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Avocado – Die gesunde Butterfrucht

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 20.11.2018
  • 8 Kommentare
Avocado – Die gesunde Butterfrucht
© istockphoto.com/tashka2000

Avocados sind birnenförmige meist grüne Früchte mit einer festen genoppten Schale. Man nennt sie auch Butterbirne, weil ihr Fettgehalt für eine Frucht so hoch ist. Doch keine Sorge: Das Fett der Avocado besteht grösstenteils aus einfach ungesättigten Fettsäuren, ganz ähnlich wie die Olive oder die Mandel. Zusätzlich ist die Avocado sehr kaliumreich und liefert ausserdem bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ wirken und die Gesundheit unterstützen. Allerdings sind über die Avocado auch einige Behauptungen im Umlauf, die ganz und gar nicht zutreffen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Avocado?

Avocadobäume (Persea Americana) gehören zu den Lorbeergewächsen. Sie können riesig werden (bis zu 20 Meter) und erinnern mit ihrem üppigen Laub ein wenig an Walnussbäume. Je nach Untergrund kann der Avoadobaum aber auch nur Buschgrösse erreichen.

Die Avocado selbst – aus botanischer Sicht eine Beere – kann klein wie eine Birne sein, aber auch Kindskopfgrösse erreichen. Die grossen Sorten gelangen jedoch kaum in den Handel, da sie nicht so gut lagerfähig sind und in Europa auch nicht so viele Liebhaber finden würden – zumal sie mehr als 1 Kilogramm wiegen können.

Wo wächst die Avocado?

Schon vor über 10.000 Jahren begann die Kultivierung von Avocados in den tropischen Gebieten der Erde, wie etwa Süd- und Mittelamerika, Südost-Asien oder Afrika. Heute wächst die birnenförmige Butterfrucht auch in den Subtropen, zum Beispiel in Südspanien und in Israel.

Nord- und Zentralamerika sind derzeit jedoch die führenden Avocado-Produzenten der Welt. Die meisten Avocados, die es in mitteleuropäischen Ländern zu kaufen gibt, stammen dennoch eher aus Südspanien, Israel, Mexiko oder auch aus Südafrika. Denn US-amerikanische Avocados werden vorwiegend für den eigenen Markt verwendet und nicht exportiert.

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Woher stammt der Begriff Avocado?

Das Wort Avocado stammt vom aztekischen Wort ahuacatl ab, das aufgrund gewisser Ähnlichkeiten auch für „Hoden“ verwendet wurde.

Wie sehen die Nährwerte der Avocado aus?

Die Avocado ist – gemeinsam mit der Olive – die fettreichste Frucht, weshalb sie auch einen höheren Kaloriengehalt aufweist als andere Früchte, nämlich 130 kcal bzw. 544 kJ pro 100 g. Die weiteren Nährwerte finden Sie in dieser Tabelle. Sie beziehen sich wie immer auf 100 g. Bedenken Sie jedoch, dass unterschiedliche Avocado-Sorten auch unterschiedlichen Nährwerte aufweisen können und die angegebenen Werte daher nur eine grobe Orientierung bieten können.

Welche Vitamine und Mineralstoffe enthält die Avocado?

Die in dieser Tabelle angegebenen Vitamin- und Mineralstoffmengen beziehen sich auf 100 g Avocadofruchtfleisch. Wir geben insbesondere jene Vitalstoffe an, deren Bedarf mit 100 g Avocadofruchtfleisch zu mindestens 5 Prozent gedeckt werden kann.

100 g Avocado entspricht einer Hass-Avocado oder der Hälfte einer grösseren Avocadosorte (z. B. Ryan).

In US-amerikanischen Quellen sind häufig andere Vitalstoff-Werte angegeben. Deren Informationen zufolge enthält die Avocado im Vergleich zu europäischen Quellen beispielsweise kein Vitamin D, dafür den vierfachen Folsäuregehalt (Folat), weshalb in den USA die Avocado auch als sehr gute Folsäurequelle beworben wird. In Sachen Vitamin D sollten Sie sich jedoch sowieso nicht auf Lebensmittel verlassen, sondern die Sonne nutzen oder an Ihren Bedarf angepasste Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.

Enthält die Avocado Purine/Harnsäure?

Die Avocado ist frei von Purinen, so dass bei ihrer Verstoffwechslung auch keine Harnsäure entsteht. Sie kann daher bei Gicht oder auch entsprechenden Nierensteinen problemlos zum Speiseplan gehören.

Kann die Avocado bei Fructoseintoleranz gegessen werden?

