Die Tomaten stammen ursprünglich aus Mittelamerika

Ursprünglich stammt die Tomate (Solanum lycopersicum) aus Mittelamerika und wurde von den Maya bereits in der vorchristlichen Zeit genutzt. Die Azteken gaben ihr den Namen Xitomatl, was so viel wie "Nabel des dicken Wassers" bedeutet.

In Folge der Conquista (Eroberung und Erschliessung des mittel- und südamerikanischen Festlandes) wurden die Spanier auf die prachtvollen Beeren aufmerksam. Der Missionar Bernardino de Sahagún beschrieb bereits um 1530, dass die Azteken aus Tomaten, Chilis und Kürbiskernen eine leckere Salsa zauberten.

Darum galt die Tomate früher als Zierpflanze

In Spanien und Italien fühlte sich die Tomate aufgrund des dort vorherrschenden Klimas schnell heimisch und wurde bald mit grosser Freude angebaut. Allerdings nicht zum Genuss, sondern als Zierpflanze. Natürlich konnten sich anfangs nur die Reichen die exotischen Pflanzen leisten und verwendeten sie, um Fenster, Innenhöfe und Festtafeln zu schmücken.

Denn als die Tomate nach Europa kam, wurden anfangs auch die grünen Pflanzenteile und die unreifen Früchte gegessen, was aufgrund des Stoffes Solanin zu Vergiftungen führte. Allerdings wurden lange Zeit auch die reifen Früchte gemieden. Das Problem waren hier jedoch nicht die Tomaten, sondern die Gefässe, in denen sie aufbewahrt wurden. Diese bestanden häufig aus bleihaltigem Hartzinn und das Blei ging in die Tomaten über, was so manches Opfer forderte.

Tomaten sind nicht giftig

Auch heute glauben wieder immer mehr Menschen (aufgrund eines entsprechenden Buches), dass Gemüse aus der Familie der Nachtschattengewächse (Tomaten, Paprika, Auberginen etc.) giftige Stoffe enthielten und daher schädlich seien.

Da sich in unzähligen Studien eher ergeben hat, dass Menschen, wenn sie viel Gemüse und dabei auch Nachtschattengemüse essen, deutlich gesünder sind, ist davon auszugehen, dass all die anderen Stoffe in z. B. Tomaten eine mögliche Schadwirkung der geringen Giftstoffenmengen kompensieren können.

Dies schliesst natürlich nicht aus, dass es auch Menschen gibt, die eine individuelle Unverträglichkeit gegenüber Nachtschattengewächsen entwickelt haben. Wenn Sie sich nach dem Verzehr von Tomaten, Paprika und Co nicht wohlfühlen, testen Sie einige Wochen lang, wie es Ihnen ohne diese Gemüse geht.

Die Heilwirkungen der Tomaten

Die ersten Tomatenpflanzen, die nach Spanien gebracht wurden, landeten im Garten des Arztes Nicolàs Monardes Alfaro, der in den Früchten sogleich ein grosses medizinisches Potential erkannte. So wurden sie eingesetzt, um den Körper zu reinigen und um Schwellungen zu lindern. Tomatensaft beispielsweise wurde bei Entzündungen angewandt. Bei Kopfschmerzen, Gicht und Ischias wurden Tomaten-Umschläge gemacht – und Tomatenöl wurde verwendet, um Brandwunden zu kurieren. Dazu gesellten sich aus heutiger Hinsicht skurrile Anwendungen, etwa um Tollwut und Albträume zu behandeln.

Die Tomaten waren nicht schon immer rot

Nicht zuletzt galten Tomaten als Aphrodisiakum und kamen beim Liebeszauber zum Einsatz. Auf diesem Glauben beruhte die Sitte französischer Männer, ihren Angebeteten eine Tomatenpflanze zu schenken, weswegen die Früchte als pomme d'amour (Liebesapfel) bezeichnet wurden. In Italien nannte man die Tomate hingegen pomodoro, also goldener Apfel. Dies deutet darauf hin, dass die Frucht anfänglich gelb war und die rote Farbe erst infolge züchterischer Bemühungen entstand.

Seit wann isst man in Europa Tomaten?

