Rückenschmerzen selbst behandeln: Was kann man tun?

Rückenschmerzen zählen wohl zu den am weitesten verbreiteten körperlichen Beschwerden unserer Zeit. Fast jeder hat seinen Rücken schon einmal zu spüren bekommen – sei es durch Verletzung, Überbeanspruchung, Bewegungsmangel oder (scheinbar) aus "heiterem Himmel".

Die Ursachen für Rückenschmerzen sind vielfältig und sollten bei starken oder auch bei immer wiederkehrenden Schmerzen in jedem Fall vom Arzt abgeklärt werden. Denn eine konkrete Diagnose hilft ungemein dabei, die richtigen Massnahmen und Therapien zu finden.

In den allermeisten Fällen von Rückenschmerzen, insbesondere von chronischen Rückenschmerzen, kann der Betroffene meist sehr viel selbst dazu beitragen, dass diese wieder verschwinden und nicht wieder kommen. Denn meist handelt es sich einfach „nur“ um überlastete, verspannte und verkürzte Muskeln und Faszien, die entweder selbst schmerzen, oder die deshalb Schmerzen auslösen, weil sie Nerven und/oder Bandscheiben quetschen.

Derartige Muskel- und Faszienproblematiken aber kann man – im Zweifel natürlich nach Absprache mit Arzt, Physiotherapeut, Osteopath, Trainer o. ä. – sehr gut mit einem individuellen und ganzheitlichen Therapieprogramm selbst behandeln.

Eine Frau leidet unter starken Rückenschmerzen [Quelle: gettyimages.de/gpointstudio]

Wie behandelt der Arzt Rückenschmerzen?

Viele Betroffenen suchen bei Rückenschmerzen meist ihren Hausarzt auf, um sich eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Spritze geben zu lassen (eine Mischung aus Dexamethason („Cortison“) und Diclofenac). Gerade bei einem Hexenschuss mit akuten äusserst starken Rückenschmerzen, die einen keinen klaren Gedanken mehr fassen lassen, mag eine solche Spritze u. U. das erste Mittel der Wahl sein.

Wenn Ihr Arzt aber nicht zu Ihnen kommt, müssen Sie sich auch hier zumindest etwas bewegen, um seine Praxis aufzusuchen. Diese geringe Bewegungsfähigkeit könnten Sie auch nutzen, um im Internet nach den Videos von Liebscher & Bracht Ausschau zu halten und die dort für Hexenschuss- oder Ischiaspatienten vorgestellten Übungen nachzumachen. Sollten diese nicht innerhalb der nächsten Stunde merkliche Erleichterung bringen, kann man immer noch den Arzt aufsuchen.

Ärzte geben inzwischen nicht mehr so gerne besagte Spritzen, stattdessen werden lieber orale Schmerzmittel verordnet, etwa Voltaren oder Ibuprofen in Tabletten- bzw. Kapselform. Paracetamol ist hingegen nicht wirksam und schädigt dabei auch noch die Leber. Wissenschaftler vom George Institute for Global Health in Sydney haben im Jahr 2015 an über 1800 Rückenschmerz-Patienten festgestellt, dass Paracetamol bei Rückenschmerzen kein bisschen wirkt (12, 13).

Sobald der akute Schmerz behoben ist, sollte man unbedingt aktiv werden und Massnahmen ergreifen, die dem nächsten Hexenschuss vorbeugen und im Falle von bereits chronischen Rückenschmerzen diese langfristig lindern oder ganz beheben.

Welche Alternativen bieten manche Ärzte?

Selbst manche Ärzte sind im Bereich der Alternativmedizin bereits tätig und bieten bei Rückenschmerzen mehr als nur eine Überweisung an den Orthopäden oder die Verordnung einer Physiotherapie.

Einige wenige arbeiten inzwischen aktiv mit Darmreinigungen oder der F. X.-Mayr-Kur, da sie den ganzheitlichen Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und Allgemein- bzw. Rückengesundheit erkannt haben.

Allerdings kann auch eine gute Physiotherapie Wunder bewirken. Ihr Ziel ist der Muskelaufbau, Entspannung verspannter Muskeln, die Wiederherstellung der Beweglichkeit und die Entspannung von Sehnen und Bänder.

Eine Physiotherapie kann jedoch NUR dann nachhaltig und langfristig helfen, wenn der Patient dort individuell passende Übungen erlernt und diese auch REGELMÄSSIG und INTENSIV optimalerweise mehrmals täglich zu Hause durchführt. Ein paar Wärmeanwendungen, Massagen und vor Ort durchgeführte Übungen zweimal die Woche werden jedoch kaum ausreichen, um langfristig beschwerdefrei zu werden.

