Gemüse

Die Tomate: Eine Frucht mit grossem gesundheitlichen Potential

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 28.11.2018
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Die Tomate: Eine Frucht mit grossem gesundheitlichen Potential
© Lotus_studio – Shutterstock.com

Die Tomate ist ein äusserst gesundes Fruchtgemüse – trotz ihrer Zugehörigkeit zur Nachtschattenfamilie. Insbesondere der natürliche Farbstoff Lycopin in der Tomate ist sehr gut erforscht und gilt als kraftvolles Antioxidans im Kampf gegen Krebs und andere chronische Krankheiten. Auch schützt das Lycopin die Haut von innen gegen UV-Strahlung und damit vor Sonnenbrand und Hautkrebs. Allerdings sollte die Tomate in Bio-Qualität gekauft werden, andernfalls versorgt sie oft auch noch mit unerwünschten Pestiziden.

Inhaltsverzeichnis

Woher stammt die Tomate?

Ursprünglich stammt die Tomate (Solanum lycopersicum) aus Mittelamerika und wurde von den Maya bereits in der vorchristlichen Zeit genutzt. Die Azteken gaben ihr den Namen Xitomatl, was so viel wie "Nabel des dicken Wassers" bedeutet.

In Folge der Conquista (Eroberung und Erschliessung des mittel- und südamerikanischen Festlandes) wurden die Spanier auf die prachtvollen Beeren aufmerksam. Der Missionar Bernardino de Sahagún beschrieb bereits um 1530, dass die Azteken aus Tomaten, Chilis und Kürbiskernen eine leckere Salsa zauberten.

Warum galt die Tomate früher als Zierpflanze?

In Spanien und Italien fühlte sich die Tomate aufgrund des dort vorherrschenden Klimas schnell heimisch und wurde bald mit grosser Freude angebaut. Allerdings nicht zum Genuss, sondern als Zierpflanze. Natürlich konnten sich anfangs nur die Reichen die exotischen Pflanzen leisten und verwendeten sie, um Fenster, Innenhöfe und Festtafeln zu schmücken.

Denn als die Tomate nach Europa kam, wurden anfangs auch die grünen Pflanzenteile und die unreifen Früchte gegessen, was aufgrund des Stoffes Solanin zu Vergiftungen führte. Allerdings wurden lange Zeit auch die reifen Früchte gemieden. Das Problem waren hier jedoch nicht die Tomaten, sondern die Gefässe, in denen sie aufbewahrt wurden. Diese bestanden häufig aus bleihaltigem Hartzinn und das Blei ging in die Tomaten über, was so manches Opfer forderte.

Kokosöl

Ist die Tomate als Nachtschattengewächs giftig?

Auch heute glauben wieder immer mehr Menschen (aufgrund eines entsprechenden Buches), dass Gemüse aus der Familie der Nachtschattengewächse (Tomaten, Paprika, Auberginen etc.) giftige Stoffe enthielten und daher schädlich seien.

Da sich in unzähligen Studien eher ergeben hat, dass Menschen, wenn sie viel Gemüse und dabei auch Nachtschattengemüse essen, deutlich gesünder sind, ist davon auszugehen, dass all die anderen Stoffe in z. B. Tomaten eine mögliche Schadwirkung der geringen Giftstoffenmengen kompensieren können.

Dies schliesst natürlich nicht aus, dass es auch Menschen gibt, die eine individuelle Unverträglichkeit gegenüber Nachtschattengewächsen entwickelt haben. Wenn Sie sich nach dem Verzehr von Tomaten, Paprika & Co nicht wohlfühlen, testen Sie einige Wochen lang, wie es Ihnen ohne diese Gemüse geht.

Hat die Tomate Heilwirkung?

Die ersten Tomatenpflanzen, die nach Spanien gebracht wurden, landeten im Garten des Arztes Nicolàs Monardes Alfaro, der in den Früchten sogleich ein grosses medizinisches Potential erkannte. So wurden sie eingesetzt, um den Körper zu reinigen und um Schwellungen zu lindern. Tomatensaft beispielsweise wurde bei Entzündungen angewandt. Bei Kopfschmerzen, Gicht und Ischias wurden Tomaten-Umschläge gemacht – und Tomatenöl wurde verwendet, um Brandwunden zu kurieren. Dazu gesellten sich aus heutiger Hinsicht skurrile Anwendungen, etwa um Tollwut und Albträume zu behandeln.

