Zentrum der Gesundheit
Scheidenpilz – Neun ganzheitliche Tipps

Scheidenpilz – Neun ganzheitliche Tipps

Autor: , Letzte Änderung:

(Zentrum der Gesundheit) – Eine Scheidenpilzinfektion ist eine lästige Angelegenheit. Besonders unangenehm wird der Scheidenpilz, wenn er chronische Züge annimmt und in regelmässigen Abständen immer wieder kehrt. Der verantwortliche Pilz ist zumeist Candida albicans, ein Hefepilz, der jede Schwäche des Immunsystems nutzt, um sich auszubreiten – ob im Darm, auf der Haut oder eben auch in der Scheide. Neun ganzheitliche Massnahmen sorgen bei Scheidenpilz dafür, dass der Pilz nicht nur kurzfristig vertrieben wird, sondern auch dauerhaft verschwunden bleibt.

Scheidenpilz – Wenn Juckreiz zur Qual wird

Viele Frauen leiden immer wieder unter Scheidenpilz (auch Vaginalmykose genannt) – einer Pilzinfektion der Scheidenschleimhaut. Die übliche Behandlung in der gynäkologischen Praxis wirkt meist schnell. Doch nicht selten kehrt der Scheidenpilz genauso schnell wieder zurück.

Während sich eine Pilzinfektion auf der Haut oder im Darm nicht unbedingt mit Juckreiz äussert, tut dies der Scheidenpilz mit teils unerträglicher Vehemenz.

Der Juckreiz kann so stark werden, dass frau sich in der Öffentlichkeit nur mit äusserster Selbstbeherrschung vom Griff in den Schritt abhalten kann. Jeglicher Versuch, den Juckreiz jedoch durch Reiben zu lindern, macht das Problem noch schlimmer, da sich jetzt zum Juckreiz noch ein schmerzhaftes Brennen gesellen kann.

Die Schleimhäute in der Scheide werden vom Scheidenpilz so stark angegriffen, dass auch Geschlechtsverkehr – ebenfalls eine Art der Reibung – zu einer ganz neuen Herausforderung wird.

Abgesehen davon, dass Geschlechtsverkehr mit einem Scheidenpilz wegen der hohen Ansteckungsgefahr nicht empfehlenswert ist, können im Anfangsstadium der Scheidenpilzinfektion besonders intensive Empfindungen beim Sex überhaupt erst auf den Scheidenpilz hindeuten.

Innerhalb kurzer Zeit breitet sich der Pilz jedoch so aus, dass Geschlechtsverkehr oft nur noch unter Schmerzen möglich ist.

Da sich ein Scheidenpilz auch durch Brennen beim Wasserlassen äussern kann, denken manche Frauen zunächst auch an eine Blasenentzündung.

Scheidenpilz durch Candida albicans

Verantwortlich für einen Scheidenpilzinfektion ist meist der Hefepilz Candida albicans. In etwa 80 Prozent aller Fälle sorgt er in der Scheide für unangenehmen Juckreiz, Schmerz und Ausfluss.

Candida-Pilze befinden sich überall um uns herum und können sich somit auch an vielen verschiedenen Körperstellen niederlassen. So findet man Candida albicans auf der Haut ebenso wie an den Schleimhäuten im Mund-, Nasen- und Rachenraum, ja, im gesamten Verdauungssystem, aber auch an den männlichen und weiblichen Geschlechtsorganen.

Das blosse Vorhandensein des Candida Pilzes löst jedoch noch längst keine Pilzinfektion aus. Solange sich der Pilz nicht über Gebühr vermehrt, schadet er der Gesundheit nicht.

Stimmen jedoch die Voraussetzungen, ist also – aus welchen Gründen auch immer – das Immunsystem des Menschen geschwächt, dann nutzt der Pilz die Gelegenheit und breitet sich massiv aus. Sofort werden die charakteristischen Beschwerden spürbar:

Scheidenpilz – Die Symptome

Eine Scheidenpilzinfektionkann mit den folgenden Symptomen einhergehen:
 

  • gerötete und geschwollene Vaginalschleimhäute
  • starkes Jucken und Brennen im Vaginalbereich
  • Brennen beim Wasserlassen
  • weisslicher (auch krümeliger) Ausfluss mit schwachem Geruch
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Scheidenpilz – Welcher Pilz?

Nicht immer ist Candida albicans für die genannten Beschwerden der Auslöser. Es könnte sich ebenso um den Candida glabrata, den Candida krusei oder auch um eine bakterielle Infektion handeln, wobei letztere sich meist durch einen sehr unangenehmen, fischigen Intimgeruch von einer Pilzinfektion unterscheidet.