Wie kann man Rückenschmerzen selbst behandeln?

Da Rückenschmerzen oft die Folgen der heute üblichen sitzenden und bewegungsarmen Lebensweise sowie weiterer ungesunder Gewohnheiten (Rauchen, Alkohol, Schlafmangel) sind, sie also quasi selbstgemacht sind (1), kann man diese Form der Rückenschmerzen häufig auch selbst wieder beheben, indem man den Spiess umdreht und seinen Lebensstil entsprechend ändert. (In der Medizin hat sich inzwischen sogar der Spruch etabliert: „Sitzen gilt als das neue Rauchen“.)

Bewegung gegen Schmerzen im unteren Rücken

Bewegung ist bei chronischen Rückenschmerzen das A und O. Es ist dabei unerheblich, ob die Schmerzen im unteren Rücken oder eher im Brustbereich angesiedelt sind. Gerade die Schmerzen im unteren Rücken jedoch weisen auf eine vorwiegend sitzende und bewegungsarme Lebensweise hin.

Gewöhnen Sie sich an mehr Bewegung! Anfangs mag es lästig sein, halten Sie jedoch durch, denn nach wenigen Wochen oder Monaten werden Sie sich daran gewöhnt haben und sich ohne die antrainierte Bewegung nicht mehr wohl fühlen.

Wenn Sie Schwierigkeiten haben, am Ball zu bleiben und zu Hause immer wieder Ihre Übungen „vergessen“, dann suchen Sie sich ein entsprechendes Fitnessstudio, wo sich ein Trainer Ihrer annehmen kann und wo es u. U. spezielle Rückenkurse gibt.

Bewegen Sie sich nicht nur im Alltag mehr (Treppen statt Aufzug, Rad statt Auto nehmen etc.), sondern machen Sie Sport und Bewegung zu Ihrem Hobby. Probieren Sie sich durch die verschiedenen Sportarten durch, bis Sie etwas gefunden haben, dass Ihnen Spass macht.

Wenn Sie zu starke Schmerzen haben, dann bleiben Sie zunächst bei den Rückenübungen. Wir haben eingangs bereits die Schmerzspezialisten Liebscher & Bracht genannt, die bei Youtube sehr gute Videos mit den besten Übungen sowohl bei akuten als auch bei chronischen Rückenschmerzen vorstellen.

Dort wird überdies sehr gut erklärt, dass Rückenschmerzen nicht – wie oft geglaubt wird – von einer zu schwachen Rückenmuskulatur herrühren, sondern vielmehr von einer zu schwachen Bauchmuskulatur in Verbindung mit einer durch das viele Sitzen verkürzten Hüftmuskulatur und einer infolgedessen stark verspannten Rückenmuskulatur.

Yoga oder Aerobic Walking gegen Rückenschmerzen

Zwei mögliche Sportmethoden, die konkret gegen chronische Rückenschmerzen helfen können, sind z. B. Yoga und Aerobic Walking. In einer Studie aus Grossbritannien ergab sich (10), dass sich jene Teilnehmer, die an regelmässig stattfindenden Yogakursen teilnahmen, rückentechnisch besser fühlten.

Yoga half bei Rückenschmerzen sogar besser als sechs Unterrichtseinheiten in der Alexander-Technik (siehe nächster Abschnitt). Vierundzwanzig Alexander-Technik-Einheiten jedoch waren wiederum wirkungsvoller als Yoga.

Eine weitere alternative Methode bei Rückenschmerzen ist das Aerobic Walking, das nach einer Studie (11) genauso gut gegen Rückenschmerzen hilft wie eine ausführliche Physiotherapie.

Bei dieser Untersuchung erhielt die Hälfte der 52 Studien-Teilnehmer eine klassische Physiotherapie, die andere Hälfte übte sich in einer neuen Form des Fitnesstrainings, dem Aerobic Walking. Hier wechseln sich Stretching-Einheiten mit Phasen des schnellen Spazierengehens ab.

Dabei sollte man darauf achten, dass man sich während des Trainings noch immer unterhalten kann. Wenn sich starke Kurzatmigkeit einstellt, ist das Training nämlich nicht mehr effektiv.