War die Tomate schon immer rot?

Nicht zuletzt galten Tomaten als Aphrodisiakum und kamen beim Liebeszauber zum Einsatz. Auf diesem Glauben beruhte die Sitte französischer Männer, ihren Angebeteten eine Tomatenpflanze zu schenken, weswegen die Früchte als pomme d'amour (Liebesapfel) bezeichnet wurden. In Italien nannte man die Tomate hingegen pomodoro, also goldener Apfel. Dies deutet darauf hin, dass die Frucht anfänglich gelb war und die rote Farbe erst infolge züchterischer Bemühungen entstand.

Seit wann isst man in Europa Tomaten?

Während die spanischen Köche die Tomate schnell in ihr Herz geschlossen hatten, konnte sie sich in Italien erst im 17. Jh. als Lebensmittel einen Namen machen. Es waren wohl sehr mutige oder aber besonders hungrige Bauern, die herausgefunden haben, dass reife Tomaten nicht giftig sind und zudem wundervoll schmecken. Im Zuge dessen wurden zahlreiche Gerichte wie Pizza oder Nudeln mit Tomatensosse kreiert, die heute nicht nur in Italien zu den ultimativen Leibspeisen zählen.

In Mittel- und Nordeuropa galt die Tomate hingegen weitere 100 Jahre als mysteriöse Todesfrucht und in so mancher abgelegenen Gegend konnte sie sich sogar erst im 20. Jahrhundert durchsetzen. Inzwischen wird die Tomate überall auf der ganzen Welt in tausenden verschiedener Tomatensorten angebaut – und so gut wie jeder hat die leckere Frucht mindestens einmal pro Woche auf dem Speiseplan stehen.

Sind Tomaten basisch oder sauer?

Tomaten schmecken süsslich und säuerlich zugleich. Für den sauren Geschmack sind einerseits das Vitamin C, andererseits die enthaltenen Fruchtsäuren wie die Zitronen- oder auch die Apfelsäure verantwortlich. Reife Tomaten schmecken deshalb süsser, da der Zuckergehalt im Laufe des Reifungsprozesses zunimmt, während sich der Fruchtsäuregehalt verringert.

Anders als oft angenommen wird, zählen Tomaten trotz des säuerlichen Geschmacks zu den Basenbildnern, da sie reich an basischen Mineralstoffen wie z. B. Kalium, Kupfer und Eisen sind. Die Antioxidantien und der hohe Wassergehalt der Frucht helfen, dass überschüssige Säuren und Giftstoffe besser neutralisiert und ausgeleitet werden können. Tomaten sind also eine sehr gute Wahl, um das Säure-Basen-Gleichgewicht zu regulieren.

Detaillierte Infos über die Vorteile basischer Ernährung finden Sie unter dem vorangegangenen Link.

Welche Vitamine und Mineralstoffe sind in der Tomate enthalten?

Die Tomate ist ein Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte, da sie im Verhältnis zu ihrem Energiegehalt (sie hat nur wenige Kalorien) viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe enthält. Dabei sind auch einige Vitalstoffe in Bezug auf die empfohlene Tagesdosis (NRV) durchaus von Relevanz. In nur 100 Gramm der frischen Frucht – entspricht einer mittelgrossen Tomate – stecken u. a.:

  • 506 µg Betacarotin (25,3 Prozent der NRV): Die Vitamin-A-Vorstufe wirkt als Radikalfänger und beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Krebs vor.
  • 24,5 mg Vitamin C (24,5 Prozent der NRV): Stärkt das Immunsystem, fördert die Wundheilung sowie die Narbenbildung und verbessert die Eisenaufnahme.
  • 9 µg Vitamin K (13 Prozent der NRV): Spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung, beim Knochenstoffwechsel und beim Zellwachstum.
  • 813 µg Vitamin E (6,8 Prozent der NRV): Das Antioxidans wirkt gegen Entzündungen, ist wichtig für das Nervensystem und verhindert die Entstehung von Krebszellen.
  • 39 µg Vitamin B9 bzw. Folat/Folsäure (9,8 Prozent der NRV): Folat ist wichtig für gesundes Blut und gesunde Gefässe. Es ist an allen Entwicklungs- und Wachstumsprozessen beteiligt und daher besonders in der Schwangerschaft wichtig.
  • 242 mg Kalium (6,1 Prozent der NRV): Ist an der Muskeltätigkeit beteiligt und reguliert den Flüssigkeitshaushalt im Körper sowie den Blutdruck.
  • 60 µg Kupfer (4,8 Prozent der NRV): Ist wichtig für die Zellatmung, wirkt entzündungshemmend und lindert rheumatische Erkrankungen wie Arthritis.
  • 0,5 mg Eisen (4 Prozent der NRV): Eisen ist wichtig für den Sauerstofftransport im Körper. Ohne Eisen kann sich eine Blutarmut (Anämie) entwickeln.