Der Candida glabrata sowie der Candida krusei sind resistent gegen die üblichen Dosierungen aller für gynäkologische Zwecke zugelassenen schulmedizinischen Antimykotika (Anti-Pilz-Medikamente) oder zumindest nicht ausreichend wirksam. Daher wird beim Frauenarzt vor einer Medikamentenverordnung abgeklärt, welche Candida-Art nun der Auslöser der Infektion ist.

Auch wird natürlich eine bakterielle Infektion ausgeschlossen oder unter Umständen bestätigt.

Möchte man die Scheidenpilzinfektion auf ganzheitlichem Weise angehen, ist es unerheblich, welche Candida-Art ihr Unwesen treibt, da die ganzheitlichen Massnahmen zur Wiederherstellung eines insgesamt gesunden Körpermilieus beitragen, wo sich dann weder pathogene (krankheitserregende) Bakterien noch Pilze wohl fühlen sollten.

Da eine Scheidenpilzinfektion bei massiver Ausbreitung jedoch auch die Ansiedlung von schädlichen Bakterien erleichtert, diese zu Entzündungen im Unterleib führen können, was wiederum verklebte Eileiter und damit eine mögliche Unfruchtbarkeit mit sich bringen könnte, ist der Einsatz von schulmedizinischen Medikamenten gegen den Pilzbefall nicht rundheraus abzulehnen.

Ideal wäre bei starken Scheidenpilzinfektionen die Kombination schulmedizinischer und ganzheitlicher Massnahmen. Bei leichtem Scheidenpilz genügen letztere meist völlig.

Scheidenpilz beim Mann?

Natürlich können Männer mangels Scheide keine Scheidenpilzinfektion erleiden, doch kann Candida albicans auch den Penis ins Visier nehmen.

Ist dies der Fall, so zeigen sich kaum die für den Scheidenpilz der Frau typischen Symptome. Das liegt daran, dass die Eichel im Gegensatz zur Vagina eher trocken ist, so dass sich die Pilze dort nicht ganz so rasant ausbreiten können.

Etwas anders verhält es sich allerdings bei Männern mit einer Vorhautverengung. Hier finden die Pilze wieder die leicht feuchte und geschützte Umgebung, die sie zur Vermehrung benötigen. Jetzt können auch beim Mann die typischen Symptome wie Juckreiz, Rötung und weisser Belag auf der Eichel sichtbar sein.

Scheidenpilz: Achtung Ansteckungsgefahr!

Die für Scheidenpilzinfektionen verantwortlichen Pilze sind äusserst gesellig. Das heisst, sie „hüpfen“ schnell von einem Menschen zum anderen. Daher ist die Ansteckungsgefahr insbesondere beim Geschlechtsverkehr besonders gross.

Zwar leiden Männer unter einer Pilzinfektion des Genitalbereiches – wie erwähnt – so gut wie gar nicht. Doch Träger des Pilzes können sie durchaus sein. Auf diese Weise kommt es leicht zu einer ständigen gegenseitigen Neuansteckung zwischen zwei Sexualpartnern.

Bei einem hartnäckigen Scheidenpilz wäre es daher empfehlenswert, wenn der Mann sich vorsichtshalber ebenfalls behandeln oder zumindest einmal von einem Urologen untersuchen liesse – und zwar auch dann, wenn er keine Beschwerden hat.

Nicht selten beobachten Frauen nämlich, dass eine Trennung vom chronischen Scheidenpilz erst nach der Trennung vom aktuellen Partner stattfinden konnte – und das womöglich nur, weil sich der Partner weigerte, sich an der Anti-Pilz-Therapie zu beteiligen.

Woher kommt der Pilz jedoch überhaupt? Was ist die Ursache dafür, dass er sich so ausbreiten und die Schleimhäute ungestört besiedeln kann?

Scheidenpilz – Die Ursachen

Eine Scheidenpilzinfektion kann viele Ursachen haben. Meist jedoch treten – insbesondere aus ganzheitlicher Sicht – mehrere Ursachen gleichzeitig auf.

Scheidenpilz durch zu viel Hygiene?

Die meisten Menschen bringen eine Scheidenpilzinfektion immer noch mit fehlender Hygiene in Verbindung. Doch das ist grundlegend falsch. Häufig ist eher das Gegenteil der Fall – nämlich übertriebene Hygiene mit desinfizierenden Intimpflegemitteln.