Während die spanischen Köche die Tomate schnell in ihr Herz geschlossen hatten, konnte sie sich in Italien erst im 17. Jh. als Lebensmittel einen Namen machen. Es waren wohl sehr mutige oder aber besonders hungrige Bauern, die herausgefunden haben, dass reife Tomaten nicht giftig sind und zudem wundervoll schmecken. Im Zuge dessen wurden zahlreiche Gerichte wie Pizza oder Nudeln mit Tomatensosse kreiert, die heute nicht nur in Italien zu den ultimativen Leibspeisen zählen.

In Mittel- und Nordeuropa galt die Tomate hingegen weitere 100 Jahre als mysteriöse Todesfrucht und in so mancher abgelegenen Gegend konnte sie sich sogar erst im 20. Jahrhundert durchsetzen. Inzwischen wird die Tomate überall auf der ganzen Welt in tausenden verschiedener Tomatensorten angebaut – und so gut wie jeder hat die leckere Frucht mindestens einmal pro Woche auf dem Speiseplan stehen.

Tomaten sind ein gute Wahl den Säure-Basen-Haushalt zu regulieren

Tomaten schmecken süsslich und säuerlich zugleich. Für den sauren Geschmack sind einerseits das Vitamin C, andererseits die enthaltenen Fruchtsäuren wie die Zitronen- oder auch die Apfelsäure verantwortlich. Reife Tomaten schmecken deshalb süsser, da der Zuckergehalt im Laufe des Reifungsprozesses zunimmt, während sich der Fruchtsäuregehalt verringert.

Anders als oft angenommen wird, zählen Tomaten trotz des säuerlichen Geschmacks zu den Basenbildnern, da sie reich an basischen Mineralstoffen wie z. B. Kalium, Kupfer und Eisen sind. Die Antioxidantien und der hohe Wassergehalt der Frucht helfen, dass überschüssige Säuren und Giftstoffe besser neutralisiert und ausgeleitet werden können. Tomaten sind also eine sehr gute Wahl, um das Säure-Basen-Gleichgewicht zu regulieren.

Detaillierte Infos über die Vorteile basischer Ernährung finden Sie unter dem vorangegangenen Link.

Die Vitamine und Mineralstoffe sind in der Tomate enthalten

Die Tomate ist ein Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte, da sie im Verhältnis zu ihrem Energiegehalt (sie hat nur wenige Kalorien) viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe enthält. Dabei sind auch einige Vitalstoffe in Bezug auf die empfohlene Tagesdosis (NRV) durchaus von Relevanz. In nur 100 Gramm der frischen Frucht – entspricht einer mittelgrossen Tomate – stecken u. a.:

Vitamine & Mineralstoffepro 100 g TomateProzentsatz vom TagesbedarfFunktion
Kalium242 mg6.1 %Ist an der Muskeltätigkeit beteiligt und reguliert den Flüssigkeitshaushalt im Körper sowie den Blutdruck.
Vitamin C24,5 mg24.5 %Stärkt das Immunsystem, fördert die Wundheilung sowie die Narbenbildung und verbessert die Eisenaufnahme.
Eisen0,5 mg4 %Eisen ist wichtig für den Sauerstofftransport im Körper. Ohne Eisen kann sich eine Blutarmut (Anämie) entwickeln.
Vitamin E813 µg6.8 %Das Antioxidans wirkt gegen Entzündungen, ist wichtig für das Nervensystem und verhindert die Entstehung von Krebszellen.
Betacarotin506 µg25.3 %Die Vitamin-A-Vorstufe wirkt als Radikalfänger und beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Krebs vor.
Kupfer60 µg4.8 %Ist wichtig für die Zellatmung, wirkt entzündungshemmend und lindert rheumatische Erkrankungen wie Arthritis.
Vitamin B9 bzw. Folat/Folsäure39 µg9.8 %Folat ist wichtig für gesundes Blut und gesunde Gefässe. Es ist an allen Entwicklungs- und Wachstumsprozessen beteiligt und daher besonders in der Schwangerschaft wichtig.
Vitamin K9 µg13 %Spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung, beim Knochenstoffwechsel und beim Zellwachstum.

Carotinoide, die in Tomaten enthalten sind

Neben dem Beta-Carotin enthält die Tomate noch weitere Carotinoide, etwa das Lycopin, Alpha-Carotin sowie Cryptoxanthin, die alle drei zur Vitamin-A-Versorgung beitragen, denn Carotinoide können zu einem gewissen Anteil in Vitamin A umgewandelt werden – dem Vitamin für gesunde Haut, Schleimhäute, Knochen und Augen.