Üblicherweise läuft eine Aerobic Walking-Einheit folgendermassen ab:

  • Fünf bis zehn Minuten moderates Gehen
  • Fünf Minuten Stretching
  • Dreissig bis fünfzig Minuten strammes Gehen (der Herzschlag sollte etwa um achtzig Prozent schneller sein als im Ruhezustand)
  • Fünf bis zehn Minuten moderates Gehen
  • Fünf Minuten Stretching

Die Studienteilnehmer absolvierten anfangs Trainingseinheiten von je zwanzig Minuten. Dann jedoch erhöhte sich die Dauer im Laufe von sechs Wochen auf vierzig Minuten.

Am Ende der Studienzeit zeigte sich, dass die klassische Physiotherapie die Lebensqualität der Rückenschmerz-Patienten erheblich verbessern konnte. Denselben positiven Effekt hatte jedoch auch das Aerobic-Walking-Training.

Aerobic Walking kann überdies im Freien durchgeführt werden, so dass nicht nur der Bewegungsapparat gestählt und trainiert wird, sondern auch frische Luft und Sonnenlicht (Vitamin D) getankt werden kann – was in den üblicherweise geschlossenen Räumen der Physiotherapiepraxen nicht der Fall ist.

So verwundert es auch nicht, dass die Aerobic-Walking-Gruppe sich zudem psychisch viel besser fühlte, da die Teilnehmer das Gefühl hatten, mit Aerobic Walking selbst etwas für ihre Gesundheit tun zu können und nicht auf einen Therapeuten angewiesen zu sein.

Die Alexander-Technik

Eine weitere sehr gute Methode gegen chronische Rückenschmerzen ist die sog. Alexander-Technik – nach ihrem Entwickler Frederick Matthias Alexander benannt. Dabei handelt es sich um eine Methode, bei der sich die Schüler in Einzel- oder Gruppenunterricht Gewohnheiten in ihrem Bewegungsablauf bewusst machen. Diese Gewohnheiten sind häufig die Ursache für Schmerzen am Bewegungsapparat, etwa weil sie zu einseitigen Belastungen oder zu Fehlbelastungen führen.

Durch Verbesserungen bei der Haltung und der Muskelkoordination werden gesundheitliche Beschwerden gelindert. Eine systematische Analyse von achtzehn Studien zur Wirkung der Alexander-Technik gegen verschiedene Erkrankungen ergab im Jahr 2011, dass sich diese Methode sehr gut zur Behandlung von Rückenschmerzen eignen könnte.

Die Studie ging über ein Jahr. Nach drei Monaten sowie nach Ablauf der Studie überprüfte man das Befinden der Testpersonen. Wer eine klassische Behandlung erhalten hatte, litt immer noch an einundzwanzig Schmerztagen pro Monat. Wer eine Massagetherapie bekommen hatte, konnte die Anzahl der Schmerztage immerhin um sieben Tage reduzieren, sodass mit dieser Methode die Hälfte des Monats schmerzfrei war.

Die Alexander-Technik hingegen reduzierte – nach 24 Unterrichtsstunden in dieser Technik – die Anzahl der Schmerztage auf sage und schreibe drei Tage pro Monat (7, 8). Zur Alexander-Technik gibt es You-Tube-Videos, oder Sie erkundigen sich beim Alexander-Technik-Verband nach Kursen bzw. Lehrern in Ihrer Nähe (14).

Übergewicht abbauen

Übergewicht ist meist eine der Folgen des Bewegungsmangels. Bewegt man sich also plötzlich mehr, dann fällt es auch leichter, das Übergewicht abzubauen. Dass Übergewicht die Entstehung von Rückenschmerzen begünstigt, ist naheliegend, da zu viel Gewicht die gesamten Körperstrukturen überlasten und so auch den Rückenbereich (15).

Was Rückenschmerzen mit dem Darm zu tun haben

Viele Reizdarmpatienten leiden auch an Rückenschmerzen. Scheinbar aus unerfindlichen Gründen. Dabei ist die Ursache naheliegend. Denn ein kranker Darm kann zu Rückenschmerzen führen – insbesondere im unteren Rücken (2). Doch auch Menschen, die glauben, ihr Darm sei in Ordnung, können in Wirklichkeit einen kranken Darm haben, wie wir schon hier erklärt haben: Das Leaky-Gut-Syndrom

Zu den Symptomen eines chronisch erkrankten Verdauungssystems müssen also nicht in jedem Fall die typischen Verdauungsbeschwerden gehören, es kann auch zu chronischen Gelenkschmerzen, chronischen Muskelschmerzen, Konzentrationsstörungen, Migräne, Hautproblemen, chronischer Müdigkeit, Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen und vielem mehr kommen. Keines dieser Symptome lässt spontan an den Darm denken, und doch kann der chronisch kranke Darm dahinterstecken und früher oder später auch zu Rückenschmerzen führen.