Welche Carotinoide sind in der Tomate enthalten?

Neben dem Beta-Carotin enthält die Tomate noch weitere Carotinoide, etwa das Lycopin, Alpha-Carotin sowie Cryptoxanthin, die alle drei zur Vitamin-A-Versorgung beitragen, denn Carotinoide können zu einem gewissen Anteil in Vitamin A umgewandelt werden – dem Vitamin für gesunde Haut, Schleimhäute, Knochen und Augen.

Auch das Carotinoid Lutein findet sich in der Tomate, welches das Risiko für Augenerkrankungen wie den Grauen Star reduziert. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die Vitamine, Carotinoide und alle anderen bioaktiven Substanzen gemeinsam ein viel stärkeres antioxidatives Potential aufweisen als einzelne, isolierte Wirkstoffe, so dass ein grosser Tomatensalat – regelmässig gegessen – oft sinnvoller ist als ein einzelnes Carotinoid in Kapselform.

Was ist Lycopin und wie wirkt es?

Das Carotinoid Lycopin ist ein roter Farbstoff, der Früchten wie der Tomate oder der Wassermelone ihre charakteristische Farbe verleiht. Laut einer Studie portugiesischer Forscher aus dem Jahr 2018 ist Lycopin von allen Carotinoiden das stärkste Antioxidans. Es wirkt Alterungsprozessen entgegen und hilft Krankheiten vorzubeugen, die mit oxidativem Stress in Zusammenhang stehen.

Können Tomaten vor Krebs schützen?

So haben diverse Studien gezeigt, dass Tomaten zur Krebsprävention beitragen, woran Lycopin massgeblich beteiligt ist. Insbesondere ist die Wirkung von Lycopin in puncto Prostatakrebs bekannt. Hier soll das Carotinoid eine vorbeugende Wirkung haben und die gutartige Prostatavergrösserung positiv beeinflussen. Details dazu lesen Sie hier unter: Tomaten bei gutartiger Prostatavergrösserung.

Eine tomatenreiche Ernährung reduziert ausserdem das Hautkrebsrisiko um 50 Prozent, wie eine Untersuchung der Ohio State University zeigte. Dies insbesondere deshalb, weil das Lycopin die Haut von innen gegen UV-Strahlung schützen kann.

Genauso glaubt man, dass Lycopin bzw. Tomaten sehr gut zur Brustkrebsprävention eingesetzt werden können.

Können Tomaten vor Sonnenbrand schützen?

Eine Studie konnte schon im Jahr 2001 zeigen, dass eine Ernährung, die einen hohen Anteil an gekochten Tomaten enthält, vor UV-Strahlung schützt und somit Hautschäden, sowie die Auswirkungen des Alterns hemmen kann.

Können Tomaten Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen?

Forscher von der University of Eastern Finland haben mehr als 1.000 Männer im Alter zwischen 46 und 65 Jahren über zwölf Jahre hinweg begleitet. Zu Beginn der Studie wurde bei allen Probanden die Lycopin-Konzentration im Blut bestimmt. Jene Probanden mit dem höchsten Verzehr von Lycopin-haltigen Nahrungsmitteln hatten ein um 55 Prozent niedrigeres Schlaganfallrisiko.

Die Wirkung von Lycopin wird mitunter so erklärt, dass es die Blutgerinnung hemmt, sodass weniger Verklumpungen der Blutkörperchen entstehen. Eine Studie mit 98 Probanden am Baruch-Padeh Poriya Medical Center in Israel hat zudem gezeigt, dass durch den Genuss von 300 Gramm Tomaten pro Tag der HDL-Cholesterinspiegel um über 15 Prozent erhöht werden konnte.

