrucksenker

Sie fragen sich nun vielleicht, was all diese natürlichen Blutdrucksenker von den herkömmlichen Medikamenten unterscheidet? Das Gute an diesen natürlichen Stoffen ist, dass sie prinzipiell keine Nebenwirkungen mit sich bringen. Da unser Körper synthetische Substanzen nur bedingt erkennt und daher nicht unbedingt differenziert einsetzen kann, wirken solche Medikamente natürlich auch an anderen Stellen im Körper, die eigentlich nicht beeinflusst werden sollten. Natürliche Stoffe, haben den Vorteil, dass unser Körper diese genau identifizieren und daher auch optimal nutzen kann.

Ernährung gegen Bluthochdruck

Aber sollen Menschen, die an Bluthochdruck leiden nun nur noch Natto oder Kartoffeln essen? Sicherlich nicht. Diese Lebensmittel sollen nur eine Unterstützung sein. Wenn man sich unausgewogen nur noch von Natto oder Kartoffeln ernährt, fehlt dem Körper mit der Zeit natürlich an einer anderen Stelle etwas. Auch der oben beschriebene Versuchsaufbau von Professor Vinson entspricht nicht unbedingt einer ausgewogenen Ernährung.

Am besten beugen Sie jegliche Krankheiten mit einer gesunden Ernährung vor, die Ihrem Körper alle Stoffe liefert, die er zum Leben braucht. So schaffen Sie eine der häufigsten Ursachen für Bluthochdruck, aber auch für andere Krankheiten am einfachsten aus dem Weg.

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Quellen:



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