Die Avocado enthält keine Fructose, lediglich geringe Glucosemengen (3,5 g pro 100 g) und passt daher gut in eine Ernährung mit Fructoseintoleranz. Auch bei Sorbitintoleranz kann die Avocado gegessen werden. Sie enthält kein Sorbit.

Kann die Avocado bei Histaminintoleranz gegessen werden?

Die Avocado enthält etwa 23 mg Histamin pro Kilogramm und gilt damit – je nach persönlicher Histamintoleranz – als häufig ungünstig bei Histaminintoleranz. Manche Rotweine liefern allerdings bis zu 2000 mg Histamin pro Liter.

Wann hat die Avocado Saison?

Avocados aus Spanien und Israel werden von Oktober bis in den Mai geerntet. Avocados aus Kenia und Südafrika von März bis September.

Kann man Avocados kochen?

Avocados werden nur roh gegessen. Bei Hitze verlieren sie ihr Aroma.

Wie wirken sich Avocados auf den Cholesterinspiegel aus?

Sogar manche Ärzte raten noch heute bei einem hohen Cholesterinspiegel davon ab, Avocados zu essen, weil sie glauben, die fette Frucht könne sich negativ auf die Blutfette auswirken. Dabei liefert gerade die Avocado – ähnlich wie Oliven oder Mandeln – insbesondere die einfach ungesättigten Fettsäuren (etwa 8 g pro 100 g), die dafür bekannt sind, den Cholesterinspiegel positiv zu beeinflussen.

Die Avocado enthält jedoch auch einen Anteil gesättigter Fettsäuren (2,7 g pro 100 g), die bekanntlich deshalb das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen sollen, weil sie den Cholesterinspiegel heben. Abgesehen davon, dass noch nicht geklärt ist, ob ein hoher Cholesterinspiegel in jedem Fall ein Problem darstellt, gibt es auch unterschiedliche gesättigte Fettsäuren, die sich unterschiedlich stark auf den Cholesterinspiegel auswirken.

Bei der gesättigten Fettsäure in der Avocado beispielsweise handelt es sich um die sog. Palmitinsäure. Die Palmitinsäure jedoch erhöht den Cholesterinspiegel nicht (auch nicht bei einem Verzehr in Mengen von 10 Prozent des täglichen Energiebedarfs), wie schon eine Untersuchung aus 2002 ergeben hatte, solange der Linolsäuregehalt (Omega 6) der Ernährung mehr als 4,5 Prozent des Energiebedarfs liefert.

Würde man jedoch 10 Prozent seines täglichen Energiebedarfs über Palmitinsäure aus der Avocado decken wollen, müsste man bei einem angenommenen Energiebedarf von 2000 kcal täglich über 800 g Avocados essen. Und selbst deren Gehalt an Palmitinsäure könnte mit Hilfe des üblichen Linolsäuregehalts der Ernährung hervorragend kompensiert werden.

Dass Avocados den Cholesterinspiegel konkret senken können, wurde überdies von einer im Jahr 2015 in der Fachzeitschrift Journal of the American Heart Association veröffentlichten Studie bestätigt. Details dazu lesen Sie hier: Eine Avocado pro Tag senkt den Cholesterinspiegel

Welchen glykämischen Index, welche glykämische Last haben Avocados?

Der glykämische Index und die glykämische Last geben den Einfluss eines Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel an. Je höher die Werte, um so stärker steigt der Blutzucker nach dem Verzehr dieser Lebensmittel.

Der glykämische Index der Avocado liegt bei 10 (der von Traubenzucker bei 100), die glykämische Last bei 0,04. Beide Werte sind extrem niedrig und vergleichbar mit den Werten von Spinat, grünen Bohnen oder Petersilie.

Die Avocado passt daher sehr gut in die Ernährung von Diabetikern, auch in Low-Carb- und Paleo-Ernährungsformen, in Diäten zum Abnehmen und in die entzündungshemmende Ernährung, da ein ungesund schwankender Blutzuckerspiegel entzündungsfördernd wirkt.

Ist die Avocado eine Ökokatastrophe?

Der Avocadoanbau sei aus ökologischer Sicht eine echte Katastrophe, heisst es an verschiedenen Stellen im Netz. Die Avocado benötige viel zu viel Wasser, werde in Monokulturen angebaut, benötige spezielle Reifekammern und müsse über eine viel zu grosse Entfernung aus den Tropen herbeitransportiert werden, sagen die Kritiker. Man solle daher besser keine Avocados mehr essen. Wie es sich wirklich verhält, haben wir in einem extra Artikel beschrieben. Sie finden ihn hier: Avocado – Superfrucht oder Ökokatastrophe?