Sind Tomaten gut für die Knochen und Muskeln?

Neueste Studien haben im Jahr 2018 gezeigt, dass Tomaten dem Verschleiss der Knochen sowie dem Muskelabbau und somit auch Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Osteoporose entgegenwirken. So haben portugiesische Forscher festgestellt, dass sich Lycopin positiv auf den Knochenstoffwechsel auswirkt. Das Carotinoid unterstützt nämlich den Abbau defekter Knochenzellen sowie den Aufbau neuer Knochenmasse.

Eine dreijährige japanische Studie mit 259 Probanden zwischen 22 und 68 Jahren hat hingegen ergeben, dass Menschen, die regelmässig Tomaten essen, sich effektiv vor der mit dem Alter einhergehenden Abnahme der Muskelstärke schützen können. Die Tomate gilt also zu Recht als Anti-Aging-Frucht.

Kann man Lycopin als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen?

Da in Tomaten neben Lycopin viele weitere gesundheitsfördernde Stoffe wie Vitamine, weitere Carotinoide und Flavonoide stecken, die alle gemeinschaftlich zu einem gesünderen Leben beitragen, ist die alleinige Einnahme von Lycopin nicht unbedingt eine gute Idee.

Dies bekräftigt auch eine umfassende US-Studie, wobei untersucht wurde, ob sich das Essen von Tomaten oder eine Lycopin-Supplementation besser zur Prävention von Herz-Kreislauf-Krankheiten eignet: Die Tomate hatte die Nase vorn.

Kaufen Sie am besten Bio-Tomaten, denn der konventionelle Tomatenanbau ist nicht mehr mit einem guten Gewissen vereinbar.

Wie sieht der konventionelle Tomatenanbau aus?

Tomaten aus dem beheizten Treibhaus verbrauchen pro Kilo über 9 Kilogramm Kohlendioxid. Auch der hohe Wasserverbrauch in ohnehin wasserarmen Herkunftsländern wie Spanien sorgt für massive ökologische Nachteile. Überdies sind die Arbeitsbedingungen in Südeuropa eine Katastrophe – es wird nicht grundlos von moderner Sklaverei gesprochen. Wer also einen Beitrag zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz leisten und sich nicht an der Ausbeutung von Erntehelfern beteiligen möchte, setzt auf saisonale Tomaten aus der Region.

Tomatenanbau in der gläsernen Stadt

Die Tomate ist im deutschsprachigen Raum die beliebteste Gemüseart. Laut Statistik isst jeder Deutsche pro Jahr rund 10 Kilogramm von der leckeren Frucht. Dazu gesellen sich weitere 10 Kilogramm Tomatenprodukte. Da der Anbau im Inland bei weitem nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, werden jährlich über 700.000 Tonnen Tomaten importiert.

Die Import-Tomaten stammen laut Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in erster Linie aus EU-Ländern, vordergründig aus den Niederlanden, Spanien, Belgien und Italien, ferner auch aus Marokko. Da es den Tomaten im hohen Norden an Sonne und Wärme mangelt, werden sie in zwei- bis dreistöckigen Gewächshäusern angebaut – soweit das Auge reicht. Das niederländische Westland wird deshalb schon als „gläserne Stadt“ bezeichnet.

Lange Zeit waren die Hollandtomaten zu Recht als geschmacklose Wasserbomben verschrien, hierbei hat sich in den letzten Jahren zumindest einiges getan. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass beim Heizen von Gewächshäusern extrem viel CO2 freigesetzt wird. Satte 9 Prozent der niederländischen Energie werden mittlerweile im Glasgartenbau verbraucht.

Tomaten aus dem Plastikmeer

Viele Verbraucher denken, dass es sich bei südländischen Tomaten automatisch um Freilandgemüse handelt, was leider nicht stimmt. So findet sich in Südspanien die grösste Anbaufläche unter Folie auf der Welt. 36.000 Hektar sind in der Provinz Almería inzwischen mit Plastik überzogen, weshalb sie auch „mar del plástico“ (Meer aus Plastik) genannt wird.

In diesem Plastikmeer werden jährlich rund 3 Millionen Tonnen Treibhausgemüse – hauptsächlich Tomaten, Paprika und Gurken – produziert. Ein Drittel davon wird nach Deutschland exportiert. Problematisch ist, dass in dieser Wüstenregion aufgrund fehlender Regenfälle ohne eine intensive Bewässerung kaum ein Halm, geschweige denn zahllose Gemüsepflanzen wachsen könnten.