Auch das Carotinoid Lutein findet sich in der Tomate, welches das Risiko für Augenerkrankungen wie den Grauen Star reduziert. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die Vitamine, Carotinoide und alle anderen bioaktiven Substanzen gemeinsam ein viel stärkeres antioxidatives Potential aufweisen als einzelne, isolierte Wirkstoffe, so dass ein grosser Tomatensalat – regelmässig gegessen – oft sinnvoller ist als ein einzelnes Carotinoid in Kapselform.

Lycopin ist der rote Farbstoff

Das Carotinoid Lycopin ist ein roter Farbstoff, der Früchten wie der Tomate oder der Wassermelone ihre charakteristische Farbe verleiht. Laut einer Studie portugiesischer Forscher aus dem Jahr 2018 ist Lycopin von allen Carotinoiden das stärkste Antioxidans. Es wirkt Alterungsprozessen entgegen und hilft Krankheiten vorzubeugen, die mit oxidativem Stress in Zusammenhang stehen.

Können Tomaten vor Krebs schützen?

So haben diverse Studien gezeigt, dass Tomaten zur Krebsprävention beitragen, woran Lycopin massgeblich beteiligt ist. Insbesondere ist die Wirkung von Lycopin in puncto Prostatakrebs bekannt. Hier soll das Carotinoid eine vorbeugende Wirkung haben und die gutartige Prostatavergrösserung positiv beeinflussen. Details dazu lesen Sie hier unter: Tomaten bei gutartiger Prostatavergrösserung.

Eine tomatenreiche Ernährung reduziert ausserdem das Hautkrebsrisiko um 50 Prozent, wie eine Untersuchung der Ohio State University zeigte. Dies insbesondere deshalb, weil das Lycopin die Haut von innen gegen UV-Strahlung schützen kann.

Genauso glaubt man, dass Lycopin bzw. Tomaten sehr gut zur Brustkrebsprävention eingesetzt werden können.

Tomaten schützen vor Hautschäden

Eine Studie konnte schon im Jahr 2001 zeigen, dass eine Ernährung, die einen hohen Anteil an gekochten Tomaten enthält, vor UV-Strahlung schützt und somit Hautschäden, sowie die Auswirkungen des Alterns hemmen kann.

Tomaten können Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen

Forscher von der University of Eastern Finland haben mehr als 1.000 Männer im Alter zwischen 46 und 65 Jahren über zwölf Jahre hinweg begleitet. Zu Beginn der Studie wurde bei allen Probanden die Lycopin-Konzentration im Blut bestimmt. Jene Probanden mit dem höchsten Verzehr von Lycopin-haltigen Nahrungsmitteln hatten ein um 55 Prozent niedrigeres Schlaganfallrisiko.

Die Wirkung von Lycopin wird mitunter so erklärt, dass es die Blutgerinnung hemmt, sodass weniger Verklumpungen der Blutkörperchen entstehen. Eine Studie mit 98 Probanden am Baruch-Padeh Poriya Medical Center in Israel hat zudem gezeigt, dass durch den Genuss von 300 Gramm Tomaten pro Tag der HDL-Cholesterinspiegel um über 15 Prozent erhöht werden konnte.

Tomaten sind gut für die Knochen und Muskeln

Neueste Studien haben im Jahr 2018 gezeigt, dass Tomaten dem Verschleiss der Knochen sowie dem Muskelabbau und somit auch Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Osteoporose entgegenwirken. So haben portugiesische Forscher festgestellt, dass sich Lycopin positiv auf den Knochenstoffwechsel auswirkt. Das Carotinoid unterstützt nämlich den Abbau defekter Knochenzellen sowie den Aufbau neuer Knochenmasse.

Eine dreijährige japanische Studie mit 259 Probanden zwischen 22 und 68 Jahren hat hingegen ergeben, dass Menschen, die regelmässig Tomaten essen, sich effektiv vor der mit dem Alter einhergehenden Abnahme der Muskelstärke schützen können. Die Tomate gilt also zu Recht als Anti-Aging-Frucht.

Lycopin als Nahrungsergänzungsmittel ist keine gute Idee

Da in Tomaten neben Lycopin viele weitere gesundheitsfördernde Stoffe wie Vitamine, weitere Carotinoide und Flavonoide stecken, die alle gemeinschaftlich zu einem gesünderen Leben beitragen, ist die alleinige Einnahme von Lycopin nicht unbedingt eine gute Idee.