Diese zerstören die natürliche Scheidenflora, heben damit den körpereigenen Schutz der Scheide auf und schaffen folglich einen idealen Lebensraum für Pilze.

Die Verwendung von reinem Wasser zur Reinigung des Intimbereichs – in Verbindung mit einer duftfreien Waschlotion aus dem Naturkosmetiksektor – ist daher vollkommen ausreichend.

Schon allein dieser Punkt zeigt, dass nicht der Pilz an sich das Problem ist, sondern das Körpermilieu. Erst wenn dieses so gestört ist, dass sich der Pilz ansiedeln und vermehren kann, tut er dies auch. Bei einem starken und ausgeglichenen Körpermilieu hingegen traut sich kein Pilz aus der Deckung, was heisst, es kommt zu keiner Pilzinvasion!

Ein gestörtes Körpermilieu zeigt sich heutzutage meist in einer Kombination aus einer chronischen Übersäuerung, einem geschwächten Immunsystem sowie einer disharmonischen Darmflora (Dysbakterie bzw. Dysbiose).

Scheidenpilz durch Übersäuerung

Eine chronische Übersäuerung des Körpers zeigt sich nun darin, dass in eigentlich basischen Körperbereichen, zu denen beispielsweise der Dünndarm zählt, die pH-Werte sinken (also sauer werden) und gleichzeitig dort steigen (also weniger sauer oder gar basisch werden), wo normalerweise ein saurer pH-Wert herrschen sollte, wie z. B. in der Scheide.

Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf die dort lebenden Mikroorganismen, die sich nun dem veränderten Lebensraum (u. a. pH-Wert) anpassen müssen. Gerade die Milchsäurebakterien aber, die in der Scheide für den sauren pH-Wert sorgen, können bei steigendem pH-Wert nicht mehr überleben – ganz im Gegensatz zu den Pilzen.

Die Pilze finden jetzt immer mehr Lebensraum, da die gesunde Scheidenflora (Milchsäurebakterien) langsam verschwindet und den Pilzen somit Platz macht.

Gleichzeitig kommt es durch eine Verschiebung der natürlichen pH-Werte zur Reizung der empfindlichen Schleimhäute. Diese Reizung schädigt das Schleimhautgewebe.

Eine lädierte Schleimhaut ist – neben einem grosszügigen Zuckerangebot durch eine kohlenhydratreiche Ernährung – so ziemlich das Beste, was den Pilzen unterkommen kann.

Hier siedeln sie sich mit Vorliebe an und ernähren sich – abgesehen vom Zucker – auch von den absterbenden Zellen der kränkelnden Scheidenschleimhaut.

Folglich finden Pilze in einem übersäuerten Körper ideale Lebensbedingungen.

Scheidenpilz durch Darmpilz

Oft hat ein Scheidenpilz seinen Ursprung im Darm.

Sind nämlich die Darmschleimhäute aufgrund einer bestehenden Übersäuerung mit Pilzen besiedelt, ist der Weg zur Vaginalschleimhaut nicht mehr weit. Ein Scheidenpilz tritt daher sehr oft besonders dann auf, wenn bereits ein Darmpilz zugegen ist.

Das bedeutet nun, dass bei einer Scheidenpilzinfektion immer auch der Darm saniert werden sollte. Nur so kann verhindert werden, dass die Darmpilze auch im Vaginalbereich wiederholt Infektionen auslösen und der Darmpilz zum Scheidenpilz wird.

Eine Darmsanierung mit Aufbau der gesunden Darmflora drängt den Pilz zurück. Da ferner eine gesunde Darmflora ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems darstellt, wird durch diese Massnahme auch gleich das bei Pilzinfektionen geschwächte Immunsystem gestärkt.

Scheidenpilz durch schwaches Immunsystem

Verschiedene weitere Faktoren können nun ebenfalls das Immunsystem schwächen oder unterdrücken und somit den Weg für einen Scheidenpilz ebnen:

Dazu gehören Medikamente wie Cortison und Immunsuppressiva, aber auch chronischer Stress, der den Körper langfristig auslaugt und anfällig für Krankheiten aller Art macht und so natürlich ebenfalls für Pilzinfektionen.

Ganz besonders häufig fördert auch die Einnahme von Antibiotika nicht nur die Entstehung einer Darmpilzinfektion, sondern auch die einer Scheidenpilzinfektion, so dass sehr oft zwar die Krankheit verschwindet, deretwegen man Antibiotika nahm, aber unmittelbar danach das Jucken in der Scheide einsetzt.