Man greift daher auf das Grundwasser zurück, das sich laut WWF in dem Mass, wie es genutzt wird, gar nicht mehr erholen kann. Die Entnahmen sind dreimal so hoch als das, was durch Regenfälle wieder nachfliesst. Die spanische Umweltschutzorganisation Ecologistas en Acción gab an, dass bereits ganze 80 Prozent des Nutzwassers auf die Landwirtschaft entfallen.

„Sklaverei“ im Tomatenanbau

Überdies arbeiten in diesen Anlagen vordergründig afrikanische Migranten, aber auch Menschen aus Osteuropa unter katastrophalen Bedingungen. Etwa die Hälfte von ihnen hat keine Aufenthaltsgenehmigung und arbeitet ohne Arbeitsvertrag zu Hungerlöhnen – ein Stundenlohn von 2 Euro ist keine Seltenheit. Die Erntehelfer hausen in Plastikhütten, ohne Strom und Wasser, oft stehen ihnen nicht einmal sanitäre Anlagen zur Verfügung.

Doch Zustände wie diese sind nicht nur in Spanien alltäglich. Ein Grossteil der italienischen Landwirtschaft lebt mittlerweile schon von der Ausbeutung afrikanischer Migranten. Für das Ernten von 350 Kilo Tomaten bekommen sie zwischen 2 und 3 Euro. Viele Landbesitzer sind Mafiosi und aus Angst vor Vergeltung wird das Unrecht totgeschwiegen. Spätestens jetzt sollte klar sein, warum Freilandtomaten aus Ihrer Region die besten Tomaten sind.

Setzen Sie auf Nachhaltigkeit und beteiligen Sie sich nicht länger an Umweltzerstörung und Ausbeutung. In Bioläden und auf Bauernmärkten finden Sie von Juli bis Oktober köstliche Freilandtomaten und im Winter gibt es genügend andere Gemüsearten, die wunderbar schmecken. Greifen Sie ausserdem zu Tomaten aus Bio-Anbau, da konventionell erzeugte Tomaten meist Pestizidrückstände aufweisen.

Sind Bio-Tomaten besser?

Tomaten sind nur dann lecker und gesund, wenn sie aus biologischer und im Idealfall regionaler Landwirtschaft stammen. Dann nämlich werden sie reif geerntet und sind im Grossen und Ganzen frei von Schadstoffen. Da die vollreifen Früchte nicht lagerfähig sind, werden Tomaten in der Regel zu früh geerntet, was sich negativ auf ihren Vitalstoffgehalt und den Geschmack auswirkt.

Im Handel jedoch werden überdies kaum noch Freilandtomaten angeboten. Fast alle Tomaten wachsen unter Glasdächern oder in Folientunneln. Mit Pestiziden wird dabei nicht gespart, so dass die ökologische Situation in den Anbauregionen meist sehr schlecht ist. Selbst das Grundwasser ist teilweise schon verpestet.

Analysen vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart aus dem Jahr 2017 sprechen eine klare Sprache: Von 79 Tomaten-Proben enthielten 71 Pestizidrückstände, 53 davon Mehrfachrückstände und bei 8 Proben wurde sogar die zugelassene Höchstmenge überschritten.

Bio-Tomaten schneiden in Pestizid-Tests fast immer sehr gut ab und enthalten überdies einen höheren Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen. So hat eine Studie an der Universidade Federal do Ceará gezeigt, dass in Bio-Tomaten im Vergleich zu konventionell angebauten Früchten bis zu 57 Prozent mehr Vitamin C steckt und der Polyphenolgehalt fiel um ganze 139 Prozent höher aus. (Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe mit u. a. antioxidativer Wirkung.)

Können Tomaten aus China stammen?

Die italienische Zollverwaltungsbehörde liess verlauten, dass allein im Jahr 2016 rund 100.000 Tonnen Tomatenmark von China nach Italien importiert wurden. Es handelt sich hierbei um minderwertige Ware, die maximal zu 45 Prozent aus Tomaten besteht. Der Rest besteht aus Zusatzstoffen wie Sojabohnen, Stärke, Malzzucker und Farbstoffe, die nicht auf der Verpackung angegeben werden.