Kann man den Avocadokern essen?

Den Avocadokern kann man essen. Allerdings bedeutet das nicht, dass man es auch täglich tun sollte. Traditionell wird er in den Herkunftsländern der Avocado eher als Heilmittel eingesetzt denn als Lebensmittel für jeden Tag. Man kann also dann und wann den Kern verarbeiten, von einem regelmässigen Verzehr würden wir jedoch abraten, da er unter anderem das giftige Persin enthält. Details zum Verzehr von Avocadokernen haben wir bereits hier veröffentlicht: Kann man Avocadokerne essen?

Kann man die Avocadoschale essen?

Die Avocadoschale von manchen Sorten ist essbar. Die Schale von Hass-Avocados eher nicht. Sie ist dick und hart und schmeckt extrem bitter. Wenn Sie die Avocadoschale daher probieren möchten, dann wählen Sie Sorten mit dünner und weicher Schale. Auch muss die entsprechende Avocado aus Bio-Landwirtschaft stammen, damit keine Pestizid- bzw. Fungizidrückstände an der Schale haften.

Besonders ideal zum Verzehr der Schale sind die neuen Cocktail-Avocados geeignet. Sie sehen aus wie Minigurken und sind zudem kernlos, sind aber unseren Informationen zufolge bislang noch nicht im herkömmlichen Handel erhältlich, sondern nur über Spezialversender.

Die Avocadoschale enthält – wie bei sämtlichen Fruchtschalen üblich – mehr sekundäre Pflanzenstoffe als das Fruchtfleisch, also deutlich mehr Flavonoide, Polyphenole und auch Carotinoide sowie Chlorophyll. Aus diesem Grund haben brasilianische Forscher im Jahr 2016 einen Tee aus der getrockneten Avocadoschale getestet und festgestellt, dass dieser absolut trinkbar war und mit reichlich Antioxidantien versorgte.

Allerdings soll nicht nur der Kern der Avocado, sondern auch ihre Schale das giftige Persin enthalten, so dass wir nicht zum Verzehr derselbigen raten würden. Wenn Sie es dennoch tun möchten, so essen Sie die Schale, wenn diese Ihnen auch schmeckt. Wenn Sie sich sehr stark zum Verzehr überwinden müssen, hören Sie besser auf Ihren Körper. Mixen Sie die Schale auch nicht in Smoothies o. ä. und verwenden Sie für die Versorgung mit den genannten Pflanzenstoffen besser Lebensmittel, die nachweislich unbedenklich und sicher sind, z. B. grüne Blattgemüse, Beeren und heimische (essbare) Wildpflanzen.

Sind Avocados für Hunde giftig?

Überall – in sämtlicher Hundeliteratur und sämtlichen Hundeforen – wird vor der Avocado gewarnt. Ja, nicht nur für Hunde, auch für Katzen, Vögel, Kaninchen, im Grunde für alle Haus- und Nutztiere soll die Avocado aufgrund ihres Gehalts an Persin giftig sein.

Schaut man sich die Studienlage in der Literatur jedoch einmal an, wird schnell klar, dass es die Rinde, die Blätter, eventuell die unreife Frucht und auch der Kern der Avocado sind, die das giftige Persin enthalten können und daher für Tiere ungeeignet sind. Das reife Fruchtfleisch der Avocado enthält kein Persin oder wenn doch, so nur in Spuren.

Daher handeln sämtliche Studien mit Persinvergiftungen von Kaninchen, Ziegen, Schafen, Rindern und sonstigen Tieren, die Avocadoblätter oder die Rinde des Avocadobaumes gefressen hatten.

Dennoch steht z. B. hier (2009), dass man Avocados keinem Tier geben soll. In Bezug auf Hunde wird jedoch lediglich eine Studie als Beleg angeführt, die eigentlich gar kein Beleg ist. Sie stammt aus dem Jahr 1994. Es handelt sich um eine Studie mit zwei Hunden, die an denselben Symptomen litten wie man sie bei besagten Ziegen oder Schafen nach Avocadoblattverzehr beobachten konnte. Und da beide Hunde eine Schwäche für Avocados (die Früchte) hatten, schloss man daraus, dass es wohl die Avocados waren, die zu ihren Symptomen geführt haben mussten. Belegt wurde dies jedoch nie.

Ja, in den USA gibt es seit Jahrzehnten sogar ein Hundefutter (AvoDerm), in dem Avocados eine wichtige Zutat darstellen, da sie sich so vorteilhaft auf Haut und Fell auswirken sollen.