Dies bekräftigt auch eine umfassende US-Studie, wobei untersucht wurde, ob sich das Essen von Tomaten oder eine Lycopin-Supplementation besser zur Prävention von Herz-Kreislauf-Krankheiten eignet: Die Tomate hatte die Nase vorn.

Kaufen Sie am besten Bio-Tomaten, denn der konventionelle Tomatenanbau ist nicht mehr mit einem guten Gewissen vereinbar.

So sieht der konventionelle Tomatenanbau aus

Tomaten aus dem beheizten Treibhaus verbrauchen pro Kilo über 9 Kilogramm Kohlendioxid. Auch der hohe Wasserverbrauch in ohnehin wasserarmen Herkunftsländern wie Spanien sorgt für massive ökologische Nachteile. Überdies sind die Arbeitsbedingungen in Südeuropa eine Katastrophe – es wird nicht grundlos von moderner Sklaverei gesprochen. Wer also einen Beitrag zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz leisten und sich nicht an der Ausbeutung von Erntehelfern beteiligen möchte, setzt auf saisonale Tomaten aus der Region.

Tomatenanbau in der gläsernen Stadt

Die Tomate ist im deutschsprachigen Raum die beliebteste Gemüseart. Laut Statistik isst jeder Deutsche pro Jahr rund 10 Kilogramm von der leckeren Frucht. Dazu gesellen sich weitere 10 Kilogramm Tomatenprodukte. Da der Anbau im Inland bei weitem nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, werden jährlich über 700.000 Tonnen Tomaten importiert.

Die Import-Tomaten stammen laut Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in erster Linie aus EU-Ländern, vordergründig aus den Niederlanden, Spanien, Belgien und Italien, ferner auch aus Marokko. Da es den Tomaten im hohen Norden an Sonne und Wärme mangelt, werden sie in zwei- bis dreistöckigen Gewächshäusern angebaut – soweit das Auge reicht. Das niederländische Westland wird deshalb schon als „gläserne Stadt“ bezeichnet.

Lange Zeit waren die Hollandtomaten zu Recht als geschmacklose Wasserbomben verschrien, hierbei hat sich in den letzten Jahren zumindest einiges getan. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass beim Heizen von Gewächshäusern extrem viel CO2 freigesetzt wird. Satte 9 Prozent der niederländischen Energie werden mittlerweile im Glasgartenbau verbraucht.

Tomaten aus dem Plastikmeer

Viele Verbraucher denken, dass es sich bei südländischen Tomaten automatisch um Freilandgemüse handelt, was leider nicht stimmt. So findet sich in Südspanien die grösste Anbaufläche unter Folie auf der Welt. 36.000 Hektar sind in der Provinz Almería inzwischen mit Plastik überzogen, weshalb sie auch „mar del plástico“ (Meer aus Plastik) genannt wird.

In diesem Plastikmeer werden jährlich rund 3 Millionen Tonnen Treibhausgemüse – hauptsächlich Tomaten, Paprika und Gurken – produziert. Ein Drittel davon wird nach Deutschland exportiert. Problematisch ist, dass in dieser Wüstenregion aufgrund fehlender Regenfälle ohne eine intensive Bewässerung kaum ein Halm, geschweige denn zahllose Gemüsepflanzen wachsen könnten.

Man greift daher auf das Grundwasser zurück, das sich laut WWF in dem Mass, wie es genutzt wird, gar nicht mehr erholen kann. Die Entnahmen sind dreimal so hoch als das, was durch Regenfälle wieder nachfliesst. Die spanische Umweltschutzorganisation Ecologistas en Acción gab an, dass bereits ganze 80 Prozent des Nutzwassers auf die Landwirtschaft entfallen.

Die Sklaverei im Tomatenanbau

Überdies arbeiten in diesen Anlagen vordergründig afrikanische Migranten, aber auch Menschen aus Osteuropa unter katastrophalen Bedingungen. Etwa die Hälfte von ihnen hat keine Aufenthaltsgenehmigung und arbeitet ohne Arbeitsvertrag zu Hungerlöhnen – ein Stundenlohn von 2 Euro ist keine Seltenheit. Die Erntehelfer hausen in Plastikhütten, ohne Strom und Wasser, oft stehen ihnen nicht einmal sanitäre Anlagen zur Verfügung.