Chronische Verstopfung und Durchfälle können Rückenschmerzen verursachen

Wer chronisch verstopft ist, gewöhnt sich oft daran und glaubt, es sei völlig in Ordnung, nur alle paar Tage den Darm zu entleeren. Das aber ist nicht der Fall, denn eine Darmentleerung sollte mindestens einmal täglich stattfinden. Andernfalls quält sich der Darm – und bei manchen Menschen kann sich diese Qual auf den Rücken ausweiten. Denn die sich im Darm ansammelnde Stuhlmasse drückt auf den Sakralnerv im unteren Rückenbereich: Rückenschmerzen sind da.

Doch auch chronische Durchfälle, wie bei den meisten Reizdarmkandidaten gang und gäbe, können zu Rückenschmerzen führen. Die Nerven, die vom Darm weg und zum Darm hin führen, kommen aus der Lendenwirbelsäule. Auch führen diese Nerven zu den Muskeln und Bändern, die den unteren Rücken stabilisieren. Wenn also der Darm gestresst ist – warum auch immer – dann kann es zu chronischen Muskelanspannungen in diesem Bereich kommen, die wiederum in einer Reizung der beschriebenen Nerven und so in Rückenschmerzen resultieren (4).

Rückenschmerzen treten häufig gemeinsam mit Darm- und Blasenproblemen auf

Wissenschaftliche Studien zu diesem Thema sind nur wenige vorhanden. Eine sehr interessante ist jene aus dem Jahr 2014, die im Journal of Chiropractic Medicine erschienen ist. Hier hatte man festgestellt, dass ein Grossteil der Patienten, die an Schmerzen im unteren Rücken leiden, gleichzeitig auch über Darm- und/oder Blasenprobleme klagten (5).

Und bereits im Jahr 2006 schrieben Forscher in Clinical Rheumatology, dass ein Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) – eine chronisch entzündliche Wirbelsäulenerkrankung im Bereich Brust-Lendenwirbelsäule sowie der Kreuz-Darmbeingelenke) – des Öfteren in Verbindung mit entzündlichen Darmerkrankungen stehe (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa etc.), nämlich in 5 bis 10 Prozent der Fälle. Bei sehr viel mehr dieser Patienten habe man endoskopisch oder histologisch subklinische (also ohne Symptome einhergehende) Darminfektionen diagnostizieren können (6).

Gereizter Darm ist häufig die Ursache von Rückenschmerzen

Dr. Peter Strauven – ganzheitlicher Arzt in Bonn – erklärt auf seiner Webseite (3), dass es zahlreiche Ursachen für Rückenschmerzen geben kann, die man allesamt abklären sollte, bevor man sich für eine Therapie entscheidet. So könnten sich obere Rückenschmerzen infolge von Zahn- und Kieferproblemen, Schilddrüsenstörungen und chronische Nasennebenhöhlenentzündungen einstellen.

Schon bei den mittleren Rückenschmerzen zählt Dr. Strauven Darmstörungen als mögliche Ursache auf. Und bei den unteren Rückenschmerzen sei ein gereizter Darm gar sehr häufig die Ursache. Denn durch einen gereizten Darm entstehe eine Verkrampfung und Verkürzung des grössten Streckmuskels M. Iliopsoas. Als Folge komme es zu einem Beckenschiefstand, einem Wirbelsäulenschiefstand und schliesslich zu Rückenschmerzen.

Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten können erst den Darm, dann den Rücken beeinträchtigen

Mit "Darmstörungen" können ganz unterschiedliche Problematiken gemeint sein, wie z. B. Vernarbungen und Verwachsungen, die Dr. Strauven osteopathisch untersuchen und auch behandeln kann. Auch Darmreizungen durch z. B. Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Laktoseintoleranz, Glutenintoleranz, Fructoseintoleranz etc.) können ursächlich für Rückenschmerzen in Frage kommen.

Therapiert man die gefundenen Darmprobleme – so Dr. Strauven – kann häufig eine Linderung der Rückenschmerzen erzielt werden. Hier finden Sie eine konkrete Anleitung für eine Darmreinigung.

Welche Ernährung bei chronischen Rückenschmerzen?

Auch die Ernährung hat einen enormen Einfluss auf die Rückengesundheit. Allgemeinmediziner Dr. med. Jochen Handel erzählte uns, dass bei seinen eigenen Rückenschmerzen (neben verstärkter Bewegung) das Weglassen von Fleisch und Milch wahre Wunder bewirkte, während ihm die Medikamente schon lange nicht mehr halfen.