Quellen, die der Avocado-Panik unter Hundehaltern eher kritisch gegenüber eingestellt sind, geben an, das einzig Gefährliche an Avocados sei ihr Kern, und zwar dann, wenn Hunde ihn verschlucken und er im Hals stecken bleibe oder wenn er zu einem Darmverschluss führe. Ansonsten stelle die Avocado weder für Hunde noch für Katzen ein gesundheitliches Problem dar, wenn sie dann und wann ausschliesslich das reife Fruchtfleisch erhalten (wenn sie dieses mögen).

Selbstverständlich muss kein Mensch seinem Hund Avocados geben, wenn er der Sache nicht über den Weg traut, zumal Avocados auch nicht zu den typischen Grundnahrungsmitteln eines Hundes zählen, er also ganz sicher nichts vermissen wird, wenn er keine Avocado in seinem Napf vorfindet.

Sind Avocados ein Superfood?

Avocados sind insofern ein Superfood, als dass sie aufgrund ihres hohen Fettgehalts sehr gut sättigen und daher gerade bei einer veganen Rohkosternährung ein wichtiger Bestandteil des Speiseplans darstellen. Sie verwandeln Salate in eine vollständige Hauptmahlzeit, sind extrem schnell verzehrfertig und versorgen dabei mit interessanten Nährstoff- und Vitalstoffmengen, ohne schädliche Auswirkungen zu haben.

Allerdings kursieren im Netz etliche Aussagen, mit denen man Avocados zu Superfoods machen möchte, die nicht der Realität entsprechen.

Sind Avocados deshalb so gesund, weil sie cholesterinfrei sind?

Als Hauptvorteil wird meist das Fettprofil der Avocado genannt. Sie sei cholesterinfrei, heisst es da, als sei dies für ein pflanzliches Lebensmittel eine Besonderheit. Auch wird ihr hoher Gehalt an ungesättigten Fettsäuren gelobt und der geringe Gehalt an gesättigten Fettsäuren.

Folglich glaubt man, die Avocado sei ein herzgesundes Lebensmittel und schütze vor Herz- und Gefässerkrankungen. Automatisch geht man hier davon aus, dass Cholesterin und auch gesättigte Fettsäuren grundsätzlich schlecht sind, was aber nicht einmal ansatzweise belegt ist. Im Gegenteil, immer häufiger werden Stimmen laut, die dies bezweifeln, wie Sie im vorigen Link und auch hier lesen können.

Sind Avocados eine gute Magnesiumquelle?

Focus schrieb im August 2018, dass es hauptsächlich das in Avocados enthaltene Magnesium sei, dass aus der Frucht ein Superfood mache. In 100 g Avocado findet man jedoch gerade einmal 25 bis 29 mg Magnesium, was bei einem Tagesbedarf von 350 bis 400 mg nicht besonders viel ist. Bananen, Brombeeren und Kiwis liefern dieselbe Magnesiummenge, ohne deshalb gleich ein Superfood zu sein.

Es kommt jedoch darauf an, womit man die Avocado vergleicht. Entschliesst sich jemand, ab sofort Avocadobrot statt Butterbrot zu essen, dann versorgt er sich natürlich künftig mit deutlich mehr Magnesium, da Butter so gut wie gar kein Magnesium enthält.

Sind Avocados eine gute Ballaststoffquelle?

Cosmopolitan meinte im März 2018, Avocados sättigen deshalb so gut, weil schon eine dieser Superfrüchte ein Drittel des täglich empfohlenen Ballaststoffbedarfs decke. Das wären 10 g Ballaststoffe, so dass eine Avocado dem Cosmopolitan zufolge 250 g wiegen müsste, was normalerweise nicht der Fall ist. Eine herkömmliche Avocado wiegt gerade einmal zwischen 100 und 150 g und liefert damit zwischen 4 und 6 g Ballaststoffe.

Sind Avocados eine gute Omega-3-Quelle?

Ausserdem heisst es im genannten Magazin, Avocados seien ein regelrechtes Brainfood, weil sie Omega-3-Fettsäuren enthalten. Das tun Avocados zwar tatsächlich, aber in eher geringen Mengen (0,1 g). Dieselbe Omega-3-Menge findet sich auch in Chinakohl, Linsen und Zucchini, ohne dass man diese als besondere Gehirnnahrung anpreisen, geschweige denn als besonders wertvolle Omega-3-Quelle angeben würde. Will man sich gezielt mit Omega-3-Fettsäuren versorgen, greift man besser zu Hanfsamen, Leinöl, Walnüssen oder gemahlenen Chiasamen.