Doch Zustände wie diese sind nicht nur in Spanien alltäglich. Ein Grossteil der italienischen Landwirtschaft lebt mittlerweile schon von der Ausbeutung afrikanischer Migranten. Für das Ernten von 350 Kilo Tomaten bekommen sie zwischen 2 und 3 Euro. Viele Landbesitzer sind Mafiosi und aus Angst vor Vergeltung wird das Unrecht totgeschwiegen. Spätestens jetzt sollte klar sein, warum Freilandtomaten aus Ihrer Region die besten Tomaten sind.

Setzen Sie auf Nachhaltigkeit und beteiligen Sie sich nicht länger an Umweltzerstörung und Ausbeutung. In Bioläden und auf Bauernmärkten finden Sie von Juli bis Oktober köstliche Freilandtomaten und im Winter gibt es genügend andere Gemüsearten, die wunderbar schmecken. Greifen Sie ausserdem zu Tomaten aus Bio-Anbau, da konventionell erzeugte Tomaten meist Pestizidrückstände aufweisen.

Bio-Tomaten sind besser

Tomaten sind nur dann lecker und gesund, wenn sie aus biologischer und im Idealfall regionaler Landwirtschaft stammen. Dann nämlich werden sie reif geerntet und sind im Grossen und Ganzen frei von Schadstoffen. Da die vollreifen Früchte nicht lagerfähig sind, werden Tomaten in der Regel zu früh geerntet, was sich negativ auf ihren Vitalstoffgehalt und den Geschmack auswirkt.

Im Handel jedoch werden überdies kaum noch Freilandtomaten angeboten. Fast alle Tomaten wachsen unter Glasdächern oder in Folientunneln. Mit Pestiziden wird dabei nicht gespart, so dass die ökologische Situation in den Anbauregionen meist sehr schlecht ist. Selbst das Grundwasser ist teilweise schon verpestet.

Analysen vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart aus dem Jahr 2017 sprechen eine klare Sprache: Von 79 Tomaten-Proben enthielten 71 Pestizidrückstände, 53 davon Mehrfachrückstände und bei 8 Proben wurde sogar die zugelassene Höchstmenge überschritten.

Bio-Tomaten schneiden in Pestizid-Tests fast immer sehr gut ab und enthalten überdies einen höheren Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen. So hat eine Studie an der Universidade Federal do Ceará gezeigt, dass in Bio-Tomaten im Vergleich zu konventionell angebauten Früchten bis zu 57 Prozent mehr Vitamin C steckt und der Polyphenolgehalt fiel um ganze 139 Prozent höher aus. (Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe mit u. a. antioxidativer Wirkung.)

Tomaten können aus China stammen

Die italienische Zollverwaltungsbehörde liess verlauten, dass allein im Jahr 2016 rund 100.000 Tonnen Tomatenmark von China nach Italien importiert wurden. Es handelt sich hierbei um minderwertige Ware, die maximal zu 45 Prozent aus Tomaten besteht. Der Rest besteht aus Zusatzstoffen wie Sojabohnen, Stärke, Malzzucker und Farbstoffe, die nicht auf der Verpackung angegeben werden.

Das Tomatenkonzentrat wird in Bella Italia laut Angaben der Zeitschrift La Repubblicadann nur noch mit italienischen Tomatenabfällen vermischt, mit Wasser verdünnt, mit Salz gewürzt, verpackt und als italienische Ware nach Afrika und Europa exportiert. Ausserdem landet es in zahlreichen weiteren Produkten wie etwa im Ketchup, in der Tomatensauce, im Tomatenmark oder auf der Tiefkühlpizza.

Der Kunde erfährt von all dem rein gar nichts. Denn wenn ein Lebensmittel in Europa verarbeitet wird, entfällt laut Gesetz die Pflicht, die Rohware in puncto Herkunft zu kennzeichnen. In Italien haben Konsumentenschützer und Bauernverbände diesem Etikettenschwindel schon vor Jahren den Kampf angesagt. Bislang liess sich aber nur ein einziger Richter dazu hinreissen, einen Tomatenhersteller diesbezüglich zu verurteilen.

Setzen Sie daher besser ausschliesslich auf Bio-Produkte aus der Region! Ausserdem können Sie auf der folgenden Webseite nachprüfen, ob das von Ihnen erworbene italienische Produkt mit der 100 % Made in Italy Certification ausgestattet ist.