Scheidenpilz durch Antibiotika

Ein Antibiotikum wird bei nahezu allen bakteriellen Erkrankungen vom Arzt verschrieben. Es tötet zwar die bakteriellen Erreger ab, aber die nützlichen Bakterien der Darm- und Scheidenflora bleiben von dieser rigorosen Massnahme ebenfalls nicht verschont.

Das Ergebnis einer Antibiotika-Behandlung ist daher immer eine gestörte Schleimhautbesiedlung sowohl im Darm als auch in der Scheide.

Da ein Antibiotikum ausschliesslich Bakterien abtötet und somit den Pilzen nichts anhaben kann, freuen sich die Pilze schon, wenn ein Antibiotikum im Körper eintrifft. Das Medikament reduziert die gesundheitsfördernden Bakterien und verändert so die zuvor ausgeglichene Darm- und Scheidenflora zugunsten der Pilze.

Ein weiterer Aspekt, der die Ansiedlung eines Scheidenpilzes begünstigt, ist die Einnahme von Hormonen, wie z. B. die Antibabypille.

Scheidenpilz durch Antibabypille

Durch die Einnahme künstlicher Hormone wie der Antibabypille gerät nicht nur das gesamte Hormonsystem aus dem Gleichgewicht. Einige Hormone regen ausserdem regelrecht das Pilzwachstum an – und das Hormon Östrogen gehört offenbar dazu.

Allerdings ist noch nicht ganz klar, ob Pilze das Hormon selbst für ihr Wachstum benötigen oder ob sie es "umbauen" und so für ihre Vermehrung nutzen können.

Einigkeit bei allen in diesem Bereich forschenden Wissenschaftlern besteht jedoch darin, dass die östrogenhaltige Antibabypille ein Risikofaktor für die Entstehung einer Pilzinfektion darstellt.

Bei einer Neigung zu häufigen Scheidenpilzinfektionen lohnt es sich daher enorm, über einen Pillenwechsel oder eine hormonfreie Verhütungsmethode nachzudenken.

Scheidenpilz durch Synthetikfasern

Ein weiterer Auslöser für die Entstehung von Scheidenpilzen kann die Unterwäsche sein.

Welche moderne Frau trägt heute noch die guten alten Baumwollslips? Stattdessen liegen superweiche Kunstfasern in allen erdenklichen Farben im Trend.

Die synthetischen Färbemittel werden allerdings auch von der empfindlichen Schleimhaut aufgenommen und können so allergische Reaktionen auslösen. Damit ist die Haut für Pilzinfektionen besonders empfänglich.

Ein ebenfalls grosser Nachteil dieser Wäsche besteht darin, dass sie die Atmungsaktivität der Haut behindert. Beim Tragen entsteht ein Wärme- und Feuchtigkeitsstau. Dieses feucht-warme Klima zieht Pilze nahezu magisch an.

Diese Produkte könnten Sie interessieren

Scheidenpilz durch Tampons

Natürlich führt allein das Tragen von Tampons kaum zu einer Scheidenpilzinfektion.

Ist die Scheidenflora jedoch bereits in ihrem natürlichen Gleichgewicht gestört und sind die Schleimhäute trocken und irritiert, dann führen Tampons zu einer Verstärkung dieser Probleme und begünstigen dadurch die Ansiedlung von Scheidenpilzen.

Wer also zu Scheidenpilzinfektionen neigt, sollte keine Tampons verwenden.

Wenn der Scheidenpilz chronisch wird

Beobachtet man nun an sich die typischen Symptome eines Scheidenpilzes, wird der erste Weg vermutlich zum Arzt führen.

Nach der Diagnosestellung erhält man dort sehr wahrscheinlich ein Antimykotikum, also ein Medikament gegen Pilzbefall – in Form von Tabletten, Cremes oder Zäpfchen oder auch einer Kombination davon.

Meist wirkt das Mittel schnell. Und schnell hat man den Scheidenpilz vergessen. Genauso schnell kehrt der Pilz aber nicht selten wieder zurück. Kaum wurde die Behandlung der Pilzinfektion vermeintlich erfolgreich abgeschlossen, zeigen sich also schon wieder erste Anzeichen einer erneuten Infektion.

Bei manchen Frauen ist das mehrmals jährlich der Fall oder sogar monatlich, nämlich pünktlich kurz nach der Periode.