Sind Avocados eine gute Eisenquelle?

Für Schwangere empfiehlt der Cosmopolitan Avocados, weil sie u. a. mit Eisen versorgen würden. Doch auch hier fragt man sich, wieso ein Lebensmittel mit 0,4 mg Eisen pro 100 g als Eisenquelle genannt wird, wenn dieser geringe Wert bei einem Bedarf von 20 mg (in der Schwangerschaft) nur geringfügig zu Buche schlagen wird.

Sind Avocados eine gute Quelle für Lutein?

Auch sei die Avocado so gesund, weil sie Lutein enthalte, ein sekundärer Pflanzenstoff, der sich besonders vorteilhaft auf die Augen auswirkt und vermutlich etlichen schweren Augenkrankheiten vorbeugen kann. Der Luteingehalt von Avocados ist jedoch nicht umwerfend hoch. Gekochter Grünkohl enthält die 66-fache Luteinmenge, Spinat die 40-fache Menge, ein gewöhnlicher Romana-Salat die achtfache Menge, Kürbis und Brokkoli die vierfache Menge und Mais und grüne Bohnen immer noch die doppelte Menge an Lutein.

Allerdings gibt es eine Studie vom September 2017, die zeigte, dass der Verzehr von Avocados den Luteingehalt im Serum und im Gehirn erhöhen kann. Da man nun weiss, dass ein erhöhter Luteinspiegel zu besseren kognitiven Leistungen und einem besseren Erinnerungsvermögen verhilft, schliesst man daraus, Avocados seien super, um dem Gehirn auf die Sprünge zu verhelfen. Wie aber würden Avocados hier wohl abschneiden, wenn man sie in einer solchen Studie nicht mit Kartoffeln und Kichererbsen, sondern mit Spinat, Grünkohl, Romana-Salat oder Brokkoli verglichen hätte?

Helfen Avocados beim Abnehmen?

An vielen Stellen im Netz heisst es, die Avocado liefere das Enzym Lipase, das den Abbau von körpereigenem Fett beschleunige und so beim Abnehmen helfe. Enzyme aber sind Proteine und werden grösstenteils von der Magensäure und den dort befindlichen proteinverdauenden Enzymen inaktiviert. Nun könnte es natürlich sein, dass die Avocado-Lipase hier eine Ausnahme darstellt. In einer Untersuchung verschiedener Lipasenquellen (u. a. Avocados) aber zeigte sich, dass nur die Lipasen aus Rizinus und Hafer säurebeständig sind.

In einer Studie von 2013 stellte man fest, dass Menschen, die Avocados essen, sich generell gesünder ernähren und – obwohl sie teilweise genauso viele Kalorien zu sich nehmen wie weniger gesund Essende – deutlich schlanker sind sowie ein viel geringeres Risiko für Stoffwechselerkrankungen haben.

Da eine solche Studie natürlich nicht viel über das konkrete Abnehmpotential von Avocados aussagt, organisieren Forscher der Loma Linda University in Kalifornien derzeit (Herbst 2018) eine Studie, in der konkret die Auswirkungen des Avocadoverzehrs überprüft werden sollen. Die übergewichtigen Teilnehmer müssen dazu ein halbes Jahr lang täglich eine Avocado essen, die ebenfalls übergewichtige Kontrollgruppe darf hingegen nicht mehr als zwei Avocados pro Monat verspeisen.

Die Studie wird – wie fast alle Avocadostudien – vom Hass Avocado Board gesponsert und damit von niemand Geringerem als der Avocadoindustrie höchstpersönlich. Dennoch darf man natürlich auf das Ergebnis gespannt sein.

Sind Avocados schädlich?

Avocados sind natürlich nicht schädlich, auch wenn sie nicht gerade DAS Supersuperfood sind, als das sie an mancher Stelle bezeichnet werden. In Udo Pollmers Augen aber ist die Avocado geradezu gefährlich, da sie den Blutzuckerspiegel aus dem Gleichgewicht werfen könne, worauf natürlich insbesondere Diabetiker achten sollten.

In dieser Untersuchung jedoch werden Studien vorgestellt, denen zufolge Avocados in der Ernährung gerade für Diabetiker hilfreich sein können, da sie dabei helfen, den Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht zu halten. Sie bewirken also gerade das Gegenteil von dem, was Herr Pollmer zu wissen glaubt.