Bauen Sie Ihre Tomaten selbst an!

Über kein Obst und Gemüse weiss man besser Bescheid als über jenes, das im eigenen Garten, Gewächshaus oder auf der Terrasse kultiviert wurde. Selbst als Hobbygärtner können Sie sich und ihre Familie mit den leckeren Früchten versorgen.

Zuerst gilt es, einen geeigneten Standort zu finden. Bedenken Sie, dass Tomatenpflanzen viel Sonne benötigen. Ein windgeschützter Ort ist ideal. Zudem muss der Boden nährstoffreich sein, denn Tomaten sind Starkzehrer. Bei einem Starkzehrer handelt es um eine Pflanze, die dem Boden während der Wachstumsphase sehr viele Nährstoffe entzieht, vor allem Stickstoff.

Damit die Ernte also reich ausfällt, sind Tomatenpflanzen auf stickstoffreichen organischen Dünger angewiesen. Dadurch können Sie die Nährstoffversorgung sicherstellen. Nach 2 bis 4 Saisonen ist ein Fruchtwechsel im Tomatenbeet angesagt. Das heisst, dass zunächst auf Mittelzehrer wie Kohlrabi oder Mangold und dann auf Schwachzehrer wie zum Beispiel Erbsen oder Radieschen umgestellt wird, damit sich der Boden erholen kann.

So setzen Sie Tomaten in ihrem Garten. [Quelle:gettyimages.de/Dmytro Diedov]

Es gibt 7.500 Tomatensorten

Wenn Sie einen tollen Standort eruiert haben, sollten Sie überlegen, ob Sie Jungpflanzen oder Tomatensamen kaufen möchten. Die Pflänzchen machen weniger Arbeit, dafür macht es mehr Spass zu sehen, wie aus den Samen Keimlinge und dann stattliche Tomatenpflanzen werden. Zudem haben Sie bei Samen die Wahl zwischen 7.500 Tomatensorten, so viele gibt es nämlich!

Sie unterscheiden sich u. a. durch die Wuchsform, die Ansprüche an den Standort sowie die Farbe, Form und den Geschmack der Früchte. Es folgen ein paar Beispiele:

  • Cherrytomaten bzw. Kirschtomaten sind besonders klein und schmecken sehr süss.
  • Cocktailtomaten sind kleine Sorten und schmecken extrem aromatisch.
  • Fleischtomaten haben grosse Früchtemit vielen Kammern, sie können mehr als 1 kg wiegen.
  • Rispentomaten hängen an einer Rispe und fallen, auch wenn sie vollreif sind, nicht ab.
  • Wildtomaten sind naturbelassen, sie wurden nicht durch Züchtung verändert. Es werden aber auch Züchtungen so bezeichnet, die den Wildtomaten ähnlich sind.
  • Stabtomaten wachsen während der ganzen Vegetationszeit und werden sehr hoch. Aus diesem Grund brauchen sie eine Stütze bzw. Rankhilfe in Form von Schnüren oder Stäben.
  • Buschtomaten oder Strauchtomaten haben ein begrenztes Wachstum. Kaum haben sich Blütenstände entwickelt, wird das Höhenwachstum eingestellt. Buschtomaten entwickeln dann viele Seitentriebe und wachsen in die Breite.

Was bei der Wahl von Tomatensorten zu beachten ist

Wenn Sie Tomaten anbauen möchten, spielt der Geschmack der Früchte und ob diese ertragreich sind natürlich eine grosse Rolle. Doch die Tomatensorten müssen auch zu Ihrem Standort passen – ob im Freiland, Gewächshaus oder in Kübeln.

Gehen Sie bei der Auswahl der Tomatensamen wie folgt vor:

  • Bei einem Gewächshaus haben Sie die Qual der Wahl, hier kann eigentlich jede Sorte gut angebaut werden. Denn das Gewächshaus bietet Regenschutz, konstante Temperaturen und eine lange Ernteperiode.
  • Für das Freiland eignen sich robuste Sorten mit Resistenzen gegen diverse Krankheiten am besten. Dazu zählen z. B. Fonarik (orange Fleischtomaten), Blue Pitts (blauviolette Cocktailtomaten) oder Rote Murmel (rote Wildtomaten).
  • Im Kübel steht den Tomatenpflanzen nur ein begrenzter Raum zur Verfügung. Mindestens 15 Liter sollte das Gefäss schon fassen. Je kleiner der Topf, desto kleiner sollte die Sorte sein. Buschtomaten wie Balconi Red und Stabtomaten wie Moskwitsch sind für Kübel ideal. Verwenden Sie immer eine Rankhilfe.
  • Samenfeste Sorten haben Nachkommen, welche dieselben Eigenschaften haben wie die Stammpflanze. Wenn Sie samenfeste Tomatensorten von regionalem Saatgut wählen, ergeben sich diverse Vorteile. So sind die Pflanzen besser an das Klima angepasst, resistenter gegen Krankheiten und in Folge auch sehr ertragreich.

Die Anzucht der Tomatensamen und die Pflanzung ins Freiland

Wenn Sie sich nun für eine oder mehrere Sorten entschieden haben, geht’s ans Eingemachte. Hobbygärtner können Ende März ihre Tomaten vorziehen, z. B. in einem Mini-Gewächshaus bei Zimmertemperatur oder in einem Tomatenhaus im Garten. Wichtig ist jedenfalls ein warmer, windgeschützter Ort, der Regenschutz bietet.

Setzen Sie das Saatgut in nährstoffarme Anzuchterde. Liegen die Temperaturen bei rund 20 Grad Celsius, entwickeln sich nach 8 bis 10 Tagen die ersten Keimlinge. Damit sich die Keimlinge nicht gegenseitig im Wachstum behindern und gut entwickeln, ist es wichtig, sie nach ungefähr 3 Wochen zu pikieren. Der Begriff Pikieren steht für das Vereinzeln der Pflänzchen. Geiztriebe zu schneiden und Stecklinge zu gewinnen ist eine weitere Möglichkeit, um Tomatenpflanzen zu vermehren.

Im Freiland einpflanzen dürfen Sie die Jungpflanzen in unseren Breiten aber erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, da sie sehr kälteempfindlich sind. Die Auspflanzung erfolgt in einem Abstand von mindestens 50 cm, der Reihenabstand sollte 1 mtr. betragen.

Das Ausgeizen der Tomaten nicht vergessen

Wer sich die Mühe macht, Tomaten selbst anzubauen, möchte davon natürlich auch etwas haben, nämlich eine reiche Ernte. Um dies zu verwirklichen, muss der Hobbygärtner nach dem Einpflanzen dafür sorgen, dass die Tomatenpflanzen ihre ganze Kraft in die Früchte stecken.

Nach der Auspflanzung ist es darum wichtig, das Ausgeizen nicht zu vergessen. Ausgeizen bedeutet, überflüssige Triebe herauszubrechen. Ausgegeizt werden können alle Tomaten, abgesehen von Busch- und Wildtomaten. Denn bei diesen tragen alle Seitentriebe Blütenstände und somit Früchte.

Es werden ausser dem Haupttrieb bis auf maximal 5 alle frischen Triebe entfernt. Kleine Geiztriebe können Sie einfach mit den Fingern abknipsen, indem Sie die Seitentriebe an der Basis, dicht beim Stängel, mit dem Daumen und dem Zeigefinger greifen. Ältere Geiztriebe müssen abgeschnitten werden.

Im Frühsommer herausgebrochene Triebe können Sie als Stecklinge verwenden und so weitere Pflanzen ziehen. Werden die Tomatenpflanzen ausgegeizt, entwickelt sie sich besser. Die unteren Früchte bekommen mehr Licht, reifen schneller und Krankheiten breiten sich nicht so rasch aus.

Auch Tomaten können von Pilzen befallen werden

Leider finden nicht nur wir Menschen Gefallen an den Tomatenpflanzen, sondern auch diverse Tiere, Pilze und Mikroorganismen. Pilzkrankheiten sind besonders gefürchtet, da sie bis zum kompletten Ernteverlust und zum Tod der Pflanzen führen können.

Die mit Abstand häufigste Tomatenkrankheit ist die Braunfäule. Der Verursacher ist ein Pilz namens Phytophthora infestans. Er wird von Kartoffelpflanzen auf Freilandtomaten übertragen. Insbesondere bei einer feuchten Witterung breitet sich Phytophthora infestans schnell über die ganze Pflanze aus.