Was könnte der Grund für die Schmerzlinderung durch eine solche Ernährungsumstellung sein? Fleisch- und Milchprodukte gelten in der Naturheilkunde als säurebildend – und überschüssige Säuren im Gewebe fördern die Entstehung von Schmerzen und Verspannungen.

Ernährt man sich nun basisch bzw. nach den Regeln der basenüberschüssigen Ernährung, werden nicht nur die überschüssigen Säuren ausgeleitet, der Organismus wird natürlich auch mit basischen Mineralstoffen, wie z. B. Magnesium versorgt, das nun wiederum folgendermassen gegen Rückenschmerzen wirkt:

Magnesium und Vitamin D gegen Rückenschmerzen

Bei Rückenschmerzen – ob akut oder chronisch – sollten Sie immer auch an eine gute Magnesiumversorgung denken. Abgesehen davon, dass Magnesium bekanntermassen entspannend und krampflösend gilt, erklärt Gerry K. Schwalfenberg in seiner Studie (2011) zum Thema „Kann eine basische Ernährung der Gesundheit nutzen“, über welchen Mechanismus basische Mineralstoffe Rückenschmerzen bessern könnten:

Basische Mineralstoffe erhöhen den Blut-pH-Wert und auch den Magnesiumspiegel der Zelle. Schon allein ein ordnungsgemässer Magnesiumspiegel erlaubt nun jedoch, dass die Enzymsysteme des Körpers gut arbeiten können und dabei auch Vitamin D aktivieren können, das nun wiederum Rückenschmerzen lindern kann (16).

Eine basenüberschüssige Ernährung mit reichlich Gemüse, Pseudogetreide und Nüssen und Saaten liefert reichlich Magnesium, genauso basische Nahrungsergänzungsmittel, wie z. B. Basencitrate von effective nature. Auch reine Magnesiumpräparate wie Magnesiumcitrat oder die natürliche Magnesium-Calcium-Kombination in Form der Sango Meeres Koralle können den Magnesiumhaushalt wieder auffrischen.

Fehlt jedoch Vitamin D, kann natürlich auch noch so viel Magnesium nichts ausrichten. Also muss immer auch an eine Optimierung der Vitamin-D-Versorgung gedacht werden, damit das Magnesium auf ausreichend Vitamin D trifft, das aktiviert werden kann.

CBD-ÖL gegen Rückenschmerzen

CBD-Öl, das insbesondere das Cannabidiol aus dem Hanfblütenextrakt enthält, gilt als generell entspannend, schlaffördernd, entzündungshemmend und schmerzlindernd – Eigenschaften, die auch bei Rückenschmerzen angezeigt sind. Erste Studien liegen zur Schmerzlinderung z. B. bei Arthritis oder Fibromyalgie vor. Bei Rückenschmerzen kann man das Öl äusserlich und innerlich anwenden – jedoch stets nur begleitend zu den anderen Massnahmen.

Rückenschmerzen durch Stress?

Auch Stress kann Rückenschmerzen begünstigen. Besonders häufig auftretende Stressfaktoren sind Arbeitsüberlastung, unbefriedigende Alltagsarbeit, zwischenmenschliche Probleme, Mangel an sozialer Anerkennung, sorgenvolle Gedanken und Zukunftsängste sowie mangelnder "Rückhalt".

Lange Stressphasen führen nun zu einer permanenten Anspannung der Skelett- und Rückenmuskulatur. Meist finden gestresste Menschen auch wenig Zeit für ein gutes Stressmanagement, für ausreichend Bewegung und Entspannungsmomente. Folglich ist es immer nur eine Frage der Zeit, wann die chronisch angespannte Körperhaltung schliesslich zu chronischen Rückenschmerzen führen wird.

Denken Sie daher immer auch an ein gutes Stressmanagement und planen Sie in Ihren Tagesablauf Augenblicke ein, die der Entspannung gewidmet werden, z. B. mit der Progressiven Muskelentspannung, Achtsamkeitsübungen, Meditation oder einer anderen Entspannungstechnik, die Ihnen zusagt.