Verwunderlich ist das nicht, da sich Herr Pollmer auf Tierversuche aus den 1970er Jahren bezieht, in denen man den Tieren isolierte und hochdosierte Mannoheptulose verabreichte, ein Stoff, der zwar auch in der Avocado vorliegt, aber darin ganz offensichtlich völlig anders wirkt als in isolierter Form. Hätte man den Tieren ganz einfach Avocados gegeben, wäre das Ergebnis vollkommen anders ausgefallen.

Eine andere Gefahr, die in der Avocado lauert, ist das Blutbad, das die Frucht anrichten können soll, wenn man nicht weiss, wie man sie aufschneidet. Die Welt berichtete 2017 von einem Arzt, der die vielen "Avocado-Hände" beklagt, die wöchentlich in die Notaufnahme kämen, weil die Leute offenbar nicht mit einem Kern in der Avocado rechnen, mit dem Messer die Frucht halbieren möchten, am Kern ausrutschen und dann nicht die Frucht, sondern ihre Hand "teilen".

Wie kann man Avocados im Topf ziehen?

Avocadokerne keimen sehr leicht. Wenn Sie jedoch nicht gerade im Mittelmeerraum leben oder einen riesigen Wintergarten haben, sollten Sie keine Avocadopflanzen ziehen. Denn bei der Avocadopflanze handelt es sich um eine Pflanze, die in den Tropen oder Subtropen leben und dort zu einem riesigen Baum heranwachsen möchte. Sie eignet sich daher nicht als Zimmerpflanze und würde in Wohnräumen leiden und auch nicht lange leben.

Wo kauft man Avocados?

Avocados kauft man am besten im Bio-Handel oder auf dem Wochenmarkt. Im Discounter sind die Früchte oft alt, überreif, wurden zu kalt gelagert oder unsanft behandelt, so dass sie nicht selten beschädigt oder ungeniessbar sind oder einfach nicht mehr nachreifen. Wenn Sie sich dennoch für den Discounter entscheiden, dann wählen Sie ausschliesslich unreife Früchte. Details im nächsten Abschnitt.

Worauf sollte man beim Kauf von Avocados achten?

Avocados reifen selten am Baum. In der Natur fallen sie hart und unreif auf den Boden und reifen erst dort nach. Natürlich sind sie durch den Aufprall meist beschädigt, werden alsbald von Insekten vereinnahmt und verderben dann rasch. Daher werden Avocados, die für den Verzehr bestimmt sind, direkt vom Baum gepflückt und noch unreif in die Läden auf der ganzen Welt verschickt.

Finden Sie in Ihrem Lebensmittelgeschäft Avocados, die bereits weich sind, dann handelt es sich meistens um solche, die schon länger im Laden oder in dessen Lagerräumen liegen. Oft wurden sie mehrfach in die Hand genommen, nachts eventuell falsch gelagert (im Kühlraum) und sind daher nicht mehr zu empfehlen.

Kaufen Sie dennoch eine solche weiche Avocado, dann werden Sie zu Hause nicht selten feststellen müssen, dass die Frucht innen schwarze, also ungeniessbare Stellen aufweist. Wählen Sie daher am besten feste und unreife Avocados, die Sie dann selbst fachmännisch bei sich zu Hause reifen lassen können.

Wie kann man eine Avocado reifen lassen?

Wickeln Sie die feste Avocado – am besten gemeinsam mit einem Apfel – in eine Papiertüte oder in Zeitungspapier und lagern Sie sie bei normaler Zimmertemperatur (keinesfalls direkt auf oder über der Heizung). Der Apfel strömt ein so genanntes Reifegas aus (Ethylen), welches die Reifung fördert. Je nach ursprünglichem Reifegrad kann es zwischen zwei und zehn Tagen dauern, bis die Frucht zum Verzehr bereit ist.

Von einer Reifedauer von zehn Tagen kann man bei Avocados ausgehen, die gerade erst gepflückt wurden. Wenn Sie in Spanien im Urlaub sind, können Sie solche frisch geernteten Avocados oft von Kleinbauern kaufen. Diese sind dann am Vortag oder noch am selben Morgen geerntet worden und benötigen zehn Tage oder sogar länger, bis sie reif sind. In Mitteleuropa dauert eine übliche Reifung im Allgemeinen höchstens fünf Tage, da die Früchte ja schon eine Weile unterwegs sind.

Wenn Sie eine unreife Avocado in den Kühlschrank legen, dann wird sie nicht reifen. Oft werden Avocados, die im unreifen Zustand zu lange gekühlt wurden, gummiartig in der Konsistenz oder bitter im Geschmack – auch dann, wenn man sie nach der kühlen Lagerzeit wieder bei Zimmertemperatur nachreifen lassen möchte.