Immer wieder kommt es ausserdem vor, dass nach einer mehrfachen Anwendung des Medikaments dieses nicht mehr wirkt und sich der Pilz kaum noch davon beeinflussen lässt.

In beiden Fällen spricht man von chronischem Scheidenpilz, der das Leben der Betroffenen sehr stark beeinträchtigt. Ständiger Juckreiz und Schmerzen quälen Tag für Tag. Im Berufsleben leidet dadurch die Konzentration und ein ausgefülltes Liebesleben ist so gut wie nicht mehr möglich, was natürlich so manche Partnerschaft auf die Probe stellt.

Nicht gerade zur Besserung des Zustandes tragen jetzt so manche Ärzte bei, da diese bei therapieresistentem chronischen Scheidenpilz oft ratlos sind und ihre Patientinnen ohne wirkliche Hilfe wieder davon schicken müssen.

Aus ganzheitlicher Sicht jedoch gibt es sehr viele Massnahmen, die gegen den Scheidenpilz unternommen werden können.

Intelligent kombiniert sorgen sie nicht nur für das Absterben der Pilze, sondern insbesondere dafür, dass das Milieu des Körpers wieder in sein gesundes Gleichgewicht findet, dass die Darm- und Scheidenflora wieder aufgebaut, das Immunsystem gestärkt und eine mögliche Übersäuerung abgebaut wird. Gleichzeitig kann sich die Scheidenschleimhaut wieder regenerieren und ihren gesunden pH-Wert erreichen.

Infolgedessen wird dem Scheidenpilz sozusagen der Boden unter den Füssen weggezogen. Er findet weder Nahrung noch Lebensraum und verabschiedet sich dauerhaft.

Neun ganzheitliche Massnahmen bei Scheidenpilz

Einige der erforderlichen Massnahmen ergeben sich aus den oben erwähnten möglichen Ursachen.

Dazu gehört die richtige Intimpflege mit idealerweise duftstofffreien naturkosmetischen Körperpflegemitteln, Unterwäsche aus Baumwolle sowie das Meiden von Tampons. Antibiotika sollten wirklich nur noch im allerhöchsten Notfall eingenommen werden und auch die Verhütung sollte überdacht werden, wenn diese bislang auf hormonellem Wege erfolgte.

Weitere Schritte auf dem Weg zur Pilz-Freiheit sind die folgenden:

1. Bekämpfung des Scheidenpilzes

Selbstverständlich ist es unerlässlich, zunächst die Pilze abzutöten, damit sie sich nicht weiter vermehren können.

Im naturheilkundlichen Bereich kommen hier – innerlich angewendet – beispielsweise der Grapefruitkernextrakt, das kolloidale Silber, der Granatapfelkernextrakt oder ganz besonders wirksam das Oregano-Öl in Frage.

Das kolloidale Silber kann auch nach der Intimreinigung aufgetragen werden. Am besten wird das kolloidale Silber auf die Schamlippen gesprüht und vorsichtig mit zuvor penibelst gereinigten Händen auch im Eingangsbereich der Scheide verteilt. Die Hände werden anschliessend erneut sorgfältig gewaschen.

Eine andere Möglichkeit wäre ein in kolloidales Silber getränktes Tampon über Nacht einführen und einwirken lassen. (Zu medizinischen Zwecken ist die Tamponnutzung unproblematisch. Lediglich für die Menstruation sollten keine Tampons verwendet werden).

Grapefruitkernextrakt kann innerlich und/oder äusserlich angewendet werden. Innerlich nimmt man 3 – 5 Tropfen auf ein Glas Wasser. Für den äusserlichen Einsatz mischt man 10 Tropfen Grapefruitkernextrakt mit einem Glas Wasser (150 – 200 ml) und führt damit bei extremem Scheidenpilz ein bis zwei Mal täglich Vaginalspülungen durch.

Vaginalspülungen sind sehr einfach durchführbar. Dazu benötigt man lediglich einen sog. Irrigator. Dieser wird meist mit zwei oder gar drei verschiedenen Aufsätzen angeboten. Zwei sind für die Darmreinigung und ein längeres Röhrchen ist für die Scheidenspülungen.

Vaginalspülungen sollten jedoch nur in Kombination mit Zäpfchen zum Aufbau der Scheidenflora eingesetzt werden, da andernfalls die Scheidenflora noch mehr leiden könnte.

Granatapfelkernextrakt wird innerlich in Kapselform eingenommen.