Auch sog. Adaptogene könnten zusätzlich eingesetzt werden. Es handelt sich dabei um bestimmte Heilpflanzen, die dem Organismus dabei helfen, stressresistenter zu werden, so dass die üblichen Stressreaktionen milder ausfallen, man sich also nicht mehr so leicht stressen lässt. Zu den Adaptogenen zählen Rhodiola rosea, aber auch der Ginseng, viele Heilpilze (z. B. Reishi) oder Ashwaganda (Schlafbeere, auch indischer Ginseng genannt, gilt als eines der stärksten Adaptogene, das im Ayurveda schon seit Jahrtausenden bei vielerlei Beschwerden eingesetzt wird).

Die seelische Komponente: Rückenschmerzen, weil die Seele weint

Wenn selbst Schmerztherapien in Kombination mit Physiotherapien, Massagen etc. keine zufriedenstellende Wirkung zeigen, resignieren viele Betroffenen. Sie versuchen, sowohl mit dem Schmerz als auch mit den damit einhergehenden Einschränkungen umzugehen und finden sich schliesslich damit ab, dass der Rückenschmerz zu ihrem ständigen Begleiter wird. Doch soweit muss es nicht kommen.

Viele Mediziner suchen die Ursache von Rückenschmerzen ausschliesslich im körperlichen Bereich und folglich finden die Therapien dann ebenfalls lediglich auf dieser Ebene statt.

Aus ganzheitlicher Sicht gehören der körperliche und der psychische (seelische) Bereich eines Menschen jedoch untrennbar zusammen. Daher sind bei der Ursachenfindung eines chronischen Rückenschmerzes sowohl der körperliche als auch der psychische Aspekt gleichermassen zu berücksichtigen. Nur eine Diagnose, die beide Ebenen berücksichtigt, ermöglicht eine erfolgreiche Therapie bei chronischen Schmerzen.

Rückenschmerzen durch seelische Konflikte

Der Rücken schmerzt ohne Unterlass, Bewegungen sind nur noch eingeschränkt möglich und die Wirbelsäule beugt sich langsam dem Druck, der durch die automatisch angenommene Schonhaltung auf ihr lastet. Das ist eine typische Entwicklung, die bei den meisten Rückenschmerz-Geplagten stattfindet.

Was tun, wenn sowohl schulmedizinische als auch alternative Therapien die Rückenschmerzen nicht beseitigen können? Und was tun, wenn die konkrete Ursache der anhaltenden Schmerzen trotz des Einsatzes bildgebender Verfahren wie z. B. Computertomographie etc. gar nicht ausfindig gemacht werden kann? In diesen Fällen muss davon ausgegangen werden, dass die Schmerzen auch psychischer Natur sein könnten – hervorgerufen durch seelische Konflikte (17).

So werden seelische Schmerzen körperlich

Sigmund Freud, Begründer der Psychoanalyse und einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts, vertrat als erster die These, dass aus primär seelischem Schmerz letztlich körperlicher Schmerz entsteht. Der Schmerz wird quasi intuitiv aus dem seelischen Bereich in den Körper verschoben. Diese unbewusste Verlagerung des Schmerzes dient der Abwehr unerträglicher Gefühle.

Trauer ist z. B. für viele Menschen ein solches Gefühl. Sie können den Schmerz, der dieses Gefühl hervorruft, nicht ertragen. Sie können mit dem erlittenen Verlust nicht umgehen und manchmal können sie ihn noch nicht einmal beweinen. Stattdessen verschieben sie den Schmerz – vollkommen unbewusst – in den körperlichen Bereich.

Häufig landet der seelische Schmerz dann in der Rücken- oder Hüftmuskulatur. Der nicht verarbeitete (nicht beweinte) Verlust zeigt sich sodann in immer quälenderen Rückenschmerzen, die den Betroffenen dann allerdings zum Weinen zwingen können.

Auch andere intensive Gefühle, wie beispielsweise Angst, depressive Stimmung, Gefühle der Leere und Sinnlosigkeit oder starke Schuldgefühle werden häufig unbewusst in den Körper verlagert.

Durch das Verschieben der seelischen Konflikte findet eine (scheinbare) Entlastung der Psyche statt, denn die ganze Aufmerksamkeit ist nun auf den körperlichen Schmerz, wie z. B. den Rückenschmerz, gerichtet.

Rückenschmerzen durch unterdrückte Aggressionen?

Bei vielen chronischen Schmerzpatienten konnte nachgewiesen werden, dass ihr Aggressionsverhalten auffallend stark gehemmt war. Und auch bei Menschen, die unter chronischen Rückenschmerzen leiden, könnte es sein, dass sie ihre Aggressionen unterdrücken und dadurch unbewusst in den körperlichen Bereich verlagern.