Bevor Sie eine Avocado aufschneiden, sollten Sie sich sicher sein, dass sie richtig reif ist. Denn sobald die Frucht aufgeschnitten ist, reift sie nicht mehr nach. Woher aber wissen Sie, dass Ihre Avocado reif ist?

Wie erkennt man eine reife Avocado?

Normalerweise ist es in den Läden üblich, die Avocadosorte auf die Kiste oder die Preistafel zu schreiben. In Mitteleuropa heissen die beiden häufigsten Sorten "Fuerte" und "Hass". Fuerte-Avocados haben eine fast glatte, grüne Schale und schmecken mild. Hass-Avocados sind von delikatem würzigem Geschmack und zeichnen sich durch eine stark genoppte Schale aus.

Wenn Sie nun eine Hass-Avocado gekauft haben, dann wird deren Schale mit zunehmender Reife schwarz. Die schwarze Schale ist hier also kein Zeichen von Verderb, sondern Hinweis auf einen idealen Reifezustand. Allerdings sollte die Frucht auch auf Fingerdruck leicht nachgeben. (Kaufen Sie aber niemals eine bereits schwarze Hass-Avocado, da Sie ja nicht wissen, wie lange sie schon schwarz ist und die Frucht daher bereits überreif sein kann.)

Fuerte-Avocados hingegen sollten keinesfalls schwarz werden. Bei ihnen sind schwarze Stellen auf der Schale meistens tatsächlich ein Hinweis dafür, dass die Frucht auch innen – zumindest teilweise – schlecht ist.

Weitere in Mitteleuropa erhältliche Sorten heissen Bacon, Ettinger, Pinkerton, Reed und Ryan. Für alle Sorten gilt: Nehmen Sie die Avocado in die Hand. Wenn sie auf leichten Druck nachgibt, kann sie verzehrt werden. Sie alle haben eine grüne Schale – ob sie nun unreif oder bereits reif sind.

Wie lagert man Avocados?

Das grüne Fruchtfleisch der Avocado verfärbt sich rasch dunkel, sobald die Frucht aufgeschnitten wird und mit Sauerstoff in Kontakt gelangt. Träufeln Sie daher auf eine angeschnittene Avocado etwas Zitronensaft oder Essig, um eine weitere Oxidation zu verhindern. Legen Sie die Frucht dann in einen verschliessbaren Behälter und stellen diesen in den Kühlschrank. Am besten verbrauchen Sie angeschnittene Avocados am nächsten Tag.

Wenn Sie von Ihrer Guacamole etwas übrig haben, können Sie diese natürlich ebenfalls in den Kühlschrank stellen. Decken Sie sie gut mit Frischhaltefolie ab und verbrauchen Sie sie innerhalb von ein bis zwei Tagen. Sollte sie an der Oberfläche braun werden, nehmen Sie einfach vor dem Verzehr die braune Schicht mit einem Löffel ab.

Reife, aber noch nicht angeschnittene Avocados können bis zu drei Tage im Kühlschrank gelagert werden. Der Reifeprozess wird durch die niedrige Temperaturen unterbrochen und die Lagerzeit der reifen Avocado auf diese Weise verlängert.

Kann man Avocados einfrieren?

Notfalls lassen sich Avocados auch einfrieren, am besten in pürierter Form. Schälen und entkernen Sie die Früchte, pürieren Sie das Fruchtfleisch und geben pro zwei pürierter Avocados einen Esslöffel Zitronensaft hinzu. Füllen Sie das Avocadomus in Gefrierbehälter, lassen Sie etwa 2 cm Platz zwischen Püree und Deckel. Schliessen Sie die Behälter und beschriften Sie sie.

Das so aufbewahrte Avocadopüree sollte innerhalb von fünf Monaten verbraucht werden, etwa für Sandwiches, Salatsaucen oder Dips.

Was bedeuten braune Fäden im Avocado-Fruchtfleisch?

Manchmal schneidet man eine optisch einwandfreie Avocado auf und entdeckt im Fruchtfleisch braune Fasern. Schädlich sind die Fasern an sich nicht, man kann sie also mitessen. Man kann jedoch auch versuchen, die Fäden zu entfernen, da sie nicht so appetitlich aussehen.