Zu den Symptomen zählen graugrüne bis braunschwarze Flecken, die immer grösser werden und die Stängel, Blätter und Früchte regelrecht überziehen. Auf den befallenen Früchten manifestieren sich tiefgehende, harte Flecken. Die betroffenen Tomaten dürfen nicht mehr verzehrt werden.

Sie können der Phytophthora infestans vorbeugen, indem Sie darauf achten, dass zwischen den Tomatenpflanzen genügend Abstand eingehalten wird. Geben Sie den Pflanzen ein schönes sonniges Plätzchen auf einem überdachten Balkon, ist dies ebenfalls eine vorbeugende Massnahme. Denn sind sie schutzlos dem Regen ausgeliefert, kann sich die Fäule ungehindert ausbreiten.

Tomaten mit Blütenendfäule sind noch essbar

Nicht nur Pilzkrankheiten, sondern auch ein Nährstoffmangel kann dafür sorgen, dass Tomaten faulen. So etwa die Blütenendfäule, die durch einen Calciummangel bzw. durch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit ausgelöst wird. Die Blütenendfäule äussert sich durch braune oder schwarze, immer grösser werdende Punkte am Fruchtansatz. Am häufigsten sind davon Tomatensorten wie Ochsenherzen betroffen, die sehr grosse Früchte ausbilden.

Im Gewächshaus können Sie der Blütenendfäule vorbeugen, indem Sie die Luftfeuchtigkeit niedrig halten. So wird die Transpiration angeregt, die dafür sorgt, dass das Calcium schnell nach oben transportiert wird. Achten Sie ausserdem darauf, dass der Bestand nicht zu dicht ist und auf eine gleichmässige Wasserversorgung.

Sind Früchte von der Blütenendfäule betroffen, sind sie nicht giftig und können noch gegessen werden, nachdem die verfärbten Stellen weggeschnitten wurden. Sind Tomaten aber stark befallen, wird Pilzen und Bakterien der Eintritt in die Frucht leicht gemacht, weshalb sie entsorgt werden sollten.

Wie Tomaten bestäubt werden

Damit es überhaupt zur Bildung der leckeren Früchte kommen kann, ist eine Bestäubung vonnöten. Tomaten sind meist selbstbefruchtend. Eine Ausnahme stellen Wildtomaten dar, sie brauchen für die Bestäubung grundsätzlich eine zweite Tomatenpflanze. Im Freiland übernehmen der Wind und Insekten wie die Hummel die Bestäubung.

Werden Tomatenpflanzen aber im Gewächshaus gehalten, liegt die Bestäubung in den Händen des Gärtners. Hierbei werden die Pflanzen wiederholt kräftig geschüttelt oder es wird an einzelnen Tomaten im Topf mit einem weichen Pinsel über die Blütenstände gestrichen.

Der Zeitpunkt der händischen Bestäubung ist wichtig. So muss sich die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 80 Prozent bewegen. Liegt sie darunter, wird die Keimfähigkeit reduziert, liegt sie darüber, verklumpen die Pollen und können nicht mehr freigesetzt werden. Die Temperatur muss unter 30 Grad Celsius liegen.

Endlich Erntezeit!

In unseren Gefilden ist es Ende Juli endlich soweit: Die allerersten Tomaten können geerntet werden! Es zahlt sich aus, die Früchte ausreifen zu lassen, denn dann sind sie am aromatischsten. Sind Tomaten vollreif, erkennen Sie das u. a. an der sortentypischen Färbung und daran, dass die Früchte ohne Kraftakt gepflückt werden können und die Schale bei leichtem Fingerdruck nachgibt.

Tomaten können zwar auch geerntet werden, bevor sie ausreifen bzw. vollreif sind, doch aufgrund des hohen Gehalts an Solanin sind sie unreif noch nicht essbar. Aber das ist kein Problem, denn die Früchte reifen nach. Wickeln Sie Ihre Tomaten einfach in Zeitungspapier ein oder legen Sie sie in eine Papiertüte.

Bei einer Temperatur zwischen 18 bis 20 Grad Celsius reifen die Tomaten nach wenigen Tagen nach und können genossen werden. Wenn Sie reifes Obst wie etwa Äpfel oder Bananen neben den unreifen Tomaten lagern, wird der Reifeprozess beschleunigt, da diese das Reifegas Ethylen absondern.

Eine Tomate wird gepflückt. [Quelle:gettyimages.de/SimonSkafar]

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Quellen

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