Auf diese Weise wird nicht nur das intensive und unangenehme Gefühl der Aggression umgangen, sondern es werden auch die mit diesem Gefühl möglicherweise einhergehenden Gewissenskonflikte und Selbstvorwürfe vermieden.

Hierbei handelt es sich um eine (unbewusste) Strategie, die folglich gleich drei unterschiedliche seelische Spannungen mit sich bringt: Die Aggression, den Gewissenskonflikt und den Selbstvorwurf.

Was will mir der Schmerz sagen?

Demzufolge beinhaltet jeder Schmerzzustand immer auch eine bedeutsame Information aus dem psychischen Bereich. Der Betroffene will sich quasi selbst über den körperlichen Schmerz auf seine seelischen Konflikte aufmerksam machen.

Da der Vorgang der Konfliktverlagerung jedoch völlig unbewusst geschieht, findet diese Information nur äusserst selten Gehör. Aus diesem Grund sollte bei chronischen Schmerzen, so auch bei Rückenschmerzen, IMMER folgende Frage gestellt werden: Was will mir dieser Schmerz sagen?

Vier Fragen zur Ursachenfindung bei seelisch bedingten Rückenschmerzen

Die Beantwortung nachstehender Fragen kann Ihnen helfen, die seelischen Konflikte, die hinter Ihren chronischen Rückenschmerzen stehen, leichter zu erkennen. Machen Sie sich zunächst die Aufgabe Ihres Rückens bewusst, damit Sie die vier Fragen nachvollziehen können:

Die Aufgabe des Rückens besteht darin, dem Körper Halt und Stabilität zu geben und ihn aufrecht durchs Leben gehen lassen. Die Bandscheiben halten ihn ferner beweglich und verteilen den Druck, der auf der Wirbelsäule lastet, gleichmässig auf die angrenzenden Wirbelkörper.

Trotz der aufrechten, stabilen Haltung der Wirbelsäule ermöglicht die Flexibilität und Pufferfähigkeit der Bandscheiben, dass wir sowohl über Stock und Stein springen können als auch in der Lage sind, uns zu recken, zu beugen und in alle Richtungen zu drehen. Daraus ergeben sich nun die folgenden Fragen:

Frage 1: Bin ich aufrichtig?

Wie ist es um meine Aufrichtigkeit mir selbst gegenüber bestellt. Entspricht meine körperliche Haltung meiner geistigen Einstellung? Zeige ich mich im Aussen so, wie ich wirklich bin oder täusche ich eine falsche Geisteshaltung vor?

Frage 2: Kann ich loslassen?

Bin ich flexibel in meinem Denken oder neige ich eher zu Starrköpfigkeit (geistige Unbeweglichkeit)? Bin ich in der Lage, meine geistig starre Haltung zu verändern und alte Ansichten loszulassen, damit auch meine Wirbelsäule wieder flexibel sein kann?

Frage 3: Welchem Druck kann ich nicht mehr standhalten?

Wer oder was setzt mich emotional derart unter Druck? Welche Person oder welche Situation übt einen solchen Druck auf mich aus, dass meine Bandscheiben ihm nicht mehr gewachsen sind? Wer oder was hindert mich daran, in Leichtigkeit zu leben?

Frage 4: Was kann ich nicht mehr er-tragen?

Wen oder was kann ich emotional nicht mehr er-tragen? Welche Person oder Situation schadet meinem Wohlbefinden so sehr, dass ich mich von ihr lösen sollte? Welche unhaltbaren Umstände verlangen dringend nach Veränderung? Ist es vielleicht sogar nur erforderlich, meine geistige Haltung der betreffenden Person oder Situation zu überdenken, damit ich mein Leben wieder schmerzfrei geniessen kann?

Die Erkenntnis und das Annehmen der verdrängten Themen ist der erste Schritt in Richtung Heilung. Für den zweiten Schritt, die Auflösung der Konflikte, ist nicht selten die Hilfe eines versierten Therapeuten erforderlich.

Was also tun bei Rückenschmerzen?

Mit all den obigen Hinweisen und Tipps wissen Sie nun, was bei Rückenschmerzen zu tun ist. Sie haben damit genügend Handwerkszeug, um Ihre Rückenschmerzen ein für alle mal in den Griff zu bekommen. Schauen Sie zunächst, welche Ursachen bei Ihnen zutreffen könnten und optimieren Sie sodann Ihre persönliche Ernährungs- und Lebensweise entsprechend.

Vergessen Sie dabei nie: Bei Rückenschmerzen ist Bewegung die wichtigste Komponente. Lassen Sie diese Therapiesäule aus Bequemlichkeit weg, bleiben Ihre Rückenschmerzen mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Ihnen.