Das Oreganoöl kann ebenfalls innerlich und/oder äusserlich eingesetzt werden. Wie Oreganoöl bei Scheidenpilz bzw. generell bei Candida-Infektionen – am besten kombiniert mit Kokosöl – eingesetzt werden kann, lesen Sie hier:

Oregano – Natürliches Antibiotikum

2. Kokosöl gegen Scheidenpilz

Die Auswirkungen einer Scheidenpilzinfektion, wie Juckreiz, Brennen oder Ausfluss, führen auch dazu, dass die Haut im äusseren Vaginalbereich angegriffen wird. Die ständigen Reize lassen sie wund werden und es können kleine, schmerzhafte Risse entstehen.

Kokosöl beschleunigt die Wundheilung ebenso wie den gesunden Aufbau der Haut.

Doch Kokosöl verfügt noch über weitere Eigenschaften, die im Zusammenhang mit Pilzinfektionen besonders wertvoll sind.

Zum einen zerstört die in grossen Mengen enthaltene Laurylsäure die Zellwände der Pilze, so dass diese letztlich absterben. Zum anderen zeigt die Laurylsäure eine stark antibakterielle Wirkung.

Das bedeutet, dass Kokosöl sowohl Pilze eliminiert, als auch Entzündungen eindämmt.

Kokosöl ist darüber hinaus auch noch ausgesprochen hautpflegend, so dass es als optimale Hautpflege für den Vaginalbereich empfohlen werden kann - sowohl präventiv als auch bei akuten Beschwerden.

Nehmen Sie eine teelöffelgrosse Portion Kokosöl in die Hand, warten Sie wenige Sekunden, bis sie geschmolzen ist und tragen Sie das Kokosöl dann sowohl auf die Schamlippen als auch im Eingangsbereich der Scheide auf – genau so, wie Sie es mit einer Pflegelotion oder einem Intimpflegeöl tun würden.

3. Zistrosen-Tee gegen Scheidenpilz

Cistus incanus ist die Zistrose, eine sehr trockenresistente rosa blühende Pflanze aus der mediterranen Bergwelt. Sie gilt als Heilkraut, das sich bereits in der Antike grosser Beliebtheit erfreute. Und das ist auch kein Wunder, denn der Zistrosen-Tee ist ein Tausendsassa in Punkto Gesundheit.

So hilft die Zistrose als starkes Antioxidans die gefährlichen freien Radikale im Körper abzufangen. Sie verhindert die Ausbreitung entzündungsfördernder Bakterien und bekämpft viele Pilzarten - darunter auch den Candida albicans.

Der Cistus-Tee ist daher ein ideales Getränk während einer Pilzinfektion, aber auch generell in Zeiten mit geschwächtem Immunsystem.

Am besten verwenden Sie den Cistus-Tee täglich über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen. In dieser Zeit kann er seine Wirkung voll entfalten.

Die Zubereitung des Tees ist ganz einfach: Geben Sie hierzu 2 TL des Krauts in eine grosse Tasse, giessen Sie kochendes Wasser darüber und lassen das Ganze mindestens 5 Minuten ziehen.

Um den Geschmack des Cistus-Tees ein wenig aufzupeppen, können Sie vor dem Aufbrühen 2 Stängel frische Minze oder 2 bis 3 TL getrocknete Minze dazugeben.

4. Darmsanierung bei Scheidenpilz & Aufbau der Scheidenflora

Wie Sie bereits wissen, ist bei einer Scheidenpilzinfektion meist auch der Darm mit Pilzen belastet. Daher ist die Darmsanierung inkl. dem Aufbau einer gesunden Darmflora eine wichtige ganzheitliche Massnahme auch bei Scheidenpilz.

Hochwertige Probiotika, die zum Aufbau der Darmflora eingesetzt werden, dienen ausserdem auch dem Aufbau einer gesunden Scheidenflora – und genau diese ist es ja, die bei einem Scheidenpilz völlig aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Zwar ist bekannt, dass die Scheidenflora durch die weiter unten erwähnten Döderlein-Scheidenzäpfchen in die gesunde Richtung gelenkt werden kann. Doch hat sich in wissenschaftlichen Studien ausserdem gezeigt, dass auch die orale Einnahme von probiotischen Bakterienkulturen das Scheidenmilieu positiv beeinflussen kann.

Obwohl man immer bezweifelt hatte, dass probiotische Bakterien das Verdauungssystem überleben, bewiesen beispielsweise Forscher des Pariser Institute Alfred Fournier im Jahr 2012, dass eine vierwöchige Probiotika-Einnahme zu einer Besiedlung der Scheidenschleimhaut mit den eingenommenen Bakterienkulturen führte.