Das Tomatenkonzentrat wird in Bella Italia laut Angaben der Zeitschrift La Repubblicadann nur noch mit italienischen Tomatenabfällen vermischt, mit Wasser verdünnt, mit Salz gewürzt, verpackt und als italienische Ware nach Afrika und Europa exportiert. Ausserdem landet es in zahlreichen weiteren Produkten wie etwa im Ketchup, in der Tomatensauce, im Tomatenmark oder auf der Tiefkühlpizza.

Der Kunde erfährt von all dem rein gar nichts. Denn wenn ein Lebensmittel in Europa verarbeitet wird, entfällt laut Gesetz die Pflicht, die Rohware in puncto Herkunft zu kennzeichnen. In Italien haben Konsumentenschützer und Bauernverbände diesem Etikettenschwindel schon vor Jahren den Kampf angesagt. Bislang liess sich aber nur ein einziger Richter dazu hinreissen, einen Tomatenhersteller diesbezüglich zu verurteilen.

Setzen Sie daher besser ausschliesslich auf Bio-Produkte aus der Region! Ausserdem können Sie auf der folgenden Webseite nachprüfen, ob das von Ihnen erworbene italienische Produkt mit der 100 % Made in Italy Certification ausgestattet ist.

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Leserkommentare

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Zuletzt kommentiert

anonym schrieb am 02.09.2018

Liebes "Zentrum der Gesundheit" Team!
Ich schätze Ihre Website sehr und empfehle sie immer wieder Patienten von mir.
Nun habe ich gerade das Buch: " Böses Gemüse" von Gundry gelesen. Leider gibt es zu dem Thema "Lektine" (um dieses Thema geht es in dem Buch) leider sehr wenig Informationen. Es geht quasi um die Gemüsesorten, die durch Kolumbus vor ein paar Jahrhunderten zu uns nach Europa gekommen sind (Kürbisgewächse, Nachtschatten, Quinoa, Amaranth,..), die insbesondere von gesundheitsbewussten Menschen gerne und viel gegessen werden.
Leider wissen die wenigsten Menschen von den schädlichen Lektinen, die in diesen Nahrungsmitteln, teils in nicht unerheblichen Mengen, stecken.
Würde mich sehr freuen, wenn Sie dazu einen Beitrag auf Ihrer Website veröffentlichen.
Herzliche Grüße von

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Wir arbeiten gerade an einem Artikel über die Nachtschattengewächse, in dem auch Gundry und die Lektine zu Wort kommen werden. Wir können Ihnen jedoch schon jetzt mitteilen, dass der Titel "Böse Gemüse" grösstenteils der Phantasie von Herrn Gundry entsprungen sein muss. Zwar kann es selbstverständlich wie bei jedem Lebensmittel auch bei Nachtschattengewächsen zu individuellen Unverträglichkeiten kommen, dass die genannten Lebensmittel jedoch grundsätzlich ungesund sein sollen, ist nichts weiter als ein Märchen, ja geradezu ein Schauermärchen.

Denn wirklich zahllose Studien zeigen, dass sich eine Ernährung, die gerade diese Lebensmittel enthält, enorm positiv auf den Gesundheitszustand auswirkt, den Heilprozess bei chronischen Erkrankungen unterstützt und die beste Ernährung zur Prävention darstellt. Dies wäre nicht möglich, wären Nachtschattengemüse bzw. sämtliche Lebensmittel, die Lektine enthalten, grundsätzlich und für jedermann schädlich.

Erst wenn sich auch bei gesunder vollwertiger Ernährung keine Besserungen beim Patienten einstellen, kann man sich auf die Suche nach individuellen Unverträglichkeiten und IgG4-Nahrungsmittelallergien begeben, wobei man dann auch an die Nachtschattengemüse oder auch an Lektine denken kann. Allerdings spielen hier dann wieder ganz andere Faktoren eine ursächliche Rolle, denn Lektine sind ja nicht grundsätzlich schlecht, sondern sie lösen nur dann Symptome aus, wenn bereits eine Störung im Organismus vorliegt - und genau diese Störung gilt es zu verhindern bzw. zu beheben. Details lesen Sie sodann in unserem baldigen Artikel.

Alles Gute!

Ihr ZDG-Team

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Quellen