Sobald Sie jedoch alle Komponenten in Ihr persönliches Therapiekonzept einbinden, können Sie sich - wie viele Menschen vor Ihnen - für immer von Ihren Rückenschmerzen befreien.

Einen Erfahrungsbericht zum Thema Rückenschmerzen finden Sie hier: Rückenschmerzen selbst geheilt

Quellen

(1)Yang H, Haldeman S, Behavior-Related Factors Associated With Low Back Pain in the US Adult Population, Spine, Volume 43, Number 1, 1 January 2018, pp. 28-34(7)

(2)Irritable Bowel Syndrome, Nursing Times, 19. Februar 2009, (Reizdarmsyndrom)

(3)Dr. Strauven, RÜCKENSCHMERZEN: DIE URSACHEN BEHANDELN, strauven.de

(4)Dr. Giammarise, What Does Back Pain Have to do With Indigestion?, Digestion Relief Center, 2010, (Was haben Rückenschmerzen mit Verdauungsbeschwerden zu tun?)

(5)Walden AL et al, Bladder and Bowel Symptoms Among Adults Presenting With Low Back Pain to an Academic Chiropractic Clinic: Results of a Preliminary Study, Journal of Chiropractic Medicine, 2014 Sep; 13(3): 178187, (Blasen- und Darmsymptome unter Erwachsenen, die mit Schmerzen des unteren Rückens an einer akademischen chiropraktischen Klinik vorstellig sind)

(6)Rutwaleit M et al, Ankylosing spondylitis and bowel disease, Best Practice & Research. Clinical Rheumatology, 2006 Jun;20(3):451-71., (M. Bechterew und Darmkrankheiten)

(7)Prof. Little et al., Alexander Technique Offers Long-term Relief For Back Pain, British Medical Journal, August 2008, (Alexander-Technik lindert langfristig Rückenschmerzen)

(8)Woodman JP et al., Evidence for the effectiveness of Alexander Technique lessons in medical and health-related conditions: a systematic review, International Journal of Clinical Practice, Januar 2012, (Beweise für die Wirkung von Unterricht in der Alexander-Technik bei medizinischen und gesundheitsbezogenen Problemen: eine systematische Bewertung)

(9)Paul Campbell et al., Prognostic Indicators of Low Back Pain in Primary Care: Five-Year Prospective Study, American Pain Society, August 2013, (Prognostische Indikatoren bei Schmerzen im unteren Rücken bei der Erstversorgung: prospective Studie über fünf Jahre)

(10)Helen E. Tilbrook et al. Yoga for Chronic Low Back Pain A Randomized Trial, Annals of Internal Medicine, Oktober 2011, (Yoga gegen chronische Rückenschmerzen: eine randomisierte Studie)

(11)Dr. Michal Katz-Leurer et al., An aerobic walking programme versus muscle strengthening programme for chronic low back pain: a randomized controlled trial, Clinical Rehabilitation, Juli 2012, (Ein Aerobic Walking-Programm gegen ein Programm zur Strkung der Muskulatur gegen chronische Schmerzen im unteren Rcken: eine randomisierte Kontrollstudie)

(12)Gustavo C Machado et al, Efficacy and safety of paracetamol for spinal pain and osteoarthritis: systematic review and meta-analysis of randomised placebo controlled trials, BMJ, Mrz 2015, (Wirkung und Sicherheit von Paracetamol bei Rückenschmerzen und Osteoarthritis: Systematische Prüfung und Meta-Analyse von randomisierten, Placebo-kontrollierten Studien)

(13)Reece A. et al, A systematic review of paracetamol for non-specific low back pain, European Spine Journal, September 2008, (Eine systematische Prüfung von Paracetamol bei unspezifischen Kreuzschmerzen)

(14)Alexander-Technik-Verband Deutschland e. V., Alexander-Technik lernen, Lehrer finden,

(15)Chou L et al., The Association Between Obesity and Low Back Pain and Disability Is Affected by Mood Disorders, A Population-Based, Cross-Sectional Study of Men, Medicine (Baltimore). 2016 Apr; 95(15): e3367

(16)Schwalfenberg GA, The Alkaline Diet: Is There Evidence That an Alkaline pH Diet Benefits Health?, August 2011, Journal of Environmental and Public Health Volume 2012, Article ID 727630, 7 pages doi:10.1155/2012/727630

(17)Das Kreuz mit dem Kreuz - von Dr.med R. Mathias Dunkel

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