In besagten Studien hatten sich zwei Lactobacillus-Stämme als besonders vorteilhaft erwiesen: Lactobacillus reuteri und Lactobacillus rhamnosus. Achten Sie also beim Kauf von oral einzunehmenden Probiotika nicht nur darauf, dass diese in magensaftresistenten Kapseln verpackt sind, sondern auch auf die Zusammensetzung der in Frage kommenden Probiotika und hier auf hohe Gehalte der beiden genannten Lactobacillus-Stämme.

Im Zuge einer Darmsanierung wird nun jedoch nicht nur die Darm- und Scheidenflora aufgebaut. Es werden darüber hinaus auch Schadstoffe und Gifte, die das Immunsystem überfordern, gelöst, gebunden und anschliessend ausgeschieden. Zu diesen Schadstoffen zählen auch die (durch obige Massnahmen oder auch durch schulmedizinische Medikamente) abgetöteten Pilze sowie die von ihnen freigesetzten Pilztoxine.

Würden sie im Darm verbleiben, kann ein gesundes Darmmilieu nur schwer wieder hergestellt werden.

Die Darmsanierung findet mit Hilfe von mindestens drei Komponenten statt: Bentonit, Flohsamenschalenpulver und einem Probiotikum.

Wie eine Darmsanierung korrekt durchgeführt wird, erfahren Sie hier:

Wie funktioniert eine Darmreinigung

5. Entsäuerung bei Scheidenpilz

Bereits die Darmsanierung wird für eine deutliche Verbesserung des inneren Milieus und auch für die erste Ausleitung vieler überschüssiger Säuren sorgen.

Ob anschliessend noch eine konkrete Entsäuerung notwendig ist, entscheidet man von Fall zu Fall.

Während der Darmsanierung sollten Sie jedoch nicht auch noch ein Entsäuerungsprogramm durchführen, da dies zu einer Überlastung des Organismus führen könnte.

Gehen Sie daher Schritt für Schritt vor und packen Sie die Entsäuerung sehr langsam an – vorerst insbesondere durch eine basenüberschüssige Ernährung, die hervorragend die Darmsanierung und auch die Regeneration der Scheidenschleimhaut unterstützt.

Da eine basenüberschüssige Ernährung frei von Industriezuckerarten ist, passt sie perfekt in jedes Anti-Pilz-Programm.

6. Basische und zuckerfreie Ernährung

Eine basenüberschüssige Ernährung verschont den Organismus nicht vor übermässigen Zuckermengen, sondern auch vor den übrigen Belastungen und Säuren der üblichen Ernährung.

Gleichzeitig versorgt sie den Organismus optimal mit allen Nähr- und Vitalstoffen.

Bei der basenüberschüssigen Ernährung achten Sie darauf, dass Sie zuckerhaltige Nahrungsmittel (auch süsse Früchte) und Getränke meiden, auf Fertiggerichte verzichten und Weissmehlprodukte, Fleisch, Kaffee sowie Alkohol streichen.

Erhöhen Sie gleichzeitig den Verzehr von Salaten, Gemüse, Mandeln und Sprossen. Hierbei handelt es sich um basenbildende Lebensmittel, die für die Wiederherstellung eines gesunden Säure-Basen-Gleichgewichtes unverzichtbar sind.

Ausführliche Informationen zur basischen Ernährung erhalten Sie hier:

Basische Ernährung

Trinken Sie zudem täglich mindestens 30 ml stilles Wasser pro Kilogramm Körpergewicht (ca. 1,5 bis 2 Liter), damit die freigesetzten Säuren schnellstmöglich über den Urin ausgeschieden werden können.

Lassen Sie sich ferner nicht von Aussagen irritieren, die behaupten, eine industriezuckerfreie bzw. kohlenhydratarme Ernährung bringe bei Scheidenpilzinfektionen nichts.

Da eine industriezuckerfreie Ernährung nicht nur Pilzinfektionen eindämmen kann, sondern noch viele weitere Vorteile mehr hat, probieren Sie es ganz einfach.

Sehr schnell werden Sie bestätigen können, dass sich diese Massnahme sehr gut dazu eignet, den Scheidenpilz an der Vermehrung zu hindern. Ihnen wird es sehr schnell sehr viel besser gehen.

7. Stärkung des Immunsystems bei Scheidenpilz

Neben der richtigen Ernährung sollten Sie ferner Massnahmen ergreifen, die Ihr Immunsystem wieder auf Vordermann bringen.