Bei den Fasern handelt sich um die Versorgungskanäle der Frucht, in die während des Reifeprozesses oder auch bei Überreife Luft gelangt ist, was sodann zu Oxidationsprozessen führte. Wenn jedoch nicht nur die Fasern braun sind, sondern auch grössere Teile des Fruchtfleisches um die Fasern herum, so spricht das für fortschreitenden Verderb.

Was bedeuten braune oder schwarze Stellen im Avocado-Fruchtfleisch?

Hierbei handelt es sich um Druckstellen. Dadurch gelangt zwischen Schale und Fruchtfleisch Luft. Es kommt zur Oxidation und Verderb. Wenn der Rest des Fruchtfleisches noch gut aussieht, dann genügt es, wenn man die braunen oder schwarzen Stellen entfernt.

Oft beginnt die Avocado jedoch auch bereits etwas glasig und schmierig zu werden, was auf bereits verdorbenes Fett hinweist. Die Avocado schmeckt jetzt nicht mehr gut und sollte auch nicht mehr gegessen werden.

Wie bereitet man Avocados zu?

Schneiden Sie die Avocado der Länge nach auf, schneiden Sie dabei um den Kern herum. Dann drehen Sie die beiden Hälften in entgegengesetzte Richtungen, um sie von einander zu lösen. Entfernen Sie den Kern nicht, solange Sie nicht vorhaben, die ganze Avocado auf einmal zu verbrauchen.

Wenn Sie nur eine halbe Avocado verwenden möchten, dann nehmen Sie die Hälfte ohne Kern. In der anderen Hälfte belassen Sie den Kern. Er enthält angeblich besondere Enzyme, die dafür sorgen, dass die angeschnittene Frucht viel länger hält, solange der Kern noch in ihr liegt.

Nun können Sie mit einem Löffel das Fruchtfleisch aus den Fruchthälften herausheben. Wenn Sie Würfelchen machen möchten, können Sie das Fruchtfleisch noch in der Schale mit einem Messer "im Karomuster" einschneiden und dann gleich die fertigen Würfel mit dem Löffel herausnehmen.

Ansonsten können Sie die Avocado mit Zitrone beträufeln, mit etwas Kräutersalz würzen und direkt aus der Schale löffeln. Natürlich kann das Fruchtfleisch auch püriert oder einfach mit der Gabel zerdrückt und zu einem leckeren Dip, einer Salatsauce oder einer Sandwichcreme verwandelt werden.

Wo gibt es Avocado-Rezepte?

Über 60 gesunde Avocado-Rezepte finden Sie in unserer Rezepte-Datenbank, z. B. Dips, Saucen, Salate, Pesto, Smoothies, Desserts, Aufstriche und Kaltsuppen.

Viel Spass mit der Avocado und guten Appetit!

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Zuletzt kommentiert

gogomobil schrieb am 14.03.2018

https://www.youtube.com/watch?v=wcpFEKigJRs
da sollte man mal über die Verwendung von Avocados nachdenken

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo gogomobil

Die Umweltbelastung und der Wasserverbrauch durch Viehzucht und damit durch Fleisch- und Milchprodukteverzehr ist bedeutend höher als Umweltbelastung und Wasserverbrauch durch den Avocadoanbau. Darüber sollte man ebenfalls einmal nachdenken - von der beim Avocadoanbau fehlenden Tierqual einmal ganz abgesehen. Selbst der Wasserverbrauch von Tomaten und Kopfsalat ist höher, wenn der Vergleich ordnungsgemäss, nämlich pro Kalorie angestellt wird. Greift man ferner auf Bio-Avocados zurück, dann reduziert sich die Umweltbelastung noch weiter.

Viele Grüsse

Ihr Team vom

Zentrum der Gesundheit

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Quellen

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  • Kris-Etherton P et al., "Effect of a Moderate Fat Diet With and Without Avocados on Lipoprotein Particle Number, Size and Subclasses in Overweight and Obese Adults: A Randomized, Controlled Trial." Journal of the American Heart Association, Januar 2015, (Wirkung einer mässig fettreichen Diät mit und ohne Avocados hinsichtlich der Anzahl, der Grösse und der Unterklassen der Lipoproteinteilchen bei übergewichtigen und fettleibigen Erwachsenen: Eine randomisierte kontrollierte Studie) (Studie als PDF)
  • French MA et al, Cholesterolaemic effect of palmitic acid in relation to other dietary fatty acids., Asia Pacific Journal of Clinical Nutrition, 2002;11 Suppl 7:S401-7, (Studie als PDF)
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  • Dieser Inhaltsstoff macht Avocados wirklich zum Superfood, focus.de, 07.08.2018, (Studie als PDF)
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