Dazu müssen Sie weniger irgendwelche Vitaminpillen einnehmen, als vielmehr auf Dinge achten, die gerne vernachlässigt werden, aber dann das Immunsystem sehr stark schwächen können.

Vermeiden Sie daher Stress und Streit. Beides laugt aus und macht anfällig für Pilzinfektionen.

Sorgen Sie für erholsamen Schlaf und gehen Sie früh schlafen.

Achten Sie auf ausreichend Bewegung an der frischen Luft und vergessen Sie die richtige Vitamin-D-Versorgung nicht!

8. Scheidenzäpfchen mit Milchsäurebakterien bei Scheidenpilz

Die Anwendung von sog. Döderlein Zäpfchen ist ebenfalls eine sehr wirkungsvolle Massnahme, um die unangenehmen Begleiterscheinungen einer Scheidenpilzinfektion zu unterbinden.

Die Zäpfchen enthalten jene Milchsäurebakterien, die normalerweise auf einer gesunden Scheidenschleimhaut zu finden sind. Durch ihre Anwesenheit wird der gesunde pH-Wert im Vaginalbereich erhalten und die Schleimhaut bleibt vor Angriffen anderer Keime geschützt.

Bei einer Infektion der Scheide können Döderlein Zäpfchen laut zahlreicher wissenschaftlicher Studien dazu beitragen, dass die gesunde Besiedlung der Schleimhaut wieder hergestellt wird, so dass das lästige Jucken und Brennen ebenso wie der Ausfluss schnell abklingen. Dies stellt für alle betroffenen Frauen eine grosse Erleichterung dar.

Die Döderlein-Bakterien runden das ganzheitliche Massnahmen-Paket bei Scheidenpilzinfektionen somit perfekt ab. Sie sind rezeptfrei in allen Apotheken erhältlich.

9. Silizium gegen Scheidenpilz

Da bei einer Scheidenpilzinfektion auch die Scheidenschleimhaut sehr leidet, sollte ein ganzheitliches Programm gegen Scheidenpilz auch Massnahmen enthalten, welche die Regeneration der Scheidenschleimhaut fördern.

Neben Vitamin-A-reichen Lebensmitteln gehört auch Silizium als wichtiges Spurenelement – das besonders auf die Haut und Schleimhäute einwirkt – hier dazu. Silizium unterstützt und beschleunigt Heilprozesse aller Art, hilft die Risse in der Scheidenschleimhaut schliessen und fördert überdies die Sanierung der Darm- und Scheidenflora.

Silizium kann innerlich und äusserlich angewendet werden. Bei innerlicher Einnahme achtet man auf eine Dosis, die mit ca. 75 mg Silizium täglich versorgt und damit den Bedarf eines Erwachsenen deckt.

Die äusserliche Anwendung bei Scheidenpilz kann durch das Aufsprühen von verdünntem Siliziumkonzentrat erfolgen. Eine andere Variante ist das Einrühren von organischem Siliziumkonzentrat in flüssiges Kokosöl (Kokosöl schmilzt schon bei Temperaturen über 25 Grad). Das Silizium-Kokosöl-Gemisch wird dann bei einer Temperatur von unter 25 Grad wieder fest und kann nun hervorragend als pflegende Salbe für den Intimbereich oder auch als Gleitgel verwendet werden.

Lesen Sie hier mehr über den Siliziummangel.

Wir wünschen Ihnen alles Gute!

Ihr Team vom Zentrum der Gesundheit

Ihre Ausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

Gesunde Ernährung ist Ihre Leidenschaft? Sie lieben die basenüberschüssige, naturbelassene Ernährung? Sie möchten gerne die Zusammenhänge zwischen unserer Nahrung und unserer Gesundheit aus ganzheitlicher Sicht verstehen? Sie wünschen sich nichts mehr als all Ihr Wissen rund um Gesundheit und Ernährung zu Ihrem Beruf zu machen?

Die Akademie der Naturheilkunde bildet Menschen wie Sie in 12 bis 18 Monaten zum Fachberater für holistische Gesundheit aus. Wenn Sie mehr über das Fernstudium an der Akademie der Naturheilkunde wissen möchten, dann erfahren Sie hier alle Details sowie Feedbacks von aktuellen und ehemaligen TeilnehmerInnen.

Quellen:



Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, würden wir uns über einen kleinen Beitrag für unsere Tätigkeit sehr freuen! Spenden Sie jetzt mit Paypal